Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 5 (1.5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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tatkräftigster Mitarbeit an den großen Aufgaben des Verbandes beredten Ausdruck. Es bestehen zur Zeit 29 Junggruppen mit etwa 900 Jugendlichen. Die Zentrale des Verbandes in Düsseldorf hat mit der Schaffung einer Geschäftsstelle das Mittel erhalten, um den außerordentlich regen Briefverkehr mit den Bezirks- und Landesverbänden, den Vereinen und fremden Organisationen zu bewältigen. Die Arbeit der Geschäftsstelle, die mit der Redaktion der Zeitschrift verbunden ist, erreichte in den beiden Jahren einen außerordentlichen Umfang. Seit dem 1. Januar 1928 ist die Stelle des Geschäftsführers hauptamtlich besetzt und neben der Sekretärin die Anstellung einer Hilfskraft notwendig geworden. Die wichtigste Funktion für die Verbandsarbeit kam neben der Verbandsleitung den Bezirks- und Landesverbänden zu. Es ist gelungen, diese Organisationsform des Verbandes so auszubilden, daß heute die Bezirks- und Landesverbände die wirksamsten Stützen der Arbeit aller Bünde darstellen. Neu hinzugekommen sind in der Berichlszeit der Landesverband Bayern, der Mitteldeutsche Bezirksverband, der Landesverband Grenzmark und der Bezirksverband Graft- Berlin. Die Organisierung zweier weiterer Bezirksverbände ist im Gang. Die Vorsitzenden der Bezirks- und Landesverbände haben in der Durchführung der Anregungen und Vorschläge des Verbandsvorstandes, dem sie angehören, zur Festigung des Zusammenhangs innerhalb des Verbandes Ausschlaggebendes beigetragen. In den zwei Jahren haben eine große Reihe außerordentlich wichtiger und interessanter .Bezirks- und Landes Verbandstagungen stattgefunden, an denen stets \ Vertreter der Verbandsleitung, teilweise als Referenten, teilnahmen. Diese Tagungen, die neben den Bezirksvorstandssitzupgcn mindestens alljährlich stattfanden, waren für die Verbandsarbeit außerordentlich wichtig. Ueber die Tagungen wurde in der Verbandszeitschrift jeweils ausführlich berichtet, bzw. die Referate im Wortlaut wiedergegeben. * In allen Landes- und Bezirksverbänden haben während der Sommerzeit häufige T r e f f a h r t e n stattgefunden, über die ebenfalls regelmäßig im „Jugendbund" berichtet w jrde. Sie waren größtenteils mit sportlichen Wettkämpfen und trugen viel dazu bei, die menschlichen Beziehungen unter den Mitgliedern der Bünde zu kräftigen. Die wicht gste Veranstaltung dieser Art war das erstmalig am 14. August 1927 in Eberbach am Neckar stattgefundene süddeutsche Treffen der fünf süddeutschen Landesverbände. Die süddeutsche Treffahrt soll eine dauernde Einrichtung werden. Der Verband hat die Zahl der in ihm zusammengeschlossenen Bünde bedeutend vergrößern können. El haben sich folgende neugegründeten Vereine angeschlossen Baisingen, Bayreuth, Beckum, Berlin-Norden, Bonn, Borken, Bruchsal, Castcllaun, Cottbus, Crailsheim, Deutsch-Krone, Eisleben, Eisenach, Emden, Eschwege, Fürfeld, Gerolstein, Gotha Hagen, Halle, Harburg, Harzburg, Hildesheim, Ichcnhausen, Ingolstadt, Jastrow, Kippenheim, Krojanke, Lauphein), Lübeck, Lüdenscheid, Meschede, Mülheim-Ruhr, München, Oeynhausen, Preußisch-Friedland, Regensburg Rostock, Rottweil, Schlochau Zülpich. Die nachgenannten Bünde sind, größtenteils infolge zuges der Jugendlichen, aufgelöst worden: Allenstcin.j Erlangen. Frankfurt a. O., Ingelheim, Göppingen, Lübbecke] Minden, Montabaur, Sagan, Schweich.' Selters, Soest, Wattenscheid und Westerburg. Der Verbands vorstan'd, der durch regclmiißigc vertrauliche Rundschreiben und Tätigkeitsberichte der Geschäftsslelle in enger Beziehung mit der ganzen Verbandsarl eit stand, trat am 3. April 1927 in Düsseldorf und am 27. November 1927 in Erfurt zu Sitzungen zusammen, in denen nach gründlicher Aussprache wichtige Beschlüsse für die Weiterarbeit gefaßt worden sind. Diese Beschlüsse wurden in der Verbandszeitschrift bekanntgegeben. Die Vorstandsmitglieder haben, mit wenigen Ausnahmen, die Verbandsleitung nachdrücklich unterstützt, obwohl