Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 14 (1928)
- Issue
- 1 (1.1.1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Würzburg. Außerdem waren Freunde aus Bayreuth. Erlangen und Nürnberg zugegen. Die Verbandsleitung war durch Fritz Schwarzschild. Wiesbaden, vertreten. Aus dem Tätigkeitsbericht des Vorsitzenden Rabbiner Dr. Rülf. Bamberg, und aus den Berichten der verschiedenen Vereinsvertreter ist zu entnehmen, daß in Anbetracht der kurzen Zeit seit der Wiederbegründung des Landesverbandes Bayern recht ersprießliche Arbeit geleistet worden ist. Fritz Schwarzschild sprach über die Methodik der Arbeit. Er gab ein Bild der modernen Erziehungsarbeit in den Jugendvereinen und machte den Vorschlag zu einer Arbeitsdreiteilung: 1. auf Massenwirkung mit Geselligkeit im Vordergrund, "2. Heim- . abende. in denen die Mitglieder zur selbständigen Verarbeitung lüdischer Probleme veranlaßt werden. 3. Arbeitsgemeinschaften die Führern und besonders interessierten Mitgliedern Gelegenheit geben, sich mit wichtigen Problemen der Vergangenheit lind Gegenwart auseinanderzusetzen. Er wies auf die im ...lugendbund" veröffentlichten Rundbriefe hin. die dem Führer eine große Erleichterung bei dieser Arbeit seien. Die Stärkung efes jüdischen Bewußtseins betonte er als die wichtigste Aufgabe der Jugendvereine. Aus der Aussprache ist besonders hervorzuheben der Bericht von Schaalmann. München, über Versuche im dortigen Jugendbund, die Mitglieder durch Einführung des „Zweibundes" seelisch zu gewinnen. Ein bereits gefestigtes Mitglied versucht dort, sich eines bestimmten jüngeren anzunehmen und es heranzuziehen. Er befürwortet die Arbeit der größeren JugendvcreSne auf dem Lande. Die Tagung brachte eine Fülle praktischer Vorschläge und hfcü allen Teilnehmern viele Anregungen* gebracht. Aus Anlaß der Delcgiertentagung fand abends vor einer zahlreichen Zuhörerschaft, darunter führender Persönlichkeiten der katholischen und evangelischen Kirche, ein öffentlicher Vortrag von Rabbiner Dr. Rülf, Bamberg: „Der Talmud als Angriffsobjekt unserer Feinde" statt. Ein praktischer Erfolg der Tagung zeigte sich in der am 217. November vorgenommenen Gründung zweier Vereine. Die Vereine München und Regensburg veranstalteten eine Trefffahrt nach Ingolstadt, wo nach der Austragung von Sportwettkämpien eine Aussprache mit der jüdischen Jugend von Ingolstadt stattfand. Nach einem Bericht von Dr. Meyer, Regensburg, üb^r die Arbeit des Verbandes, kam es zur Gründung des Jujfcndbundcs Ingolstadt, der sich inzwischen auch dem Verband angeschlossen hat. Zu gleicher Zeit sprach der Landesverbandsvorsitzende in Bayreuth, mit dem Erfolg, daß auch dort der Verein wiedererstand. Herr Rabbiner Dr. Salomon, ♦Bayreuth, stellte sich in jeder Weise zur Verfügung. Westdeutschland. Am S. Januar finden in Düren, Hachenburg, Köln und Trier Bezirksgruppentagungen statt, über die in der nächsten Nummer berichtet wird. 2. Vereine. Aus den \ ercinsberichten heben wir als Beispiel für kleine Vereine die Tätigkeit des Jugendbundes „Harz" und des Jugendbundes Wesel hervor. Beide Bünde verstehen es. in Heimabenden ihre Mitglieder zu fesseln. Der Jugendbund „Harz" läßt unter seinen Mitgliedern zwei Rundfragen ergehen: L Warum bin ich dem JJB. beigetreten?. 2. Was erwarte ich vom JJB.? Ueber das Ergebnis werden wir noch berichten. Wesel bot eine Aufführung des Freitagabendfilms der ZentraJwohlfahrfsstelle. „Harz" wird den Film am 15. Januar in Bad Harzburg laufen lassen. In Dresden ist in Erwartung der großen Delegiertentagung starke Tätigkeit zu spüren. Die nächsten Monate wird das Thema ..Lebensgestaltung des jungen jüdischen Menschen" die Grundlage der Arbeit bilden. Der „Gabriel Rießer" in Köln beabsichtigt, unter neuer Leitung durch starke Arbeit den Verein wieder zu seiner früheren Blüte zu führen. Viele Arbeitsgemeinschaften sind eingerichtet. Bei einem Propagandaabend am 8. Dezember sprach Dr. Ernst Simon. Frankfurt a. M. vor 500 Zuhörern über „Jugend und Gemeinde". Der Vortrag wurde umrahmt durch 14 Darbietungen des Düsseldorfer Sprechchors. 