Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 4 (1.4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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ttadt Dr. Klein über „Jüdische Poesie im Mittelalter", in Paderborn derselbe über „Jüdische Jugend — Schicksal und Aufe". — In Emden fanden Arbeitsgemeinschaften über die el statt. — Der Verein Rostock führte seine Heimabende cm von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Heim regeln .iiiig durch. Es sprachen Lehrer Sawitz über „Hebräische i ,-zählungskunst", Landesrabbiner Dr. Silberstein über „Die iiidische Frau in Bibel, Talmud und Gegenwart". Sonst werden lie Referate stets von Mitgliedern gehalten, u. a. ein regelmäßiger Pressebericht. Jede zweite Woche findet ein Gesangabend statt, ein Synagogenchor ist durch den Jugendbund gegründet. Außerdem wird regelmäßig gewandert. Ein Beispiel, wie in der Kleingemeinde der JJV. arbeiten soll! — In Osnabrück sprach Rabbiner Dr. Krakauer über „Nathan der Weise und der Huroanitätsgedanke", Herb. Felsenthal über „Das Ergebnis der anläßlich des 20jährigen Verbandsbestehens in Berlin stattfindenden Jubiläumsfeier". — Berlin arbeitet in seinen fünf Ortsgruppen gut weiter. Literarische und soziale Arbeitsgemeinschaften bilden den Untergrund der Arbeit. — W i t 11 i c h an der Mosel stellte in den Vordergrund der Heimabende das Thema „Die jüdischen Organisationen und Parteien". Die Rundbriefe des Verbandes und die „Blätter jüdischen Wissens" leisteten dem Verein gute Dienste. Der kleine Verein Fischach (Schw.) hat es erreicht, von der Gemeinde ein ideales Heim, bestehend aus zwei Räumen, zu bekommen, das von den Mitgliedern in opferwilliger Weise aus freiwilligen Spenden behaglich ausgestattet werden konnte. Die 26 Mitglieder starke Gruppe benutzt den Freitagabend zur Behandlung von Tagesthemen, religiösen Fragen und Lektüre von „Reubeni" und „Jaakobs Traum". — Chemnitz begann im Februar mit dem Heimabendzyklus „Geschichte der Juden von Mendelssohn bis zur Gegenwart". — In Kiel hörte man von Mitgliedern des Vereins Referate über „Auge um Auge, Zahn um Zahn" und „Juden in der deutschen Literatur". Bei der ersten öffentlichen Veranstaltung sprach Rabbiner Dr. Posner über „Wir und Ich". — In Gladbeck-Horst sprach man über „Walter Rathenau", „Antisemitismus" und „Die Problematik des Koheleth". Als Einführung zur Lektüre der „Legende des Baalschem" von Buber wurde über Chassidismus gesprochen. — In Dresden laufen Arbeitsgemeinschaften über „Die geistesgeschichtliche Entwicklung der Juden in Deutschland im 19. Jahrhundert" und „Beruf und Leben". — Der Wiesbadener Verein arbeitet l.'anz nach den Angaben des Verbandsrundbriefes „Die Bibel in der Kunst". Thema und Art der Behandlung erregen größtes Interesse. — Stralsund hat eine Arbeitsgemeinschaft über „Häuslichen Kultus". Der Verein hat die ganze Gemeindejugend erfaßt, denen sich noch die in der Umgebung wohnenden einzelnen aus Greifswald, Barth und Franzburg hinzugesellt haben. Es ist erstaunlich, wie gerade dieser Bund, aus den verschiedenartigsten Menschen zusammengesetzt, bei seinen Heimabenden ersprießlich arbeitet. — Der S t e 11 i n e r Bund leidet unter dem Fortzug einer Reihe besonders tätiger Freunde. Doch ist die Arbeit auf beachtlicher Höhe. — In Stargard sprach Dr. E 1 k vor fast 100 Zuhörern über „Unsere Jugend - unsere Zukunft". — Der rührigste Bund in Pommern ist zur Zeit Schivelbein, wo unser Freund Jankelowitz das Unglaublichste an Kleinarbeit leistet. Erwin Seegall leitete dort am 2. Februar einen sehr erfreulich verlaufenen Heimabend über die Fragen „Jüdische Jugendnot — Neutralität — Ueberparteilichkeit". Besonders nett arbeitet die Junggruppe unter Ilse Lewin. — Beckum i. W. ist die Domäne von Freund Raphael. Ein Sprechchor hat seine Uebungen begonnen. Die Heimabende behandelten die Themen: „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung. Ein Gang durch den Witz der Gegenwart"; Georg Kaiser: „König Hahnrei" (Lektüre); „Die religiöse Krise der jüdischen Jugend"; „Zwanzig Jahre Verband"; „Das Chanson der Gegenwart". — Rabbiner Dr. Neuwirth sprach in Ichenhausen über „Die Tugendlehre in Bibel und Talmud". Jeder zweiter Heimabend dient der Musikpfkge. — In Konstanz hielt Frl. Wieler einen Vortrag über „Der Jude des Papstes", Drama