Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 5 (1.5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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tums ein nietenden Kräfteströmtingcn aufzuweisen und freizumachen sein. So wird im Hinblick auf die mannigfaltigen Erscheinungen der Zersplitterung und der Zersetzung unter der Generation der alleren .luden und der Menschheit in West iitfid O«: auf den Willen des Judentums zur Ein heil IfÄchdat'hj su pochen sein, iene Einheil, die aus dem Glauben an der Einen G..tt ersteh! und in Ucr geeinten Menschheit ihre Fit liillung findet \ <>n da her wird sich die (durch den „Chal.itt:" schon ''vorbereitete) intensive Teilnahme unserer Jugend am W erk des „Völkerbundes", als einer Stufe zur einer Menschheit, ergeben. Oer das jüdische Schrifttum und die jüdischen Geschlechter gleich einem „roten Faden" durchziehende, nie erschütterte Glaube an die sieghafte Macht ■ der Gerechtigkeit wird als Kultur-schöpferischer, die Well der Liehe vorbereitender' Faktor von der geeinten Jugend aufj Banner zu schreiben und in die Welt der sozialen Spannungen als Ausgleichs-Elemcnt zu '.ragen sein. Die jüdische Jugend wird aber auch ganz anders als bislang bei solchem Gerecltigkeitsx erlangen an Jen neu aufgewirbelten Wirls c h aJf t s k ä m p I e n nicht Vorbeigehen können, und für sie eine lesende Formel-gemeinsam suchen müssen. Sic wird hei alledem sich beschwingen lassen von den jüdischen Lcbenselemenieti der W i r k 1 i c h.k c i t s - N ä h e und Tat- Bejahung („N'aas-eh w-enischnta!"). andererseits der t»,n Edmund Fleg so glühend erfaßten Quintessenz des jüdischen „Messianismns", :der Richtung auf die Zukunf t, des Glaubens an sie. Die mptapfcn?i«ch-r e I i g i o s gerichteten Menschen in unseren Jungscharen abet Werde u. in einem Welt verbände geeint, eirt- .ander.[helfen können, "die in schmerzlicher Wci-e verkümmerte 'Fähigkeit 7.y religiösem Erlebnis unter sich selbst und den „tcmeJj" Brüdern neu zu stärken: sie werden der Welt gegenüber '<pie Vcrnunttgcmäoheit jüdischer Religion und andererseits de:-, wdischen Chassidismus als eine mächtig tragende Woge B>yfti*chcr Frömmigkeit erweise:-, können. Sie werden also auch ttiei in billiger literarischer Betrachtung zu Gestaltungen schreiten. Geeinter jüdischer Jugend .bietet sich bei solcher, jüdische F.lcmentarkrä'tc erweisenden Tätigkeit die Möglichkeit und damit der Programmpun-kt liür ihie Weltorganisation), •—• Formungen jüdischer Menschen von überragendem Ausmaße, die irgendwie den Stempel jüdischer Seele tragen werden.-'auf sich selbst wirken zu lassen.--Sic kann dadurch jüdischen Gelehrten* Dichtern und Künstlern einen mächtigen Resonanzboden bieten und dessen helles Tönen an die nichtjüdischen Kre; e der Menschenhriiderschaft weiterleiten.' wenn es •chör und beglückend genug klingt. Jüdische Jugend aller Länder müßte sich beglückt in erster Reihe dem Schaffen eines Ravel Milhaiid.' E. Bloch, eines \ -u Li Schönberg und Ernst Toch. eine' Franz Werte! und Ernst Lissauers, eines Stefan Zweig und .Täkob Wa-sern-ann hingeben. Dann würden wir »ohl auch vermeiden helfen, dal! geniale jüdische Krünstier vom 'sänge 'eine- Güstat Mahler der Jtidcnheit den Rücken kehren, so daß (wir in der lf.ilt.tr.g als Juden zu ihrer Gesamt-Persönlichkeit] zwie-pältig -ein müssen und der rühmliche Anteil des luden;tut: ar> ihrer Gestaltungen mit Recht zweifelhaft wird. Bei den starken Teilnahme-der .luden an der lebendigen Kultur der Länder und Völker, in denen sie beheimatet und verwurzelt sind, Könnte die" jüdische Welt-Judenliga, so dürfen wir kühn vertrauen, Jen sehr zeitgemäßen Gedanken einer geistiger Vermittlung zwischen Okzident und Orient .wie ihr* jüngst Duhamel für Frankreich und ich schon \or Jöhren' im jüdischen-Sonderheft der ..Tat" für den deutschjttdischep Menschenk-reis propagierte, — zur Verwirklichung bringen. Ich pir? nfrt Bedacht ausführlich-geworden, da ich der Aussprache