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Der Jugendbund · 1927-12-01 · 12 (1.12.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
12 (1.12.1927)
Date
1927-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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es sich um Pazifismus handelt, dann sind dem Spießer, auch dem jüdischen, die Aphorismen am liebsten. Pazifismus? — Na. man läßt sich mal ein Feuilleton darüber gefallen, eventuell auch eine Rausch-Haschonoh-Predigt. Was mehr ist. kann von Uebel sein. d. h.. deutsch ausgedrückt: . . . macht Rischeß! Vielleicht wollt Ihr noch wissen, was in der Rabbinerkonferenz ..Judentum und Friedensbewegung" beschlossen worden ist. Seid nicht so neugierig! Es gibt Leute, die noch bescheidener sein können, als Ihr es schon seid. J. R. Junggruppen Führer und Führerinnen im Reich! Als der Oktober in die Lande kam, erging an Euch alle der Ruf des Jtinggruppendczernates zur Führertagung zu Chanukka. Bis heute haben vier Gruppen geantwortet. Wenn ich diese Tatsache höre und in ihrer ganzen Schwere erkenne, muß ich aufs tiefste erschauern. Ich frage Euch. Führer der einundzwanzig Jugendgruppen, die Ihr schwiegt: Warum? Sind es finanzielle Schwierigkeiten, die Euch die Teilnahme versagen? So habt Ihr recht! Hier ist es unbedingte Pflicht iedes Bundes. Landes- bzw. Bezirksverbandes und des Reichsverbandes, einzugreifen und Zuschüsse zu geben, wenn's noltut. auch alle Kosten zu tragen. •» Oder glaubt Ihr. so stark mit der Arbeit in Eurer Gruppe beschäftigt zu sein, daß Ihr darüber hinaus den Blick auf die anderen Gruppen im Reiche nicht wenden kj>nnt? Bleibt Ihr zu Hause, um nur nicht den anderen von Euren Erfahrungen und Erkenntnissen zu geben? Fühlt Ihr Euch so reif, daß Ihr von anderen nichts mehr lernen könnt? Schämt Ihr Euch, noch nicht so weit wie manch andere Junggruppe zu sein? .'j Ist: Euch etwa die Führung der Gruppe nur angenehmer Zeitvertreib, und tragt Ihr keine Führerprobleme mit Euch herum, über die Euch auszusprechen es Euch drängt? Wie anders der. der zuhören gelernt hat. An seiner.stillen, lebendigen, teilnehmenden, ausstrahlenden, anbetenden, mitschwingenden, mitklingenden Zuhörerschaft wächst der Sprecher zum Führer, zum Prophet, zum Feuer, zum Sturm, zum Gott. Da keimt das Saatkorn zagen Wortes, gesegnet von der zarten Wärme heiterer Frühlingssonne, die dem Auge des Hörers entstrahlt, auf zum mächtigen, blühenden Baume, spendet Freude. Schatten. Nahrung, nimmt Unlust und Verzagtheit, wird Wegweiser und Zuflucht. : 15. L'as war nichts für Dich? ,.Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten." (Lessing. Nathan.) Das war nichts für Dich? ..Wer trotzt mit der Schüssel, schadet seinem eigenen Rüssel!" Psalm 118 Für Sprecnchor Dearbeitet von Rabbiner Dr. Manen, Görlitz I. Chor. II. Chor. I. Chorführer. II. Chorführer. I. Chorführer: Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, denn ewig währet seine Gnade. Chor I: Danket dem Herrn usw. Chor I und II: Danket dem Herrn. II. Chorführer: So spreche denn Israel: Ewig währet seine Gnade. N Chor I: Danket dem Herrn usw. Chor I und II: Danket dem Herrn. I. und II. Chorführer: Sprechen mögen die vom Hause Aharon: Ewig währet seine Gnade. 