von Edmond Fleg. Die Veranstaltungen waren gut besucht. — Rastatt berichtet über einen Vortrag von Lutz Themal, Pforzheim: „Warenhaus und Antisemitismus", sowie von Frau Helma Roos: „Jüdische Salons". — In Dortmund las man an den Freitagabenden Bubers „Reden über das Judentum", man hörte einen Vortrag über „Herder und seine Beziehungen zum Judentum". Im Bibelabend wurde die Lektüre der Propheten fortgesetzt. — Göppingen behandelt zur Zeit das Buch „Der kleine Prophet" von Edmond Fleg; in Dessau sprach Dr. Krakauer, Osnabrück, über das Thema: „Krisis in der Religion"; in Duisburg Edmond Levy über: „Theodor Herzl und sein Werk", Fritz Reinhardt über: „Die Grundlagen der Religion"; Direktor Karl Adler fesselte in Stuttgart die Zuhörer mit seinen Ausführungen: „Gedanken zur Kunsterziehung"; in H e i 1 b r o n n Konsul Max Strauß mit einem Vortrag: „Disraeli und Rathenau und ihre Stellung zum Judentum". Wohl der vierte Teil unserer Vereine ist in diesem Bericht genannt. Wir bitten wiederholt, Verständnis dafür zu haben, wenn wir den dringenden Bitten um ungekürzte Veröffentlichung von Berichten nicht nachkommen können. Jeder Einsichtige wird begreifen, daß das unmöglich ist. Wir freuen uns der steigenden Flut der Berichte, zeugt sie doch von zunehmender Verbundenheit mit dem Verband und erfreulicher Arbeit. Mittellungen der Verbandsleitung 1. Im letzten Vierteljahr sprachen Mitglieder der Verbandsleitung oder Verbandsfreunde auf Veranlassung der Verbandsleitung in nachstehenden Vereinen: — Dr. Hahn: Münster, Magdeburg, Chemnitz, Plauen. Felsenthal: Osnabrück. Schwarzschild: Beckum, Essen, Kaiserslautern. Landstuhl, Homburg, Saarbrücken, Neunkirchen, Merzig, Trier, Hamborn, Lippstadt, Paderborn, Münster, Harzburg, Görlitz. Dr. Klein: Hamm, Hachenburg, Altenkirchen, Dierdorf, Lippstadt, Paderborn. Curt Friedmann: Wittlich', Bcrncastcl, Beckum, Ahlen. Bacharach: Forst, Schlochau, Preuß. Friedland. 2. Der Reichrausschuß der jüdischen Jugendverbände bittet uns, folgendes bekanntzugeben: Das Jacobsohnheim in Seesen wird in diesem Jahre am 28. März eröffnet. Es bleibt dann ununterbrochen mit Ausnahme der Pessachtage bis zu den hohen Feiertagen geöffnet. Der Verpflegungssalz ist für dieses Jahr einheitlich auf -!,50 Mark pro Tag festgesetzt worden. Das Heim kann letzt 45 Jugendliche, und zwar je zur Hälfte männliche und weibliche aufnehmen. Wir bitten, Meldungen, insbesondere für die Osteiterien, sofort an den Reichsausschuß der jüdischen Jugejidverbände, Berlin N. 24., Oranienburger Straße 13/14, gelangen zu lassen. Für die großen Ferien (Juli und August) genießen die Angehörigen von Jugendbünden vor anderen Jugendlichen den Vorzug. Es ist zu beachten, daß nur solche Meldungen berücksichtigt werden können, die möglichst früh im Besitz des Reichsausschusses sind. Dabei haben Gesuche für die Monate April, Mai, Juni, September größere Aussicht auf positive Entscheidung. 3. Unsere Verbandsfreundin Steffi Hahn, Kitzingen a. M., Bahnhofstraße 9, die Führerin einer Mädelsgruppe (6 bis 10 Jahre) ist, sucht Briefwechsel mit Führerinnen oder Führern zum Austausch von Anregungen für Heimabende. 4. Die Hauptvorstandssitzung, die bei Gelegenheit des Ver- - bandsjubiläums in Berlin stattfand, widmete sich vor allen Dingen den Fragen der Ausgestaltung der weiteren Arbeit und richtete ihr Hauptaugenmerk auf die finanzielle und organisatorische Sicherung des Verbandes. 5. Der von Dr. Klein im Hamburger Israelitischen Familienblatt veröffentlichte Beriebt über das Verbandsjubiläum ist von der Redaktion des Blattes stark zusammengestrichen worden, wobei leider auch die Ausführungen über das Referat von Elsbeth Capell vollkommen ausgefallen sind. 6. Am 7. April wird unser Verbandsfreund Jakob Jacobs, Frankfurt, im Frankfurter Rundfunk in der „Stunde der Jugendbewegung" über „Fest und Arbeit" sprechen. 7. Der Stettiner Jugendbund hat eine für alle Vereine außerordentlich interessante Festschrift zu seinem Jubiläum herausgegeben, die zum Preise von 50 Pf. bei der Verbandsleitung erhältlich ist. Spendenliste S. Böhm, Barth i. Pommern, 8 Mark. Vom Jüdischen Jugendverein Wiesbaden sind einge-- gangen je 1 Mark: Grete Bloch, Ina Leffkowitz, Mimmi Zimmer, Trudel Kronenberger, Josef Schoemann, Betty Goldman, Herbert Marxheimcr. zusammen 7 Mark. 11