Mannheim
Compact Memory

Der Jugendbund · 1929-01-01 · 1 (1.1.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jugendbund
Volume
15 (1929)
Issue
1 (1.1.1929)
Date
1929-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/6492456-6352309-6352547--0740-4928903
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

spanischer Meisler werden wiedergegeben. Wie sie, die Kinder des Abendlandes, sich die Welt der Bibel dachten, wird uns vor Augen geführt. Der starke Eindruck, den die Bibel auf alle Welt ausgeübt hat, wird vermittelt, dazu wird in kurzen Kapiteln eine kunsthistorische Einleitung gegeben. Das Büchlein kann unseren Freunden wohl empfohlen werden. K. Nehemias Anton Nobel. Versuch einer Würdigung, von Oskar Wolfsberg. J. Kauffmann, Verlag, Frankfurt a. M. 1929. Eine Nobelgedenkfeier, von Hamburger Freunden und Verehrern des unvergeßlichen Frankfurter Rabbiners im Hause von Hermann Gumpertz veranstaltet, war Anlaß dieser kleinen Schrift. Die dort gehaltene Gedenkrede liegt ihr zugrunde Wolfsberg hat sich bemüht, wie er selbst sagt, „der Eigenart und Bedeutung des originalen Denkers gerecht zu werden und unserer schnellebigen Zeit die Erinnerung an ihn wachzuhalten". Der Zauber und die Eigenart dieser Gestalt sind kaum zu verstehen, wenn man sie nicht persönlich auf sich hat wirken lassen. Nobel war ein ganz großer Führer, er hat einen Schülerkreis gehabt, wie kaum je einer, er war eine Persönlichkeit von ausgeprägter Eigenart, ein Meister der Rede und Sprache, ein jüdischer Denker großen Formats, ein nicht sehr fruchtbarer, aber starker Schriftsteller, eine Künstlernatur und ein Rabbiner, der, in der großen jüdischen Vergangenheit und Gedankenwelt der Rabbinen wurzelnd, mit der allgemeinen Kultur wie selten jemand verbunden war. — Es ist verdienstlich, dieses Leben, diesen Geist lebendig zu erhalten. Die jüdische Jugend sollte dieses Bild eines ganzen Juden sorgfältig lesen. K. Aus dem Üben des Verbandes Landesverbände Bayern. Am 2. Dez. fand in Nürnberg die Tagung des Landesverbandes Bayern statt. Der Vorsitzende, Rabbiner Dr. Rülf, Bamberg, begrüßte die erschienenen Ehrengäste (Vertreter des Verbandes Bayer. Isr. Gemeinden, der Isr. Kultusgemeinde Nürnberg, der Rabbiner und jüdischen Lehrer Nürnbergs, der B'ne Brith-Logen) und insbesondere den Vorsitzenden des Verbandes, Rabbiner Dr. Hahn, Essen. Er erstattete sodann Bericht über die im letzten Jahr in Bayern geleistete Arbeit. Daraus ist hervorzuheben, daß seit der letzten Tagung vier neue Jugendvereine gegründet und dem Verband angeschlossen wurden, nämlich Nürnberg, Bayreuth, Ingolstadt und Fischach. Auch der menschliche Zusammenhang zwischen den Verbandsfreunden in Bayern hat in den kaum zwei Jahren seit der Wiederbegründung des Landesverbandes Bayern erfreuliche Fortschritte gemacht, wozu zahlreiche Treffahrten wesentlich beigetragen haben. Es konnte wertvolle Kulturarbeit geleistet werden. Dank der großzügigen Unterstützung des Verbandes Bayer. Isr. Gemeinden wurden den kleinen Vereinen Zuschüsse zur Anschaffung von Büchern gewährt. Der Höhepunkt der Tagung war das Referat von Rabbiner Dr. Hahn über das Thema „Die Welt des jungen Juden", das eine sehr angeregte Aussprache herausforderte. Dabei kamen auch die für uns Juden unerfreulichen Volksschulverhältnisse in Bayern zur Sprache. Es wurde einhellig die Auffassung vertreten, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die jüdischen Konfessionsschulen ein dringendes Erfordernis ist. Es wurde dazu folgende Resolution,gefaßt: „Wir betrachten die jüdische Volksschule als eine wertvolle und unentbehrliche Insitution zur Erziehung der jüdischen Jugend. Wir halten die Förderung der bestehenden und die Gründung neuer jüdischer Volksschulen für eine wesentliche Aufgabe der jüdischen Gemeinden, zumal in Bayern, wo die neuerliche starke Konfessionalisierung der christlichen Konfessionsschulen zu schweren Gewissensbe4rückungen der dort eingeschulten jüdischen Schüler führt." Im weiteren Verlauf derTagung wurde überOrganisationsfragen gesprochen und die Berichte der Delegierten aus den einzelnen Vereinen entgegengenommen. Der Ausschuß des Landesverbandes wurde wiedergewählt und durch Frl. Dr. Schulhöfer und Rabbiner Dr. Heilbronn, Nürnberg, erweitert. Als Wanderobmann, der insbesondere die Treffahrten zu arrangieren hat, wurde Georg Josephsthal, Nürnberg, gewählt. Am Abend hielt Rabbiner Dr. Hahn in der Hauptsynagoge einen Vortrag über das Thema „Lebenswerte des Alten Testaments". Sachsen. Die zehnte Delegiertentagung unseres Landesverbandes