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Der Jugendbund · 1929-04-01 · 4 (1.4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
4 (1.4.1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Hus dem Leben des Verbandes Unser Bericht umfaßt diesmal zwei Monate, da in der Jubiläumsnummer infolge der Fülle des Stoffes dieser Teil fortfallen mußte. Die Lande.sverbän d,e intensivieren ihre Arbeit immer mehr, i fassen ihre V ereintersichtlich straffer zusammen und suchen ihr Arbeitsgebiet auszubreiten. '* Der Mitteldeutsche Bezirks verband hielt unter Eugen Roth, Kothen, seine Delegiertentagung am 3. .März in Halle ab. Ein stark besuchter Fest- :< b e/n d und eine überfüllte Morgenfeier mit einem Referat von Dr. Prinz. Berlin, über „Die Mitarbeit der jüdischen Gesellschaft" bildeten einen schönen Auftakt. Vertreten waren die Vereine Bcrnburg. Dessau. Eisenach. Eisleben, Erfurt. Gotha. Halberstadt. Halle. Magdeburg, die Junggruppen Bernburg: Erfurt, Halle. Magdeburg. ,Die Verbandsleitung vertrat Waldemar Strauß, als Gäste nahmen teil die Junggruppe Chemnitz und Vertreter der Jugend von Bitterfeld. Kothen, Meiningen. Weißenfels. Als V orsitzender wurde Eugen Roth wiedergewählt. In einer sehr regen Aussprache über Verbands- und f liezWksverbandsarbeit wurde manches Beachtliche gesagt. Der Nord westdeutsche Bezirks.verband hatte am 17. Februar in Bremen eine erweiterte Vor- > t a n d s s i t z u n g. Im Mittelpunkt stand eine Aussprache nber „Forderungen an den jungen jüdischen Menschen unserer_Zei t". Es wurde zu folgenden Themen kurz rtferici^ir 1. ..Das Gesetz ist die Freiheit'; 2. ..Religiosität": 3. j;Sexualethik": 4. „Ethik im Berufsleben"; 5. „Kunst als Weg zur Verinncrlichung". Allen Anwesenden wurden wertvolles Material und Anregungen zur Weiterarbeit N gegeben. Zur Nachahmung dringend empfohlen} Die Referate stehen zur Verfügung. Der Landesverband Baden hielt am 20. Januar eine , Vor Standsbesprechung in Karlsruhe ab, an der V orstandsmitglieder der Vereine Heidelberg. Bruchsal. Karlsruhe. Pforzheim. Rastatt, Freiburg teilnahmen. Der Austausch der Monatsprogramme und Einladungen wurde den Vereinen dringend empfohlen, damit Anregungen und Austäusch von Rednern erfolgen könnten. Die Förderaktion soll intensi\ durchgeführt werden. Arn 24. Februar veranstaltete der Landesverband Württemberg eine wohlgelungene T r e t f a h r t der V erejnc Stuttgart. Heilbronn, Ulm. Crailsheim in Crailsheim, zu der'sich auch Vertreter au- .Mergentheim. Hall und Nürnberg eingefunden hatten. Die Bezirks^ruppe W v s t - W e s t f a 1 e n des Bezirksverbandes Nord Westdeutschland stellte in den Mittelpunkt ihrer Tagung am 16.' März in Ahlen das Thema: Probleme der R e i f e i a h r e", das in einem ausgezeichneten Referat von Prediger Rült, Detmold, behandelt und in einer Arbeitsgemeinschaft ernsthaft erörtert wurde. Ks kamen besonders Fragen der Berufsumschichlung, der sexuellen Ethik, der Religiosität zur Sprache. Von besonderen Veranstaltungen der Vereine erwähnen wir (verspätet) eine Werbefeier in Aachen am 18. November v. J., die von 200 Personen besucht war. Der Sprech chor des Vereins brachte in künstlerisch einwandfreier Weise Brögtrs „Stimmen der Jugend" zu Gehör. Dr. Hahn sprach über „Die Welt des jungen Juden".— Die Werbe woche in Paderborn \ om 3. bis 9. März brachte lU Einleitung, einen Vortrag von Fritz S c h w a r z s c h i I d iiher „Die jüdische Jugend zu den Problemen der Zeit". Ein I reitagabendgottesdienst und eine anschließende Feier mit Ansprache von Lehrer Köln hinterließ bleibende Eindrücke. Ein fröhliches F c s t' beschloß die für den V erein ergebnisreiche Woche. — Im Werbeabend des Verc int G ö rJ i t z sprach Fritz Schwarzschild über „Die Bedeutung Üer gemeinsamen Jugendarbeit". Die Junggruppe bot eine feine Aufführung von Lessings „Die Juden". — München veranstaltete am 21. Februar eine Lessing-Gedenkfeier. 