180 Neuanmeldungen bezeugen den Erfolg des Abends. Der Jugendbund Pforzheim berichtet über einen erfolgreichen Werbeabend, bei dem über 200 Teilnehmer gezählt wurden. Nach langer Zeit schreibt auch Regensburg über seine Tätigkeit. Besonders hervorzuheben ist eine Fahrt nach Bamberg und eine' Treffahrt mit dem Münchener JJB. in Landshut. Bei der Werbefeier in Trier sprach Oberrabbiner Dr. Altmann. Besonders gefielen die Darbietungen des Sprechchors der Mädchengruppe. Der Lübecker Jugendbund konnte am :27. November sein zehnjähriges Bestehen unter reger Beteiligung aller Gemeindemitglieder festlich begehen. Bei einer akademischen Morgenfeier hielt Rabbiner Dr. Winter die Festansprache, in der er die Jugend zu positiver Arbeit aufforderte. Dr. Fischel, Rostock, brachte die Glückwünsche Mecklenburgs" und zugleich den Dank dafür, daß gerade Lübeck sich um die Aktivierung der .Mecklenburger jüdischen Jugend durch Gründung zweier Jugendvereine, Rostock und Güstrow, besondere Verdienste erworben habe. Die beiden Ehrenvorsitzenden, Herr Lissauer und Herr Mansbacher, referierten in fesselnder Weise über Wege und Geschichte des Jugendbundes. Umrahmt wurden die Vorträge durch künstlerische Darbietungen von Mitgliedern des JJB. - Am Nachmittag wurden sportliche Wettkämpfe aufgetragen und mit den auswärtigen Gästen, besonders den zahlreichen Mecklenburgern, freundlichste Beziehungen angeknüpft. —• Ein Festball beschloß die wohlgelungenen Feierlichkeiten. , Am 1. Dezember konnte der JJB. Harburg-Wilhelmsburg sein 15jähriges Bestehen feiern. Bei einem Weiheabend waren etwa 100 Mitglieder und Gäste zugegen. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Rosenschein, konnte Vertreter der Syna^ogengemeinde, des Frauenvereins und des CV. begrüßen. Er gao einen Rückblick über die Arbeit des Jugendbundes und hob als bedeutsamstes Ereignis den kürzlich erfolgten Anschluß an den Verband hervor. Den Festvortrag hielt Herr Dr. Bloede aus Hamburg, der vor 15 Jahren den ersten großen Vortrag im Harburger Jugendbund gehalten hatte, über „Die jüdische Jugend im letzten Jahrhundert". Die Feier wurde durch künstlerische Darbietungen verschönt. — Am 4. Dezember fand ein Festball statt, dem eine Chanukkafeier für die Kinder vorausging. Das Fest am Abend nahm einen glänzenden Verlauf; es wurden 220 Teilnehmer gezählt. Wir wünschen den Jubelvereinen weitere ersprießliche Arbeit. Die Winterarbeit des JJV. Essen macht gute Fortschritte. Sehr ersprießlich gestaltete sich eine Aussprache nach Referaten von Erich de Jonge, Hamborn, Walter David und Artur Hermanns, Düsseldorf, die über die Gestaltung des Heimabends in ihren eigenen Gruppen berichteten. — Zwei Vorträge von Pfarrer Hartmann aus Solingen-Foche über „Evangelische Jugendarbeit" und von Nikolaus Ehlen über „Katholische Jugendarbeit" gaben Anlaß zur Beschäftigung mit der Jugend aus anderen Lagern. — Der Sprechchor entwickelt sich zu unserer Zufriedenheit und wird am Chanukka Proben seines Könnens ablegen. Auch Düsseldorf beschäftigte sich in letzter Zeit mit a der Frage „Wir und die andern". Es sprachen dazu Fritz Pappenheim. Köln, über: „Sozialistische Jugend", Nikolaus Ehlen über: „Katholische Jugendbewegung", und Pastor Fuckel, Köln, über: „Evangelische Jugendbewegung". In den anschließenden Heimabenden wurden die angeschnittenen Fragen weiter behandelt und geklärt. — Der Bericht des Jüdischen Jugendvereins München zeigt für Dezember Arbeiten der Literaturgruppe, einen Kursus über mittelalterliche Geschichte der deutschen Juden, musikalische Abende, Besprechung aktueller Fragen und Vorträge an. Der Jüdische Jugendbund Forst i. L. hat eine Handwerkergruppe gegründet, in der die im Handwerk beschäftigten Mitglieder sich über die sie besonders interessierenden Fragen unterhalten und in weiteren Kreisen der Gemeinde das Inter-