Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 7 (1.7.1929)
- Date
- 1929-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Jas Interesse zugenommen. Die Arbeitsgemeinschaft in .-nach trieb moderne jüdische Geschichte und Heich, in den Heimabenden wurden moderne Probleme mit Kifer behandelt. Bei den Freitagabendfeiern wurde der icnabschnitt erklärt und jüdische Dichter gelesen. Die abende in K ö 1 n erfreuen sich regen Zuspruchs. Man h über Gabriel Rießer und Abraham Geiger, dann über i mfsfragen. Gerade diese aus dem Leben gegriffenen Themen en starke Anteilnahme hervor. Eine Arbeitsgemeinschaft . sprach die Themenl „Zivilisation und Kultur" sowie „Kultur J Bildung". Das Jugendheim der Gemeinde geht seiner Volldung entgegen und wird viel zur Hebung der Jugendarbeit agen. Einem Heimabend in Aachen lag Max Hölz' ,.m weißen Kreuz zur roten Fahne" zugrunde. In der Ar- Gemeinschaft „Jüdische Geschichte" wurde über „Maben Israel" gearbeitet, ein Heimabend galt dem „Feuilleein weiterer den Kriegsbüchern „Im Westen nichts ..nes", „Der Mensch ist gut" und „Das Feuer". Nürnberg in letzter Zeit besonders rege gearbeitet. De Heimabende ren durchschnittlich von 60 Mitgliedern besticht. Der verliente Gründer des Bundes, Kurt Metzger, der leider Nürnl verlassen mußte, wird sehr vermißt. Der neue Vor- Izende, Georg Josephthal, hat es verstanden, den Bund auf der Höhe zu halten. Drei Arbeitsgemeinschaften, eine religiöse i Bibel und Gebräuche), eine sozial-juristische (Jugendrecht) and eine literarische (Ibsen) arbeiten erfreulich. Es werden jetzt Freitagabende und eine politische Arbeitsgemeinschaft eingerichtet. In München wurde der Zyklus „Die Weltreligiuncn" mit dem „Lamaismus" fortgesetzt. In Mainz sprach man in einem Heimabend über „Psychoanalyse", in einem anderen über „Der Streik im modernen Wirtschaftsleben", außerdem wurde die Arbeitsgemeinschaft von Rabbiner Dr. Levi [ortgesetzt Ein interessanter Heimabend in Karlsruhe beschäftigte sich mit der neuen Kriegsliteratur (Renn, Remarque, Zweig, Gläser), ein solcher in Dresden mit „Für und wider die Todesstrafe", ein weiterer mit „Literaturemigranten" {moderne russische Literatur). Hannover hatte einen Auspracheabend über „Von der Jugendbewegung zur Jugendarbeit". In Osnabrück sprach man über Werfeis „Abiluriententag". Düsseldorf hat einen neuen Heimabendklus ..Triebkräfte der modernen Weltpolitik" begonnen, der die Teilnehmer mit den Fragen unserer Weltpolitik vertraut ichen und sie zu eigener Stellungnahme veranlassen soll. In Hamborn bildete sich im Anschluß an ein Referat des Vorsitzenden über „Die Entstehung des modernen Hebräisch" ein >ebräischer Kursus. Es werden bei den Heimabenden Zeitungs- > [erate gehalten. Bei einem solchen wurde festgestellt, daß unser „Jugendbund" nicht ein Organ der Jugend, sondern der V crbandsleitung sei. Der Schriftleiter darf hier auf die große Schwierigkeit hinweisen, die darin liegt, daß unser Verband nur e i n Organ hat, das gezwungen ist, alles zu sein: Führerblatt, Mitteilungsblatt und alles mögliche andere. Er würde i s st»hr begrüßen, wenn die verschiedenen Zwecke gelrennt werden und damit auch dem berechtigten Wunsche der Hamborner und vieler anderer Freunde Rechnung getragen werden konnte. Dann würde die Jugend — zu der sich übrigens die Verbandsleitung und bestimmt viele Mitarbeiter zählen — mehr zu Worte kommen. Schafft uns mehr -jugendliche Mitarbeiter, die etwas zu sagen haben, und — Geld, dann soll es anders werden. Zum Schluß noch einige besonders erwähnenswerte Vorträge: In München sprach Rechtsanwalt Dr. Lustig über den ..Fall Maurizius" und Studienrat Schaalmann über ,.Rembrandt", in Aachen Wilna Eckstein über „Die Stellung der jüdischen Jugend zur religiösen Form", Kurt Heymann über ..Die Tat als Grundproblem der jüdischen Ethik", in Kreuznach Rabbiner Dr. Jacobs über „Jüdinnen", Rabbiner Dr. Lazarus, Wiesbaden, über „Jüdische Jugend, ihr Sein und ihr Schicksal, Rabbiner Dr. Levi, Mainz, über „Die Frühgeschichte der Juden