1 c-;redner war Dr. Keßler: er schilderte in fein geschliffener Sprache sehr eindrucksvoil den Dichter als Kämpfer gegen \ orurteile auf literarischem, sozialem und religiösem Gebiet.! :; gerahmt wurde die Feier durch den Vortrag des Epilogs zur f.csingfcier von Berthold Auerbach durch Alir. Obermeier und Darbietungen des jüdischen. Kam m.e r o r c he s t e r s unter Leitung von H e i n r. Lamm und1 Mitwirkung der . Sopranistin Bettina Feitier. —- Auch Wiesbaden eierte L e s s i n g am 27. Januar. Dr. Rosenthal schilderte 'in tiefer Ehrfurcht und V erständnis Hessings Stellung zum 10 Judentum und Menschentum, seine Dichtkunst und seinen Charakter. Lessingsche Fabeln und Gedichte, vorgetragen von Frau Lotte Levy, ergänzten das Programm. — Im Februar veranstaltete der Jüdische Jugendbund Forst (Lausitz) im Rahmen seiner Geschichtskurse eine Lessingfeiet. Prediger Willy Jaslrow sprach insbesondere über das Freundschaftsverhältnis mit Moses Mendelssohn und sein Eintreten für die Gleichberechtigung der Juden in Preußen und Deutschland. — Ebenso hatte C h em ni tz seine Lessinggedenkfeier am 6. I'eliru.ir. Studien!at Prof. Happach, war der Redner de« Abends. — Am 24. Febr. beging der Jugendbund Hamborn sein ISiährigcs Bestehen mit einer ernsten Morgenfeier, an der 20J Personen teilnahmen, darunter Vertreter des Verbandes, des Bezirksverbandes, der Untergruppe West, der Loge, der Gemeinde, der jüdischen Ortsvereine und der umliegenden Brudervereine. Besonders erfreulich war die starke Teilnahme der nichtiüdischen Jugendorganisationen. Nachdem der Vorsitzende Sal. Eigenfeld über die Geschicke des Bundes berichtet hatte, sprach Fritz Schwarzschild über „Die jüdische Jugend — der einzelne und die Gesamtheit". Den Abschluß bildete die Aufführung des Mysteriums „D i e Sendung" von Rob. Rosenthal, Wiesbaden, durch Mitglieder des Bundes unter Leitung von Rieh. Teitler. Am 2. März fand der Jubiläumsball (300 Gäste!) mit Aufführung der von Rieh. Teitler verfaßten Revue „Ben Akiba hat gelogen" statt. — Beuthen feierte sein zehnjähriges Bestehen am 16. März. Die Festrede hielt der Mitbegründer Rechtsanwalt Dr. Böhm, Hindenburg. Den Höhepunkt bildete die Revue ..Bildfunk 1919 bis 1 9 2 9". — An demselben Tage konnte auch der JJB. Emmendingen (Baden) sein zehnjährig esjubiläum feiern. — Seinen ersten G r ü n - d u n g s t a g beging der Verein Gladbeck-Horst am 27. Dezember v. J. in Form einer kleinen geschlossenen Feierlichkeit. Wir wünschen allen Jubilarvcreinen weiteres Gedeihen! Ueber Generalversammlungen berichten München (neuer erster Vorsitzender Oberlehrer Dr. S. Keßler). Hannover (neu in den Vorstand gewählt: Senta Wallach. Ruth Stern: Beschluß: Unterricht zur Erlernung des für die V «.ranstaltung häuslicher religiöser Feiern nötigen Wissens einzuführen), Ingolstadt (Wiederwahl von Erich Kuhn zum ersten V orsitzenden, Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an den zweiten Vorsitzenden, Hauptlehrer Rosenbaum), Paderborn (Wiederwahl des ersten Vorsitzenden Lehrer Köln, Aufnahme der Junggruppenleiterin in den Vorstand, Aussprache über Dr. Kleins Vortrag „Jüdische Jugend — Schicksal und Aufgabe"), Hamborn (Wiederwahl des ersten Vorsitzenden S. Eigenfeld). L a u p h e i m (neuer Vorsitzender Lehrer Einstein), Crailsheim (Wiederwahl von Steffi Heinsfurter). Erwähnenswert ist ferner ein „Jehuda-Halewi- A b e n d" in Stuttgart am 5. März mit einführenden Worten von Dr. Waller Einstein und Rezitationen von Emil Heß von den Württembergischen Landestheatern: zwei Veranstaltungen in Hannover am 6. und 7. Februar unter dem Titel „A us eigenen Werken und Werkehe n", die von Mitgliedern des Jugendvereins (Lore Goldschmidt, Siegfried Bacharach, Erich Neumann, Karla Berggruen, Ciaire Arnstein) bestritten wurden und jugendliche Talente zum Vorschein brachten: ein eigenartiger Abend in Schneidemühl unter dem Motto ,,D i e jüdische Jugend ehrt das Alter" bei dem die älteren Gemeindemitglieder als Gäste geladen waren, und der dem Jugendbund viele neue Freunde warb. Die regelmäßige Arbeit in den Vereinen nimmt erfreulichen Fortgang. . Hervorzuheben ist besonders das vorbildliche Programm des Vereins München. An den Donnerstagabenden wurden im März Vorträge gehalten über „Ethische und religiöse Bedeutung der Speisegesetze" (Präparandenlehrer Hirnheimer), „Praktische Abwehrarbeit" (Dr. Freund), „Jüdische Not und jüdische Aufgaben" (Bankier Krämer). Ferner der werte musikalische Abend von Jos. Waldner. Sonntags wurden regelmäßig Fahrten unternommen. Der Montagabend ist den „Diskussionen der Jugend unter sich" gewidmet (Themen: „Moderne Jugend", „Jüdisches Denken und Fühlen"), der Dienstagabend der Arbeitsgemeinschaft über Max Brods Heidentum, Christentum, Judentum, die Freitagabende vereinigten viele junge Menschen zur Sabbatfeier. — In Wesermünde sprach Dr. Schorsch, Hannover, über „Die religiöse Krisis der heutigen Zeit". — In Bremen interessierte eine Vortragsreihe über „Die Juden in Bremen in napoleonischer Zeit" und über „Kohelet", in Bielefeld, Oeynhausen, Kippenheim, Freiburg. Heidelberg, Berncastel sprach Jakob Jacobs über „Jüdische Lebensgestaltung", in Lipp-

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