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Der Jugendbund · 1929-07-01 · 7 (1.7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
7 (1.7.1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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die deshalb ..eingeordnet" werden müssen. Wenn sich Schmitz auch im voraus schon gegen dieses Urteil verwahrt: originell und geistreich sind seine Gedanken wohl. Daß er aber dem Sozialismus schließlich doch nichts anderes zu raten weiß, als Verbürgerlichung, allerdings im guten Sinne des Wortes; daß er den Juden nichts Besseres empfiehlt, als ihre Kinder schnellst-möglich taufen zu lassen: das allein wäre allerdings weder geistreich noch "originell. Um so mehr sind es ein gut Teil seiner Argumente und die Art seiner Betrachtungsweise. Und deshalb und nur deshalb, nicht etwa wegen der vielen Fehlschlüsse und Widersprüche und der vielfach falschen Beobachtungen, auf die hier näher einzugehen kein Platz ist, soll das Buch dem kritischer Eingestellten empfohlen werden. Auch wird es in unserem Kreise eine vorzügliche Diskussionsbasis in Arbeitsgemeinschaften sein können. E. H. Aus dem Leben des Verbandes Es ist erfreulich, daß die Landesverbände immer stärker ihre Aufgabe erkennen. Anregungen zu geben, die ihnen anvertrauten Vereine enger aneinanderzuschließen und so den Zusammenhang herzustellen, der uns gerade wegen der Größe und Ausdehnung des Verbandes nottut. Es ist natürlich, daß dies leichter und besser durch die Landesverbände, die ihren Bezirk überschauen können und engere persönliche Fühlung mit ihren Vereinen haben, geschehen kann, als durch die Verbandsleitung. . Wenn ihre Anregungen überall entsprechenden Widerhall finden und in die Tat umgesetzt werden; dann wird über die Landesverbände auch der ganze Verband eine größere Einheitlichkeit — bei aller notwendigen Ver- -chiedenartigkeit, die durch die Menschen und ihre Umgebung bedingt ist — bekommen. Der Rheinisch-Westfälische Bezirksverband hat schon seit Jahren gute Erfahrungen gemacht mit öfter sich wiederholenden erweiterten Vor standssitzungen, zu denen besonders interessierte Freunde aus allen Vereinen erschienen, um Anregungen zu empfangen und zu geben. Nach längerer Pause fand eine solche am 2. Juni in Essen statt. Von 17 Bünden waren 13 vertreten. Die außerordentlich gelungene und ergebnisreiche Tagung ging aus von einem Referat Fritz Schwarzschilds über die Situation im Verband. In der Aussprache wurden folgende Forderungen aufgestellt, wie: Positivere Themenwahl für die Arbeit; Unentwegtes An- Fassen der Probleme: Berufsberatung und Stellenvermittlung. Es wurde beschlossen, alle sechs Wochen solche Aussprachen zu veranstalten, das nächstemal am 21. Juli in Oberhausen. Am 7. Juli soll eine Treffahrt des BV. stattfinden. In den Vorstand des BV. wurde Isaksohn, Gelsenkirchen, als Vertreter der Junggruppen kooptiert. —r Auch der Bezirksverband Pommern hatte am 9. Mai eine solche erweiterte Vorstandssitzun-g in Stettin. Vertreten waren die Vereine Stettin, Schivelbein, Belgard und Stargard unter dem Vorsitz von Referendar Erwin See- <f->}\. Greifenhagen. Aus den Berichten der Vereine über ihre Winterarbeit ging hervor, daß die Arbeit gut fortschreitet urd sich immer mehr im Sinne der Richtlinien des Verbandes entwickelt. Das Arbeitsfeld des Belgarder Bundes erstreckt sich über jüdische Literatur. Hebräisch, sportliche Betätigung und Turnen. An den Arbeitsabenden wurden behandelt: Gabriel Rießer. Judentum und Mittelalter: Moses Mendelssohn. In Stargard waren einige gut besuchte Vortragsabende, aus denen der von Dr. Elk, Stettin, über „Unsere Jugend, unsere Zukuift" hervorgehoben werden muß. Der Schivelbeiner Bund hat recht gute Heimabende über allgemeine iüdisclie Probleme. In Stralsund ist die gesamte iüdische Jugend erfaßt. Stettin gestaltet seine Dienstagabende immer mehr aus. Hervorzuheben ist ein Vortrag von Studienrat Dr. Tacke über ..Geistesdämmerung". Der deutsch-iiidische Arbeitskreis hatte zwei Ausspracheabende liber ..Die Aufgabe des Nationaliuden in Deutschland". Die Irterescengemeinschaft mit sämtlichen Steftiner Jugendorganisationen hat sich gut bewährt. Die Gründung von Junggruppen wird wie in Stettin so auch sonst im LV. (außer Schivelbein) abgelehnt. Die Satzungen des BV. wurden genehmigt. — Das Treffen der Bünde Stettin, Stargard, Stralsund und Berlin in f~horin am 2. Juni nahm bei starker Beteiligung einen sehr befriedigenden Verlauf. Im Mitteldeutschen Bezirksverband wird fleißig gewardert. trotzdem aber allenthalben die geistige Arheit regelmäßig durchgeführt. Eire größere Treffahrt