Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 12 (1.12.1928)
- Date
- 1928-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Verbandes ergab. Die Vereine des Westdeutschen Bezirksverbandes wurden in sechs Bezirksgruppen eingeteilt, die eine intensivere Bearbeitung der Bünde, insbesondere der Landvereine, gewährleisten. Nach einem herzlichen Abschied von Levy Wolff. der als Mitglied des Beirates weiterhin aktiv' an der Verbandsarbeit teilnehmen wird, beschloß Dr. Philipp die wohlgelungene Tagung. Württemberg: Der Württembergische Landesverband hatte am 4. November seine Delcgiertentagung in Stuttgart, zu der Delegierte aus fast allen Vereinen erschienen waren. Der bisherige Landesverbandsvorsitzende Dr. Cohn erstattete den Tätigkeitsbericht. Oberlehrer Adelshcimer, Stuttgart, sprach über „EXe Not der jüdischen Jugend'. Die Tätigkeitsberichte der anwesenden Vereine Stuttgart. Ulm. Eßlingen, Göppingen. Horb. Laupheim, Buchau und Haigerloch ließen das Bemühen erkennen, die Arbeit in den Bünden immer weiter zu führen. Die angeregte Aussprache brachte manche guten Vorschläge über Wege zur Bekämpfung der Mischehe. Mittel zur Erfassung der Masse. Notstände in der Familie. Hebung des jüdischen Bewußtseins nnd über Lebensfragen jüdischer Kultur. An Stelle des bisherigen verdienstvollen Vorsitzenden, Rabbiners Dr. Cohn. Ulm. wurde Obersekretär Julius Wißmann. Stuttgart, mit der Führung des Landesverbandes betraut. Der Verband war auf der Tagung durch Dr. Joseph Spier, Höchst, vertreten. Uereine Aachen. \erein der jüdischen Jugend. Am 5. Oktober veranstalteten wir-im Israelitischen Altersheim eine Freitagabendfeier. Die Leitung hatte Dr. Schönberger. Am 16. Oktober hielt Hans Francken eitlen Vortrag über die Abschaffung der Todesstrafe. Am?3. Oktober kamen wir zum ersten Male in unsrem neuen Jugendheim zusammen, wenn wir es offiziell auch noch nicht ah, unser Heim betrachten durften. Die offizielle Einweihungsfeier fand am Freitag, dem 26. Oktober, statt. Es waren etwa 70 Teilnehmer zugegen, darunter Abgesandte der Loge, des Turnklubs, der Lehrerschaft, der Presse und dt-s Bauausschusses. Dr. Schönberger hielt als unser Ehrenvorsitzender die Weiherede über den ..Sinn des jüdischen Jugendheims". Dann sprach Herr Justizr.it Dr. Francken als Vorsitzender der Gemeinde über die Notwendigkeit eines Jugendheims. Als Abgesandter der Loge drückte Herr _^ax Stern die Sympathie der Loge für den Jugendverein aus. Unser Vorsitzender Max Cohn sprach über die historische Entwicklung der Jugendvereine und dankte den Rednern, insbesondere Herrn Justizrat Dr. Francken und Herrn Dr. Schönberger, der. wie er sagte, dem Jugendverein im Laufe seiner zweijährigen Tätigkeit in Aachen zum wahren Freunde geworden ist. Der Abend, der einen bedeutenden Augenblick in ider Geschichte des Jugendheims bildete, wird uns stets unvergeßlich bleiben. H. L. Berlin. Das schon seit langem bestehende Bedürfnis, die Arbeit unsrer Jugend intensiver zur gestalten, hat zu einer vllständigen Neuorganisation geführt. Auf Beschluß der außerordentlichen Mitgliederversammlung vom 10. Oktober wurde der Jüdische Jugenbund Berlin e. V. in folgende Ortsgruppen eingeteilt: I. Zoo (Leiter: Karl Neißer), 2. Wittenbergplatz (Leiter: Julius Fechenbach), 3. Schöneberg (Leiter: Siegfried Brandt). 4. Osten (Leiter: Alberl Goldschmidt), 5. Norden (Leiter: Paula Katz). Die einzelnen Ortsgruppen haben ein eigenes umfangreiches Arbeitsprogramm aufgestellt, von dem man eine wirkliche Aktivierung der V erbandsfreunde erwarten darf. Bielefeld. Der Jüdische Jugendverein veranstaltet anläßlich der 20. Wiederkehr seines Bestehens eine Festwoche, in deren Mittelpunkt eine-am 29. November stattfindende Jubiläumsfeier mit einem Festvortrag von Rabbiner Dr. Hahn über ..Der Dichter wirbt für die Jugend" steht. Außerdem sind eine 1'reitagabendfeier. ein Fest der Junggruppe und ein Gesellschattsabend im Rahmen dieser Festwoche vorgesehen, über deren Verlauf wir noch berichten werden. Düsseldorf. Unser Jugendheim steht jetzt unsern Freunden nicht nur zu den Veranstaltungen des Vereins, sondern auch zu den übrigen Zeiten, vor allen Dingen an den Sonntagnachmiltagen, zur Verfügung. Es ist dafür Sorge getragen, daß das Heim einer wahren Freizeiterholung dienen kann. Die in der kurzen Zeit gemachte Erfahrung bestätigt uns, daß diese Einrichtung einem wirklichen Bedürfnis entgegenkommt und geeignet ist.