Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 6 (1.6.1928)
- Date
- 1928-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Oeffenfliche Delegiertentagung Präsidium: Rabbiner Dr. Klein. Düsseldorf Dr. Klein (Düsseldorf): Mit tiefbewegtem Herzen eröffne ie mil die siebente ordentliche Delegiertentagung 'des Vcrbag.dei der Jüdischen Jugendverc i n r Deutschlands. Meine Gedanken wandern zurück in die Zeil .-.v eineinhalb Jahren, wo in Berlin die Führer des Verbandes ohne irgendein festes Marda! zusammen kamen, nur .ms dem innersten Gefühl heraus, d iß der Verband leben müsse, um der indischen Jugend Willen. L nd als ich damals provisorisch die Leitung des V-r'>a' des übernahm, da waren es nur einzelne Vereine, auf die v. lr rechnen konnten. Das, im man wahrhaft Verband nenne , durfte, nämlich eine wirkliche'innere Zusammenfassunc, »Jr verschwunden. Dann kam die erste Tagung nach der Neuauferstehung, die Tagung in Düsseldorf. Jeder einzelne, der 'diese Tagung mitgemacht hat,, der wirzl vor allen Dingen zwei Tatsachen im Gedächtnis behalten haben: auf der eine.1 Seite diese große Schar von jungen Menschen, die dorthin kamen, um den Verband neu zu schaffen, und auf der anderen Seite das, was damals draußen, in den Straßen Düsseldorfs, vjr sich ging, die Bataillone des Stahlhelms, die Stunden ürd Stunden an unserem Tagunglokal vor- ..-herzogen, während wir irr ernster und stiller Arbeit für das W .hl Jer jüdischen Jugend tätig waren. Nun, mein« i.ehen Freunde, zwei Jahre sind seitdem vergossen, zwei .labe intensivster Tätigkeit für die Vcrbandsleit-urg und für die Vereine. Wir dürfen heute sagen, daß der r da ist, nicht nur als eine äußerliche Zusammenugendvereine. sondern als ein lebendiges Ganze, -ache, die im deutschen Judentum gewertet wird, ic it mehr fortdenken kann aus dem Leben der luden und des Judentums überhaupt. 1 *wen« wir dieser Tagung das Gepräge gegeben haben, Wirklichkeit hier zu Worte kommen soll daß wir ei wollen, den Schritt in die Wirklichkeit zu tun, wir n ' Menschen, die wir von Idealismus durchdrungen sind, v wir aber auch erkannt haben, daß dieser Idealismus allein : nichts nütze ist, wenn er nicht Wirklichkeit wird, wenn wir Tagung dieses Gepräge gegeben haben, so wissen wir, wir diesen Weg beschreiten mit all dem Ernst, den wir in Je.-.i Bewußtsein wahrer Verantwortlichkeit in uns tragen. Mit diesem Ernst, meine lieben Freunde, wollen wir in die Arbeit dieser Tage hineingehen. Wir wollen vor allen Dingen bei alledem, was wir zu sagen und zu raten haben, immer das eine uns sagen: Wir kennen unsere Verantwortlichkeit für die jüdische Jugend in Deutschland. Wir wissen, daß all das, was wir hier beginnen, sich auswirken wird für einige Jahre, vielleicht für lange Zeit. Ich grüße Euch im Namen des Vorstandes von ganzem Herzen und wünsche, daß Ihr von dieser Tagung mitnehmt, was Ihr erhofft. Ich begrüße auch all die Gäste, welche hierher geeilt sind. Ich begrüße all die einzelnen Organisationen, die durch ihr Erscheinen oder dadurch, daß sie uns brieflich ihre Wünsche übermittelten, ausgedrückt haben, daß sie wissen, worum es sich bei der Sache des Verbandes handelt. Ich begrüße die Vertreter der Großloge für Deutschland L'OBB.', der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, des Allgemeinen deutschen Rabbinerverbandes, des Verbandes der jüdischen Lehrervereine Deutschlands, des Jüdischen Frauenbundes, der Vereinigung für das liberale Judentum, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, des Centraivereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, des Verbandes für Jugendhilfe in Dresden, des Reichsausschusses der jüdischen Jugendverbände, des Wanderbundes „Kameraden", des „Kadimah", der jüdischen Gemeinde zu Dresden, des Landesverbandes Sachsen der jüdischen Religionsgemeinden und der w, Fraternitas-Loge zu Dresden. Ich teile ferner mit, daß uns Glückwünsche und Grüße übermittelt haben: Rat zu Dresden, Amt für Leibesübungen; Sächsisches Arbeits- und Wohlfahrtsministerium: Bayrischer Gemeindeverband: