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Der Jugendbund · 1928-07-01 · 7 (1.7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
14 (1928)
Issue
7 (1.7.1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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schon am Freitag nach Heilbronn gekommen und hatten einen schönen Heimabend im Heim der Heilbronner Junggruppen verbracht. Die lebhaften 10 Berliner hatten sich bald mit der Heilbronner Schar befreundet. Nach lustiger Bahnfahrt im herrlichen Eberbach angekommen, wurde ein feiner Lagerplatz am Neckar gewählt. Bald war auch schon ein Zelt aufgeschlagen, dessen Bau der Pfadpfinderei der Kadimah alle Ehre machte. Da es an diesem Sonntag fürchterlich heiß gewesen war, flüchteten sich die meisten sehr häufig in die Arme des gutmütigen Neckars. Wasserballspiele und Wettschwimmen, Völkerballspiele und Läufe ließen es nicht an Abwechslung fehlen. Trotz der Hitze herrschte den ganzen Tag über eine vergnügte, fröhliche Stimmung. Ein starkes Gemeinschaftsgefühl verband die Gruppen. Mit einem herzlichen Chasak schieden wir am Abend voneinander. Carola Reis. Konstanz. Mittwoch, den 6. Juni: Im Heimabend berichtete Marianne Hilb über die Tagung in Dresden. — Sonntag, den 10. Juni: Fahrt nach Friedrichshafen mit dem Stadtausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege zur Besichtigung des Zeppelins: — Mittwoch, den 13. Juni: Heimabend. An' diesem Abend wurde lediglich über die bevorstehende Treffahrt nach Stuttgart gesprochen. In Zukunft sollen auch Jugendliche von 15 Jahren für unsere Sache interessiert werden. — Mittwoch, den 20. und 26. Juni: Heimabende, bei denen sich auch die Jüngeren lebhaft an einzelnen Tagesfragen beteiligten. — Mittwoch, den 4. Juli: Bravmann berichtet in diesem Heimabend über den jüdischen Kalender. — Mittwoch, den 11. Juli: An diesem Abend lasen wir aus der Verbandszeitung und debattierten besonders über das Referat Herbert Felsenthals. Wie ihr seht, haben wir im Sommer lediglich Heimabende, die ungefähr von 12 bis 15 Jugendlichen besucht waren. Marianne Hilb. Landsberg (Warte). Am 13. März fand die Versammlung statt, in welcher Fritz Schwarzschild und Dr. Rosenzweig sprachen. Der in dieser Versammlung gewählte Vorstand nahm sofort die etwas gelockerte Verbindung mit dem Reichsverband auf. In den Vorstandssifzungen und Versammlungen wurden die Verbandszeitung und Rundschreiben eingehend besprochen. — Die Zusammenkünfte fanden wieder regelmäßig jeden zweiten Mittwoch statt. Im Vordergrunde der Besprechungen stand lange Zeit die Dresdener Tagung. An der Tagung selbst nahmen 3 Delegierte teil, die nach der Tagung Bericht erstatteten. Mit besonderem Interesse wurde die Frage besprochen, inwieweit Vertreter des Jugendbundes in die Gemeindevertretung gewählt werden könnten. — Mehrfach wurden auch Freitagabende veranstaltet, welche stark besucht waren. Neugegründet wurde ein Kulturausschuß, ein Werbekomitee und ein Vergnügungsausschuß. Gerade diese Einrichtung hat das Interesse an dem Verein noch gestärkt. Eine Sommerpause im eigentlichen Sinne machen wir im Gegensatz zu den früheren Jahren nicht. Für unsere Sitzungen stehen uns jetzt wieder die neuen Räume der Toleranzloge zur Verfügung. Sobald die Reisezeit vorüber ist, wollen wir noch einem größeren Kreise Bericht über die Dresdener Tagung erstatten. Dr. Herbert Mannheim. Stettin. Nach längerer Untätigkeit des Bundes war ein Vortragsabend auf den' 6. März 1928 anberaumt worden. An diesem Abend sprach Fritz Schwarzschild, Düsseldorf, über „Wesen und Aufgaben jüdischer Jugendarbeit". Die an den Vortrag sich anschließende Aussprache wurde entscheidend für das weitere Bestehen des Bundes. Neue Menschen stellten sich für die Bundesarbeit zur Verfügung und gingen daran, ein neues Bundesleben zu gestalten. Mit der Erklärung, daß für ihn die jüdische Betätigung auf Grund seiner Zugehörigkeit zum Aelterenbund Kameraden unter der jüdischen Jugend Stettins gerade im dortigen jüdischen Jugendbund möglich erscheine, übernahm Erwin Seegall die ihm angebotene Leitung des Bundes. Rabbiner Dr. Elk, akademischer Religionslehrer Dr. Rosenberg und für den nationaljüdischen Kreis Erich Altmann, erboten sich zur Mitarbeit. Damit waren die Voraussetzungen für die wiederbeginnende Bundesarbeit