- den menschlichen Zusammenhang der Verbandsfreunde zu vertiefen. — An den Sonntagnachmittagen wird gegen eine geringe Vergütung Kaffee, Tee und Kuchen verabreicht. Brett- und Kartenspiele stehen zur Verfügung und die wichtigsten jüdischen Zeitungen sind ausgelegt. Elmshorn. Am L November sprach Herr Rabbiner Dr. Holzer, Hamburg, über „Die Not der jüdischen Jugend" und am 11. November Herr Rabbiner Dr. Posner, Kiel, über „Einheitsbestrebunge nim Judentum". Beide Vorträge fanden eingehende Würdigung und reichen Beifall. Emden. Der 11. November war für die Geschichte unsres Jtigendbundes ein bedeutungsvoller Tag: Wir weihten unser neues Jugendheim! — Am Nachmittag versammelten wir unsre Jugend mit unserm Landrabbiner Herrn Dr. Blum, mit dem Vorstand der Schule und der Gemeindeverwaltung in unserm neuen Heim zur feierlichen Abnahme. Mit einem Ma Tauwu, gesungen von der Schuljugend, wurde die Feier eröffnet. Der Vorsitzende des Schulvorstandes, der zugleich Ehrenvorsitzender unsres Jugendbundes ist. übergab uns unter Hinweis auf die Geschichte unsres Vereins das Heim. Dann nahm unser 1. Vorsitzender das Wort zu seiner Weiherede. Er begrüßte die Erschienenen und dankte der Gemeinde, die durch die Stiftung des Heims unsern Bund gleichsam verpflichtet hat. künftighin seine Arbeit noch nachhaltiger und intensiver zu gestalten und weiht das Heim zu einem jüdischen Jugendheim unter der Losung: Jung sein, Jude sein, Kämpfer sein, Mensch sein. Herr Landrabbiner Dr. Blum richtete ernste und ein- 1. Vorsitzender das Wort zu seiner Weiherede. Herr Landrabbiner Dr. Blum richtete ernste und 1 eindringliche V\ orte an die Jugend und verband seine Glückw ünsche mit dem Wunsche eines weitern Aufstiegs unsrer Jugendarbeit. In gleichem Sinne äußerte sich der Sprecher der Gemeindevertetung und versicherte uns auch fernerhin des größten Interesse und der wrämsten Sympathien seitens der Gemeindeverwaltung. Nach kurzen Dankesworten unsres Vorsitzenden und einem ernsten dichterischen Mahnwort „An die Jugend", von unserm 2. Vorsitzenden vorgetragen, beschloß der Oberkantor unsrer Gemeinde mit Psalm 30 die eindrucksvolle akademische Feier, die in einem Unterhaltungsabend für die ganze Gemeinde ihre Fortsetzung fand. Etwa 200 Personen waren unsrer Einladung gefolgt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Referat unsres Vorsitzenden, Herrn Lehrer Hirschberg, „Not der jüdischen Jugend". In kernigen Worten \ersuchte der Referent die auf allen Gebieten herrschende große Not aufzudecken. Umrahmt war der Vortrag von musikalischen und deklamatorischen Darbietungen, die gleich dem Referat nachhaltigen Eindruck hinterließen und großen Beifall auslösten. Einen großen ideellen Erfolg dürfen wir für uns buchen. Am 8. Dezember soll eine interne Chanukka-Feier im Jugendheim (nur für Mitglieder), am 15. Dezember ein großer Chanukka-Ball stattfinden. Am 22. Dezember ist Heimabend über ..Ein lebendiger Baum" von Paul Lehmann (Frau Landrabbiner Blum), am 29. Dezember wird die Arbeitsgemeinschaft Bibelkunde fortgesetzt. Unser Jugendheim ist auch jeden Sonntagnachmittag von 5 bis 7 Uhr für Spiel- und Unterhaltungszwecke geöffnet. Freiburg. Der Jugendbund begann Ende Oktober seine regelmäßigen Vereinsabende mit einem Vortrag von Bruno Danziger über „Ferdinand Lassalle als Mensch und Politiker". Ferner gab Anfang November Herr Rawitscher einen Pressebericht über „Die letzten Vorgänge im Judentum". Ein weiterer Vortrag von Bruno Danziger galt „Hugo Zuckermann und seinen Gedichten". Ende November hielt Herr Bezirksrabbiner Dr. Kroner aus Oberdorf-Bopfingen einen Vortrag über das Thema „Jüdischer Sprachgeist und deutsche Kultur". Ferner finden neben den Vortrags- und Heimabenden regelmäßig Turn- und Trainingsabende statt. Die Wettkämpfe unserer Fußballmannschaft mit anderen jüdischen Fußballabteilungen wie Basel und Emmendingen, sowie auch mit nichtjüdischen Fußballvereinen, verschafften dem Jugendbund auch auf diesem Wege Achtung und neue Mitglieder und Gönner. Gelsenkirchen. Auch der Jugendverein Gelsenkirchen hat mit seiner Winterarbeit begonnen. Sein Arbeitsgebiet ist das ..religiöse Problem und die Jugend". Als Einleitung hielt uns i'ritz Schwarzschild im Rahmen des Werbeabends einen sehr lehrreichen Vortrag über die „Not der jüdischen Jugend". I reitagabendfeiern erfreuen sich nach wie vor einer guten Beteiligung. Ferner wird in Zukunft im Rahmen unsres Winterprogramn s eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die im Anschluß an die großen Rahmenvorträge die wichtigere Kleinarbeit im Verein leisten soll. Am Dienstag, dem 13. November, begann unser Arbeitsprogramm mit dem Vortrag des Herrn 12