Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 12 (1.12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Rabbiner Dr. Neumark, Duisburg, über „Das Gebet" Einen schweren Verlust erleidet der Verein durch den Weggang seines 1. Vorsitzenden Otto Guthmann. Er war im Jahre 1919 der Neugründer des Vereins und hat seit dieser Zeit im Vorstand und in den letzten Jahren als Leiter den JJV. Gelsenkirchen zu serner jetzigen Höhe gebracht. Die Generalversammlung erkannte diese Verdienste wohl an, wünscht nur, daß der neugewählte 1. Vorsitzende Dr. Erich Heymann sich ebenso verdient um den Verein machen werde. A. Fern. Gelsenkirchen. Am 8., Dezember (eiert der Jugendverein sein 25jähriges Bestehen zugleich mit einem Chanukkafest. Gladbeck-Horst. Am 22. Oktober fand unser Werbeabend statt, auf dem Fritz Schwarzschild über „Die Not der jüdischen Jugend" sprach. Der Vortrag war umrahmt von Rezitationen und musikalischen Darbietungen. Am 29. Oktober lasen wir aus Prof. Max Lohrs „Geschichte des Judentums". Anschließend besprachen wir Tagesfragen. Sodann hielt Grete Daniel am 5. November einen, sehr gut ausgearbeiteten Vortrag über das Thema „Vom jüdischen Geist und seinen Gegnern". Am 12. November war die Dortmunder Delegiertentagung Gegenstand unsrer Besprechung. Karl Preminger gab einen eingehenden Bericht, an den sich eine Aussprache anschloß. Wir beginnen jetzt mit einer Arbeitsgemeinschaft: Die Bibel in der Kunst. Görlitz. Wir kommen monatlich viermal zusammen, d. h. wir wechseln je einen Freitagabend und einen Dienstagabend ab. Nach Möglichkeit wollen wir die Bibelbesprechungen laufend fortführen, doch werden diese ab und zu unterbrochen von Vorträgen aus den Reihen unsrer Mitglieder. Die Dienstagabende finden in Form von Arbeitsgemeinschaften statt. An diesen Abenden finden auch größere Vorträge statt, die von einem großen Teil der Gemeinde besucht werden. Hamborn am Rhein. Am X. Oktober sprach Grete Weihl über Walter Rathenau,;.m 15. Oktober Dietrich l.ublinski über „Die Todesstrafe". — Am 18. Oktober land unser Werbeabend statt. Fritz Schwarzschild sprach über „Die Not der jüdischen Jugend". Eine rege Diskussion folgte den mit großem Interesse aufgenommenen Ausführungen. Der Abend war umrahmt von Darbietungen rezitatorischer und musikalischer Art. — Am 26. Oktober führte Alfred Hammerschlag den ersten Freitagabend bei uns ein. — Ani 30. Oktober sprach Dietrich l.ublinski über „Die Jemenitischen Juden". — Unsre Junggruppe kommt jeden Samstag zusammen. Eine weitere Schülergruppe (Alter unter 14 Jahren) ist jetzt gegründet worden. Unter Leitung von Lehrer Grünewald arbeiten beide Gruppen in vorbildlicher Weise. Hamborn am Rhein. Am 8. Oktober sprach Grete Weihl über Walter Rathenau, am 15. Oktober Dietrich Lublinski über „Die Todesstrafe". — Am 18. Oktober fand unser Werbeabend statt. Fritz Schwarzschild sprach über „Die Not der jüdischen Jugend". Eine rege Diskussion folgte den mit großem Interesse aufgenommenen Ausführungen. Der Abend war umrahmt von Darbietungen rezitatorischer und musikalischer Art. — Am 26. Oktober führte Alfred Hammerschlag den ersten Freitagabend bei uns ein. — Am 30. Oktober sprach Dietrich Lublinski über „Die Jemenitischen Juden". — Unsre Junggruppe kommt jeden Samstag zusammen. Eine weitere Schülergruppe (Alter unter 14 Jahren) ist jetzt gegründet worden. Unter Leitung von Lehrer Grünewald arbeiten beide Gruppen in vorbildlicher Weise. Hannover. Zwanzigjähriges Vereinsjubiläum. Der Jüdische Jugendverein Hannover kann in diesem Jahr auf eine awanzigjährige Geschichte zurückblicken. Aus diesem Anlaß findet in der Woche vom 9. bis 15. Dezember eine großangelegte Werbe- und' Festwoche statt, die ein ausgezeichnetes Programm aufweist: Am Sonntag vormittag eine Morgenfeier, mit kurzem Referat unsres Jugendführers Rabbiner Dr. Scorsch, am Mittwoch abend Vortrag Rabb. Dr. Hahn, Essen, und den Abschluß der Werbewoche bildet eine gesellschaftliche Veranstaltung am Samstag in der Stadthalle. Eine Festschrift mit Beiträgen von Verbandsfreunden wie auch unsrer Bewegung nahestehender Persönlichkeiten geht außer den Hannoveranern auch sämtlichen Ortsgruppen des Verbandes zu. Da bekanntlich der hannovesrehe Jugendbund einer der bestafbeitenden Gruppen im Reiche ist, darf man annehmen, daß die Veranstaltungen ein voller Erfolg unsrer Sache werden. Alle Verbandsfreunde sind herzlichst eingeladen! fst. Bad Harzburg. Am 21. Oktober hatten wir unsern ersten Leseabend, ausgehend von einem Aufsatz über „Palliare" im Jugendbund und einem Artikel aus der jüdisch-liberalen Zeitung „Gegen Palliere" von Georg Goetz. Am 28. Oktober lasen wir „Die Augen des ewigen Bruders" von Stefan Zweig. Am 11. November lasen wir aus „Gitanjali" und „Flüstern der Seele" von Tagore mit einleitenden und verbindenden Worten von Elly Sachs. Am 18. November fand eine Versammlung in Osterode statt, bei der Alfred Herz, Braunschweig, über „Das Problem der Sünde" nach Reubeni sprach. Am 25. November hielt Alfred Boas ein Referat .