Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 6 (1.6.1929)
- Date
- 1929-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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rafen sich am Himmelfahrtstage im Sorauer Walde, er launige Bericht kann leider aus Raummangel nicht abdruckt werden. — Die erste Treffahrt des Nordcutsehen Bezirksverbandes nach Bad Kleinen Mecklenburg verlief sehr befriedigend. Sie war aus den iiünden Lübeck, Harburg, Rostock und einzelnen Freunden , is anderen Orten gut besucht. Nach fröhlichen Spielen verand es der Junggruppenleiter Kurt Horwitz, Harburg, mit seinem Referat „Junggruppen" alle zu fesseln und eine rege Aussprache hervorzurufen. — Am 5. Mai fand die 1. Treffahrt der Bezirksgruppe Ostwestfalen des Nordwestdeutschen BV. in Bielefeld statt. Bericht fehlt noch. — Die 4. Bezirksgruppentagung der Bez.-Gruppe West-Westfalen desselben BV. im Städtischen Jugend- . im Hamm i. W. nahm einen erfolgreichen Verlauf. Etwa bO Freunde, leider wenig Hammenser, lauschten dem hervorragenden Referat von Dr. Hartmann, Elberfeld, über ..Gestaltung der Wirklichkeit aus dem Religiösen?". Die Aussprache war sehr interessant. — Die Bez.-Gruppe Hannover desselben BV. beabsichtigt ein Treffen in den Ahlfelder Bergen am 9. Juni. Von besonderen Veranstaltungen der Vereine tragen wir noch verspätet einen Bericht über den Werbeabend in Kiel am 9. März, zugleich die 1. öffentliche Veranstaltung seit Bestehen des Jugendbundes, nach. Nach einem kurzen Bericht des Vorsitzenden Rüben über die bisherige Tätigkeit und dem Vortrag eines Märchens, sprach Rabb. Dr. Posner über das Thema „Wir und Ich". Er wies auf die Absonderung, die Spaltungen, die erbitterten Parteikämpfe als unheilbringend für die jüdische Gegenwart hin und regte die Schaffung eines Heimes und einer Bibliothek als Grundlagen des Sichnäherkommens und geistigen Austausches an. — Besonders weihevoll und anregend gestaltete sich ein Abend im Verein Düsseldorf zum Gedächtnis Gustav Landauers, in dessen Mittelpunkt Fritz Schwarzschilds tiefschürfendes Referat stand. Mit dem Einsetzen des wärmeren Wetters haben die Vereine das Wandern in stärkerer Weise aufgenommen. Wir danken zunächst den Freunden aus dem Harz für ihre schönen Grüße vom Goslarer Bergwerk und übermitteln gern VerbandsgrüGe der Freunde Walter Holzmann und Fritz Gerson (JJV. Höchst) vom Münchener Haus auf der Zugspitze. Viele Vereine haben Pfingsten zweitägige Wanderungen veranstaltet. Köln will im Sommer 8 Tage in den Hunsrück. Die nor-d badischen Vereine Heidelberg, Bruchsal, Karlsruhe, Rastatt und Pforzheim wanderten am 9. Mai durch den Schretzinger Hardt-Wald nach Walldorf; Bremen und Wesermünde trafen sich in Worpswede; Mainz stieg mit O (f e n b a c h auf den Melibocus und veranstaltete eine Radtour ins Wispertal. Daß München ausgiebig in seine schöne Umgebung wandert, ist selbstverständlich. Auch Hannover zeigt in seinem Programm viele Wanderungen an. Düsseldorf veranstaltete am 26. Mai eine Nachtwanderung nach Linz-Rengsdorf. Haigerloch traf sich mit Pforzheim und R o 11 w e i 1 im Nagoldtal und mit R o.t t w e i 1 auf der Baiinger Alb. Erfreulicherweise werden allenthalben Arbeitsgemeinschaften weiter durchgeführt. In Wesermünde, wo nach dem Bericht des BV.-Vorsitzenden ein Kreis von 15 bis 20 jungen Menschen „wie Pech und Schwefel zusammenhält", werden zwei Arbeitsgemeinschaften fortgesetzt, nämlich „Jüdische Gebräuche" und „Freie Rede". — Düsseldorf behandelte in seinem Geschichtszyklus: „Kirche. Staat und Juden" und „Wanderungen der Juden". — In Halle wurde der Zyklus „Jüdische Persönlichkeiten" beendet. Es wurde gesprochen über Moses, Arnos, R. Akiba, Jehnda Halevi, Baal Schern, Theodor Herzl. lieber den Sommer werden die Arbeitsgemeinschaften „Lebenskunde" und „Jüdische Gebete" fortgesetzt — In Aachen läuft eine AG. „Jüdische Geschichte der Neuzeit". — In Hannover sind die AG. „Jüdische Geschichte", „Goethes Faust", Jüdische Riten zu Hause", „Freie Rede" zum Abschluß gebracht. — München ist mit seinem Zyklus „Die Weltreligionen" jetzt bei den Indern, Chinesen und Japanern angelangt. In