in Deutschland", Redakteur Schachnowitz, Frankfurt, über „Die alten jüdischen Gassen", Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf, über „Jugendpsychologie und Führung im Anschluß an den Krantz-Prozeß", Rabbiner Dr. N e u h a u s , Mülheim, über „Die Zahl 13 und der Aberglaube", in Ingolstadt Hauptlehrer Rosenbaum über „Das Märchen vom Ritualmord — seine Entstehung, Entwicklung und vollständige Unmöglichkeit"; in Schivelbein Rabbiner Dr. Elk, Stettin, über „Neue Wege zur Erziehung". Wenn so in der heißen Jahreszeit, im Gegensatz zu früheren Zeiten, gearbeitet wird, sehen wir mit Zuversicht dem kommenden Arbeitswinter entgegen. Wir wenden uns mit der dringenden Bitte an alle Verbandsfreunde, uns angesichts der schrecklichen Bcruisnot vieler jüdischer junger Menschen zu helfen. Eine große Anzahl unserer Freunde ist durch ihre berufliche Tätigkeit in der Lage, uns freie oder frei werdende Stellen in allen Berufsarten und Branchen zu nennen. Wir bitten im Interesse einer großen Anzahl stellungsloser Jugendbündler, uns von jeder Vakanz unter Angabe der besonderen Erfordernisse der Stellung Kenntnis zu geben. Wir beabsichtigen, von der Augustnummer ab fortlaufend eine Liste solcher uns genannter Stellen zu veröffentlichen, und hoffen, daß wir auf diese Weise vielen Freunden helfen können. Wir bitten anderseits darum, daß sich zunächst nur solche Freunde an uns wenden, die stellungslos oder in gekündigter Stellung sind. Aus naheliegenden Gründen können wir weitergehende Wünsche von in fester Stellung befindlichen Verbandsfreunden auf Verbesserung ihrer Stellung vorerst nicht befriedigen. Wir wollen vielmehr im Rahmen des uns möglichen den von der wirtschaftlichen Not am stärksten Erfaßten helfen. Darum, jüdische Chefs, P e r s o n al c h e i s , Abteilungsleiter, hellt uns bei dieser im Augenblick wichtigen Aufgabe durch sofortige und gründliche Benachrichtigung. Mittellungen der Verbandsleitung 1. In das Initiativkomitee für die Erweiterung der Jewish Agency in Deutschland sind Rabbiner Dr. Hahn, Essen. Assessor Herbert Felsenthal, Düsseldorf und Fritz Schwarzschild, Düsseldorf, eingetreten. , 2. Am 26. Juni findet in Berlin eine Sitzung der Verbandsleitung statt. Palästina-Jugendtahrt 1929 Wir machen unsere Freunde darauf aufmerksam, daß ebenso wie im Vorjahre, auch in diesem Jahre eine Palastina- Jugendfahrt veranstaltet wird. Die Reise beginnt am 3. September in Marseille, führt nach Aegypten und Palästina und endet am 2. Oktober in Triest. Während des nahezu dreiwöchigen Landaufenthaltes werden alle Sehenswürdigkeiten Aegyptens und Palästinas besichtigt. Die Reise ist speziell für junge Menschen geplant, wird jedoch so durchgeführt, daß alle Ansprüche an Bequemlichkeit und Erholungsmöglichkeit befriedigt werden. Den ausführlichen Prospekt mit Programm versendet kostenlos: Palestine & Orient Lloyd, Berlin N 24, Friedrichstraße 121, Telephon D 1 Norden 2455. . " i lr uns afn Heiter rar die uiohnahrtsautgaben unserer i ereine werden uns die Wohlfahrtsbriefmarken sein, wenn wir nächsten Vertrieb tatkräftig beteiligen. Die kommende Ausgabe zeigt bei den niedrigen Werten nur geringe Aufschläge (2 Pfennig auf die 5-Pfennig-, 4 auf die 8-, 5 auf die 15- Pfenpigmarke). Leichte Absatzmöglichkeit in allen Kreisen bietet jetzt Aussicht auf wirklich guten Erfolg. Zuschüsse zur Entsendung hilfsbedürftiger Freunde in Erholungsheime, Beihilfen für Wanderungen und Teilnahme an Freizeiten für Erholungsbedürftige, Beihilfen für arme Lehrlinge während der Berufsausbildung u. a. m., können wir uns durch die Wohlfahrtsbriefmarken beschaffen. Daher müssen unsere Vereine schon jetzt den Vertrieb der Marken in ihr Winterprogamm aufnehmen. Beginn des Verkaufes am 1. November. Weitere Nachricht lassen wir bald folgen. Für eine Radtour durch den Schwarzwald und die Vogesen werden Partner gesucht. Abfahrt am 21. Juli von Karlsruhe. Dauer ungefähr zehn Tage. Nähere Auskunft erteilt gern E. Gerson, Frankfurt a. M., Fürstenberger Straße 155 IL-