über diese Lebensfrage der Jttdcnheit und dem Suchen nach Verständigung genügend Anhaltspunkte zu bieten für richtig hielt. Ich darf hinzufügen, daß ich -mich Imit den an .'ahren Junger :m VJJD. und in weiten Kreist» jüdischer lugend auch außerhalb dieses größten Jugendverbandes Deutschlands in diesen Gedankengängen und Wünschen an die Adresse der UUJJ: einig weiß. Sie. verehrter Herr Lambert, bitte ich nun. endlich durch mich meine jungen Freunde in Deutschland wissen zu lassen, ob auf solcher oder ähnlicher li1 erweiterter Basis die UUJJ. zu einem wirklichen umfassenden (»und jüdischer Jugendorganisationen werden kann und will, oder aber, ob sie es vorzieht, nach Ausmaß und Richtung ihre heutige Gestalt zu wahren und den eigentlichen überparteilichen Weltverband mit V.IJD. und anderen Jugendverbänden der verschiedenen Länder und Erdteile zusammen erst zu -chaffen. Ich grüße Sie herzlichst als Ihr Sie .hochschätzender Dr. Gustav L ö f f 1 e r. lunggruppen Mitteilungen des Junggruppen-Dezernenten 1. Zur Frage der Satzungen: Der Delcgiertenlagung wird ein Entwurf der Satzungen, die .lunggruppen betreffend, zur endgültigen Erledigung vorgelegt werden. Dieser Entwurf wird augenblicklich von . Junggruppcndezcrnat und V erbandsleitting gemeinsam aufgearbeitet., - Junggruppenzusammenkunft in Dresden: An beiden Tagen der Haupldelcgicrtenlagung finden in Dresden ' wichtige Zuasmnicnkünlle der versammeilen .lunggruppen statt. Hiermit werden sämtliche Junggruppen des Verbandes dringend aufgefordert , mit zahlreichen Freunden nach Dresden zu k b'B) m e n , um diesen Aussprachen beiwohnen zu - Kennen. ..Wir gehen in der Woche nach der Tagung, von Dienstag früh bis Sonntag mittag, in den Thüringer Wald auf große Fahrt. Alle .lunggruppler im Reiche sind dazu herzlichst eingeladen. Wei dazu Lust hat, muß sich spätestens bis zum 2C. Mai bei Martin Seligmann, Chemnitz, Annaberger Str. 3, melden. Kosten ab Chemnitz etwa 15 Mark. Wir erwarten Euch alle! Die Chemnitzer Junggruppe." * Aus unseren Junggruppen Bremen. Die Gruppe, die gut arbeitet und unter der Leitung von Betty Arends fein zusammenhält, trifft sich jeden Dienstagabend. Zunächst werden die zu erledigenden organisatorischen Fragen besprochen, dann debattiert man über ein ■jüdisches Thema oder liest gemeinschaftlich. Selbstverständlich stellt man an den Abenden auch die Pläne fiii die Sonntagsfahrten auf. Göttingtn. Die Führung der Gruppen haben jetzt Rosi Kalz und Werner Pelz. Vor einiger Zeit veranstaltete die Junggruppe einen Plakat-Wettbewerb. Geschickte Zeichner der Junggruppe sollten Entwürfe für ein Propagandablatt fertigstellen. Die torliegenden Ergebnisse sind wirklich interessant. Man erteilte den ersten Preis Werner Pelz (16 Jahre), den /weiten erhielt Joseph Nagel (14 Jahre), mit dem drillen Preis bedachte man Leo Kahn (J4 Jahre). Die jungen Künstler sollten ihre Fähigkeiten nur recht intensiv in den Dienst -unserer Sache siellen! Herford i. W. Die hiesige Junggruppe (Obmann Walter Rosenbaum, Radewiger Straße 7) hat sich nunmehr auch uns angeschlossen; - Trier. Folgende Zeilen gehen uns zu: „Em Jahr Jtinggruppc in Frier! War sie ein Bund von jungen Menschen und kein Verein? War sie eine jüdische Gemeinschaft? Hat sie gelebt oder nur bestanden? Haben wir erreicht, was wir uns als Ziel gesteckt hatten? - Unsere Gruppe konnte Chaul-Hamaued Pessach auf eine einjährige Vergangenheit zurückschauen. Von einer besonderen öffentlichen Feier wurde abgesehen, aber dafür gestaltete sich un er Heimabend zu einer nachhaltigen Feierstunde. Es traf sich gerade außerordentlich schön, daß zwei auswärtige Freunde in Trier weilten und so bei uns -ein konnten. Manfred hielt zuerst eine zündende Anprache, in der er die anfangs dieser Zeilen angeführten F'ragen behandelte, die geleistete Arbeit scharf prüfte, und die er mit einem begeisternden Appell schloß, unseren Bund zur wahren jüdischen Jugendgemeinschaft zu machen. Gerd Weil,