Berlin-Norden bearbeitet eine Bibelgruppe „Opfergesetze, Priesterweihe. Aarons Söhne", eine G e - schichtsgruppe die 1. Periode der spanischen Blütezeit und die gleichzeitige östliche Kolonisation; in Berlin- Osten wurde in dem Zyklus „Jüdische Charakterköpfe" Walter Raihenau und in der L i t e r a t u r g r u p p e Heinrich Heine behandelt. Berlin-Schöneberg hat «inen Geschichtszyklus, einen englischen Sprachkursus, eine Literaturgruppe; Berlin- Wittenbergplatz eine Arbeilsgemeinschatt „Psychologie in der Jugend"; Berlin-Zoo eine Lileraturgruppe und einen hebräischen Sprachkursus. — In Mainz'leitet Rabb. Dr. Levi eine Arbeitsgemeinschaft, in Chemnitz wird ein Geschichtszyklus (neue Zeit) fortgeführt. In Haigerloch las die jüngere Gruppe Tiergeschichten („Wenn die Natur ruft", von J. London) und sprach über Sport, Gesundheitspflege und Ernährungsreform. Sie besprach ferner „Die Legende des Rabbi Akiba", von E. Cohn, und sucht die verschiedenen jüdischen Stämme der Welt kennen, zu lernen. Die Aelteren lesen E. Flegs „Warum ich Jude bin?" Hans Sternheim sprach über Aime Palliere. Von Vorträgen sind zu erwähnen: Den ersten öffent-- lichen Vortrag in seinem neuen Wirkungskreise hielt Rabb. Dr. Auerbach im Berthold-Auerbach-Verein in Stuttgart über „Die Schicksalsidee"; außerdem sprachen dort Hans Hirschberg über ,J)er nahe Orient" und Frau Jella Lepmann über „Neue Lebensformen der Frau". In Plauen sprach Josef Wormser über „Die innere Not der jüdischen Jugend" und Heinz Kummermann über „Welten-Entstehen"; Lehrer Raphael, Beckum, in Bremerhaven über „Jüdische Probleme auf der neuzeitlichen Bühne"; in Pforzheim Lutz Themal über „Warenhaus und Antisemitismus" und Ref. Fritz Haas, Karlsruhe, über „Jugendrecht"; in Hannover Dr. Sochaczewski „lieber den Sternenhimmel"; in Halle Kantor-Kaufmann über „Synagogale Musik"; in Rastatt Ludw. Hermann über „Liberales Judentum" und Rechtsanwalt Lion über „Jüdische Rechtsfragen". Aus der Fülle der H e i m a b e n d - Berichte heben wir diesmal nur hervor je einen Abend „Sozialismus und Judentum" und „Rassenantisemitismus" in Osnabrück, sowie je einen Abend über „Die letzten Kriegsbücher" (Renn, Remarque, Glaeser, Zweig) und „Die Stellung des Mädels im JJB." in Karlsruhe. Mitteilungen der Verbandsleitung 1. Der Badische Landesverband veranstaltet in diesem Jahr das „Badische Treffen" mit sportlichen Wettkämpfen am Sonntag, dem 7. Juli, in Freiburg i. B r., nachdem dasselbe in den letzten drei Jahren auf dem Feldberg, in Triberg und bei Baden-Baden abgehalten wurde. Näheres hierüber in der nächsten Nummer. 2. Die erste Treffahrt des Bezirksverbandes Pommern findet am 2. Juni 1929 statt. Ort- Jugendherberge Chorin (am herrlich gelegenen Kloster Chorin). Zeit und Treffpunkt: morgens 9 Uhr, Bahnhof Chorinchen, wo eine Auskunftsstelle zwischen morgens 7 bis 11 Uhr eingerichtet wird. Die zweite Treffahrt erfolgt am 3 0. Juni 1 9 2 9. Ort: Jugendherberge an den Fünfseen (Pommersche Schweiz Jbei Bad Polzyn). Zeit und Treffpunkt werden noch näher bekanntgegeben. 3. Als Festgabe anläßlich des 20jährigen Verbandsjubiläums sind weiterhin eingegangen: Essen 103 Mark, Kreuznach 20 Mark, Stralsund 17 Mark, Detmold 10 Mark, Ullenhausen 10 Mark, Plauen 10 Mark. 4. Die neue Adresse unseres Vorstandsmitgliedes Assessor Dr. Hans Karger lautet: Liegnitz, Doktorgang 10, II, bei Löhne. 5. Der frühere Vorsitzende des Jüdischen Jugendbundes Nürnberg, Kurt Metzger, besucht seit kurzem das Theolögische Seminar in Breslau. Seine neue Adresse lautet: Breslau, Siebenhufener Straße 12. Adressenänderungen und Neugründungen Pommern. 82. J. J. V. Stargard: Fritz Wolffsky, Heiligegeiststraße 28, bei Weiß. h Rheinland - Westfalen, 88. J. J. V. Duisburg: Marta Sommer, Beeckslraße 44. — 90. J. J. V. Gelsenkirchen: A. Stern, Augustastraße 7. Westdeutschland. 151. J. J. V. Siegburg: Julius Levy, Kaiserstraße. > Internationaler Briefwechsel Eine große Anzahl englischer, jüdischer Schülerinnen im Alter von 14 bis 15 Jahren wünscht Briefwechsel mit unseren Jugendlichen. Meldungen unter Beifügung von Rückporto an: J. Raphael, Beckum i. Westf. 11