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Der Jugendbund · 1928-12-01 · 12 (1.12.1928) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
14 (1928)
Issue
12 (1.12.1928)
Date
1928-12-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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antwortlichkeitsgefühl des Juden für seine Religion und sein Menschentum. M. F. Jubiläumskatalog. M. W. Kaufmann, Leipzig. Der bekannte jüdische Verlag legt aus AnlaQ seines hundertjährigen Bestehens einen Jubiläumskatalog vor, der sich mit vollem Recht als Führer durch die neuere jüdische Literatur vorstellt, in seinen 96 Seiten fein aufgemacht ist und neben einigen geschmackvoll ausgewählten Bildern auch drei literarische Beiträge aktueller Autoren aufweist. Die Einleitung von Dr. Felix Goldmann, Leipzig, behandelt das immer noch viel zu wenig beachtete Thema des jüdischen Buchhandels in Deutschland. — Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch den reiferen Mitgliedern der Junggruppen, insbesondere den Jungführern, das eingehende Studium des Jubiläumskatalo^s empfehlen. J. R. 20000 Klnderautsatze Wie OlgayMisar in der Friedenswarte berichtet,-hat die „Internationale Liga für Frieden und Freiheit" kürzlich ein Kinderpreisausschreiben veranstaltet. Kinder zwischen 10 und 18 Jahren sollten Aufsätze über pazifistische Themen schreiben, etwa über „Waffenloses Heldentum", „Beispiele friedlicher Heldentaten" und dergleichen. Der Ausfall dieses Versuches ist überraschend gut gewesen. Es wurden etwa 20 000 Aufsätze geschrieben. Behandelt wurd«n vor allem „Das Lied vom braven Mann", „Johanna Sebus", „T5ic Gefahren des Tiroler Gebirgslebens", „Hilfe bei Unglücksfällen". Acltere Kinder schrieben über Erfinder, Entdecker. Künstler — auch die „Ozeanflieger" fehle'n natürlich nicht. Daneben Arbeiten über Gandhi, Coudenhove und Berta v. Suttner. (Fortsetzung von Seite 8.) Mittwoch, dem 21. November 1928, in Lippsladt statt. Gleichzeitig wurde damit die Winterarbeit des hiesigen Jugendvereins eingeleitet. Die Tagung stand im Zeichen eines lichtvollen Vortrages von Lehrer Raphael, Beckum, über „Jüdische Probleme auf der neuzeitlichen Bühne", der die zahlreich Erschienenen eine Stunde im Bann hielt. Pfalz-Saar: Am Sonntag, dem 11. November, fa-nd in Saarbrücken die diesjährige Delegiertentagung des Bezirksverbandes Pfalz-Saar der jüdischen Jugendvercine statt. Vertreten waren die Vereine Saarbrücken, Homburg. Neunkirchen, Merzig, Landstuhl. Pirmasens. Nach verschiedenen Begrüßungsansprachen hielt Ernst Holzer, Frankfurt a. M., einen Vortrag über die Vergangenheit und Gegenwart der jüdischen Jugendbewegung. Nach dem Mittagessen, bei dem die auswärtigen Delegierten Gäste der Saarbriicker Verbandsfreunde waren, wurde in die eigentlichen Beratungen eingetreten. Der Vorsitzende des Bezirksverbandes, Rabbiner Dr. Jacob, erstattete den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß nach Kräften alles getan wird, um den Zusammenhang unter den angeschlossenen Vereinen und mit dem Reichsverband zu fördern, daß aber die Verhältnisse im Bezirk besonders schwierig sind. Es folgten die Berichte der einzelnen Vereine, die ausnahmslos eine große Aktivität entwickeln. In der Aussprache wurden eine Reihe wertvoller Anregungen gegeben. Der Vorstand des Bezirksverbandes wurde einstimmig wiedergewählt. Den Abschluß der Tagung bildete ein fesselnder Bericht von Jakob Jacobs über die Weltjugendtagung in Eerde. Pommern: Der am 25. August dieses Jahres während des Nordostdeutschen Verbandstreffens in der Obermühle bei Stettin gegründete Bezirksverband Pommern hielt am 21. November in Stargard in den Räumen der dortigen UOBB.-Loge ..Pommerania" seine erste Delegiertentagung ab. Die Tagung war stark besucht und nahm einen erfolgreichen Verlauf. Nach der Eröffnung durch den am 25. August zum vorläufigen Vorsitzenden gewählten Referendar E. S e e g a 11 , den ersten Vorsitzenden des Jüdischen Jugendbundes Stettin, wurde die Tagung mit einer Schubertgedenkfeier eingeleitet. Kapellmeister G. Berent, Stettin, gab einen Ueberblick über das Leben Schuberts und brachte einige Werke des großen Meisters auf dem Klavier meisterhaft zum Vortrag. Nachdem Erwin Seegall die Verbandsfreunde, die* Vertreter der verschiedenen jüdischen Organisationen und die Mitglieder der Verbandsleitung — Fritz Schwarzschild und Waldemar Strauß — begrüßt hatte, sprach Fritz Schwarzschild, Düsseldorf, über: ..Jüdische Entwicklung und die Aufgabe der Jugend". Danach Referendar Seegall, Stettin, über: „W i nlerarbeit1' des Bezirksverbande s". Im Anschluß an die Referate fand ein gemeinsames Mittagessen in den Tagungsräumen statt, das von den freundlichen