zu Pfing- -ten in Harzburg vedief sehr anregend. Die Thüringer "ereine bereiten für den 30. Juni eine Treffahrt nach Gotha vor. Ueber ein großes Treffen mit dem LV. Sachsen am 22. und 23. Juni in Elisenach werden wir beim nächsten Bericht hoffentlich Erfreuliches berichten können. Das Programm sieht eine Wanderung nach der Wartburg und zu den Garten- und Waldbesitzungen des Landesrabbiners Dr. Wiesen, ein Referat von M. Schweisheimer, Chemnitz, über „Gegenwartsaufgaben jüdischer Jugend", sportliche Wettkämpfe und Völkerballspiel vor. In Westsachsen haben die Vereine Plauen und Gera enge Fühlung genommen. In Ostsachsen trafen sich Dresden und Görlitz. Auch im Nordwestdeutschen Bezirksverband werden viele Fahrten und Spaziergänge unternommen. Wir erwähnen ein zweitägiges Treffen der Vereine Hannover und Berlin im Harz. — Das südbayerische Treffen an den Pfingsttagen in Fischach be: Augsburg war von etwa 150 Freunden besucht. Zu den schönsten Eindrücken gehörte die große Gastfreundlichkeit der Fischacher Gemeinde. Im Mittelpunkt stand einej Aussprache über das Thema: „Wie stehen wir jungen Menschen zur Religion?", worüber der LV.-Vorsitzende Rabbiner Dr. R ü I f, Bamberg, referierte. Vor allem wurden «kisgiebij: behandelt die Fragen „Autorität oder Freiheit?" und „Tradition oder schöpferische Intuition?" Im Schlußwort versuchte der Referent die Synthese zwischen diesen nur scheinbar sich widersprechenden Begriffen zu geben. Sportkämpfe .und Wanderungen in die herrlichen Wälder gestalteten da-- Treffen zu einem unvergeßlichen Erlebnis. Im Bereich des Rhe i n. - We s t f. Bezirksverbandes beteiligten sich die Vereine Hamborn, Oberhausen und Cleve an einer Treffahrt in die Alpen, die von den außerhalb des Verbandes stehenden, aber befreundeten Vereinen Krefeld und Mörs veranstaltet wurde. Der Bericht der Hamborner Freunde hebt hervor, wie die augenscheinliche Verbundenheit der Verbandsvereine, die gleich den rechten Kontakt herstellte, anerkannt wurde. Aus der Fülle der Berichte über Wanderfahrten der Vereine seien einzelne herausgegriffen: Chemnitz hatte am 16. d. Mts. seine erste Wanderfahrt nach Lauenhainer Mühle; Osnabrück eine stark besuchte Abendwanderung, eine Einrichtung, die nach des Tages Arbeit naturgemäß in vielen Vereinen getroffen wurde und viel Anklang findet. Plauen berichtet über wahlgelungene Sonntags- und Abendwanderungen und über Leichtathletik-Trainingsabende im Freien. Dresden wanderte zur Jahrtausendfeier nach Meißen und hat ebenfalls Abendspaziergänge und Spielabendc auf einer Spielwiese; Hannover machte eine Fahrt rund um das Steinhuder Meer; München besichtigte die Ausstellung der Landwirtschaftlichen Gesellschaft und wanderte nach Pasing, wo die Blütenburg besichtigt wurde, und nach Dachau; Karlsruhe streift jeden Sonntag im schönen Schwärzwald herum; Mainz hat Schwimm- und Ruderabende neu eingeführt und besichtigte die bühnentechnischen Einrich tungen des Stadttheaters; Kiel wanderte nach dem Westen- und Schirensee; Nürnberg führt die Wanderlustigen allsonntäglich in die Umgebung; Köln machte Ostern und Pfingsten mehrtägige Fahrten und tritt am 30. d. Mts. eine achttägige Wanderung in den Hunsriick an. Die Düsseldorf e r Wandergruppe läßt keine Gelegenheit aus; am 2.d.Mt* war sie zu einer Treffahrt zur Herbringhauser Talsperre mit den Bünden Hagen und Elberfeld, am 16. d. Mts. zu einer Fahrt zum Wedauer See mit den Ruhrbünden: Güstrow und Rostock treffen sich des öfteren. Schließlich berichten die Berliner Gruppen über zahlreiche Wanderungen und sportliche Betätigung. So wird allenthalben der j schöne Scmmer zur Stählung der Körperkräfte und zur Erfrischung benutzt. — Daneben aber wird erfreulicherweise auch die geistige Betätigung unentwegt fortgesetzt. Die Heimabende und Arbeitsgemeinschaften laufen in den meisten Vereinen weiter, während die Vortragstätigkeit naturgemäß nachläßt. Berlin-Norden behandelte in seiner Bibelgruppe „Aaron und seine Söhne", „Reine und unreine Tiere"; die Geschichtsgruppe besprach „Mitteleuropa vor und während der Kreuzzuge"; Berlin-iOsten in der Geschichtsgruppe „Die Juden in Spanien", in ider Arbeitsgemeinschaft , Jüdische Charakterköpfe", „Juda Halewi" und „M.Mendelssohn"; Berlin-Schöne berg „Staatsformen und Parteien"; B e r 1 i n - W i t t e n b e t g p 1 a t z ..Ziele der Jugend"; Berlin-Zoo „Gestaltung unserer Arbeit". Im Winter stand die Arbeit in Gelsenkirchen unter demi Thema: ..Das religiöse Problem". Eine Arbeitsgemeinschaft bearbeitete J. Breuers „Die Welt als Schöpfung und Natur", In Güstrow

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