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Der Jugendbund · 1928-09-01 · 9 (1.9.1928) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
14 (1928)
Issue
9 (1.9.1928)
Date
1928-09-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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Die Zentralwohlfahrtsstellc der deutschen Juden. Rückblick — Gegenwartsbericht — Ausblick. Von Dr. Friedich 0 11 e n - d o r f f. Der Orden Bne Briß. Jüdische Wohlfahrtspflege nach dem Kriege 1914 bis 1928. Von Dr. A. Goldsc Die soziale Arbeit des Jüdischen Frauenbundes in Jahrzehnt. Von Hannah Karminski. Ein Jahrzehnt der Wohlfahrtspflege des Deutschschen Gemeindebundes. Von Dr. Wilhelm N e u m a n Aus der Tätigkeit des Hilfsvereins der deutschen den letzten zehn Jahren. Von Dr. Mark W i s c h n i t Jüdische Wanderfürsorge und Arbeitsnachweise S. Adler-Rudel. Jüdische Weltanschauung und Verhütung der krankheiten. Von Dr. Eschelbacher. Durch die ausführlichen Darstellungen erhalten wir schauliches Bild von dem Werden und Wesen der Wohlfahrtspflege in Deutschland. Die „Zedakah" ist bei der Geschäftsstelle tralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, Berlin lottenburg 2, Kantstrafle 15811, zum Prei 1,50 für das Heft zu beziehen. in und m i d t. letzten Israelitill. Juden in Von Geschlechtsein anji dischen der Zen- C h a r - l >e von seinen äußere bedacht um zu Ka d<: Der Jüdische Frauenbund läßt zum dritten Male Kunstkalender erscheinen, der schon durch seine Form beweist, daß die Herausgeber ständig darauf sind, immer neuen Verbesserungen und Anregungen geben. Die neugewählte Form des Umlegekalenders ermö neben dem Kalendariüm und Text das Kunstblatt die über vor Augen zu haben und die Reproduktionen des Jahres gesammelt zu besitzen. Das — ebenfalls neu beigefügte — Bilderverzeichnis erkennen, daß wiederum die neuesten Werke jüdischer ler und Künstlerinnen der verschiedenen Länder aus wurden und einen lebendigen Eindruck in ihre Schaf vermitteln. Zum ersten Male wurden auch Reprodi ktione von Plastiken aufgenommen. Der künstlerische Teil lenders wurde. von dem Kustos der Kunstsammlung sehen Gemeinde zu Berlin, Dr. Karl Schwarz und übertrifft in seiner Geschlossenheit und seiner sor Auswahl die Kalender der ersten Jahre. Für den Textteil haben Mitarbeiter und Freunde sehen Frauenbundes Aussprüche geliefert, die sich erste Vierteljahrhundert jüdischer Frauenarbeit — der Frauenbund begeht im Jahre 1929 sein 25jähriges Jubil beziehen. Stellen des Schrifttums wurden zu diesen ausgewählt und gedeutet, eigene Gedanken in Form Ueber den Kreis des Jüdischen Frauenbundes hinaus rade dieser Textteil den jüdischen Familien, der heran wach den weiblichen Jugend und der jüdischen Gemeinschaft volle Einblicke vermitteln in den Ideenkreis der Frau, in ihr Wesen und Tun, ihr Wollen und ihre Best Die Ausstattung des Kalenders ist vorzüglich. Er Preise von 2,75 Mark (ausschließlich Porto und Verpack von der Geschäftsstelle des JFB. zu beziehen. .Molnar, Franz: „Die Jungen der Paulstraße". (Verlag & Co., Leipzig. Mk. 6,50.) Ein Buch, das junge und alte Jugendbündler in der lesen sollten. Das heißt, wenn man es mitten im Leben .des Alltags liest, wirkt es vielleicht noch erfrischender. Wir haben die Geschichte, die da erzählt wird, alle auch einmal irgendwie erlebt. Nur vielleicht nicht immer so großartig und so heroisch. Es wird hier endlich einmal wieder, ■ Gott sei Danl, ohne komplizierte psychoanalytische Exkurse das Leben einer Jungenklasse geschildert, und zwar das Leben, das bei Jungen allein interessant ist, nämlich das außerhalb der Schule. Es handelt sich um ein von dieser Jugend sehr ernstgemeintes Räuber- und Schanditzspiel, das mit dem tragischen Tod des einzigen „gemeinen", aber im Grunde genommen edelsten kleinen Soldaten der Räuberbande von der Paulstraße endet. (Die andern Jungens sind nämlich alle Offiziere.) Wunderbar ist die Auffassungsweise der Jungens von Ehre, Tapferkeit und Treue dargestellt. Auffallend ist nur, daß der Führer der Knaben über eine Erfahrung und Weltkenntnis verfügt, die Aufsehen erregen muß. Ich habe bei früherer Gelegenheit