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Der Jugendbund · 1928-07-01 · 7 (1.7.1928) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
14 (1928)
Issue
7 (1.7.1928)
Date
1928-07-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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sagen, um den Berlin-Stettiner Eilzug zu erreichen, wir wissen aber, daß ihnen der Abschied von uns doch zu schwer wird. In Eberswalde muß geschieden sein, in aller Augen blinken Tränen, die nur durch das Versprechen, zur nächsten TreffahrJ nach Stettin zu kommen, getrocknet wurden. Im ganzen eine äußerst gelungene Treffahrt, die zu aller Zufriedenheit durchgeführt wurde. Jupp Baiice r. Buchbesprechungen Fritz Ton Unruh, Auseinandersetzung mit dem Werk. 97 Seiten. Der Buchverlag der Frankfurter Sozietätsdruckerei gibt mit diesen drei Aufsätzen und einem Vorspruch des Preußischen Kultusministers Dr. Becker enthaltenden Buch eine Auseinandersetzung, die gleichzeitig eine hervorragende Einführung in das Schaffen und die Gedankenwelt Fritz von Unruhs ist, der, wie kaum ein anderer, unser Dichter, der Dichter der Jugend ist. — Man wird es mit Genuß und Gewinn lesen. - Jakob Jakobs. Aus unbekannten Schriften, Festgabe für Martin Buber zum 50. Geburtstag. Verlag Lambert Schneider, Berlin. 245 Seiten. Preis 7 Mark. Dieses meisterhaft bei Jakob Hegner, Hellerau, auf Ballonleinen gedruckte Werk Ist eine ebenso wertvolle Festgabe für die Literaturgemeinde Deutschlands wie für Martin Buber, den Meister des Wortes und tiefgründigen Denker, selbst. — Die besten Federn vereinen sich, um Ungedrucktem und Unbekanntem bei diesem festlichen Anlaß die würdige Resonnanz zu sichern, und es ist ein neues Geschenkwerk gegeben worden, das größter Verbreitung in unserem Kreis würdig ist. Das Erscheinen dieser Festgabe für Martin Buber ist für uns eine Freude. Jakob Jakobs. Quellenbuch zur jüdischen Geschichte und Literatur. Von Dr. Julius Höxter. 4. Teil: Europäische Länder in der Neuzeit. Preis 1,80 Mark. Verlag J. Kautfmann, Frankfurt. Was wir von den übrigen Teilen des Qucllenbuches gesagt haben, trifft auch auf diesen zu. Die Vergangenheit wird lebendig, wenn wir diese geschickt ausgewählten Stücke lesen. Charakteristische Originalschriften vermitteln uns im Auszuge Zeitbilder aus dem Leben -der Juden in der Türkei, in Holland, Italien, Polen und Deutschland bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Wir wiederholen: Diese Bücher, die ja auch im Preise mäßig gehalten sind, gehören in die Hand jedes Jugcndvereinlers und bieten anregenden Stoff für zahlreiche Heimabende. K. Jüdische Schwanke, herausgegeben von Max Präger und Siegfried Schmitz. R.-Löwit-Verlag, Wien-Leipzig. Es gibt Witze, über die man nicht einen vollen Lacher tun kann, sondern über die man sich nur besinnen und freuen kann. Solche Witze wecken ein wissendes Schmunzeln, eine Heiterkeit, die um die Sonderart des Menschen, der bewitzelt wird, weiß. Solcherart sind die „Jüdischen Schwänke", keine antisemitischen Moritzchen-Witzchen, sondern Erlauschtes aus dem Leben des, meist ostjüdischen Menschen, der ein Talmudist, ein Dialektiker und ein Philosoph, ein .Lebenskünstler ist. Besser als viele wissenschaftliche Deduktionen führen diese Schwänke in das Sein und So-Sein des Ostjuden ein. Ein.: Fundgrube der Menschenerkenntnis, verdienen sie gelesen und — bedacht zu werden. Denn im Spiegel des Witzes erkennen Volk und Mensch sich selbst. Unter diesem humorigen Gesichtspunkt verlieren sich dann manche Ecken und Unterschiede . . . E. und I. de Goncourt, Dienstmädchen Germine Lacerteux. Aus dem Französischen von Kurt Kersten. E. Laubschc Verlagsbuchhandlung, Berlin. Ein Buch, „das von der Straße kommt", der erste Roman kW der kleinbürgerlichen und proletarischen Sphäre, vor sechzig Jahrein einen neuen Romantyp begründend und eine Welt von Lesern revolutionierend, wird in einer sauberen und wohlfeilen Ausgabe und in guter Uebersetzung nun auch dem deutschen Leser vorgelegt. Eine so scharfe, nicht gemachte und deshalb ursprüngliche Realistik verbindet