Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 5 (1.5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Gewinnen vorgesehen. Der Preis des Loses beträgt 2 Mark. Im Interesse der gulen Sache empfehlen wir unseren Gruppen, sich ein Los zu besorgen. Lose sind beim Junggruppcndezerna: zu haben. Bücherschau Bilderbibel, für Kinder gezeichnet von Otto Geismar. Verlag R. Mal3. Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 46, Preis 3.— Mark. Bilder zur biblischen Geschichte gab es zu allen Zeiten. Biblische Bilder, speziell iürKinder, ihrem Geschmack, ihrer DäWstellungsweise und ihrem Verständnis entsprechend, gab es bis jetzt nicht. Dem erprobten Schulmann und Illustrator Geismar, schon bekannt durch seine kindertümlichen Zcich- (Itii Jen, gebührt der Dank jedes Kinderfreundes für diese dem kindlichen Verständnis angepaßten, dabei künstlerisch einwandfreie Darstellung der biblischen Geschichten. Die Phantasie der Kinder wird durch diese achtundvierzig, das Wesentliche in einfachster Art hervorhebenden Bilder sicherlich aufs stärkste angeregt. Sie werden unseren Jüngsten eine Quelle wahrer Freude sein und den Führern wertvolle Fingerzeige .geben! „Lilodenu, Für unsere Kinder". Neue hebräische Lesefibel von Michael Abraham, Berlin, illustriert von Oskar Haberer. [ Berlin. Verlag J. Kauffmann, Frankfurt a. M. Preis geb. 1.60 Mark. Schon lange liegt das Bedürfnis vor, eine den Erfordernissen moderner Pädagogik genügende Fibel für den Anfangsunterricht im Hebräischen zu besitzen. In .dem Bestreben, möglichst bald in die Gebetsprache einzuführen, brachte man früher schon \on der ersten Seite an Begriffe, die dem Kinde unbegreiflich und wesenlos blieben. Wenn man beim Kinde Interesse erwecken will, so muß man von seinem Vorstellungskreis ausgehen. Der erste Versuch, für unsere Schulen im hebräischen Unterricht Wandel zu schaffen, ist vor einiger £eit um Hamburg aus gemacht worden. Diesem ersten Versuch hatten naturgemäß manche Mängel an. Vor allem setzt diese Fibel ein so stark jüdisches Milieu voraus, wie wir es leider zumeist nicht haben. Ferner wird sie in der zweiten Hälfte für Anfänger zu schwer und schließlich werden die Buchstaben zum Teil in einer Form gebracht, wie sie in den gebräuchlichen Drucken nicht üblich ist. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, daß die Kinder die gelernten Buchstaben im Gebetbuch nicht mehr erkennen. Die neue Fibel von Abraham sucht diese Mängel zu vermeiden und die Vorzüge seiner bisherigen Fibel mit der neuen Methode zu vereinen. Wir hätten gewünscht, daß er sich noch mehr von der Hamburger Fibel, die wir im übrigen schätzen, losgemacht hätte. Die Bilder von Haberer sind im ganzen gut ausgewählt und dem kindlichen Verständnis entsprechend. Nur e:n>: Beim Beträchten der Bilder fiel Kindern auf, daß die Trachten bei den Darstellungen aus dem Leben nicht denen entsprechen, die ihnen geläufig ist. Man sollte "derartiges auch bei Bildern aus dem Gottesdienst vermeiden, da die Kinder sonst auf den Gedanken kommen, dies seien Dinge, die nur andere üben und sie nichts angehen. Aus dem Leben des Verbandes Landesverbände Am 15. April fand die Tagung des Badischen Landesverbandes in Pforzheim statt, die von Delegierten und Gästen sämtlicher badi^chcn Vereine zahlreich besucht war. Vom Verbandsyorstand nahmen an der Tagung teil: Herbert Felsenthal, Fritz Schwarz^: .!1 und Ernst Holzer. Der Württembergische Landesverband und der Berthold-Auerbach-Verein hatten gleichfalls eine Anzahl ihrer Mitglieder unter Führung von Dr. W. Einstein. Stuttgart, entsandt. Im Mittelpunkt der Tagung stand