Oberrat Württemberg, .Oberrat Baden, Allgemeiner deutscher Kantorenverband: Ostdeutscher Logenverband: Deutscher Kreis des Makkabi-Weltverbandes; Verein der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten Deutschlands, Bundeslcitung des Jung-Jüdischen Wanderbundes: Rabbinal München; Rabbiner Dr. Eschelbacher, Düsseldorf; Oberrabbiner Dr. Altmann, Trier: Bezirksrabbiner Dr. Grzyminesch, Bruchsal: Rabbiner Dr. Vogelstein, Breslau: Rabbiner Dr. Holzer, Hamburg: Mittelschullehrer Stern, Berlin; Lehrer Neuhaus, Fritzlar; Rechtsanwalt Dr. Alfred Apfel, Berlin; Fritz Hagclberg, Konstanz; Synagogengemeinde Düsseldorf; Lehrer Capell, Wiesbaden; Junggruppe Bremen; Rabbiner Dr. Lazarus, Wiesbaden; Rudolf Mainz, Düsseldorf, Lehrer Nußbaum, Dortmund, Rabbiner Dr. Kober, Köln. Wir wollen nun möglichst bald in unsere eigentliche Tagung eintreten. Vorher aber gebe ich das Wort Herrn Rechtsanwalt Salinger, Dresden, Vorsitzender des Ehrenausschusses für unsere Tagung. Rechtsanwalt Salinger, Dresden Meine hochgeehrten Damen und Herren! Mit besonderer Freude habe ich die Aufgabe übernommen, die Delegierten und Gäste dieser bedeutsamen Tagung in unserer Stadt zu begrüßen. Ein herzliches Willkommen entbiete ich Ihnen im Namen des Vorstandes und des Gemeinderats der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden, dem sich nicht minder herzlich die gesamte Judenhcit des Freislaatc^ Sachsen, verkörpert im Sächsischen Israelitischen Gemeindeverband, anschließt. Auch die hiesige Fraternitas-Loge UOBB., die von Anbeginn Ihres Verbandes das Werden und Wachsen dieser Organisation mit besonderem Interesse verfolgt hat, nimmt größten Anteil an Ihrem Schaffen und wünscht Ihrer Tagung einen für die jüdische Gesamtheit segensreichen Erfolg. Sind sich doch gerade die Logen bewußt, daß die Zukunft des Ordens getragen wird von Ideen, die in besonders hervorragender Weise von Ihren Führern propagiert werden, vnd daß die Schulung Ihrer Mitglieder dem Orden seinen Navit- 'wuchs gewährleistet. Darum ist es kein Zufall, daß d;r von Ihnen für diese Tagung bestellte Ehrenausschuß sich zum größten Teil zusammensetzt aus Persönlichkeiten, die auch verbunden sind mit dem Logenleben, und gern und freudig haben die Mitglieder dieses Ehrenausschusses dem ehrenvollen Rufe Folge geleistet, Ihnen zur Vorbereitung und ."3'jrchführung Ihrer Aufgaben in Dresden hilfreich zur Seite zu stehen Lassen Sic mich, daher, neben dem herzlichsten Dank für die uns angetane Ehre, Ihnen auch namens dieses Ehrenausschusses sagen, wie innig wir Anteil nehmen an Ihrer Arbeit, und wie sehr wir .wünschen, daß die vor. Ihnen gesteckten Ziele in vollem Umfang erreicht werden. Meine Damen und Herren! Wenn besonders die Religionsgemeinde unserer Stadt Ihre Vertreter hier willkommen heißt, so bekundet sie damit die Erkenntnis, daß Jugend und Gemeinde in Zukunft engerzu verbinden sind, als dies bisher vielleicht geschehen is*., daß Jugend Zukunft bedeutet und daß Arbeit jüdischer Jugend Gewähr bietet für ewigen Bestand unserer Glaabcnsgemeinschaft, für rastloses, nur der Gesamtheit dienendes Vorwärtssfreben. Und es ist eine Selbstverständlichkeit, daß d!e Gemeinde besonders berufen ist zur Förderung von Aufgaben einer Organisation, die, gleich wie die Gemeinde Juden aller Weltanschauungen zu befreuen hat, junge jüdische Menschen zusammenfaßt zur Bindung und zum Bunde über den Parteien. Oder, wie einer Ihrer Führer es so schön zum Ausdruck gebracht hat, daß der Wille dieser jungen jüdischen Menschen zur Bindung und zum Bunde über den Parteien, daß diese so viel umkämpfte „Neutralität" ganz natürliche „Funktion" dieses Willens, dieser Sehnsucht ist, und darum keine Angelegenheit der Form, sondern bester Teil Ihres Wesens. Darum hat eine über den Parteien stehende Gemeindeverwaltung die Pflicht, Ihnen zur Seite zu stehen, und darum gab sich auch hier in Dresden der einmütige Wille der Gemeindekörperschaft und Ihrer Vertreter, gleichgültig welcher Parteirichtung diese angehören, kund, Ihre hier zu leistende Arbeit