über Gandhi. Herne. Bei unsrer diesjährigen Generalversammlung am 18. Oktober wurde ein neuer Vorstand gewählt. 1. Vorsitzender wurde Fritz Wollstein. — Am 31. Oktober sprach Herr Rabbiner Dr. Hahn, Essen, über: „Jugendproblem zeitgenössischer Romane". Am 27. November 1928 spricht Herr Rabbiner Dr. Neuhaus, Mülheim, und am 8. Dezember 1928 haben wir unser Chanukkafest im Saalbau, Anlauf von-der-Heydtstraße, wozu wir alle Verbandslreunde herzlichst einladen. Hildesheim. Am Sonrilag,- dem 15. November, fand unser erstes Stiftungsfest statt. Nachmittags sprach Dr. Hermann Lehmann, Brennen, über „Jugend und Staat". Den Beschlud bildete ein gemütliches Beisammensein am Abend. Unsre Anschrift lautet jetzt: Hermann Tepperberg, Ostertor 8. Jülich. Wir kennen keinen „Sommerschlaf". Wollte man beim körperlichen Bild bleiben, so müßte man eher in Anbetracht der regen Sporttätigkeit im Sommer von einem kommenden Winterschlaf reden. Denn unsre Sportabteilung, die sich übrigens dem Verband der jüdischen neutralen Turn- und Sportvereine angeschlossen hat, kann im Winter nicht in Aktion treten. Als Ersatz dient das Ping-Pong-Spiel im großen Saal unsres Jugendheims. Der Schwerpunkt unsrer Sommerarbeit lag natürlich im Heimabend. Diesmal wandten wir uns dem Gebiet der Jugendpsychologie zu, nicht zuletzt angeregt durch einen Vortrag vnn Levy Wolff über solche Probleme. Wir lasen das Buch von Lindsey: „Die Revolution der modernen Jugend". Die sich daran anschließende Lektüre der „Kameradschaftsehe" von Lindsey ergab für jeden einzelnen die Notwendigkeit, zunächst einmal für sich die ganzen Probleme zu durchdenken und vor allem sich mit anderen Vorschlägen zur Reform der Ehe zu befassen. Augenblicklich haben .wir neben den regelmäßigen die Tagesfragen behandelnden Referaten unser Augenmerk auf zwei Dinge gerichtet. Einmal auf die jüdische Geschichte der Neuzeit, ein andermal auf religiös-ethische Fragen. Herr Lehrer Emanuel behandelt an Hand des Hirschchen Buches „Pflichten Israels" die Quellen der jüdischen Sittenlehre, während Kurt Voß die jüdischen Geschehnisse der letzten Jahrhunderte aufzeigt. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß wir auch in diesem Jahre unsre eigene Sukkoh mit viel Freude und Eifer gebaut haben. Augenblicklich sind wir mit den Vorbereitungen für unser am 8. Dezember 1928 stattfindendes Chanukkafest beschäftigt, das in althergebrachter Weise einen schönen Verlauf nehmen soll. Karlsruhe. Der Verein eröffnete seine Wintertätigkeit mit einem Simchas-Torah-Ball, der gleichzeitig als Werbeveranstaltung gedacht war und für den Jugendbund einen großen Erfolg bedeutete. Außerdem wurde die Vereinsarbeit in diesem Jahr besonders dadurch intensiv gestaltet, daß außer den üblichen Vorträgen, Heimabenden und Freitagabendfeiern verschiedene Kurse eingeführt wurden, und zwar ein jüdischer Geschichlskursus unter Leitung von Herrn Rabbiner Dr. Schiff, sowie ein Bibelkursus unter Leitung von Hans Friedberg. Ferner finden regelmäßig hebräische, französische und englische Sprachkurse statt. Köln. Der Gabriel Rießer Köln eröffnete in diesem Jahre seine—Winterarbeit mit einem Vortrag von Dr. Robert Salomon über „Die Not der jüdischen Jugend". U. a. waren die Rabbiner Dr. Kober und Dr. Karo und die Vertreter der jüdischen Gemeinde anwesend, die unsrer Arbeit Anerkennung zollten und sie zu unterstützen versprachen. Die darauffolgenden Heimabende waren außerordentlich stark besucht und brachten uns viele neue Freunde. Wir behandelten an den letzten Abenden das Thema „Kameradschaft und Freundschaft", das ein überaus großes Interesse hervorrief. Unsre Singgemeinschaft, die unter Leitung von Musiklehrer Jul. Goldberg steht, arbeitet nach wie vor gut und tritt am 20. November mit einer Schubert-Feier zum ersten Male vor die Oeffentlichkeit. 13