Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 4 (1.4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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fassende, echte Gemeinschaft stiftende Kraft der dramatischen und mimischen Kunst. Das hat auch ein großer Teil unserer Gemeinde an sich erfahren. Hunderte waren hier für Stunden en;< miteinander verbunden in derselben Empfindung und in einer einzigen Ergriffenheit. Die Aufführung des Jeremias, für die wir der Künstlerischen Arbeitsgemeinschaft und dem jugendlichen Manne, der sie ins Leben gerufen und bis auf den heutigen Tag geleitet hat, den größten Dank schulden, hat uns einen Anblick geschaffen, der uns im inneren Herzen wohl getan hat, das Bild einer in tiefster Seele einigen Gemeinde." * 2. Frankfurt a. Main <"> Der Hessische Landesverband feierte gemeinsam mit dem Verein Montefiore das 20jährijrc Bestehen des Verbandes in einem Festakt, der von zirka 400 Personen, darunter zahlreichen Verbandsfreunden auch aus den an unseren Landesverband angrenzenden Bünden, besucht war. Ein Präludium, zwei Schubertlieder, eröffnete den Festakt, Dr. Gustav Löffler sprach über „Deutscher .luden Zukunft", Ernst Glaeser über „Deutscher Jugend Zukunft" und las ein Kapitel aus seinem „Jahrgang 1902", Jakob Jacobs zeichnete „Jüdischer Jugend Aufgabe". Ein Tanztee vereinigte die Freunde am Nachmittag zu einigen fröhlichen Stunden, die in den Tanzpausen durch Darbietungen aus dem eigenen Kreise gewürzt wurden. Mit gesteigertem Bewußtsein menschlicher und geistiger Verbundenheit eilte ab 7 Uhr eine Gruppe nach der anderen zu den Zügen, bis gegen 10 Uhr auch die letzten Frankfurter voll Freude ob des gelungenen Dienstes am Werke die Stätte festlicher Gemeinsamkeit verließen. 3. Magdeburg Am 19. März veranstaltete der Jüdische Jugendverein „Ludwig Philippson" in den Räumen der Loge einen Festibend anläßlich seines und des Verbandes 20jährigen Bestehens. Die Veranstaltung wurde durch musikalische Vorträge von Alice Hirsch und Kurt Pinkus eröffnet. Hilde Margolinski begrüßte dann die Anwesenden, die \ e rtreter der Organisationen und Herrn Rabbiner Dr. Hahn, den Vorsitzenden des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, und gab anschließend einen kurzen Bericht über die Geschichte des Vereins. Darauf brachten die Delegierten der Organisationen ihre ' iliickwünsche dar. Gleich zu Anfang wünschte Herr Rabbiner i)r. Wilde dem Jugendverein Glück und Erfolg zu seiner Arbeit;:nd gab der Hoffnung Ausdruck, daß die verschiedenen Jugendorganisationen Magdeburgs auch in Zukunft freundschaftlich miteinander arbeiten würden. Den Mittelpunkt des Abends bildete das wundervolle Referat, gehalten von Herrn Rabbiner Dr. Hahn über das Thema „Der Geist der Jugend". Herr Dr. Hahn gab in formvollendeter Weise ein Bild der Jugend und zeigte an Hand moderner Jugendliteratur, was die heutige Jugend ist, und was sie in geistiger, ideeller, und vor allem in erzieherischer Hinsicht nötig hat. Ein Lied, von Alice Hirsch vorgetragen, beschloß den Abend, der von warmer und festlicher Stimmung erfüllt war. 4. Stettin Der Jüdische Jugendbund Stettin beging am Sonntag, d« 24. März, im Großen Saal des Konzerthauses seinen Jubläumstag. Der feierliche und eindrucksvolle Festakt »u: Je eingeleitet durch eine von Frau Blumenthal und Kapell- :!:^,-ier Günther Berent gespielte Beethoven-Sonate. Der Vorsitzende Günther Berent begrüßte die Festversammlung und dankte besonders Erwin Seegall für die hingebungsvolle Arbeit, durch die der Jugendbund Stettin auf diese Höhe gebracht worden sei. Er versprach» mit ungeminderter Arbeitsfreudigkeit weiter in diesem Geist tätig zu sein. Hierauf übernahm Referendar Erwin Seegall den Vorsitz und begrüßte die überaus zahlreich erschienenen Organisationen, neben den jüdischen provinziellen und sämtlichen jüdischen Organisationen der Stettiner Gemeinde, den Verband der deutschen Jugendherbergen, den Bund entschiedener Schulreformer, die Vertreter des Verbandes, des