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Der Jugendbund · 1929-06-01 · 6 (1.6.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
6 (1.6.1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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den Inhalt unsrer Junggruppenseiten kümmert. T)enn wie i=t es sonst nötig, nach Dingen zu fragen, die eben < rst hier auf diesen Blättern behandelt worden sind? Ich denke hierbei zunächst an die zahllosen Bitten, Bücher zu nennen. Ja, — wir haben hier doch ganze Spalten mit empfehlenswerter Lektüre jeder Art aufgeführt, vielleicht sogar schon viel zu viel von der guten Kost. Um den Speisezettel ein bißchen zu wechseln, nenne ich heute zuerst zwei spannende Bücher aus der Franck'- schen Verlagshandlung, Stuttgart, die überhaupt für die Beschaffung von Jugendschriflen durchaus in Frage kommt: das Buch von Hanna Günther „Wir .spielen Eisenbahn" (Preis 6,50 Mark, Ganzleinen) und das „Ilastelbach für Väter" (6 Mark in Ganzleinen), beide Wcrkjp außerordentlich hübsch und geschmackvoll ausgestattet, — wirklich nichts daran auszusetzen! Das erstgenannte Buch weiß sogar denjenigen, der schon „über den Dingen" zustehen scheint, zu begeistern. Man kriegt Lust an den Interessantheiten des ganzen Bahnbetriebs, — diese SachlITHikfcit mit den Errungenschaften der Technik hat so eine liebenswürdige romantische Begleiterscheinung. — Das zweite Buch mit den 113 Abbildungen ist nicht weniger für unsre Gruppen geeignet, insbesondere für die Fingerfertigen und die, deren Geschicklichkeit noch trainiert werden soll. Alle möglichen Sorten Wagelt, Bahnen, Schiffe, Autos, Häuser, Hallen und weiß "der Kuckuck was noch alles, lernt man selber bauen und basteln, — gute Gelegenheit für Unsre künftigen Ingenieure und Techniker! Die Bücher gehören in die Gruppenbibliothek. — Der ers'e Teil des Deutschen Spielhandbuchs (Verlag Voggcnreiter, Potsdam — siehe auch die Buchnotizen in voriger Nummer! —) kommt "mit seinen bunten Spielen rechtzeitig in unsre Hände. Die Saison setzt ein. Darum ran an dieses Büchlein, das in seinen 128 Seiten eine ungeheure Fülle bietet, und das hoffentlich recht bald durch weitere Teile ergänzt wird. — Den .Führern, die sich den Arbeiten für die Jugendbühne widmen, empfehle ich dringend das feine im Angelsachsenverlag Bremen erschienene Werk von M. L u s e r k e „Jugend - und Laienbuhn e", das in Halbleinen — der Druck ist vorzüglich — Mark 3 kostet. Aber, wie gesagt, der Führer muß intensiv mit dem Thema arbeiten und sich auch Zeit nehmen. Wem das ganze, heute meist geltende iheaterspiel mehr ist. als eine bloße Nachäfferei von Bühne und Schminke, der soll sich in die Ausführungen des Verfassers über die Fragen der Auswahl von Stücken, über Bewegungsspiel, Improvisationen, Kostüme und dergl. vertiefen. Ich habe noch' kein gediegeneres Buch dieser Art gefunden Man muß es sich jetzt schon anschaffen, um die Vorbereitungen für die Pläne jugendlicher Bühnen auf eine wesentlich veränderte Grundlage stellen zu können, denn ich glaube, daß dieses Buch sehr viele Ansichten und Voraussetzungen umstoßen muß. Von dem bekannten Edmond Fleg — dem Verfasser des Buches „Ein kleiner Profet" — kommt eine neue Schrift heraus „W arum ich Jude bi n". Fleg widmet dieses Büchlein zwar seinem Enkel, der noch nicht geboren ist. Aber man sollte eigentlich verkünden: das sind Blätter und Worte für alle Jugendliehen, die sich noch nicht mit der Abgestumpftheit der Zeit und der „Gewohnheit" ihres Jude- Seins abgefunden haben! Schnell diese Schrift kaufen! — Wir werden wohl noch ein paar Gedanken darüber zu sagen haben. Sie ist im Philoverlag Berlin herausgekommen. J. R. Jiinggruppen-Briefkasten Ilse L e w i r., Halle: Du hast einen sehr niedlichen Entwurf für den Kopf unsrer Blätter fertiggebracht. Aber — in den Papierkorb wandert er jedenfalls nicht! Treffen in Nordwest: Werner Mühlfelder hat die Gauleitung an Siegfried Katzmann, Osnabrück, abgetreten. Das Treffen in Bad Oeynhausen mit dem gemeinsamen Spaziergang hat euch demnach gute Gelegenheit zuj einer Aussprache gegeben. Nach Görlitz: Na, so mit den Stücken, wie Ihre meint, geht es doch nicht. Es gibt natürlich nioht für jede besondere Eigenart unsrer Gruppen besondre Stücke. Ihr müßt da eben euer Regietalcnt, mit dem ihr zweifellos