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Der Jugendbund · 1928-03-01 · 3 (1.3.1928) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
14 (1928)
Issue
3 (1.3.1928)
Date
1928-03-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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D. Organisationen verschiedenster Art. I. Reichsbund jüdischer Frontsoldaten. 1. Zweck: Zusammenfassung der jüdischen Frontsoldaten Deutsch- - lands zur Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen, insbesondere zur Abwehr aller Angriffe, die auf eine Herabsetzung ihres Verhaltens im Kriege gerichtet sind, Förderung der Kriegsfürsorge, Pflege der Leibesübungen, Förderung einer Berufsumschichtung der Juden. 2. Gegründet: 1919. Geschäftsstelle: Berlin W 15, Kurfürstendamm 200. Vorsitzender: Dr. Leo Löwenstein. Bcrlin-Lichterfelde. Ueber 50 000 Mitglieder in 16 Landesverbänden mit I zirka 600 Ortsgruppen. 3. O r g a n : „Der Schild". II. Verband der Ostjuden. 1. Zweck: Wahrung der rechtlichen, kulturellen und sozialen Interessen der in Deutschland lebenden Ostjuden. 2. Geschäftsstelle: Berlin N 24. Auguststraße 17 | (S. Haarpuder). III. Verband der russischen Juden. 1. Z w e c k : Sammlung der in Deutschland lebenden russischen .luden zur Wahrung ihrer gemeinsamen Interessen. 2. Gegründet: 1920. Geschäftsstelle: Berlin W 35. Lützowstraße 16 (Staatsrat Tcitel). E. Berufsorganisationen. I. Allgemeiner Rabbinerverband in Deutschland. « l.Zweck: Vertretung der gemeinsamen Aufgaben und Interessen der Rabbiner Deutschlands. 2. L e i t u n g : Vorsitzender: Rabbiner Dr. Leo Bacck, Berlin. Geschäftsstelle: Rabbiner Dr. Dienemann, Offenbach am Main. Kaiserstraße 58. f 173 Mitglieder. Außerdem gibt es Vereinigungen liberaler und orthodoxer Rabbiner. II. Verband der jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche. l.Zweck: Behandlung aller die jüdischen Lehrervereine im Deutschen Reiche angehenden Fragen des Unterrichts, ' der Standesinteressen, der Kollegialität und des Unter- ■ stützungswesens. f 2. Gegründet: 1895. 3. L a i t u n g : Vorsitzender: Mittclschullchrer H. Stern, Berlin. 800 Mitglieder. 4. 0 r g a n : a) Beilage des Israelitischen Familienblattes Hamburg. b) Jüdische Lehrerzeitung. Schriftleitung für beide: Lehrer Steinhardt. Magdeburg. III. Vereinigung der Kantoren in Deutschland. 1. Zweck: Wahrung und Hebung der wirtschaftlichen und Pflege der ideellen Interessen der Mitglieder. 2. L e i t u n g : Vorsitzender: Oberkantor Fabisch, Göttingen. 10 " IV. Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands. 1. Zweck: Förderung des Handwerks unter den Juden durch Heranbildung eines geeigneten Nächwuchses. Bekämpfung der Vorurteile gegen den jüdischen Handwerkerstand, Aufklärung in Wort und Schrift, gegenseitige Unterstützung durch Zuführung von Arbeit. 2. L e i t u n g : Vorsitzender: Wilhelm Marcus. Berlin. 1600 Mitglieder. 3. O r g a n : Monatsschrift: „Der jüdische Handwerker". (Fortsetzung folgt.) lunggruppen Gut Purim. liebe Junggruppier! Mir sagte mal einer von euch, Purim habe der Jugend doch nicht viel zu sagen. Mit Chanukka sei das etwas anderes. Das sei doch herrlich .gewesen, wie der alte Matisjahu, als sein Ende nahte, seine Kinder um sich scharte und der Jugend die Fahne übergab und die Jugend die Fahne begeistert vom Alter annahm, sie entrollte und zum Siege führte. Das sei für die Jugendbewegung eine schöne Anregung. Was aber könnte Purim zu uns sprechen? Mir hat dieses Gespräch damals sehr gut gefallen. Aber es ergab sich doch aus ihm, daß auch Purim uns, gerade den Junggruppen, schöne Ideen bringt. Am besten käme das zum Ausdruck, wenn eine Junggruppe sich zusammensetzte und Purim feierte! Wir meinten damit freilich nicht solch eine Art von Purimball, wie er jetzt bei den Aelteren beliebt ist, ,,da ballt man sich wohl, aber man purimt sich nicht", wie einer mal sagte. Nein, wir dachten uns, daß alle Junggruppier die Esthergeschichte hebräisch oder deutsch gelesen haben und sich dann zusammensetzten zu einem fröhlichen Heimnachmittag und neben lustigem Singen und ordentlichem Spiel dann anfangen, einer nach dem anderen zu sagen, was ihm am Purim so am besten gefällt. Der eine beginnt, ihm gefalle am besten der große Kommers beim König am Beginn der Geschichte, dem anderen gefällt mehr die Schönheitskonkurrenz am Hofe, zu der die Königin Waschti nicht mehr kommen wollte, der dritte, ein Politiker, ist begeistert von dem jämmerlichen Reinfall des Ministerpräsidenten Haman mit anschließendem Regierungssturz und Einsetzung der neuen Regierung Mordechai, und ein vierter, ein ganz wilder Junge, möchte sich biegen vor Lachen über die am Galgen baumelnden zehn Söhne Hamans. Da meldet sich einer und meint mit Kennermiene, das sei doch alles Unsinn und nicht wichtig, er lese Zeitungen, und wenn man da auf das Gequassel und Geschreibsel der Antisemiten achte, müsse man bestimmt meinen, sie hätten einfach alles abgeschrieben von der großen Rede, die Haman vor dem König Achaschverausch gehalten habe, als er ihn überredete, alle Juden zu erschlagen. Ja freilich, antwortet ihm jemand, aber mit dem Antisemitismus sei das doch nicht so leicht, den müßte man abwehren, und wenn wir das alle so tüchtig und klug machen könnten, wie der Mordechai, das wäre fein! „Du willst wohl auch Minister werden", schreit ihm einer aus der Ecke entgegen. Da hört man ein Hüsteln bei den Mädels. „Ah, endlich wollen die Mädels auch was reden." „Jawohl", sagte eine ganz bedächtig, „merkt's euch nur, wenn Esther, das jüdische Mädel, damals nicht gewesen wäre, dann hätte auch Mordechai nichts tun'können; erst als sie dem König sagte, was eigentlich los sei, was dieser Haman für ein Kerl sei, und daß man auch die Frau Königin selber totschlagen müsse, wenn man die Juden vernichten wolle, da, seht ihr, war alles gut — und die Juden waren gerettet. Atemlose Stille, es ist wahr, denken die Jungens, diesmal haben die Mädels gesiegt. Da kräht durch das Heim die Stimme unseres Jüngsten: „Du, ja du willst wohl auch einen König heiraten!" Natürlich allgemeines Lachen und Gröhlen des Purimliedes durch die Kleinen: i

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