Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 6 (1.6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/6492456-6352307-6352540--0639-4928809- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Einer wollte mich erneuen. Macht es schlecht, verzeih mir Gott, Achselzucken, Kümmereien — Und er hieß ein Patriot. Ich verfluchte das Gewäsche, Rannte meinen alten Lauf. Narre, wenn es brennt, so lösche. Hat's gebrannt, bau wieder auf! Schlußansprache Der Sprechchor spricht „Stimmen der Jugend", von Bröger. Dr. Hugo Hahn (Essen): „Wenn auch alle Opfer aufhören, so darf doch das Opfer der Dankbarkeit nie zu Ende gehen", lautet ein altes jüdisches Wort. Darum ist es unsere Pflicht, am Ende dieser Tagung der Freunde dankbar zu gedenken, die es uns ermöglicht haben, die Tagung in so vorzüglicher Weise, in einem so wunderbaren Rahmen hier in Dresden abhalten zu können. Unser erstes und tiefstes Dankeswort gebührt unseren Verbandsfreunden H i r s c h e 1, die durch ihre aufopfernde Arbeit unsere Tagung möglich gemacht haben. (Starker, andauernder Beifall.) Unser Dank gilt ferner uirserm Freund Dr. Wolf und unseren anderen Dresdener Jugendbündlern, den Dresdener jüdischen Organisationen, an ihrer Spitze der Gemeinde und der w. Fraternitas-Loge, für ihre Hilfe und Mitwirkung zum Gelingen der Tagung. Wir alle, die wir hierher gekommen sind, werden die Stunden, die wir in Dresden verleben durften, nicht vergessen. " Ich darf Euch bitten, dem alten Brauche unserer Tagungen entsprechend, mit mir zu rufen: Unser Jugendverband, der Verband der Jüdischen Jugend- \ ereine Deutschlands, er lebe hoch! Die 7. ordentliche Delegiertentagung des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands ist geschlosen. Vorderseite der Dr. Klein überreichten Plakette. Geschlossene Delegiertentagung Montag, den 28. Mal 1928, morgens 8 Uhr Tagesordnung: 1. Kassenbericht und Etatentwurf. 2. Aussprache zum Tätigkeits- und Kassenbericht; 3. Statutenberatung; 4. Anträge und Verschiedenes; 5. Wahlen: a) Vorstand; b) Beirat. Präsidium: Herbert Felsenthal. Düsseldorf Dr. Hermann Lehmann, Bremen, erstattet den Bericht der Mandatprüfungskommission. Stimmberechtigt sind 272 Delegierte, hiervon 31 Vorstandsmitglieder, 5 Beiratsmitglieder und 236 Delegierte aus 116 Bünden. 1. Karl Goeritz, Chemnitz, erstattet den Kassenbericht für die Zeit vom 1. Juni 1926 bis Mai 192S. Kr legt der Dcrcgiertentagung den Etatentwurf für die Jahre 1928 29 und 1929/30 vor und übt lebhafte Kritik an der mangelhaften Unterstützung der Fördereraktion durch die Vereine und an der nachlässigen Beantwortung der wichtigen Rundschreiben des Verbandes. 2. In der Diskussion über den Tätigkeits- und Kassenbericht, sowie den Etat, irt der Albert Goldschmidt, Berlin. Robert Marcus, Essen, Ernst Holzer, Frankfurt, Richard Rauner, Kreuznach, Heinrich Guttmann, Chemnitz, Eugen Roth. Cöthen, Fritz Schwarzschild, Wiesbaden, Jack Raphael, Beckum UM Dr. Jacob,' Saarbrücken, das Wort ergreifen, werden die einzelnen Posten des Etats einer eingehenden Kritik unterzogen und bestimmte Forderungen in bezug auf die stärkere Rücksichtnahme der Verbandsleitung auf die Wünsche der Vereine zum Ausdruck gebracht. Für den Kassenbericht wirddurch Akklamation Entlastung erteilt. Der Etat wird gemäti dem vorliegenden Entwurf durch Akklamation en bloc angenommen. — 3. Satzungsberatung. Referent: Ernst Holzer, Frankfurt a. M. Nach langen Bemühungen im Hauptausschuß ist es möglich, einen einheitlichen Entwurf einzubringen. Der Ausschuß legt einstimmig eine neue Formulierung des Tendenzparagraphen vor. Für § 4 Abs. 1 und 4, § 7 Abs. 4, $ 9, jj 14 und § 24 schlägt der HauptausschuQ einige formale Aenderungen gegenüber dem Entwurf der Verbandsleitung vor. Zu § 6, betreffend die Wahl der Delegierten zur Dclegiertentagung. liegt ein Antrag des JJV. München vor. diesen Paragraphen wie folgt zu teirmulieren: „Die Delegierlenlagung besteht aus den Delegierten der Verbandsvercinc." Zusatzantrag von Dr. Hermann Lehmann, Bremen, zu § 6: „Die Delegierten sind an Aufträge nicht gebunden.'' Der Satzungsentwurf wird gemäß den Vorschlägen der Satzungskommission und den Abänderungs- bzw. Zusatzanträgen des JJV. M.ünchcn und Dr. Hermann Lehmann, Bremen, einstimmig angenommen. (Die neuen Satzungen sind in dieser Nummer abgedruckt.) 4. Anträge. Referent: Alfred Bonnin, Bielefeld. Er begründet nachstehenden Antrag von * Alfred Bonnin, Bielefeld, und Dr. Hermann Lehmann. Bremen: „Unser Weg in die Wirklichkeit macht es uns zur Pflicht, uns mit allen Fragen des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Lebens auseinanderzusetzen. Unsere Stellung zu politischen und wirtschaftlichen Fragen ergibt sich zu einem wesentlichen Teil aus der beruflichen Tätigkeit des Einzelnen uncT kann daher nicht durch Vorschriften des Verbandes richtunggebend bestimmt werden. Dies schließt'jedoch nicht aus, daß es auch zu den" Aufgaben des Verbandes gehört, in derartigen Fragen objektiv an der Belehrung seiner Mitglieder zu arbeiten. Dagegen gehört es unbedingt zu den Aufgaben des Verbandes, zu allen kulturellen und kulturpolitischen Problemen von sich aus Stellung zu nehmen. Zur Erfüllung dieser1 notwendigen Aufgabe seines Arbeitsgebietes wird ein kulturpolitisches Dezernat aus fünf Verbandsfreunden gebildet, an dessen Spitze ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes steht. Dieses Dezernat hat die Aufgabe, alle kulturellen und kulturpolitischen Probleme im Geiste, des Fortschrittes und im Sinne der modernen Jugendbewegung, im Kampf gegen jede Reaktion, zu bearbeiten." 25