Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 1 (1.1.1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Jaeckel. dem Lehrer und Kantor unserer Gemeinde, geleitet. Seine Erklärungen zum „Wochenabschnitt" sind vorbildlich. Osnabrück. Unsere Turnabende und die Freitag-Abendfeiern im Dezember waren recht gut besucht. Am 12. Dezembej feierten wir im Kreise unserer aktiven Mitglieder Chanukka. Alle aktiven Mitglieder waren erschienen. Herr Lehrer Kasel. Vlotno, leitete den Abend mit ein paar feinen treffenden Worten ein. Herr Blank brachte eine unvorbereitete Parodie, welche mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. Diese kleine Feier hat das Interesse aller Mitglieder wieder neu für den Jugendbund geweckt. Plauen. Erfreulicherweise entwickelt sich der JJV. Plauen zu einem der aktivsten Bünde im sächsischen Landesverbände. Es ist dem Bunde gelungen, ein wesentlicher Faktor des jüdischen Gemeindelebens in Plauen zu werden. Am 20. November 1928 veranstaltete der JJV. eine Schubertehrung, an der 250 Personen teilnahmen. Zum ersten Male wirkte hierbei auch der mehrstimmige Chor des JJV. unter der Leitung des ersten Vorsitzenden. Kantor Joseph Wormser. mit. Die am 25. und 26. November stattgefundene Delegicrtentagung gestaltete sich zu Festtagen des ((astgebenden Vereins und wird starke Impulse für die weitere Winterarbeit des Vereins geben. Prag. Die Herder-Vereinigung hat die regelmäßige Tätigkeit mit der am 9. Oktober stattgefundenen Generalversammlung unter neuer Leitung aufgenommen. Die beiden Haupt- ■gebiete unserer Betätigung fallen in die beiden Gebiete unsres geistigen und hurranitären Komitees. Es finden regelmäßig Vorträge statt. Neben diesen beginnen wir in nächster Zeit mit einem jüdischen Seminar, welches die geistigen und sozialen Strömungen des 19. Jahrhunderts in Form von Buchbesprechungen (Monographien) zum Gegenstande haben wird. Ferner soll es Aufgabe des geistigen horritees sein, über den Rahmen unsres Vereins hinaus öffentliche Diskussionsabende unter unsrer Aegide zu veranstalten, in denen alle Strömungen der hiesigen Judenheit zu Worte kemmen sollen. Ferner haben wir es übernommen, für die geistige Anregung und kulturelle Aktivierung der im hiesigen jüdischen Lehrlingsheim untergebrachten Jungen Sorge zu tragen und veranstalten dort in kurzen Intervallen Vortragsabende, die ausschließlich von unsrer Mitgliedschaft bestritten werden. Was unsre humanitäre Tätigkeit anbelangt, so haben wir es heuer übernommen, sowohl durch finanzielle als auch durch persönliche Mittätigkeit (hauptsächlich unsrer Damen) das jüdische Kinderheim in Prag zu unterstützen. Dieses ist ein neugegründetes Heim für Kinder, die zwar Eltern haben, daher in einem Waisenhaus keine Aufnahme finden können, aber Eltern, die nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu erziehen, entweder weil sie zu arm, oder weil sie moralisch verkommen sind. Wir stellen diesem Heim Geldmittel zur Verfügung, die wir im Wege von Sammlungen und ähnlichen Aktionen zustande bringen, vor allem aber haben sich die im humanitären Komitee gesammelten- Damen zur tätigen Mitarbeit verpflichtet, indem sie turnusweise im Kinderheim die Nachmittage verbringen, mit den Kindern Aufgaben machen, spielen und dergleichen. Spielzeug, Wäsche und Bekleidung wird zum grüßten Teil von uns aufgebracht. Wir pflegen jedoch auch Veranstaltungen, die der breiten Oeffentlichkeit bestimmt sind; so wird es ein bedeutendes Ereignis für Prag bedeuten, daß Dr. Martin Buber am 19. Dezember als Gast unsres Vereins im Logenhause sprechen wird. Gegenwärtig veranstalten wir im Verein mit den BB.- Logen eine Gemäldeausstellung des heimischen jüdischen Malers Georg Jilowsky. — Daß wir auch die Verbindung mit jüdischen Jugendvereinigungenaußerhalb Prags zu pflegen gedenken, ist selbstverständlich, wobei wir hauptsächlich an Ihren werten Verband denken, mit dem wir regen Gedankenaustausch wünschen und anstreben, rr.it dem uns die gemeinsame Losung der Ueberparteilichkeit im Rahmen jüdischer Jugend verbindet. Wir werden uns freuen, wenn Sie Ihrer Mitgliedschaft nahelegen werden, uns bei eventuellem Aufenthalt in Prag, Dienstags und Freitags abends, im Vereinsheim zu besuchen. Recklinghausen. Den Auftakt unserer Werbewoche bildete ein Heimabend, der vor allem den Außenstehenden zeigen sollte, wie innerhalb der Heimabende unseres