Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 9 (1.9.1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Landesverbände Ueber das Süddeutsche Treffen, welches am 19. August in Stuttgart stattfand, veröffentlichen wir einen Sonderbericht, in dieser Nummer. Das Norddeutsche Verbandstreffen ist am 25. und 26. August in der Obermühle bei Stettin. Wir werden über dieses Treffen in der nächsten Nummer ausführlich berichten. Der Untergruppenverband West des Rheinisch-Westfälischen Bezirks Verbandes hatte am 8. August eine Sitzung im Gemeindehaus zu Mülheim. Es waren die Bünde Mülheim, Duisburg, Oberhausen und Hamborn vertreten. Dem Bezirksverband wurde vorgeschlagen, die große Treffahrt am 26. August im Ruhrtal stattfinden zu lassen. Für die Delegiertentagung des Rheinisch-Westfälischen Bezirksverbandes, die für den 14. Oktober in Dortmund vorgesehen ist, werden folgende Themen zur Aussprache vorgeschlagen: „Das religiöse Problem", „Gefahren der jüdischen Jagend, insbesondere Taufe, Miffchehe, Selbstmord". Besonderer Wert wird auf ein Referat über „Berufsumschichtung" gelegt. Die Winterarbeit in den Bünden wurde eingehend besprochen. Die Gründung von Junggruppen macht erfreuliche Fortschritte. Eine Besichtigung des vorbildlich eingerichteten Gemeindehauses in Mülheim, das' dem Jugendbund zur Verfügung steht, bildete einen erfreulichen Abschluß der Zusammenkunft. Am 12. August unternahmen die Vereine Oberhausen, Hamborn, Mülheim, Gladbeck und Duisburg eine Treffahrt, die zur Befriedigung .aller Teilnehmer verlief. Landesverband Baden. Die letzte Delegiertentagung in Pforzheim, über welche in diesem Blatte bereits berichtet wurde, brachte sämtlichen, dem Verbände angeschlossenen Vereinen neue Anregungen für die weitere Vereinsarbeit. Wie aus den Berichten der einzelnen Vereine hervorgeht, wurde zunächst jeweils ein Abend der Aussprache über die Tagung gewidmet. Je naeh den örtlichen Verhältnissen entwickelte sich hieraus das Programm für die Arbeit innerhalb der Bünde. So fanden in. Karlsruhe u. a. mehrere Vortrags- und Heimabende statt, in denen folgende Themen behandelt wurden: Ueber „Kapitalismus und Sozialismus" sprach Hans Friedberg in Form eines Arbeitszyklus, Dr. Jos. Weil sprach über „Eugen Fuchs", und Dr. L. Friedberg über „Theodor Herzl". Außerdem fanden Sonntags, wie in den meisten übrigen Vereinen, Wanderungen oder Treffahrten mit benachbarten Vereinen statt. In Rastatt macht die Arbeit erfreuliche Fortschritte. So sprachen unter anderen Rosi Nachmann über „Die Juden als Einheit der Liebe", sowie Paul Elsaß-Karlsruhe über „Die Juden in der neueren deutschen Literatur", während in einigen Heimabenden unter Leitung von Erna Kuppenheimer Fragen wie „Brauchen wir Religion" und „Judentum als Religionseinheit" behandelt wurden. Ein Heimabend mit dem Thema „Die Reichstagswahl und wir Juden" brachte einen interessanten Meinungsaustausch über Politik und Parteien. F r e i b u r g beschränkt während der Sommermonate seine Arbeit auf Turn- und Heimabende sowie Wanderungen jnd Treffahrten. Auch in den Vereinen Konstanz, Emmendingen, Kippenheim und Bruchsal fanden in letzter Zeit hauptsächlich Heimabende und Wanderungen statt. In Heidelberg sprach Paul Steeg, Karlsruhe, über /.Gesinnung und Bekennen im Judentum". Zu diesem Vortrage hatten sich außer den Mitgliedern des Jugendbundes eine große Anzahl Gemeindemitglieder eingefunden, was besonders zu begrüßen, da der Heidelberger Jugendbund bisher leider recht isoliert innerhalb der Gemeinde dastand. Nachdem in Pforzheim Herr Lehrer Marx seinen. Arbeitszyklus über „Die Entwicklung des jüdischen Gottesdienstes" beendet hatte, fanden verschiedene Einzelvorträge und Heimabende statt. So stellte Berti Landau „Walter Rathenau" in den Mittelpunkt einer interessanten Aussprache, währendHansFriedberg, Karlsruhe, über „Zionismus und Sozialismus" sprach. Der Einladung der Zähringer Loge Pforzheim zu einem Vortrag Martin Buberüber „Die. Bibel und der heutige Mensch" war ein sehr großer Teil unserer Mitglieder gefolgt. Aus Anlaß der Feiertage gab Herr Lehrer Marx in Form einer Schewuoth-Betrachtung die wesentlichsten Teile des Schewuoth-Lernens wieder. 