Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 4 (1.4.1928)
- Date
- 1928-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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werden dort führende Menschen der Jugendbewegung aus aller Welt über dieses bedeutsame Thema sprechen. Verbandsfreunde, die an der Tagung teilnehmen wollen, werden gebeten, sich baldigst bei uns zu melden. 3. Der Verband für Deutsche Jugendherbergen gibt den gebundenen Jahrgang 1927 seiner Zeitschrift „Die Jugendherberge" heraus. Für alle Wanderfreunde ist dieses Werk sicherlich von großem Interesse. Es ist zum Preise von Mk. 2.— von der Geschäftsstelle des Verbandes der Deutschen Jugendherbergen, Hilchenbach i. W., zu beziehen. Hits dem Leben des Verbandes Landesverbände Am 11. März fand in Schncidemühl die Delcgiertentagung des Landesverbandes Grenzmark unter Leitung des Vorsitzenden, Rabbiner Prof. Dr. Rosenzweig, Schneidemühl, statt. Vertreten waren die Vereine Schneidemühl, Schlpchau, Deutsch- Krone, Krojanke, Jastrow und Pr.-Friedland. Im Mittelpunkt stand der Vortrag von Fritz Schwarzschild über „Jüdische Jugend — Schicksal und Aufgabe". Im Verlaufe der Tagung traten die Vereine Pr.Friedland, Kronjanke und Jastrow dem Verbände bei, so daß von sämtlichen in der Grenzmark bestehenden Jugendvcr'eincn nur noch der Verein Flatow abseits steht. Die Tagung hinterließ sehr gute Eindrücke. Die Vereine arbeiten regelmäßig unter der dauernden Anregung des Landesverbandsvorsitzenden. Am gleichen Tage fand in Höchst am Main eine Vorstandssitzung des Landesverbandes Hessen statt. Es wurden in der Hauptsache die Verhältnisse in den einzelnen Vereinen behandelt. Ein näherer Bericht folgt noch. Innerhalb des Landesverbandes Pfalz-Saar sprach der Vorsitzende, Rabbiner Dr. Jacob, Saarbrücken, in den Vereinen Landstuhl und Speyer. Irvin Eppstein, Saarbrücken, hielt Vorträge in den Vereinen Homburg und Neunkirche/i. n. Der Landesverband Baden hat am 15. April in Pforzheim seine Delcgiertentagung, bei der Rabbiner Dr. Hahn sprechen w'ird. v Die Tagung soll mit dem 15jährigen Stiftungsfest des Pforzheimer Vereins verbunden werden. Am 25. März wurde der Mitteldeutsche Bezirksverband, derdie Provinzen Sachsen, Thüringen, Anhalt und den Harz umfaßt, in Halle neu gegründet. Anwesend waren Vertreter der Vereine Magdeburg, Bernburg, Cöthen, Halle, Erfurt, Gotha, Eisleben und -Eisenach. Für den Verband sprach Fritz Schwarzschild. Zum 1. Vorsitzenden wurde Referendar Eugen Roth, Ci'then, Dessauer Straße 29, zum stellvertretenden Vorsitzenden Lehrer Schäler, Gotha, gewählt. Eugen Roth entwickelte ein sehr klares Arbeitsprogramm für die nächste Zeit. Wir wünschen dem neuen Bezirksverband für seine Arbeit alles Gute. vereine Aachen. Hier sprach am 31. Januar Herr Justizrat Dr. Francken über „Gemeindeverfassung und Gemeindeverwaltung". »Das jetat die Jugend überall interessierende Thema gab reichlichen Stoff für wettere Arbeit. — Unser Sprechchor wird sich in nächster Zeit mit einem Psalm und einem Gedicht aus dem xSchwalbenbuch" Ernst Tollers befassen. — Am 24. Februar veranstaltete der Verein eine Freitagabendfeier im Altersheim. ' Der Besuch der Veranstaltungen ist erfreulicherweise in letzter Zeit reger geworden. Bayreuth, Unser junger Verein trat anläßlich des Purimfestes zum erstenmal im Rahmen eines „Bunten Abends" an die Oeffentlichkcit. Die Feier war stark besucht und verlief zur allgemeinen Zufriedenheit. Die Ansprache über die Bedeutung des Purimt'cstes hielt Rabbiner Dr. Salomon. Detmold. Unsere Vorträge wurden in diesem Jahre außerordentlich gut besucht. Wir hatten durchschnittlich eine Besuchsziffer von 60—80 Personen. Duisburg. Am 16. März feierte die Freitagabendgruppe unseres Jugendbundes ihren dritten Gründungstag. Seit drei Jahren komm ein großer Teil der