behaftet seid, walten lassen. Versucht es erst mal, indem ihr das reichhaltige Büchlein „Taschenbuch für Laienspieler" durchstudiert. Das Buch enthält eine Unmenge von Hinweisen und Angaben, ist im Biihnonvolksbundverlag, Berlin, erschienen und kostet 1,30 Mark. Charly: Das Buch von Sejfullina „Der Ausreißer" kannst du im Malik-Verlag, Berlin, haben.;Es kostet ungefähr 2 Mark. — Jawohl, in Chemnitz hat's mir ausgezeichnet gefallen! Mehrere Frager: Ein gutes Werk für die Führer, die sich mit der Jugendbewegung vertraut machen wollen, ist: Thumwald, Die neue Jugend. Englisch: Die Londoner Adresse des liberalen Jugondbundes lautet: The Alumni Society Liberal Jewish Synagogue, 28 St. John's Wood Uoad. — Soeben ist die famose Pcssachmimmer der amerikanischen Jugendzeitung „Young Israel" (Cincinnati, Ohio) eingetroffen. J. R. Fortsetzung von Seite 8. - Elisabeth Rotten und Karl Wilker geben in der Zeitschrift „Das werdende Zeitalter" Ueberblicke über alle Fragen moderner Erziehung. Das Feberheft ist ein Palästina-Sonderheft. Auf dieses verweise ich insbesondere die Jugendführer. Jeder mag über Palästina nach seiner Ansicht urteilen; feststehend aber ist die Tatsache, daß dort Menschen um eine neue Lebensgestaltung ringen. Und dieser Versuch allein genügt, um mit allen unseren Kräften dieses Werk zu unterstützen. — Für uns Juden ist das- Judentum ein Problem. In fremder Kultur aufgewachsen, werten wir dennoch mit dem Maßstab einer volksfremden Mentalität. Das erstemal wird uns dieser Gegensatz in der Schule bewußt. Die jüdische Schule ist schon ein wesentlicher Fortschritt in der Gesundung von jüdischer Problematik. Das Ziel kann aber nur eine jüdische Schule auf jüdischem Boden', in jüdischer Umwelt sein. In dankenswerter Weise haben es Dr. Rotten und Dr. Karl Wilker unternommen, in ihrer für die christlichdeutsche Intelligenz bestimmten Monatsschrift für Erneuerung der Erziehung in einem Sonderheft, dem bald ein zweites folgen soll, auf das Erziehungsw^rk in Palästina hinzuweisen. Martin Buber, der große Pädagoge und Mensch, dessen Rede über das Erzieherische ehedem jeden pädagogisch Gebildeten hatte aufhorchen lassen, bespricht „Die Frage nach Jerusalem". Dr. Elisabeth Rotten weist in ihrem Beitrag „Am Tor der Völker" auf die große Wichtigkeit des palästinensischen Werkes für das Gesamtjudentum hin. Dr. Hans Kohn zeichnet in „Martin Buber und der Zionismus seit dem Weltkriege" ein Bild des geistigen Palästinawerkes, das in Martin Buber seinen Repräsentanten hat. Dr. Siegfried Lehmann berichtet ausführlich über das Kinder?* und Jugenddorf Ben-Schemen, das in dieser Zeitschrift vor kurzem gewürdigt wurde. Milek Goldschein erzählt über die Kindergemeinde „Beth Alfa". Dr. Hugo Berg- 10 mann über eine Arbeiterbildungsschule in Jerusalem. Henny Schiratzki über „Altjüdische Erziehung". Zwi Sohar verweist auf „Zeitschriften aus der Erziehungswelt Palästinas". Den Inhalt dieses reichhaltigen Heftes überblickend, betrachten wir staunend die erzieherische Tat junger jüdischer Menschen, die trotz ihres harten Existenzkampfes in der Jugend ihre Zukunft sehen, für die das Beste gerade: genug gut ist. Das Heft bietet viele Anhaltspunkte für eine gesunde Diskussion über jüdische Erziehung und sei daher reiferen Jugendbündlern auf das wärmste empfohlen. Ernst Meißner, Prag. Aus dem Leben des Verbandes Die Landesverbände setzen in erfreulicher Weise ihre Bemühungen um Stärkung der persönlichen Bindung auf Treffahrten fort. Der Bezirksverband Pommern hat für den ersten Teil dieses Sommers 2 größere Treffen beschlossen und erwartet starke Beteiligung, auch von Gästen außerhalb des Bezirkes. Die 1. Treffahrt findet am 2. Juni nach der Jugendherberge Chorin statt. Treffpunkt morgens 9 Uhr, Bahnhof Chorinchen (dort Auskunftsstelle von 7 big 11 Uhr); die 2. Treffahrt am 3 0. Juni nach Jugendherberge an den F ü n f s e e n (Pommersche Schweiz bei Bad Polzin). Die t. Treffahrt ist gedacht besonders für die mittel- und westpommerschen, sowie die Mecklenburger und Berliner Gruppen. Anmeldungen für Pommern und Mecklenburg an Gert-Joachim Michel, Stettin, Friedrich-Karl-Straße 22, Telephon 20 062. Uebernachtungsmöglichkeit ist in der Jugendherberge Chorin gegeben. — Die Lausitz vereine I

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