Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 4 (1.4.1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Dresden 1928! 4- Für die Delegiertentagung in Dresden sind nunmehr folgende Themen festgesetzt worden: Unser Weg in die Wirklichkeit 1. Referat: „Die Verwirklichung der Persönlichkeit in der sachlichen Arbeit". 2. Referat: „Unser Weg"; a) „Die Arbeit in den Bünden"; b) „Die Arbeit der Jugend in der Gemeinde". 3. Referat: „Jüdische Jugend im Weltjugendverband". 2. Es fehlen uns noch immer eine Anzahl von Anmeldungen für die Delegiertentagung. Wenn eine ordnungsgemäße Abwicklung der Vorbereitungen gesichert sein soll, ist es unbedingt notwendig, daß die versandten Fragebogen unverzüglich an uns iturückgelangen. Die Vereine müssen sich der, Wichtigkeit gerade dieser Delegiertentagung bewußt sein und alles aufbieten, Delegierte zu entsenden. 3. Gegenüber vereinzelten Aeußerungen, daß die Entsendung von Delegierten aus finanziellen Gründen nicht möglich sei, weisen wir darauf hin, daß kein Verein diese Gelegenheit, seine Rechte wahrzunehmen und dauernde Anregungen für seine Arbeit zu empfangen, vorübergehen lassen dürfte. Die Verpflegung und Unterbringung der Delegierten verursacht keinerlei Kosten. Wegen der Verbilligung der Eisenbahnfahrt sind Verhandlungen mit den entsprechenden Stellen im Gange. Es müßten alle Möglichkeiten ausgenutzt werden, um die dann noch bleibenden geringen Kosten aufzubringen. 4. Den Vereinen werden in den nächsten Tagen für die gemeldeten Delegierten und Gäste genaue Fragebogen übersandt werden. Wir bitten dringend, dafür Sorge zu tragen, daß diese Fragebogen von den einzelnen Teilnehmern genau ausgefüllt und uns umgehend wieder zurückgestellt werden. 5. Elsa Hirschel, Dresden, dankt allen Verbandsfreunden herzlichst für ihre Zeilen. Es ist ihr leider nicht möglich, alle Briefe persönlich zu beantworten. Dagegen werden selbstverständlich alle sachlichen Anfragen umgehend bereitwilligst erledigt. 6. Um allen Mißverständnissen vorzubeugen, machen wir noch einmal darauf aufmerksam, daß die als Gäste gemeldeten Verbandsfreunde die Kosten für den Aufenthalt in Dresden selbst tragen müssen. Erklärung der Verbandsleitung Grundlegende Fragen jüdischer Jugendarbeit haben in letzter Zeit zu lebhaften Auseinandersetzungen in unserer Verbandszeitschrift geführt. Aus den uns zugegangenen Aeußerungen aus Verbandskreisen und anderen Lagern spricht ein starkes gegenseitiges Mißverstehen, das die Verbandsleitung im Interesse der gesamten jüdischen Jugend auszuräumen gewillt ist. Die Verbandsleitung hat deshalb den Schriftleiter ersucht, eine der nächsten Ausgaben der Verbandszeitschrift nach der Tagung zu freimütigen prinzipiellen Auseinandersetzungen über das Aelteren- und Jüngerenproblem zur Verfügung zu stellen. Es sollen darin nicht nur Verbandsfreunde, sondern auch Führer aus anderen Organisationen zu Worte kommen und versuchen, frei von persönlicher Schärfe, in ruhiger, der Sache dienender Weise ihre Anschauungen zu entwickeln, um die strittigen Probleme einer Lösung näherzuführen. Mitteilungen der Verbandsleitung I. Die in sozialer Arbeit stehenden Aelteren aas der Jugendbewegung sind in der Gildenschaft sozialer Arbeit (Zusammenschluß der ehrenamtlich und beruflich sozial tätigen Aelteren aus der Jugendbewegung) zusammengeschlossen worden. Wir behalten uns vor, über die Schulungswoche 1927 der Gildenschaft in Ludwigslust zu berichten. Vorerst^ teilen wir unseren Vereinen unter Hinweis auf die ganz besondere Wichtigkeit einiges aus dem Februar-Rundbrief der Gildenschaft mit: In diesem Jahre findet in Preußen und in einigen andern Ländern die erste Neuwahl der Jugendämter statt. Es ist unbedingt nötig, daß diesesmal auch die Jugendbewegung in weitestem Maße in den Jugendämtern vertreten wird. In der Hand dieser—Jugendämter, die nicht nur eine rein behördliche Stelle, sondern auch gleichzeitig Zentral- und Sammelpunkt aller privaten Bestrebungen zur Pflege und Förderung der Jugend sein sollen, liegt die Durchführung aller Maßnahmen zum Wohl der gesunden wie auch der gefährdeten bzw. der verwahrlosten Jugend. Das Jugendamt muß tatsächlich Ausdruck des Willens «ler Bevölkerung sein; Bürokratie und geistige Reaktion dürfen im Jugendamt nicht Fuß fassen. Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz bietet nun der Jugendbewegung die Möglichkeit, durch aktive Mitarbeit diesen Gefahren entgegenzuwirken und ihren Geist in die Aemter hineinzutragen. Zu dieser Arbeit, die nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht der Jugendbewegung ist, rufen wir auf. In dem leitenden Kollegium sind ein Teil derSitze der Jugendbewegung vorbehalten. Es ist von erheblicher Bedeutung, daß der dadurch gesicherte Einfluß gewahrt wird und die nötige Anzahl von Vertretern der Jugend in die Jugendämter kommt. Dazu ist folgendes notwendig: 1. in den örtlichen Zusammenschlüssen sofortige Besprechung mit den übrigen Jugendorganisationen wegen Aulstellung der geeigneten Vertreter, •p* 2. rechtzeitige Nominierung für die Vorschlagslisten. Die Gildenschaft, Adresse: Berlin-Tempelhof, Kaiserkorso 70 a, ist zu jeder Auskunft bereit. Wir legen besonderen Wert darauf, daß gerade unsere Vereine sich rege an den bevorstehenden Wahlen und an der Arbeit der Jugendämter beteiligen. 2. An den Ostertagen findet aus den Kreisen des Weltjugendtreffens auf der Freusburg eine Tagung unter dem Thema „Religion und Lebenserneuerung" in Hannover statt. Es 13