Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 15 (1929)
- Issue
- 1 (1.1.1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Bremen. Am Sonntag, dem 2. Dezember, hielt in unserem Heim Herr Rabbiner Dr. Schorsch. Hannover, ein Referat über: „Das jüdische Haus, als Grundlage jüdischen Lebens", das großen Beifall fand. — Am 12. Dezember veranstalteten wir eine Chanukka-Feier, zu der auch die Junggruppe eingeladen war. Gleichzeitig war der Abend mit einer Abschiedsfeier verbunden für unsere langjährige Schriftführerin und Leiterin der Junggruppe. Betty Arends. die nach 12jähriger treuer Mitarbeit in unserer Vereinigung, nunmehr Bremen verläßt, um nach Chemnitz zu übersiedeln. Wir danken Betty Arends nochmals herzlichst für ihre aufopfernde .Mitarbeit und wünschen ihr das Beste in ihrem neuen Wirkungskreise. R. P. Buchau a. F. Im vergangenen Sommer bildete, sich auch hier ein Jüdischer Jugendbund, der sich dem Verbände anschloß und zur Zeit 8 .Mitglieder zählt Neben gelegentlichen W anderungen und gaseiligen Zusammenkünften linden wöchentliche T.ehrkurse I.Arbeitsgemeinschaft) statt. Hier werden wichtige Epochen der jüdischen Literaturgeschichte behandelt; ferner begannen wir einen Kursus über das jüdische Gesetz. Die Kurse stehen unter der Leitung des Vorsitzenden des Rundes. Rabbiner Dr. Schlesinger. Am Chanukka traten wir erstmals mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Im Mittelpunkt des ersten Programmteils stand ein Vortrag von Vax Dreifuß über den Jugendbund, in dem des zweiten ein solcher von Max Hirsch über die geschichtliche Bedeutung des Chanukkafestes. Beide Vorträge waren von musikalischen und rezitatrrischen Darbietungen umrahmt, auch einen kleinen .Sprechchor brachten wir zustande. Die wohlgelungene Feier machte auf die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder einen sehr guten Eindrück und ermöglichte uns auch die An- Schaffung einiger Bücher für unsere Bibliothek. Dresden. Der Jüdische Jugendhund zu Dresden begeht in der ersten Januarwoche die Feier seines zehnjährigen Bestehens. Er hat nach der Reichsdelegiertentagung zu Pfingsten einen starken Aufschwung genommen, der sich bei Beginn der \\ interarbeit fühlbar machte. Die Arbeit ist in Vortrags- und Heimabende gegliedert. Vierzehntäglich finden sich am Vereinsabend gleichzeitig zwei Arbeitsgemeinschaften und eine Spielgruppe zusammen. Anschließend versammeln sich alle Teilnehmer zu einer gemeinsamen Teestunde. Die Vortragsabende befassen sich mit einigen der vom Verband vorgeschlagenen Themengruppen. Besonderes Interesse erweckt die Berufsfrage. Die Vorträge werden fast ausschließlich aus Mitgliederkreisen bestritten. Zur Chanukkafeier brachte der aus der dramatischen Arbeitsgemeinschaft gebildete Sprechclior zum erstenmal eine Darbietung. Der Verein hat bei der Gemeinde die Wiederaufnahme eines zweiten Freitag-Abend-Gottesdienstes für erwerbstätige Gemeindemitglieder bewirkt. Düsseldorf. Der Jüdische Jugendverein Düsseldorf veranstaltete im eigenen Heim am Dienstag. dem 11. Dezember, seine Chanukka-Feier im Kreise der Mitglieder, die Hans Hornberg mit einem Klaviervortrag eröffnete. Dem Lichteranzünden und dem gemeinsamen Gesang des ...Moaus Zur" folgte eine kurze Festansprache von Dr. Klein, der die wesentlichen Gedanken des Chanukkafestes hervorhob. Ein Trio unter Führung von Fritz Leffmann spielte eine Sonate von Haydn und alsdann las Herbert Felsenthal die tiefeindrucks- .volle Legende von Stephan Zweig, ..Rahel rechtet mit Gott", vor. Der Kreis der Darbietungen schloß mit dem Vortrag einiger Lieder durch Rudi Baer. Um die von liebevollen Händen festlich geschmückte Tafel, die von Mitgliedern und Freunden reich mit Obst und Kuchen besetzt war. saßen die etwa hundert Jugendbündler noch lange bei Trendelspiel und in angeregtem Gespräch zusammen. Der Abend wurde von allen Teilnehmern als eine in jugendlichem Geist besonders wohlgclungene Chanukkafeier empfunden. Grcß-Duisburg. Die Wintertätigkeit wurde eingeleitet mit einem Vortrage des Herrn Rjbbiners Dr. Klein, Düsseldorf, über ..Die Not der jüdischen Jugend". Nach diesem Vortrag fand eine Aussprache statt, an der sich besonders viele jugendliche Mitglieder beteiligten. Die Aussprache wurde an einem weiteren Heimabend fortgesetzt und vertieft. Am 6. Novr ber f; nd ein gutbesuchter Ausspracheabend über die Tode fe statt, der von J. Heinemann, Kassel, eingeleitet wurde, in der nachfolgenden, außerordentlich lebhaften un< interessanten Diskussinn das Für und Wider .beleuchtet. Am 4. Dezeniber sprach Lehrer Frank. Duisburg, in einem gut besuchten Vortrag über das „Bildungsprobltm". wobei er in