das Referat von Rabbiner Dr. Hahn, Essen, übW: „Der Weg der jüdischen Jugend", dem auch die zahlreich erschienenen Gemeindemitglieder Pforzheims mit außerordentlichem Interesse folgten. Dr. Hahn ging Von einer kritischen Betrachtung der jüdischen Situation in Deutschland au- und zeichnete in großen Linien die Aufgaben, die der jüdischen Jugend zu bewältigen bleiben. Die außerordentlich rege und sehr interessante Diskussion, an der Ernst Holzer, Frankf.ir . Hans Friedberg, Karlsruhe, Architekt Reinheimer, Pforzhein . und Dr. Einstein, Stuttgart, -teilnahmen, gab Dr. Hahn tu einem zusammenfassenden Schlußwort Gelegenheit. Die nichtöffentliche Delegiertenlagung wandte sich vor allen Dingen den praktischen Aufgaben zu. Eine sehr angeregte Aussprache über Junggruppenarbeit gab den anwesenden Vertretern der Jugendgemeinde Mannheim, und vor allem Rabbiner Dr. Grünewald, Mannheim, Veranlassung, den Wunsch enger Zusammenarbeit der' Jugendgemeinde Mannheim mit den Verbandsvereinen zum Ausdruck zu bringen. Nach siebenjähriger hingebungsvoller Tätigkeit schied aus seinem Amte als 1. Vorsitzender des Badischen Landesverbandes unser treuer Freund Fritz Hagclberg, dem in der herzlichsten Form der Dank des Verbandes und des Badischen Landesverbandes zum Ausdruck gebracht wurde, aus. Zum 1. V orsitzenden wurde Lutz Themal, Pforzheim, gewählt, zum 2. Vorsitzenden Bruno Danziger, Freiburg, und zu Beisitzern Jos. Bändel, Emmendingen, Erna Kuppenheimer, Rastatt, und Dr. Küpper, Karlsruhe. Der Jugendbund , Pforzheim verband mit der Tagung die Feier seines zehnjährigen Bestehens. Die Anteilnahme der ganzen Gemeinde bewies die außerordentliche Wertschätzung der sich dank der Arbeit von Herrn Hauptlehrer Sommer und Lutz Themal der Jugendbund in Pforzheim erfreut. In vorbildlicher Weise hat der Jugendbund Pforzheim den auswärtigen Delegierten und Gästen seine Gastfreundschaft erwiesen. Vorbesprechungen der Dresdner Tagung finden statt: am 13. Mai in Homburg für den Landesverband Pfalz-Saar: für die Bezirksverbände Rheinland-Westfalen und Nordwestdeutschland: am 17. Mai für den Bezirksverband Westdeutschland in Köln. Vereine Aus technischen Gründen mußten diesmal die Einsendungen für diese Rubrik unberücksichtigt bleiben. neugrundungen Folgende Vereine sind in den Verband neu aufgenommen: Rostock, Nürnberg, Gotha und Eisenach. Mitteilungen der Verbandsleitung 1. Im Anschluß an die in der Januar- und März-Nummer des „Jugendbund" geführte Auseinandersetzung Holzer—Kanowitz—London wird die Schriftleitung aus Verbandskreisen darauf aufmerksam gemacht, daß das von Holzer in seinem Artikel und- Schlußwort gebrachte Zitat aus der Kanowitzschen Schrift Holzer nicht zu dem Schluß berechtige, Kanowitz habe der nichtzionistischen Jugend Verrat vorgeworfen, Kanovvitz vielmehr anerkenne, daß sich bei der nichtzionistischen jüdischen Jugend eine starke Entwicklung zum positiven Judentum hin vollzogen habe. Diese Gelegenheit benutzt die Schriitleitung dazu — gegenüber vorgekommenen Mißverständnissen —, zu erklären, daß Holzers Ausführungen Widerspruch auch in Verbandskreisen ausgelöst haben und, wie alle anderen Artikel des „Jugendbund", persönliche Meinungsäußerungen darstellen. 2. Vom 20. bis 30. Mai befindet sich das Büro des Verbandes in Dresden; Anschrift: Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Dresden, Künstlerhaus, Albrechlstr. 6. Die nächste Nummer erscheint ausnahmsweise am 20. Juni 1928, und zwar als Doppelheft (Juni- und Juliausgabe). Sie wird das ausführliche Tagungsprotokoll und den Wortlaut der Referate enthalten. Redaktionsschluß: 10. Juni. u