fand am 25. November in Plauen statt. Vom Reichsverband waren Karl Goeritz, Elsa Hirschel und Fritz Schwarzschild zugegen. Vertreten waren die Bünde Chemnitz, Dresden,.. Gera, Görlitz, Leipzig und Plauen. Auf die Begrüßungsworte der verschiedenen Organisationen dankte Karl Goeritz als Verhandlungsleiter und sprach Heiner Guttmann für die dem Landesverband geleistete treue Arbeit den besonderen Dank des Landesverbandes aus. Fritz Schwarzschild sprach über „Jüdische Entwicklung und die Aufgabe der Jugend" und regte eine sehr lebhafte Aussprache an. — Aus den Vereinsberichten ist zu entnehmen, daß im .großen und ganzen die Arbeit gut vorwärts geht. — Bei den Wahlen wurde Max Rath, Plauen, zum Vorsitzenden des Landesverbandes gewählt. Ihm zur Seite stehen Elsa Hirschel, Dresden, Max Gewürz, Chemnitz, Heinz Lewin, Plauen, und Jenny Brod, Chemnitz. — Es wurde beschlossen, an den Landesverband Sächsischer Gemeinden, ähnlich wie auch andere Landesverbände, in den Angelegenheiten des Wahlalters und der Karenzzeit heranzutreten. Um eine intekisivere Zusammenarbeit zu gewährleisten, wurde der Landesverband in drei Bezirke eingeteilt, die durch Austausch der Programme und des Materials, durch Treffahrten, durch Teilnahme einzelner an den Abenden anderer Vereine, durch Schriftwechsel und Bücheraustausch und Förderung der Junggruppen die Vereine enger aneinander schließen sollten. Württemberg. Am 25. November fand eine Zusammenkunft der Vereine Stuttgart, Baisingen, Pforzheim, Horb, Rottweil und Haigerloch in Rexingen statt. Vor etwa 120 Erschienenen hielt Gustav Spier, Haigerloch, ein Referat über das Thema „Der Einzelne und die Gemeinschaft", Vor allen Dingen wurde diese Zusammenkunft dazu benutzt, um sich persönlich auszusprechen und der Jugend in Rexingen Ratschläge für ihre Arbeit zu geben. Die Gemeinde Rexingen ist die größte jüdische Dorfgemeinde mit ungefähr 320 Gemeindemitgliedern, und es steht zu hoffen, daß sich die dortige zahlreiche Jugend bald zu einem Jugendbund zusammenschließen wird. uereine Bernkastel-Coes. Der Werbeabend des Jugendbundes Mittelmrsel konnte erst am 25. November abgehalten werden. Im Mittelpunkt stand der Vortrag des Vorsitzenden, Lehrer Friedmann, über „Die Not der jüdischen Jugend". Musikalische Darbietungen von Fritz Berg und dessen Freund Hans Michel, sowie sehr parkend und verständnisvoll gebrachte ernste und heitere Deklamationen von "Hella Thal und unseren beiden Jüngsten. Fritz Lieser und Erwin Berg, bildeten den Rahmen des Abends, der einen schönen Verlauf nahm. Bielefeld. In den letzten Tagen des Monats November konnte das 2 0 i ä h r i g e Bestehen des Jüdischen Jugendvereins festlich begangen werden. Der eigentliche Juhiläurrsakt fand am Donnerstag, dem?9. November, unter regster Beteiligung der Mitglieder unserer Gemeinde, der jüdischen Or<*.->nis->tionen. sowie auswärtiger befreundeter Vereine statt. F'nleitend wurde das Haendel'sobe ..Arioso." zu Gehör gebracht, sodann errang sich der Sprechehör mit Brötfers ..^timp~en der Jugend" seinen ersten Frfolg. Nach verschiedenen Begrüßungsansprachen folgte a's Höhepunkt des Ab»nds und des gesamten Festes der Festvortrag unseres Verhandsvorsit7°nden. Rabbiner Dr. Hahn. Essen, über das Thema: ..Der Dichter wirbt für die Jugend." In wundervoller Weise brachte Dr. Hahn zum Ausdruck, wie in der modernen Literatur sich die Dichter als Führer ihrer Generation mit dem schwierigen Problem der Entwicklung der Jugend auseinandersetzen. Am folgenden Tage führte eine gemeinsame Freitag-Abend- Feier, die unter Leitung von Rabbiner Dr. Kronheim stand, etwa 80 Vereinsmitglieder zusammen. Der Sprechchor trat noch einmal auf und unser Verhandsfreund Curt Friedmann, Düsseldorf, trug einige jüdische Dichtungen vor. Der Sabbath-Gottesdienst stand im Zeichen der festlichen Veranstaltungen des Jngendvereins. Die Führer wurden zur Thora aufgerufen, und Dr. Kronheim hielt eine ausgezeichnete Festpredigt über das Wirken der Jugend. Der Sonntagnachmittag brachte die Feier der Junggruppe, die durch eine vorzügliche Ansprache des Junggruppen-Führers eröffnet wurde. Die Darbietungen bewiesen, daß auch bei den Jungen und Jüngsten des Vereins der Wille zur ernsten Arbeit vorhanden ist. Eine besonders schwierige Aufgabe hatte sich die Gruppe mit der Aufführung des Laienspiels „Hiob" von Faure gestellt, die recht gut gelöst wurde. Den Abschluß des Festes bildete ein gut gelungener Gesellschaftsabend am Sonntagabend, an dem weit über 300 Personen teilnahmen. 7

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.