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Der Jugendbund · 1929-03-01 · 3 (1.3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
3 (1.3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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einen Weltfahrer der Neuzeit vor: Georg W egener, und trägt den ermunternden Titel „Fliegt mit!" Mit der Beschaulichkeit der alten ,,Ostindienfahrer" ist's vorbei. Hier erzählt in blendendem Stil einer, der das Tempo der Zeit, aber auch den Blick für die Erlebnisse, den Sinn für die Dinge ferner Gegenden und seltsamer Vor- und Zufälle in sich trägt. Solche Bücher wird man immer gern lesen. — Nun will ich noch eine feine Erzählung nennen, die ins heutige Rußland weist; Lydia Sejfullina heißt die Schriftstellerin, die im Mal ik vertag, Berlin, das kleine Buch „Der Ausreißer" herausgebracht hat. Uebersetzt von Maria Einstein. Man kriegt hier eine köstliche Probe der zeitgenössischen russischen Novellenliteratur vorgesetzt, und unsere Jungen und Mädel werden ganz sicher mit Sympathie die Geschichte des kleinen Grischka verfolgen. — Im Ullsteinverlag ist von Georg Fröschel, einem gewandten Erzähler jugendlicher Typen, das Buch „Admiral B o b b y" erschienen. Es bringt die wundersam-verzwickte, aber natürlich gut ausgehende Geschichte eines — selbstverständlich — englischen Zwölfjährigen, der durch die geschickten Launen des Zufalls und durch reine Frechheit in den Straßen von Liverpool in den Rang einer „hohen" Persönlichkeit rückt: er muß den Prinzen von Wales markieren und eine Reise zum chinesischen Kaiser machen. . . 'Schließlich kommt er nach diversen niedlichen Abenteuern mit einer ganz annehmbaren Beförderung in der Tasche nach Hause zurück. Die Bilder des Buches sind amüsant gezeichnet. Das Buch wird unsere Jüngeren belustigen. — Vom „Z e 11" (Verlag B. Heller, München) las ich das Januarheft, worin mich am meisten der Artikel über „Mittelalterliche Synagogen" interessiert hat. Es ist auch anzuerkennen, daß aVi Lesern der Zeitschrift ein Bericht über die JugendfriedenstaJung in Eerde geboten wird. — Ein schön aufgemachtes Fel^^arheft hat die amerikanische Jugendzeitschrift' „Y o u n g ßs r a e 1" (Cincinnati) herausgebracht. Diese Zeitschrift ist für einen Leserkreis von etwa zehn bis sechzehn Jahren bestimmt. Die neue Nummer enthält unter anderem einen Aufsatz „Jüdische Kinder in Paris", mehrere Gedichte und Erzählungen und einen sehr interessanten Ausspracheteil der jungen Leser. J. R. V Buchberatung für Junggruppen Zusammengestellt von J. Raphael. Beckum i. Wes'f. Vorbemerkung. Die Nachfrage nach geeigneter Lektüre und nach den Schriften, die insbesondere den Junggruppen nahe gebracht werden müssen, wird immer intensiver und derart rege, daß natürlich der knappe Raum des Junggruppenteils unserer Verbandszeitschrift, der uns monatlich einnal zur Verfügung steht, nicht mehr ausreicht, um allen Wünschen. Anfragen und Interessen gerecht zu werden. Daher will ich den Versuch wagen, von Zeit zu Zeit die wichtigsten Bücher zu erwähnen und kurz zu charakterisieren. Diese Art der Buchberatung soll unsere Rezensionen im Junggruppenteil ergänzen. Natürlich sind die Geschmäcker verschieden. Wer daher mit irgendeiner hier aufgeführten Schrift nicht einverstanden oder andrer Ansicht ist. und wer sonst in der Lage ist. auf ein wertvolles Buch hinzuweisen, der soll es mir jedesmal prompt mitteilen. m< glichst mit Angabe des Verlages und des Preises. Des weiteren bitte ich um persönliche Rezensionen der eventuell auf Grund dieser Buchberatung angeschafften Bücher. Es darf jeder ungeniert, auch mit kräftigen Worten, seine Meinung mitteilen! Denn dazu sind wir da! — Diese Buchberatung soll ferner den Zweck haben, über Werke, die hier nicht genannt werden, die" erforderliche Auskunft zu erteilen. Nach Möglichkeil wird also jeder, der sich an mich wendet, persönlich beraten. Und nun bitte ich noch, diese Blätter nicht einfach zu den Akten zu legen, sondern regelmäßig zu lesen und dann die nötigen Konsequenzen zu ziehen. J. R. Bücher znr Arbeitstechnik. „Jugend heraus!", zirka 150 Seiten Text mit vielen