Jugendvereins gearbeitet wird. Herr Prediger Horwitz hielt einen kurzen Vortrag über den Wochenabschnitt, wie das regelmäßig an jedem Dienstagabend zu geschehen pflegt. Norbert Münzer hielt ein sehr interessantes Referat über „Leben und Bedeutung Moses Mendelssohns". Die musikalische Aus- 10 schmückung des Abends hatte unser Freund Alfred Aron übernommen. Am 21. November vereinigte sich jung und alt in stattlicher Zahl in der Synagoge zu einer musikalischen Abendfeier. Nach einem Präludium von Bach hielt Herr Prediger Horwitz einen Vortrag über „Die Bedeutung der synagogalen Mu#ik", worauf Gesänge des Synagogenchors und Solodarbietungen die Feier beschlossen. Am 23. November hatten sich die Mitglieder unseres Jugendvereins und eine Peihe Gerreindemitglieder zu einer Freitagabendfeier eingefunden. Die Räume waren dankenswerterweise ven der Firira Alsberg zur Verfügung gestellt und schön ausgeschmückt. Eine Reihe von Freunden verschönten den Abend durch, gute Vorträge. Unser Hauptabend fand am 24. November im Saale Bresser statt. Jung und alt warenin so stattlicher Anzahl erschienen, daß der Saal k.-uim alle Mitglieder zu fassen imstande war. Unter den geladenen Gästen waren neben sämtlichen Vertretern der jüdischen Vereine vor allem auch die Vertreter der städtischen Körperschaften zugegen. der Dezernent des städtischen Jugendamtes, die Kreisjugendpflegerin und der Stadtjugendpfleger. Nachdem der Vorsitzende Dr. Willi Stern die Erschienenen begrüßt hatte, folgten die Ans,pr;>chen der geladenen Vertretet der Vereine und Behörden. Herr Stadtrat Dünnebacke versprach uns tätigste Unterstützung. Dasselbe betonten die, Kreisjugendpflegerin und der Stadtjugendpfleger. Zum Schluß überbrachte Herr Dr. Julius Herzfeld die Grüße des Rheinisch-Westfälischen Bez'rksverbandes. Den Höhepunkt bildete das Referat des Verbandsvorsitzenden Dr. Hahn, Essen, über „Die Not der jüdischen Jugend". Eine Buchausstellung der Buchhandlung Jordan, Essen, wirkte auf den Besucher insofern sehr günstig, als gerade diejenige Lektüre, die innerhalb des Referats des Herrn Dr. Hahn zum Lesen empfohlen wurde, unter den vorhandenen Büchern ausgewählt war. Den Abschluß unserer Werbewoche bildete der Dienstagabend, an dem sich jung und alt zu einem gemütlichen Abend eingefunden hatten. Der Vorsitzende Dr. Willi Stern gab nochmals einen Ueberblick über den Verlauf der Werbewoche und forderte von jung und alt eifrigste, tätige Mitarbeit. Starke Befriedigung Irrste in allen Teilnehmern die Mitteilung des Vorsitzenden aus, daß in Anbetracht ihrer großen Verdienste um den Verein Herr und Frau Otto Ccsmann. die Recklinghausen in aller Kürze verlassen, zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Dieselbe Ehrung wurde Frau Erna Isaacsohn zuteil. Ein heiterer Vortrag unserer Junggruppenmitglieder Else Hirschberg und Trude Isaacsohn betitelt „Max und Moritz", und ein Sinfspiel „Der Jungbrunnen" fanden allseitigen Beifall. Sehr erheiternde Wirkung löste eine von unserer Junggruppe zum Vortrag gebrachte öffentliche Repräsentantensitzung aus. Unsere Werbewoche hat in allen Reinen große Anerkennung gefunden. Wenn nur ein geringer Teil dessen, was uns von allen Seiten versprochen wurde, gehalten wird, können wir zufrieden sein. Wesermünde-Bremerhaven. Mit unserer diesjährigen Winterarbeit haben wir ein feststehendes Arbeitsprogramm, das sich monatlich wiederholt. Wir beschäftigen uns an je einem Abend im Monat mit 1. „Erklärung jüdischer Gebräuche", Leitung: Herr Kantor Wachtel: 2. mit der „Not der jüdischen Jugend", Leitung: Jetta Mamlok; 3. mit „Zeitungsreferaten" verschiedener Mitglieder; 4. mit „Jüdischer Literatur". Einmal in jedem Monat haben wir einen größeren Abend. Im November rezitierte Kurt Friedmann, Düsseldorf, bei einem recht guten Besuch und am 8. Dezember veranstalteten wir eine gut gelungene Chanukka-Feier, zu der von unsern Mitgliedern Chanukka-Lichter selbst angefertigt worden sind. Mitteilungen der Verbandsleitung 1. Zum ersten Quartal des Wintersemesters sprachen Mitglieder der Verbandsleitung oder Verbandsfreunde auf Veranlassung der Verbandsleitung: Auf Tagungen: Dr. Hahn: Dortmund, Nürnberg. Fritz Schwarzschild: Eisenach, Oeynhausen, Landsberg, Stargard, Plauen. Jakob Jacobs: Saarbrücken. In Vereinen: Dr. Hahn: Düsseldorf, Aachen, Recklinghausen, Herne, Bielefeld, Bamberg, Hannover. (Fortsetzung siehe Seite 13.)