die teilweise sehr großen Entfernungen ein häufigeres Zusammenkommen verhinderten. Nürnberg, Rheine. Sorau. Stralsund, Wesel und des Wegerbunden Der auf der Düsseldorfer Tagung neu geschaffene Beirat aus bewährten Verbandsfreunden ist eine sehr wichtige Unterstützung unserer Arbeit gewesen. Die vielen Anregungen, die uns aus dem Kreis dieser Freunde gegeben wurden, waren für uns sehr wertvoll. Durch diese Einrichtung ist es gelungen, eine ganze Anzahl von Freunden, die teilweise aus der-aktiven Jugendbundarbeit ausgeschieden sind, in einer für uns sehr nützlichen engen Beziehung mit dem Verband und seiner Arbeit zu halten. Außerordentlich schwierig gestaltete sich die F i n a n z.i e - rung der Verbandsarbeit. Ein Teil der Verbandsvereinc hatte selbst mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen, und der Kreis gebefreudiger Freunde unserer Arbeit war völlig geschwunden. In diesen finanziellen Dingen haben wir, noch viel mehr als auf allen anderen Gebieten, ganz von vorne anfangen müssen. Es hat lange gedauert, die Vereine zur Einhaltung ihrer finanziellen Verpflichtungen dem Verband gegenüber zu bestimmen. Es ist aber der von der Verbandslcitiuig nachdrücklichst unterstützten Kassenverwaltung gelungen, diesen Teil der Verbandsfinanzen, von wenigen unrühmlichen Ausnahmen abgesehen, in Ordnung zu bringen. Die musterhaft durchgeführte Organisation der Kasscnverwaltung in Chemnitz erleichterte die Durchführung dieser notwendigen Schritte außerordentlich. Das Verständnis für die Notwendigkeit des finanziellen Opfers für jüdische Jugendarbeit mußte innerhalb und außerhalb des. Verbandes geweckt werden, nachdem es sich als unmöglich erwiesen hatte, die notwendigen Mittel aus den Vereinen selbst aufzubringen. Es wurde eine Fördereralttion in. Angriff genommen, mit dem Ziele, eine möglichst große Anzahl von Gemeinden, Logen und Einzelpersönlichkeiten mit einem Jahresbeitrag zu werben. Infolge der geringen Zahl von" Freunden, die sich füi diese Werbearbeit zur Verfügung stellen konnten, ist die Durchführuni' dieser Aktion noch nicht in allen Teilen Deutschlands möglich gewesen. Es Oesteht aber nach den befriedigenden Anfängen die begründete Aussicht, diese Aktion in den nächsten Monaten zu Ende zu führen. Der Kassenbericht für die abgelaufene Zeit und der neue Etat werden den Delegierten in Dresden' vorgelegt. Der neue Etat trägt den schwierigen finanziellen Verhältnissen weitestgehend Rechnung. Andererseits wird die Beschaffung größerer Mittel bei den Ansprüchen, die durch die Vereine an "den Verband gestellt werden, und den Erfordernissen der Propaganda zur unabweisbaren Notwendigkeit. Die in Aussicht genommene Aufhebung der Doppelbesteuerung der Vereine durch Verband und Landesverbände macht die nachdrücklichste finanzielle Unterstützung der so wichtigen Bezirksverbände erforderlich. Die vorsichtigste Disposition in allen finanziellen Dingen ist bei einem Jugend verband eine Selbstverständlichkeit. Der ReichsausschuU der deutschen Jugendverbände, dessen Tagungen in- Berlin und Homburg von uns besucht wurden, hat uns wiederholt werlvolle Anregungen gegeben. Die Zusammenarbeit mit dem Reichsausschuß der jüdischen Jugend verbände auf sozialem Gebiet hat sich reibungslos vollzogen. Wir erhoffen für die Zukunft eine Intensivierung dieser Arbeit. Zi' den anderen jüdischen Jugendorganisationen, mit denen wir unsere Zeitschrift auslauschen, unterhalten wir gute Beziehungen. Eine große Anzahl unserer Bünde hat mit Erfolg ein enges Zusammenarbeiten mit den Ortsgruppen dieser Bünde durchgeführt. Die dauernde Förderung, die in der ganzen Zeil unseres Bestehens die Größloge für Deutschland UOBB. und die Logen des deutschen Distriktes uns haben zuteil werden lassen, hat sich auch in der Berichtszeit in wachsendem Maße geltend gemacht. Wir haben dieser Hilfe geistiger und materieller Art außerordentlich viel zu danken. Die freundschaftlichen Beziehungen zum R e i c h s v e=r - band der jüdischen Lehrer vereine sind in erfreulichem Maße engere geworden. Die führende Mitarbeit einer