Bildern. Preis 2 M. Erschienen im Weißen-Ritter-Verlag, Potsdam. — Es ist ein kleines Handbuch für Jugendgruppen, zur Anregung und Anleitung für die Entstehung. Wachstumszeit und praktische Ausbildung der Gruppen. Aus dem Inhalt: Wie entsteht eine Gruppe? Führerisches, Ordnung, Gemeinschaftsfragen, Tracht, Symbole. Was treibt eine Gruppe in jungen Jahren? Ausbildung und Fertigkeiten, Heime, Fahr- 10 ten, Lagerleben. Durch welche Gefahren geht eine Gruppe? Usw. „Deutsches Lagerhandbuch". Auch im Weißen-Ritter- Verlag. Drei Teile. Jeder Teil 1/stet 2 M. Alle drei zusammen in Ganzleinen 5,50 M. "Pfeil 1 behandelt Ausrüstung, Anlage und Aufbau des Lagers.. Teil 2: Durchführung und Betrieb des Lagers. Teil 3: Die Führung eines Lagers. Diese Schriften sind außerordentlich reich an Anregungen aller Art. Zeitschrift „Die Spur". Verlag: Der Weiße Ritter. Jungenzeitschrift des Bundes der Wandervogel und Pfadfinder. Halbjährlich 2 M. Einzelnummer 35 Pf. Probehefte gratis. Der Inhalt ist frisch, aufmunternd. Bücher zur Unterhaltung. „Der Kampf der Tertia", von W. Speyer. Rowohlverlag. Berlin. — Wir haben das Buch bereits im „Jugendbund" besprochen. Aber man muß es immer wieder empfehlen. Es ist das Buch des gesunden, natürlichen Jungen. Und es ist so ein Buch für — die Eltern! Ihr kennt euch denken, warum! Uebrigens ist das Buch verfilmt worden. Der Film, an dem zum allergrößten Teil ganz alitägliche Pennäler mitgewirkt haben, ist ebenso fein, und wenn ihr Gelegenheit habt, dann seht euch unbedingt den Film wenigstens an! „Staake und Genossen, Pennälerstreiche", von Rudyard Kipling. Uebersetzt von Norbert Jacques. Leipzig, Paul List. 6,50 M. Leinen. Das Buch ist köstlich. Es ist ohne zu übertreiben, das englische Gegenstück zum „Kampf der Tertia"! Für Jugendliche vom 14. Jahre ab< „Der Nigger auf Scharnhörn", von Hans Leip. Im Verlag Enoch, Hamburg. 208 Seiten. — Vom 12. Jahr ab. — Es schildert die Romantik der heutigen Jugend. „Peik", Die Geschichte eines kleinen Jungen. Von B. Ring. Im Verlag G. Müller, München. Ab 14. Jahr. „Mit 15 Jahren um die Welt in 44 Tagen". Von Palle. Leipzig bei E. A. Seemann. Preis 3,50 M. — Das Buch zeigt die Nüchternheit der jugendlichen Augen von heute, im Gegensatz zur kritischen Romantik von gestern. Bezeichnend! Ab 11. Jahr, also etwas für die Jüngeren. „Arizona. Charleys Junge". Von Bengt Berg. Bei D. Reimer, Berlin. Hier spricht ein bekannter Dichter in einer glänzenden Abenteurererzählung. Ab 12. Jahr. Man kann ganz auf spannende Geschichten nicht verzichten. „Das Gold von Caxamalca", von J. Wassermann. Bei Reclam, Leipzig. Kostet bloß 40 Pf. Ein Buch für unsere Reiferen, die überhaupt schon mal über Wassermann' grübeln durften. Das feine Nachwort stammt von dem Literaten Viktor Zuckerkandl. Das Büchlein umfaßt 74 Seiten. . „Friede mit Maschinen", von Heinrich Hauser. Ebenfalls bei Reclam. Bändchen Nr. 6891. Für Reifere. „Bolschewiki". Ernste und heitere Erzählungen aus dem heutigen Rußland. Von Arnold Wasserbauer. Bei Reclam. Bändchen Nr. 6898 99. Preis 80 Pf. geheftet. Für Reifere., - t „Im Westen nichts Neues", von E. M. Remarque. Im Prophyläenverlag, Berlin. Das Buch ist besonders für unsere reifere Jugend derart wertvoll, daß es eigentlich eine Schande ist, hier so darüber hinwegzugehen. Unbedingt wird man im „Jugendbund" einmal ausführlich darauf zurückkommen müssen. Der Dichter ist bisher unbekannt gewesen. Hier hat er den Roman des unbekannten deutschen Soldaten im furchtbaren Erlebnis des Krieges uns vorgesetzt. In wenigen Wochen sind 70 000 Exemplare verkauft worden. Der Roman, den zuerst die „Vossische Zeitung" gebracht hat, findet eine begeisterte Aufnahme. Wer Gelegenheit hat, lasse sich die „Vossische Zeitung" vom 5. Februar kommen, in der Fritz von Unruh in einem längeren, hochinteressanten Essai dieses Werk behandelt. „Schlump", von einem unbekannten Dichter. Bei Kurt Wolff, Leipzig. Auch ein Kriegsbuch, das mit entsetzlicher Einfachheit arbeitet und darum so erschütternd wirkt. Wer kein Geld hat, sich das Buch anzuschaffen, kaufe sich für

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