Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 5 (1.5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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früherer Führer in Düsseldorf, sprach dann von der Arbeit in Düsseldorf und erzählte uns manch Interessantes aus dem Leben des Bundes. Heinz Cochsheimer, Kadimahführer in Mainz, brachte uns viel Neues aus dem Wirken seines Pfadfinderbundes. Besonders stimmungsvoll waren die hebräischen Lieder, die -er uns neben vielen deutschen vorsang, und von denen manche gemeinsam von uns gesungen wurden. Es war ein selten schöner Heimabend. Am andern Morgen lernten wir die Morsezeichen, und dann ging es hinaus in den Wald, wo wir ein paar lustige, liederreiche Stunden verlebten." — Des weiteren ist zu erwähnen, daß sich die Trierer Gruppe eine einheitliche „Kluft" angeschafft hat. Farbe: tiefes Kornblau mit gelber Kordel. Mitteilungen an die Führer Um die Führer unserer Junggruppen über wichtige Vorgänge jüdischer und allgemeiner Art lauiend informieren zu können, versendet das Dezernat an Interessenten (und Interessent muH hier eigentlich i e d c r Führer sein!), Zeitungsausschnitte und dergleichen Material. Sämtliche Drucksachen müssen aber, um allen Gruppen dienen zu können, prompt zurückgeschickt werden. Vom 15. Juli bis zum 5. August wird die bekannte Ausstellung „D a s junge Deutschland" in Dortmund I Weslfalenhalle) sein. Die westdeutschen Junggruppen planen für Sonntag, den 22. Juli, einen gemeinsamen Besuch der Ausstellung, verbunden mit einer Besichtigung der Stadt Dortmund. Alle Gruppen, die sich an der Fahrt beteiligen wollen, müssen sich bis zum 15. Mai melden (I.Raphael, Beckum i. W.). Ks folgen dann weitere Nachrichten. Rummelplatz Ihr alle wart schon einmal dort, seid Karussell gefahren oder habt euch im Lachkabinett totzulachen gesucht. I Habt ihr danach auch manchmal ein wenig dariiber nachgedacht, warum ihr hingegangen seid? Ich glaube nicht, ,1a, Karusccllfahren ist sicher schön, aber warum ich mir. ein ijchtbeinitges Kalb oder, was noch schlimmer ist, einen Menschen mit irgendeiner Anormalität angesehen habe, das weiß ich nicht. Ich tu es auch nicht. Warum? Ueberlegl euch mal, ob ihr j euch für kärglichen Lohn von tausend Neugierigen bestaunen, jbetasten, bespötteln lassen möchtet? Ist es nicht ein Hohn auf all das, was ihr sonst in der Schule und zu Hause von Menschen- und Ticrliebe erzählt bekommt? Seht euch auch einmal' die Arbeiter bei den Karussells und den Schaubuden an. (Das sind oft Jungen und Mädel so alt wie ihr, und manchmal sogar jünger! Kinderarbeit ist verboten, —. dort zwischen Karussell und Schaubuden firfdet ihr sie. Fragt euch selbst, ob ihr das verant warten könn;, euch auf deren Kosten zu amüsieren! Seht euch dann aber auch den Arbeiter an, der sein Geld auf dem Kümmel läßt, i Glaubt ihr nicht, daß es seine Frau zu Haute notwendiger braucht? Ucberlcgt ferner, wieviel Schönes ihr mit dem Geld anlangen könntet, was ihr da ausgebt! Denkt ihr vielleicht, dal) die „Jahrmärkte" Nutzen [bringen? Noch nicht einmal der Mehrzahl der Unternehmer. Die fristen meist kärglich ihr Leben. Wenn ihr nächstens auf den Rummel geht, dann guckt bitte nicht bloß in die Buden mit all dem trügerischen Flitlerkram. sondern seht euch die Wohnwagen, die versteckt hinter den Buden und Karussells Sehen, an. Ihr werdet euch vielleicht doch Gedankeni darüber machen. — Wollt ihr euch äber vergnügen und amüsieren, dannj schließt euch zusammen und veranstaltet Feste mit Sackhüpfen usw. Da werdet ihr echte Jugendlichkeit kennen lernen! Hedwig Kuhn, Halle ja. S. * Bucher für Junggruppen In der interessanten Büchersammlung „Alte Reisen und Abenteuer" (Verlag F. A. Brockhaus, Leipzig) erscheint jetzt der' Bericht des Adam Olearius über die am Anfänge des 17. Jahrhunderts unternommene abenteuerliche Fahrt nach Persien. Heute birgt der nahe Orient keine Geheimnisse mehr. er ist durch und durch entzaubert. Vor dreihundert Jahren war das wesentlich anders! Den Handel mit den Erzeugnissen des Morgenlandes besorgten einzig