10 Ahnt Ihr denn nicht, welch ein Erlebnis eine solche Führertagung ist? Seid Ihr gar schon verkalkt, seid Ihr vom Parnassimgeist angekränkelt, seid Ihr schon verflacht, seid Ihr denn nicht mehr jung, seid Ihr denn nicht mehr Führer??? Ich klage Euch, Ihr Führer der einundzwanzig Gruppen, der greisenhaften Lauheit an!!! Steht mir in Seesen Antwort! Wehe dem Feigling, der sich drückt! Martin Seligmann, Führer der Junggruppe Chemnitz. * Junggruppen-Rundschau Den Schlendrian in der Natur draußen hat der Herbstwind fortgeweht. Platz muß geschaffen werden für das neue Leben. Das ist ewiges Gesetz im Gang der Welt. — Und nun kommen die Berichte aus den Junggruppen unseres Verbandes und künden mit mehr oder weniger Begeisterung vom Beginn neuer Arbeit. Aus allen Zeilen drängt das Wollen, das Suchen und Sehnen nach neuem Werden. Vieles, was Hindernis und Hemmung war, besteht nicht mehr, ist überwunden, niedergezwungen. Deutlich ist zu merken, daß ein Emporstieg im Ringen um das Judentum und die junge, erneuernde Gemeinschaft eingesetzt hat. Ich bewundere immer wieder die unbedingte Zuversicht unseres Martin Seligmann, der Seele der Chemnitzer Freunde ist. Ein Dutzend solcher, vom endgültigen Sieg der Jugend Ueberzeugter, und wir können diese in Gleichmut und Oberflächlichkeit erstarrte jüdische Welt aus den verrosteten Angeln heben. „Nach mehrwöchiger Pause" — so schreibt Martin Seligmann — „vereinte Ende September eine Wimpelweihe unsere drei Züge der Chemnitzer Junggruppe. In der Weiherede streifte ich die Geschichte der Entwicklung unserer Gruppe und bezeichnete die drei Wimpel als Symbol der Gemeinschaft und als Wahrzeichen der Erneuerung des Geistes. Jeder Zug hatte sich seinen eigenen Wimpel geschaffen, denn jeder Zug hat seine Eigenart innerhalb unserer Arbeit um die Einheit: die Freie Schar einen blauen Wimpel, — blau als Farbe der Treue, der Rote Zug einen roten Wimpel, — rot das Zeichen der Freiheit, der Schwarze Haufen einen schwarzen Wimpel. — Bedeutung des unerschütterlichen Kampfes. Alle drei Wimpel aber tragen auf der Rückseite die gold- Chor I und II: Danket dem Herrn usw. 1. und II. Chorführer: Sprechen mögen, die fürchten den Herrn: Ewig währet seine Gnade. Chor I und II: Danket dem Herrn usw. I. Chorführer: Aus der Bedrängnis rief ich ihn. Da hat er mich gehört und in weiten Raum gestellt. Der Herr ist für mich, ich fürchte mich nicht. Was könnten mir Menschen tun? Der Herr ist für mich, unter meinen Helfern, und ich werde meine Lust sehen in meinen Hassern. II. Chorführer: Besser ist's, bei dem Herrn Zuflucht suchen, als auf Menschen vertrau'n. Besser ist's, bei dem Herrn Zuflucht suchen, als auf Fürsten vertrau'n. Chor I: Alle Heiden umringten mich. I. Chorführer: Im Namen des Herrn, ich schlage sie zurück. Chor II: Sie umschwärmten mich, sie umschwirrten mich. II. Chorführer: Im Namen des Herrn, ich schlage sie zurück. Chor I: Sie umringten wie Bienen das Wachs, brannten wie Feuer in den Dornen. I. und II. Chorführer: Im Namen des Herrn, ich schlage sie zurück. I. Chorführer: Du hast mich heftig geschlagen, daß ich falle, aber der Herr half mir. II. Chorführer: Gott ist meine Stärke und mein Lobgesang, von ihm kam mir Heil. Chor II: Gott ist usw. Chor I: Jubel und Siegesruf ist in den Zelten der Gerechten, Die Rechte Gottes verrichtet große Taten,

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