Stargardcr Gastgebern den Tagungsteilnehmern bereitet war. Der Nachmittag begann mit der Erledigung der technischen Angelegenheiten. Noch während die Verhandlungen hierüber im Gange waren, erfolgte die Konstituierung des Jüdischen Jugendbundes Stargard. Mit dem Stargarder Bunde zählt der Bezirksverband Pommern jetzt fünf Bünde in: Stettin, Stralsund, Lauenburg, Schievelbein und Stargard. Die Vorstandswahlen ergaben die Wahl von Ref. Erwin Seegall, Stettin, zum Vorsitzenden. Die Aussprache im Anschluß an die vormittäglichen Referate stand auf hohem Niveau und ließ erkennen, daß auch die anwesenden älteren Tagungsteilnehmer ein sehr reges und ernstes Interesse an den Belangen der Jugend nehmen. Am Abend waren die zurückgebliebenen Verbandsfreunde noch mit den Mitgliedern des jungen Stargarder Bundes gesellig beisammen. Rheinland-Westfalen: Am 4. November fand die diesjährige Delegiertentagung des Rheinisch-Westfälischen Bezirksverbandes in der Westfalenhalle in Dortmund statt. Die yorinittagskundgebung, die von mehr als 250 Personen besucht und von Darbietungen des Sprechchors des Essener Jugendveriens umrahmt war, brachte einen außerordentlich fesselnden Vortrag von Rabbiner Dr. Prinz, Berlin, über ..Die Not der jüdischen Jugend", und ein Referat Dr. Hahns über „Die Aufgaben des Verbandes in der deutschen Judenheit". — Bei der eigentlichen Tagung am Nachmittag waren die Vereine Essen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Hagen, Hamborn, Herne, Lüdenscheid, Mülheim, Oberhausen, Neheim, Wanne. Recklinghausen sowie die neu gegründeten Bünde Buer, Dortmund und Münster vertreten. Dr. Herzfeld berichtete über die Arbeit des Bezirksverbandes im vergangenen Jahre und umriß die Arbeit der kommenden Monate. Dr. Hahn erstattete sodann Bericht über die Situation des Verbandes. Die Lage im Bezirk die sich aus den Berichten der verschiedenen Verein.e uiderspeigelt ist sehr erfreulich: überall Ncugriindungen von Bünden und Junggruppen sowie ein Aufleben und Intensivieren der Arbeit. Dr. Julius Herzfeld, Essen, wurde einstimmig zum ersten Vorsitzenden wiedergewählt. Den Abschluß bildete eine sehr lebhafte und ergiebige Aussprache über die Referate vom Vormittag. — Der Abend vereinigte die Teilnehmer der Tagung noch lange zu einem gemütlichen Beisammensein. Rheinland-Westfalen: Die Untergruppe West des Rheinisch-" Westfälischen Bezirksverbandes hatte am 21. November in Mülheim a. d. Ruhr eine Zusammenkunft, bei der die Bünde Mülheim, Hamborn und Duisburg sowie die Junggruppc Hamborn vertreten waren. Dr. Julius Herzfeld, Essen, vertrat den Bezirksverband. Aus den Berichten der einzelnen Vereine war zu ersehen, daß die Winterarbeit gute Fortschritte macht, wobei die Rundbriefe des Verbandes wertvolle Dienste leisten. Es wurde vereinbart, daß jeder Verein verpflichtet sei. die anderen Vereine der Untergruppe zu jeder Veranstaltung frühzeitig einzuladen; außerdem sollen Referenten aus den Reihen der Mitglieder ausgetauscht werden. Eine Anregung Herzfelds und Eigenfelds, Ueberschüsse der Vereine aus Veranstaltungen dem Verband zur Verfügung zu stellen, fand großen Anklang. Ferner wurde angeregt, durch Pressereferate die Jugend über sämtliche Vorkommnisse in der jüdischen Welt zu unterrichten. Westdeutschland: Der Westdeutsche Bezirksverband im Verband der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands veranstaltete am 11. November seine diesjährige Delegiertentagung, die von allen Vereinen beschickt war. Koblenz ist deshalb als Tagungsort gewählt worden, um die dortige interessierte jüdische Jugend mit der Idee und Arbeit dfes Verbandes vertraut zu machen. Als Erfolg darf die Gründung eines Vereins und einer Junggruppe genannt werden. Dr. Alfred Philipp, Elberfeld, eröffnete die offizielle Tagung mit seinem Referat „Die sozialen Aufgaben der jüdischen Jugend", in dem er, aus- . gehend von den Problemen der allgemeinen wirtschaftlichen Not, die besonderen sozialen Nöte der jüdischen Jugend — Berufswahl, jüdischer und nichtjüdischer Antisemitismus, wirtschaftliche Selbständigkeit — darlegte. Die sich anschließende Diskussion setzte sich eingehend mit diesen Fragen, auseinander. Die Nachmittagstagung wurde durch ein Referat von Levy Wolff, Köln,: „Die Psychologie der jüdischen Jugend", eingeleitet, in dem Levy Wolff auf Grund der Untersuchungen von Freud, Adler und Spranger forderte, das jüdische Selbstbewußtsein der jungen Menschen durch Herantragen jüdischer Werte und Schaffung jüdischer Werterlebnisse zu stärken. Nach einer kurzen Diskussion fand die Vorstandswahl statt, welche die Wahl Dr. Philipps zum ersten Vorsitzenden des Bezirks- 11

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