und allein holländische und englische Kaufleute, das Deutsche Reich, kirchlich und dynastisch zerrissen, war i_on dieser britisch-holländischen Vormachtstellung abhängig. Von holsteinischer Seite aus gingen Ja die ersten Anregungen zur Schaffung einer recht, pompösen Expedition; die über Rußland die Verbindung mit Persien und darüber hinaus mit dem Wunderland Indien anknüpfen sollte. Der Plan war grollartig, und was einst der Adam Olearius über den Verlauf, über die Erlebnisse und Erfolge dieser deutschen Orientexpedition berichtet hat, das hat der Leipziger Verlag Brockhaus nun in einem sehr fein ausgestatteten Bändchen (Preis 2.80 Mark) unserer Jugend wieder zugänglich gemacht. Auch der „Erwachsene" darf ruhig darin lesen. Solche Reisescbilderungen besitzen wirklich kulturhiitofischen Werl. Es muß in diesem Zusammenhang noch darauf hingewiesen werden, daß das vorliegende Buch der 20. Hand in der Sammlung „Alte Reisen und Abenteuer" ist. ' •»• R- „Jugend-Liederbuch", s. Auflaue. 400.—450. Tausend. Zusammengestellt .vhn Aug. Albrccht. 18.) Seiten. Preis: kart. . 1160 Mark, in Ganzleinen, 1.00 Mark. Arbeiterjugendverlag, Berlin SW 61, Belle-Allianceplatz 8. Iiier finden unsere singfrohen Gruppen eine schier unerschöpfliche und wunderschön zusammengebrachte Zahl von l.iedertexten. An alle Gelegenheiten ist gedacht, Lieder für Heim und Rast, für Wanderungen und Märsche. Altbekannte Schnurren und Weisen trifft man wieder. Das Büchlein wird uns viel Freude machen. J. R. _„Das Zelt ", Zeitschrift für die jüdische Jugend. Vierteljährlich 1.20 Mark. Verlag Heller, München. — Das Aprilheft ist als interessante Pessach-.Nummer erschienen und liefert unsern Gruppen manchen Unterhallungsstoff. Die Erzählung v«n Perez paßt gut in den Rahmen des Pessachheftei Der „Traum d,es Schriftleiters" plagt oft genug die Menschen, die den Jungens und Mädels eine Zeitschrift -schaffen wollen/ ... ' Junggruppen-BrletKasten Wanderer im April. Den Trierern und Bremern Dank iiir die Grüße von froher Fahrt! Besondcs mutig sind doch diese Wasserkanller, die draußen im — — Vorfrühling „abkochen". (Euer \jenu war: Kartoffeln mit Baumrinde, hart gekochte Eier . .... - Und nächstens?) Friedensfreund. Es ist erfreulich, wenn du als Jungführer dich mit dem Gebiet der Friedensbewegung, die ja |eider immer noch etwas isoliert marschiert, befassen willst. Damit du auch Weist, daß sich mit j diesem wichtigsten Menschheitsthema so ziemlich die geamte aktive Jugend abgibt, will ich dir gern folgende Hefte nichtjüdischer Jugendzeitschriften dringend empfehlen: „Das junge Zentrum", Weihnachtsheft 1927, Berlin NW 23, Brückerralloe 24. — „Johannisfeuer", Merkblatt des Jungkreirzbundcs, 12. Heft 1927. — „Der Wanderer", 1. Heft 1928, Verlag: Bund deutscher Wanderer, Wittenberg, Pfaffenstraße 19. — Du wirst staunen, mit welchem Eifer hier die religiöse nicht jüdische Jugend das Wort ergreift. Dresdner Tagung. Kein Wunder, daß die Junggruppier mit besonderer Erwartung dein Verlauf dieser Hauptdclegiertentagung entgegensehen und die Hoffnungen recht hoch schrauben. Man schreibt aus ziemlich vielen Junggruppen, daß ei eigentlich nötig ist, im Interesse der zukünftigen Verbandsarbeit aus allen Orlen, 'die eine aktive Juriggruppc haben, doch mindestens auch einen Junggrupplcr nach Dresden als Delegierten (nicht bloß als Gast!) zu schicken. Es ist natürlich ohne weiteres zu empfehlen, daß dieser Wunsch unserer Jüngsten möglichst überall berücksichtigt wird. (Die bisherigen Anzeichen sehen nicljt gerade ermutigend aus!) Sollen die nächsten Jahre für den Verband von entscheidender Bedeutung werden, dann wird man ja überhaupt einen wesentlichen Teil der großen Tagung der Entwicklung und dem Aufbau unserer Junggruppen widmen'müssen. Die Stimmung in unseren besten Gruppen ist sehr dafür. J. R. Notiz. Die Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Tuberkulose unter dpn Juden e. V. veranstaltet zum Zwecke der Errichtung eines Heimes im Schwarzwald eine Wert- Iii I t e r i c (Ziehung am 5. Juni). Es ist eine große Reihe von 13