sich mit feinem Fingerspitzen- 12 gefühl und malt ein Bild von grauer und grausamer Tätsächlichkeit. Die Heldin ist ein nicht unbekannter Menschentyp. Sie führt ein Doppelleben, eine Tag- und eine Nachtschicht stoßen sich hart ab und am Riß verblutet Körper und Seele. Man darf das Buch vielen von uns in die Hand wünschen. Mus dem Leben des Verbandes Aachen. Am 5. Juni hielt der Aachener Jugcndvcrein seine Sitzung über die Dresdener Tagung ab. — Die Sprechchorprobe, geleitet von Rabbiner Dr. Schönberger, fand Dienstag, den 26. Juni, im Gemeindehaus statt. Wir probten Karl Brögers „Stimmen der Jugend". — Dienstag, den 19. Juni, fand ein Vortrag des Leiters unseres Synagogenchors, Herrn Richard Heidelberg, statt über „Richard Wagner und seine Stellung zum Judentum". In überaus interessanter Weise zeichnete der Redner ein Bild des Lebens Wagners und dessen spätere Ablehnung von Juden und Judentum. Eine rege Diskussion folgte diesem äußerst anregenden Vortrag, der nicht nur über Wagners Stellung zum Judentum, sondern auch über jüdische Musik reichen Aufschluß gab. — Dienstag, den 3. Juli, berichteten Betty Kaufmann und Max Cohn über die Führertagung in Essen. — Samstag, den 7. Juli, fand unser Sommerfest statt. H. L. Elmshorn. Einen überraschend schönen Verlauf nahm die Gründungsfeier des jüdischen Jugendbundes Kimshorn am 8. Juli d. J., dem außer Sr. Ehrw. Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach, Altona, Herr K. Burin als Vertreter des JJB. Lübeck und des Landesverbandes Mccklenburg-Schleswig-Holstein des VJ.ID. und Herr Rechtsanwalt E. Rosenschein als Vertreter des JJB. Harburg, zahlreiche Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Elmshorn beiwohnten. — Nach einem in der Synagoge abgehaltenen Gottesdienst, in welchem Herr Lehrer Baum die Predigt hielt, folgte eine Feier im Gemeindehaus. Hier sprach Herr Hans Stoppelman einen Prolog, worauf der Vorsitzende des JJB. Elmshorn, Herr Fritz Wprner Oppenheim, das Wort zur Begrüßungsansprache ergriff. — Im Namen des Vorstandes der Israelitischen Gemeinde Elmshorn sprach Herr Sally Oppenheim als Vorsteher die herzlichsten Glückwünsche für den Jugendbund aus. Karl Burin, Lübeck, und Herr Rechtsanwalt Rosenschein, Harburg, übermittelten namens ihrer Bünde, sowie namens des Reichsverbandes die herzlichsten Wünsche für das Gedeihen des Jugendbundes. Es folgte ein außerordentlich anregender, interessanter Vortrag des Herrn Oberrabbiner Dr. Carlebach, Altona, und zwar über die „Prophetengestallen Michelangelos". Ein gemütliches Zusammensein aller in freudige Stimmung versetzten Anwesenden schloß sich dem begeistert aufgenommenen Vortrag des Herrn Oberrabbiner Dr. Carlebach an. Hamborn. Zuerst eine sehr erfreuliche Mitteilung. Die Synagogengemeindc hat uns ein Jugendheim eingerichtet. Dadurch ist uns unsere Arbeit sehr erleichtert worden. So ist es uns auch möglich, unsere Arbeit auch im Sommer fortzusetzen. — Am 4. Juni hatten wir unseren ersten Spielabend. — Am 11. Juni berichteten Aribcrt de Jongc und Salomon Eigenfeld vor aktiven und passiven Mitgliedern über Dresden. — Am 18. Juni sprach und las Dietrich Lublinski über „Martin Buber" und aus Bubers Werken. Es folgte eine rege Diskussion. — Am 25. Juni hielt Arnold Vylh ein Referat über „Jüdische Moral". Die interessanten Ausführungen wurden mit großem Interesse angehört. — Am 2. Juli las Hanna Vylh aus „Max 'Stirner", vor. Es folgte eine lebhafte Diskussion, besonders über Religion und Glaube. — Am 17. Juni fand eine Wanderung statt, die unser Wanderführer Dietrich Lublinski leitete. Durch das Regenwetter hatte die Tour eine schlechte Beteiligung. -- Außerdem haben noch eine Anzahl Mitglieder an einem Heimabend des Duisburger JJB. teilgenommen, sowie an der Tagung in Essen. — Unsere Junggruppe arbeitet sehr flott und macht uns alle Ehre. Salomon Eigehfeld. Heilbronn. Am Sonntag, dem 15. Juli, zogen die Heilbronner Junggruppen gemeinsam mit zehn Berliner Kadimahnern auf Fahrt nach Eberbach im Odenwald. Die Kadimahner waren

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