leiner Weise die Zuhörer zu fesseln vermochte. Die Freitagabende finden regelmäßig in der Loge am Kuhlenwall statt lind sind auch in diesem Jahre von unseren Mitgliedern gut besucht. i Elmshorn. Der jüdische Jugendbund zu Elmsnorn kann seinen am 9. Dezember gehabten Chanukkaabend als einen Erfolg buchen. Eingeleitet wurde der Abend mit einem Vorspruch und dem Entzünden -der Chanukkalichter durch Rolf Stern. Nach der Ansprache des Vorsitzenden Fritz-Werner Oppenheim,. folgte ein Vortrag des Herrn Oberrabbiners Dr. Carlebach, Altona, über „Chanukka, das Fest des jüdischen Geistes". Mit markanten Worten wußte der Redner seine Zuhörer zu fesseln. Während des gemütlichen Beisammenseins brachte ein ..Zwiegespräch zwischen zwei Jugendbündlern", vorgetragen von den Verbandsfreunden Rudolf Baum und Werner Hertz viel Heiterkeit hervor. Der neugewählte Vorsitzende der israelitischen Gemeinde Elmshorn, Herr John Meyer, fand liebevolle und anerkennende Worte für den Jugendbund. — Am Nachmittag des 9. Dezember fand im Rahmen des Jugendbundes eine Chanukkafeier für die Kinder und Schüler der Gemeinde statt. — Viel Freude brachten den kleinen Gästen die Geschenke, die ihnen vom Jugendbund überreicht wurden. — Fritz-Werner Oppenheim sprach einige Worte zu den Kindern und Lehrer D. Baum erklärte die Bedeutung des Chanukkafestes. Arfurt. In den letzten Wochen haben wir viel über „die Not der jüdischen Jugend" gesprochen. Verschiedene Vorträge, u. a. Herr Lehrer Steinhardt. Magdeburg, über das Thema ..Jüdischer Optimismus und Wirklichkeit" und Herr Kantor Schacher, Erfurt, über „Jüdische Gestalten im Drama unserer Tage", gaben Anlaß zur Arbeil. Gelsenkirchen. Der Jüdische Jugendverein veranstaltete am 8. Dezember sein zwanzigstes Stiftungsfest, verbunden mit Chanukkafeier. Nach einer kurzen musikalischen Einleitung durch das Orchester hielt der Vorsitzende, Dr. Heyman. die Begrüßungsansprache und behandelte die Bedeutung des Chanukkafestes. Leo Gompertz hielt einen kurzen Rückblick über Entstehen und Entwicklung des JJV. Gelsenkirchen. Anschließend überbrachte Herbert Felsenthal, . Düsseldorf, die Glückwünsche des Verbandes. Für den Rheinisch-Westfälischen Bezirksverband sprach Dr. Julius Herzfeld, Essen, und betonte das besonders herzliche Verhältnis zwischen dem JJV. Gelsenkirchen und dem Bezirksverband. Rabbiner Dr. Galliner, als Ehrenmitglied des Vereins, versprach seine tatkräftige Unterstützung auch für die Zukunft. Als Vertreter der Gemeinde beglückwünschte Rechtsanwalt Back den Verein. Seinen Worten schloß sich Herr Philipp Baum als Vorsitzender des Synagogenchors an und überreichte als Geburtstagsgeschenk zwei wertvolle Bücher. Dann sang ein Doppelquartett des Synagogenchors zwei Lieder, u. a. eine Uraufführung von Paul Wibral, Gelsenkirchen, der selbst auch den Chor leitete. Margot Samson und Ruth Stamm tanzten zu der feinfühligen Begleitung von Hans Block ein Tanzduett „Schmetterling und Blume", das von den Zuschauern durch reichen Applaus belohnt wurde. Viktor Herzfeld sang außer Programm eine Arie aus der „Walküre" und zwei Lieder von Brahms. Hilde Wollenberg zeigte ein gutes Körpertraining und viel Charme und Phantasie in ihrem Harlekintanz. Als Abschluß der Vorführungen zeigten die Mitglieder des JJV. Gelsenkirchen ihr Schauspielertalent in dem Märchenspiel „Die zertanzten Schuhe". Die Aufführung verriet die künstlerische Regie von Hilde Philipps. Der Abend war ein voller Erfolg für den Verein. A. B. Hamborn. Unsere Heimabende wurden im November regelmäßig fortgeführt und befaßten sich insbesondere mit den Themen „Religion und Gottesidee". „Zionismus und Religion". Im Laufe des Monats Dezember wurde der Rundbrief „Beruf und Leben" unserer Arbeit zugrunde gelegt. Hamborn. Hier hat sich eine Schülergruppe konstituiert. Vorsitzender ist Reinhold Meiseis, Hamborn, Dahlstraße 13. Die Leitung hat Herr Lehrer Gfünewald, Hamborn, Gertrudenstr. 17. — Der Jüdische Jugendbund Hamborn feiert sein 15jähriges Jubiläum und bittet alle Verbandsfreunde, und besonders die aus dem Rheinisch-Westfälischen Bezirksverband, die angegebenen Tage freizuhalten. Alles Nähere wird in der Februarnummer und durch besondere Einladungen bekanntgegeben. Vorgesehen sind: Sonntag, den 24. Februar 1929, eine Morgenfeier; Freitag, den 1. März 1929, ein Freitagabendgottesdienst; Samstag, den 2. März 1929, ein großer Jubiläumsball. Hannover. Die sorgfältig vorbereitete Fest- und Werbewoche, die der Jüdische Jugendverein Hannover anläßlich seines 20jährigen Bestehens veranstaltete, bot so viel des Guten, Schönen und Anerkennenswerten, daß es nicht leicht ist, in Kürze darüber zu berichten. ,'