jüdischen Jugend Duisburgs an jedem Freitagabend in die ihr von der Duisburg-Loge „Zur Treue" freundlichst überlassenen Räume, um dort einige Stunden Sabbatweihe zu genießen. Der unermüdliche Leiter der Abende, Alfred Hammerschlag, gab einen Rückblick auf den Inhalt des 2. Buches Mose und erläuterte kurz den Wochenabschnitt. Der jüngste Anwesende sagte das Tischgebet, worauf Herr Rabbiner Dr. Neumarck, gleichzeitig als Vertreter der Loge, sowie ein Vertreter des Sf nagogenvorstandes und eine Vertreterin des Jugendvereins der Freitagabendgemeinschaft ihren Dank und ihre guten Wunsche für die Zukunft aussprachen. Düsseldorf. Am 13. März wurde in unserer Generalversammlung, an Stelle der ausscheidenden bisherigen Vorsitzenden Mine Meyer, Herbert Felsenthal zum 1. Vorsitzenden gewählt. Unter Leitung von Dr. Horn begann am 27. März ein neuer Zyklus „Judentum und Wirtschaft". Forst i. L. Am 21. Februar sprach hier Dr. Nathan Birnbaum, Berlin, über „Der Weg des Judentums". Die zahlreichen Anwesenden nahmen starke Anregungen mit nach Hause. Gelsenkirchen. In der Generalversammlung vom 13. März wurde Rabbiner Dr. Galliner in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenmitglied des Jugendvereins ernannt. Die immer wachsenden Besucheunserer Veranstaltungen sind ein Beweis dafür, daß sich der Verein auf dem richtigen Wege befindet. An Vorträgen hörten wir unter anderem: „Geschichtsauffassung im Judentum" (Rabbiner Dr. Schönberger, Aachen), „Herkunft des völkischen Typus" (Professor Dr. Goldstein, Darmstadt), „Jugend und Gemeinde" (Rabbiner Dr. Klein, Düsseldorf), „Der Jude in Rembrandts Kunst" (Studienrat Dr. Galliner, Frankfurt), „Kulturkrisis der Gegenwart" (Oberstudiendirektor Dr. Töwe, Gelsenkirchen). — Die wertvollste Veranstaltung im vergangenen Jahr war die Durchführung der Arbeitsgemeinschaft über „Jüdische Geschichte" unter Leitung von Rabbiner Dr. Galliner. Auch die Freitagabendfeiern konnten regelmäßig durchgeführt werden und waren durchschnittlich von 60—70 Mitgliedern besucht. Drei große Wanderungen führten uns in das schöne Sauerland. — Unsere Bibliothek, die ständig vergrößert wird, erfreut sich einer sehr regen Benutzung. — Eine besondere Genugtuung ist es uns, daß es uns gelungen ist, die ortsfremden jungen Leute in starker Anzahl zu uns heranzuziehen. Gerolstein: Unser erst im Herbst 1927 gegründeter Verein hat trotz der Schwierigkeiten, die jüdische Jugend auf dem Lande zu vereinen, schon recht ergiebige Arbeit geleistet. Es ist dabei zu berücksichtigen, daß die meisten unserer Mitglieder gar keinen Religionsunterricht hatten, so daß der Verein die wichtige Aufgabe hat, überhaupt erst eine Grundlage für jüdisches Wissen zu schaffen. Es werden deshalb fortlaufend Heimabende über jüdische Geschichte und Erläuterungen der Festtage und Gebräuche sowie des jüdischen Lebens überhaupt abgehalten. Homburg (Saar). Zu unserem schmerzlichen Bedauern teilen wir unseren Freunden mit, daß der beste Mitarbeiter unseres Bundes, Herr Dr. Paul Pappenheimer, am 10. März in Heidelberg nach schwerer Qperation verstorben ist. Wer die unvergänglichen Verdienste kennt, die sich der so jäh Dahingeschiedene nicht nur um die Entwicklung unseres Bundes, sondern auch insbesondere um die jüdische Jugendarbeit erworben hat, der weiß den unersetzlichen Verlust zu ermessen, den der JJBH. erlitten hat. Der Name dieses Mannes wird in unserem Verein unvergeßlich bleiben. Harz. Am 12. Februar hielt Herr Landesrabbiner Dr. Wilhelm, Braunschweig, auf unserer Monatsversammlung in Seesen einen Vortrag über religiöse Gegenwartsfragen. Der Jugendbund kommt in Harzburg alle 14 Tage zu einem Heimabend zusammen. Höchst a. M. Bei einer Purimfeier sprach unser Sprechchor den 124. Psalm und Brögers „Stimmen der Jugend". Das Fest verlief im übrigen sehr angenehm. 14