Pommerschen Bezirksverbandes, der Jugendbünde Pommerns und des Jugendbundes Berlin. In den sehr inhaltreichen Begrüßungsansprachen kam die große Bedeutung der Jugendbundarbeit in Stettin zum Ausdruck. Nach dem von Günther Brerent gespielten ersten Satz aus der Bruckner-Symphonie hielt Lehrer Jankelowitz die Festrede über „Jüdische Reformbestrebungen einst und jetzt". Aufgerollt wurden die in der jüdischen Ge- ...... * Sten Probleme, die er in so großer Zahl anführte, daß der Inhalt seiner Festrede jeden einzigen befriedigen und zu weiterem Nachdenken veranlassen mußte. U. a. führte er aus: jede Bewegung sei zuletzt Reform, auch wenn sie zuerst vielleicht nicht als Fortschritt erkannt und empfunden worden wäre. Das, was heute vom liberalen Judentum verfolgt werde, sei nichts anderes mehr, als die Rückkehr auf einen gewissen Urzustand. Der größte Fortschritt aber liege darin, daß heute neben dam reifen Manne auch besonders die Jugend als Träger aktivierter Reformbestrebung hervorträte. Nach Schluß der mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen entwickelte Erwin Seegall die Geschichte des Stettiner Jugendbundes und verband damit die Ehrung der Gründer und wertvollsten Mitarbeiter des Stettiner Jugendbundes, von denen Rechtsarwalt Dr. Marcuse, Gustav Brandt, Rechtsanwalt Wittkowsky und Rabbiner Dr. Elk zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Besonders hervorzuheben ist! die ausgezeichnete Festschrift, die von Erwin Secgall und Walter Groß herausgegeben ist und die ein treffliches Bild von der derzeitigen Lage in Stettin und Pommern gibt. Wir empfehlen diese Festschrift, über deren Bezug in den Mitteilungen der Verbandsleitung Näheres mitgeteilt ist, allen Verbandsfreunden herzlichst, da sie auch über l'ommern hinaus von allgemeinem Interesse ist. Die Parole des Stettiner Bundes für die nächste Zeit lautet: Schafft der jüdischen Jugend Stettins ejn Jugendheim! 5. Chemnitz Am Mittwoch, dem 20.. März, fand in den Räumen der Saxonia-Loge, Chemnitz, eine Festversammlung statt, die nach einer musikalischen Einleitung, einem Vortrag des Sprechchors der Junggruppe Chemnitz, den Begrüßungsansprachen der Vertreter aller jüdischen Organisationen in Chemnitz, dem Festvortrag des Verbandsvorsitzenden Dr. Hahn, Essen, brachte. Die außerordentlich fesselnden jind geistreichen Ausführungen über die Situation der heutigen Jugend fanden den stürmischen Beifall der Festversammlung. Die Führer der Gemeinde und Organisationen waren nach Abschluß der öffentlichen Veranstaltungen in angeregtem Gespräch über die Gestaltung der weiteren Arbeit noch lange zusammen. 6. Plauen Am 21. März veranstaltete auch, der Jüdische Jugendbund Plauen aus Anlaß des Verbandsjubiläums eine gut besuchte Versammlung. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden des Sächsischen Landesverbandes, Max Rath, Plauen, und einem schönen Gesangsvortrag durch Kantor Wormser, dem 1. Vorsitzenden des Jugendbundes Plauen, hielt der Verbandsvorsitzende Dr. Hahn ein Referat „Die pädagogischen Forderungen unserer Zeit", das mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Ein gemütliches Beisammensein beschloß den festlichen Abend. 7. Forst Am 19. März sprach im Jüdischen Jugendbund Forst (Lausitz) Herr Siegfried Bacharach in der Festsitzung, die anläßlich des 20jährigen Bestehens des VJJD. im Jugendbund abgehalten wurde, über: „Rückblick, Spiegelblick, Ausblick". E)r legte in seinen Ausführungen dar, was bisher in unserem Verbände erreicht wurde und welche Ziele sich der Verband und mit ihm jede Ortsgruppe zu stellen haben, damit das Leben in den Ortsgruppen und im Verbände sich immer mehr entwickeln und intensiver gestalte. Aber noch mehr als sein Vortrag zogen seine Rezitationen aus eigenen Werken die Zuhörer in seinen Bannkreis. Es wäre wünschenswert, wenn jede Ortsgruppe des VJJD. die Gelegenheit wahrnehmen wollte, sich diesen Lyriker und Rezitator auf einen Abend in der Wintersaison zu sichern. Denkt an die Fördererliste des Verbandes