Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 2 (1.2.1928)
- Date
- 1928-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/6492456-6352307-6352535--0557-4928731- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
uno in h...___ Am 20. Dezember war unser fest. Schon wochenlang vorher war geübt worden. Einige Mütter hatten den Kuchen gestiftet, und an der Kaffeetafel sah man frohe Kindergesichter. Als alle Gäste versammelt waren, zündete Herr Tint die Chanukkakerzen an. und alles sang Moaus zur. Frl. Löwen stein wies in ihren Begrüßungsworten auf den Sinn des Festes und auf die Ziele des Jugendbundes hin. Es folgten die verschiedenen Aufführungen, Tänze und Theaterstücke, von Beifall begleitet. In der Pause bescherte das Chanukkamännchen und vergaß keines der Kinder. Aenne Dreye r. Gründung der Junggruppe Halle a. d. s. In einer Chanukkafcier stunde hatte am 18. Dezember 1927 die Jüdische Jugendgemeinschaft Halle a. d. S. die gesamte Jugend im Alter von 13 bis 16 Jahren eingeladen. Zuerst ging es wenig feierlich zu, bald aber war der Bann gebrochen, und je weiter die Zeil vorrückte, um so gemütlicher wurde es. Am meisten Spaß machten unbedingt die Spiele, die Semi Reiter, -der aus Chemnitz herübergekommen war, leitete. Man fühlte sich sogar so wohl, daß man nicht nur dieses eine Mal, ' sondern auch in Zukunft zusammenkommen wollte. So kam es noch an demselben Abend zur Gründung einer Junggruppe, deren Leitung Hedwig K o h n übernahm. Die Arbeit wurde noch im alten Jahr aufgenommen. R. C. Basteiabende Brief von Siegfried Katzmann, JG., Osnabrück. Besonders eignet sich das Basteln für Junggruppen, die jüngere Mitglieder im Alter von 10 bis 13 Jahren haben. Es ist doch klar, daß man mit Leuten in diesem Alter keine großen Probleme besprechen kann. Da entsteht oft die heikle Frage, was soll an den Abenden angefangen und getrieben werden. Ich habe es mit Basteln versucht, und der Versuch kann als gelungen bezeichnet werden. Wir haben drei Arten ^des >astelns eingeführt: Laubsägearbeiten, Papparbeiten und '.ildereinrahmen. Laubsägearbeiten: das ist die teuerste Art. Laubsägeholz — lur dieses ist zu gebrauchen — kostet ziemlich viel Geld. Es nüssen ferner zwei bis drei Laubsägebogen vorhanden sein, um;leichzeitig mehrere Jungen zu beschäftigen. In Osnabrück •esitzt die Junggruppe selbst einen Laubsägekasten, äußerem bringen die Jungen selber Laubsägebogen mit. Gebastelt verden: Weinkorken mit einem Mögen Dowid, Besomimiüchsen und Esrog-Behälter. Etwas schwieriger ist es mit ler Herstellung einer Menorah. Einige unserer jüngeren Mitglieder haben unter Anleitung eines älteren Freundes erst aubsägen gelernt, und das macht ihnen viel Spaß. Unbedingt notwendiges Material: 2—3 Laubsägebogen, Sägeblätter (ein Dutzend 10 Pfg.), Sandpapier (Bögen 5 und 10 Pfg.), Laubsäge holz. K Papparbeiten: Die sind doch ziemlich schwierig. Sollte nicht zufällig jemand etwas davon verstehen, so muß ein einschlägiges Buch angeschafft werden. (Siehe hierzu die heutige Rubrik „Bücher für Junggruppen". Die Red.) Angefertigt werden Büchsen, Leuchter usw., die trotz des einfachen Materials sehr stabil und fest sind. Diese Arbeiten haben den Vorteil, daß sie billig herzustellen sind. Nötiges Material: Pappe. Papier, etwa Einwickelpapier (kein Zeitungspapier!), gemustertes Papier, wie es zum Einschlagen von Büchern benutzt wird, guter Leim mit Leimpinsel, Scheren. Des weiteren ist zum Aufzeichnen Zirkel, Lineal, Bleistift erforderlich. Bildereinrahmen: Eigentlich ist das Einrahmen nicht die Hauptsache, sondern wichtig sind die Scherenschnitte, die bei dieser Gelegenheit gemacht werden. Material: Silhouettenpapier, Scheren, Glas. Kalikopapier. Wenn man jedem der drei älteren Jungen — beispielsweise etwa drei jüngere beigibt, so sind schon mal 12 Jungen anregend beschäftigt. Die wirklich gelungenen Gegenstände können dann bei Gelegenheit ausgestellt und verkauft werden. — Ich hoffe, mit diesen Zeilen den Junggruppen ein paar Hinweise gegeben zu haben, um Bastelabende zu versuchen. Bücher für Junggruppen John Jewitt, Makwinnas Gefangener. Meine Abenteuer und Leiden bei den Indianern am Nutka-Sund. Bearbeitet von Prof. Dr. A. Jacobi, Dresden. Gebunden 2.80 Mk. Dieses Buch, wertvolle Anmerkungen und Kartenbeilagen, interessante Schilderungen halbvergessener Welten begleiten es, ist in der Sammlung ,,Alte Reisen und Abenteuer" im Verlag Brockhaus, Leipzig, erschienen und enthält ein trefflich gezeichnetes Kulturgemälde aus jenen Jahrzehnten, da man anfing, die ..Segnungen der Zivilisation" in die Gebiete der „Wilden" zu tragen. Bemerkenswert ist das vorliegende Buch schon aus dem Grunde, weil hier die Aufzeichnungen eines Menschen, der „dabei gewesen" ist, selber sprechen, und weil diese Aufzeichnungen — schon Anfang des vorigen Jahrhunderts waren sie in England gedruckt an die Oeffe*tlichkeit gelangt — seit jeher eine sehr beliebte Lektüre der Jugend waren. Man darf demnach diesen Neudruck von John Jewitts Abenteuer und Erlebnisse begrüßen, denn auch unsere Jugend des zwanzigsten Jahrhunderts wird gern danach greifen. Vom Basteln. Eine erste Einführung und Anleitung für Kinder- und Jugendgruppen. Von Kurt Witthauer. Arbeiterjugendverlag, Berlin. Preis kartoniert 0,80 Mk. Die Anfragen aus unseren Junggruppen, die dieses Gebiet angehen, häufen sich gerade in letzter Zeit. Ohne Bastelabende kann manche Gruppe gar nicht mehr auskommen. Nicht etwa, um den in den letzten Jahren übermäßig oft zitierten „Genius im Kinde" zum Ausdruck zu bringen, sondern vor allen Dingen doch wohl, um die anvertrauten Schützlinge zunächst einmal zu beschäftigen und an die Gemeinschaft zu fesseln. Da kommt eben rechtzeitig dies«» sehr empfehlenswerte Schrift. Schlicht und übersichtlich, ohne störendes Beiwerk, werden alle Fragen und Sorgen des jungen Bastlers dargestellt und erledigt, werden auch die vielen Möglichkeiten, die das Basteln bietet, aufgezeigt. — Diejenigen, die 11