in diesen Spalten schon einmal meine Zweifel darüber geäußert, ob die „Helden", die Frank T h i e ß in seinen Jugendromanen g icht es, Woche a^n Ende läßt Künstgewählt enswelt des Ka" r Jüdimitbearbeitet {fältigen d :s Jüdiauf das Jüdische äum — Anlaß gsbracht. wird gesenwertji dischen mmung. ist zum ung) E. Tal Ferien "schildert, aus der Wirklichkeit unserer Tage stammen, und. ich muß die Frage nach Lektüre des Falles M a u r i z i u s von Jakob Wasserm a'n n wiederholen. Der dort geschilderte kleine Andergasl ist mit seinen 16 Jahren doch so phänomenal gescheit, daß es einem angst und bange werden kann. Ist unsere heutige Jugend wirklich so begabt? Oder schreiben das unsere großen Dichter nur, weil sie in ihrer Generation die Helden nicht finden können, nach denen sich ihre Seele sehnt? Bei Molnar kommt die Kindlichkeit und Dummheit der Jungens so reichlich mit zur Geltung, daß man erfrischt von so viel Natürlichkeit das Buch in einem Zuge liest. Den .1 un<4grupplern sei diese Erzählung eines begabten Jugendschilderers besonders empfohlen. Hahn, Essen. Emil Ludwig, Der Menschensohn, Geschichte eines Propheten. Enst Rowohlt, Berlin. Emil Ludwig, eines der bedeutendsten Erzählcrtalente der Zeit, „erzählt hier etwas aus der Geschichte seines Stammes, was aller Welt bekannt ist". Sein Buch will „untheologisch" sein. „Es ist nicht die Absicht seiner Schrift, den Glauben an Christi Göttlichkeit denen zu stören, die in ihm leben". Wohl, aber doch hat das Buch eine vorbestimmte Tendenz: Ludwig will „allen, die Jesus für eine erfundene Gestalt halten, seine Realität und Menschlichkeit beweisen". Wahrlich eine große Aufgabe! Zu beweisen, was zwei Jahrtausende zu beweisen sich unablässig mühen! — Die „Geschichte eines Propheten", das untheologische Buch, scheitert an diesem Willen zum Beweisen. Ob es ein Versuch am untauglichen Objekt war, dies Thema überhaupt jeder Geschichtsschreibung trotzt, oder ob des Erzählers Erzählertalent eben nur im bloßen Erzählen verblieb? Wohl beides. Es geläng Ludwig nur, irgendeines Menschen Menschlichkeit zu beweisen; es gelang ihm nur, in großen, und in kleinen Zügen noch mehr, irgendeines Propheten Geschichte zu schreiben. Er verblieb dabei, über manche plastische Schilderungen, über manche lebensvolle Szenen die Decke plätschernden, streichenden Abiaufens zu strecken. Er vermenschlichte, bagatellisierte und machte die Gestalt trotzdem nicht beweiskräftig. Von welchem Standpunkt auch immer man ausgeht: das Buch, in acht Sprachen aufgelegt, verdient die Beachtung früherer Werke des Autors nicht, es ist keine Notwendigkeil. ' Hölzer. flus dem Leben des Verbandes verband An der zweiten Verbands- Vorstandssitz ung in diesem Semester, die am 12. August in Düsseldorf stattfand, nahmen fast sämtliche Vorstandsmitglieder teil. Dr. Hahn berichtete ausführlich über die Situation des Verbandes- -und kannte feststellen, daß die Dresdner Tagung im Verbandskreise und in der jüdischen Oeffentlichkeit eine nachhaltige Wirkung ausgeübt hatte. An dies Referat knüpfte sich eine bedeutsame Aussprache über die ideologische Grundlage der Arbeit. Diese Aussprache wird in der nächsten Zeit im „Jugendbund" weitergeführt werden. Der Nachmittag war nach einem ausführlichen Organisations- und Finanzreferat der ausführlichen Diskussion über die Winterarbeit gewidmet. Die Auswirkungen von Referat und Aussprache sind in dem ausführlichen Rundschreiben, das den Vereinen zugegangen ist, niedergelegt. Auf Grund des Berichts von Dr. Jacob, Saarbrücken, wurde das von ihm in Straßburg mit der Union Universelle de la Jeunesse Juive abgeschlossene Abkommen über die Gründung einer jüdischen Weltjugendliga einstimmig genehmigt. Der Verbandsvorstand vollzog die Zuwahl von Alice Hirsch, Magdeburg, in den Verbandsvorstand, und Fritz Kaiser, Duisburg, in den Beirat. Die Verbandsleitung erhielt die Vollmacht zur Weiterführung der Verhandlungen mit den befreundeten Organisationen. Der Verbandsvorstand beschloß eine Neuordnung der organisatorischen Zusammenarbeit des Junggruppendezernats mit dem Verband. 13

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