14 Erfreulicherweise kann festgestellt werden, daß der Jugendbundarbeit seitens der Gemeinden immer mehr Verständnis entgegengebracht wird. Badisches Treffen am 5. August in Bühl-Geroldsau- Baden-Baden. An diesem Treffen nahmen 8 badische Vereine (darunter auch die dem Verband nicht angeschlossene jüdische Arbeitsgemeinschaft Mannheim) mit insgesamt etwa 63 Mitgliedern teil. — Nach etwa dreistündiger Wanderung und kurzer Mittagsrast wurden die sportlichen Wettkämpfe bei den Geroldsauer Wasserfällen ausgetragen, darunter auch die Stafette um den badischen Wanderpreis. Nachdem dieser vor zwei Jahren auf dem Feldberg an den JJV. Konstanz gefallen und im vorigen in Triberg an den JJV. Freiburg gewonnen war, siegte in diesem Jahre die Mannschaft des JJB. Emmendingen, der überhaupt durch die besten sportlichen Leistungen und die stärkste Beteiligung vollste Anerkennung verdient. — Nachmittags fand u. a. auch eine Besprechung aller anwesenden Vorstandsmitglieder statt, die sich in der Hauptsache mit der Fördereraktion und der Winterarbeit beschäftigte. Es wurde beschlossen, soweit es die örtlichen Verhältnisse gestatten, gleich nach den Fäiertagen mit größeren Werbeveranstaltungen an die jüdische Oeffentlichkeit zu treten, um weitere Kreise für die Arbeit der Jugendbünde zu interessieren. vereine Düsseldorf. Die Arbeit des Düsseldorfer Jugendvereins erlitt auch während der Sommermonate keine Unterbrechung. Alle 14 Tage fanden Heimabende über die Themen „Freundschaft", „Eltern und Kinder", „Ueber das Urteilen", „Was ist ein Witz", „Berufsfreude" usw. statt, die trotz Hitze und Ferien regelmäßig von rund 50 Teilnehmern besucht waren. An den dazwischenliegenden Dienstagen wurden Dampferfahrten auf dem Rhein, oder Abendspaziergänge gemacht, und Sonntags wird selbstverständlich regelmäßig gewandert. — Außerdem fand 14tägig die Arbeitsgemeinschaft über Kulturfragen und in gleichen Abständen Freitagabendfeiern statt. — Die Junggruppe befindet sich während der ganzen Ferien auf großer Fahrt im Schwarzwald. Gelsenkirchen. Nach der Dresdner Tagung fanden zwei Heimabende statt, in denen über Dresden und Essen berichtet wurde. Das Ergebnis der außerordentlich regen Aussprache war der Beschluß, im kommenden Arbeitshalbjahr das Thema „Das religiöse Problem" zu besprechen, und zwar in regelmäßig stattfindenden Arbeitsgemeinschaften, die durch größere Vortragsabende eingeleitet werden. Nebenher sollen auch Gemeindefragen besprochen werden. Zwei Freitagabendfeiern hatten einen erfreulich starken Besuch aufzuweisen. Bei einem Unterhaltungsabend erfreute uns der Schülerbund mit ansprechenden Aufführungen. Hamborn. Im Monat Juli sprachen bei uns Hannah Vyth über Max Stirner, Salomon Eigenfeld über Theodor Herzl, Dietrich Lublinski über den Friedenswillen. — Eine Wanderung .nach Mölln an den Rheinstrand verlief sehr erfreulich, ebenso eine gemeinsame Abendwanderung. — Am 9. Juli wurde ein Sprechchor gegründet, der seine Arbeit aber erst nach den Ferien aufnehmen wird. — Trotz des Sommerwetters und der Ferien waren alle Veranstaltungen recht gut besucht: Köln. Am 2. Juli fand im Rießer-Saal der Rheinland-Loge unsere diesjährige Generalversammlung statt. Die Aussprache über die Arbeit des verflossenen Jahres war äußerst rege. An den Heimabenden, die Dr. Robert Salomon leitet, sprechen wir über jüdische und allgemeine Fragen. Die Abende finden unter den Mitglieder;) einen solchen Anklang, daß unser Heim last immer überfüllt ist. — Im vergangenen Winter wurden verschiedene Arbeitsgemeinschaften gegründet, u. a. eine solche über Jüdische Geschichte unter Leitung von Levy Wolff, über „Psychologie des Jugendalters", unter Leitung von Dr. GoWberg, über „Soziologie", unter Leitung von Dr. Schweizer, und über „Zionismus". — An großen öffentlichen Vortragsabenden sprachen Ernst Simon, Frankfurt, und Professor Theodor Lessing, Hannover. — Jeden Freitagabend kommen wir zusammen, um uns zwanglos über jüdische Fragen zu unterhalten. Im Sommer ist natürlich unsere Wandergruppe die Hauptstütze des Vereins. Jeden Sonntag ziehen wir hinaus ins Freie, und einmal in der Woche treffen wir uns bei gutem Wette* im Stadtwald. — Neuerdings haben wir eine Singgruppe gegründet. — Der 1. Vorsitzende Werner Alexander legte sein Amt wegen Arbeitsüberlastung nieder. Er hat es verstanden,