geschaffen, an der sich die jüdische Jugend Stettins aus allen Lagern und allen Parteien zahlreich beteiligte. Nur die Mitglieder des deutsch-jüdischen Wanderbundes „Kameraden" halten sich von den Veranstaltungen des Bundes fern, weil sie zwar nicht den Inhalt, aber die Form dieser Veranstaltungen für sich ablehnen zu müssen /glauben. Die Bundesarbeit wird geleistet in Vortragsabenden, Klub- und Spielabenden, bei Freitagabendfeiern _. (alle 14 Tage), Arbeitsgemeinschaften (auf politischen, historischen, musikalischen Gebieten), und bei Wanderungen. Neueingerichtet wurden in letzter Zeit eine hebräische Abendschule, ein Chor, und ein Schachkursus. Von den Vorträgen, die an den großen Dienstagabenden, öffentlich und Gästen zugänglich, gehalten wurden, sind hervorzuheben: „Die Haggadah", eine Darstellung mit musikalischer Illustration, von Kantor und Lehrer James Rainowitz, „Henrik Ibsen", zur Erinnerung an seinen 100. Geburtstag, von Rabbiner Dr. Elk, „Die Gemeinde", von Rechtsanwalt Richard Schaefer, „Die politischen Parteien', ein Ueberblick als Vorbereitung für die Wahlen, von Referendar Seegall, an Stelle des verhinderten Referendars Dr. Gottschalk, „Fritz von Unruh", von Hans Oppenheimer, Syndikus des CV. Stettin, „Die Erziehung der jüdischen Jugend Palästinas", von Erich Altmann, „Filmkunst", von Gert Joachim Michel, „Die Dresdener Verbandstagung und die Fahrt nach Prag", von Referendar Seegall und Erich Altmann. In der Zeit von Mitte Juli bis Mitte August haben wir mit Rücksicht auf die Ferien und Urlaubsreisen den Bundesbetrieb auf die Arbeitsgemeinschaften, zwanglose Zusammenkünfte und kleinere Wanderungen beschränkt. Als letzte größere Veranstaltung hatten wir einen Konzertabend, der auch von einer Reihe jüngerer Ehepaare, sowie von der Stettiner „Musikantengilde" besucht wurde. — Neben den regelmäßigen Sonntagswanderungen fanden zwei von uns zustandegebrachte Trefffahrten statt, und zwar eine mit sämtlichen Stettiner jüdischen Jugendvereinigungen in der Buchheide bei Stettin und eine zweite mit dem Bezirksverbande Groß-Berlin unseres Verbandes und mit dem Jüdischen .lugendbunde „Berthold Auerbach", Stralsund, in Chorinchen bei Eberswalde. — Eine Junggruppe besitzt unser Bund nicht. Wir haben von der Bildung einer solchen ' Abstand genommen, um nicht neue Zersplitterung in die jüdische Jugend Stettins hineinzutragen. Doch haben wir, insbesondere mit Rücksicht auf die Dresdener Beschlüsse des Hauptvorstandes unseres Verbandes, unsere Beziehungen zum jüdichen Pfadfinderbund „Kadimah", Stettin, sehr eng gestalten können. Im Vorstand unseres Bundes befindet sich -ein Vertreter des „Kadimah" (Lutz Peiper), durch ihn wird die Verbindung zu den Kadimahleuten aufrechterhalten. Der Kadimah Stettin hat sich verpflichtet, seine Aclteren in den Jugendbund zu schicken und seine Jüngeren so zu erziehen, daß sie in unseren Bund hineinwachsen. Unsere Veranstaltungen finden statt in den Räumen der UOBB.-Loge „Alemannia" Stettin, Friedrich-Karl-Straße Nr. 3, die uns bereitwilligst zur Verfügung gestellt wurden. — Die sehr gute Bibliothek der jüdischen Gemeinde zu Stettin steht unseren Mitgliedern unentgeltlich zur Benutzung frei, auch können wir für kleinere Veranstaltungen den hierfür sehr geeigneten Bibliotheksraum der Gemeinde benutzen. — Nachdem die Existenz unseres Bundes und sein reges.Leben auf lange Sicht gesichert ist, können wir auch die Verbandsarbeit in Pommern auf eine breitere Grundlage stellen. Wir bilden zunächst mit dem Jugendbunde Stralsund eine pommersche Bezirksgruppe des Verbandes. Unter Hinzuziehung der in der Gründung bzw. Wiederbelebung befindlichen Jugendbünde: Stargardt, Stolp, Pyritz und Prenzlau werden wir jedoch alsbald einen eigenen Bezirksverband bilden können. — Am 25. und 26. August er. findet in der Nähe unserer Stacjt ein Treffen der Bezirksverbände bzw. -gruppen: Groß-(Berlin, Lausitz, Grenzmark, Mecklenburg-Holstein und Pommern statt, das wir im Interesse der Verbandsarbeit in den östlichen Reichsgebieten veranstalten. Wer Näheres über unser Tun und über unsere weiteren Pläne zu erfahren wünscht, besuche dieses Treffen und uns Stettiner. Wir laden auch an dieser Stelle alle Verbandsfreunde herzlichst ein. Erwin Seegall.

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