Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 12 (1.12.1927)
- Date
- 1927-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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loren, der Kreis wird wesentlich größer, besonders seit Krieg und Inflation, Organisation ist nötig. Sie geschieht a) örtlich (Zentralkommissionen, Wohlfahrtsämter), b) innerhalb der Länder- und Provinzen-, Landes- und Pro vinzial verbände, c) innerhalb des Reiches die Zentralwohlfahrtsstelle. a) Gründung von örtlichen Wohlfahrts- ä m t e r n. 1. Aufgabe, allen Hilfsbedürftigen Fürsorge angedeihen zu lassen, insbesondere Durchwandererfürsorge, Auswandererfürsorge, Jugend- und Altersfürsorge; Zweck ist, zu vermeiden, daß ein Fall mehrfach behandelt wird. 2. Gründurg im allgemeinen um 1925. 3. Organisation: Vorstand aus allen Vereinen zusammengesetzt und ein engerer Vorstand. b) Provinzialverbände. Z. B.: Rheinprovinz. Geschäftsstelle Köln, Glockengasse 7. Aufgabe dieselbe, außerdem gemeinsame Schaffung von Anstalten für Erholungsbedürftige, Kranke und Alte. (Uebersicht über die Heime im Handbuch der jüdischen Gemeindeverwaltung.) c) Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. 1. Aufgabe: Zusammenschluß und Vereinheitlichung aller Wohl- '.fahrtsorganisationen durch Begründung neuer Einrichtungen , : im Falle eines Bedürfnisses zu fördern und einer nachteiligen Zersplitterung der Kräfte entgegenzuarbeiten. 2. Im Jahre 1917 gegründet, Geschäftsstelle Berlin C 2, Rosenstraße 2/4, Geschäftsführer z. Zt. Dr. Ollendorf. Geschäftsführender Vorstand: Vorsitzender Rabbiner Dr. Baeck, Berlin. Gesamtvorstand besteht aus Vertretern der verschiedenen angeschlossenen Verbände. 3. Presse-Nachrichtendienst, Zedakah. Besonders gut für diese Arbeit: Nachrichtendienst April bis Juli 1927, enthaltend die Statuten und Arbeitsbericht. Unter die Rubrik der sozialen Organisationen gehören auch die Verbände, die sich mit der Berufsumschichtung der Juden befassen; sie sind teils Reichsorganisatiönen, teils international. 1. Zentraivcrband jüdischer Handwerker Deutschlands. Zweck: Interessenvertretung und Hebung des Standes. Geschäftsstelle: Berlin N 24, Krausnickstraße 9 II. Vorsitzender: Wilh. Marcus, Berlin. 2. Verband der Gesellschaften zur Förderung des Handwerks und der Landwirtschaft unter den Juden (O. k. T.). Zweck: Wie der Name sagt. Die Aufgaben sollen erreicht werden durch I. Gründung und Leitung von gewerblichen und technischen Schulen. II. Herausgabe von Werkzeugen, Maschinen usw., Kreditgewährung. III. Bereitstellung instruktorischer Hilfe an die arbeitende Bevölkerung, um das Niveau der jüdischen Arbeiter zu heben. Eine besondere Stelle nehmen ein: Die Arbeiterfürsorgeämter; sie wurden gegründet 1919 aus der Notwendigkeit, die Belange besonders der ostjüdischen Arbeiter zu vertreten. Arbeitsgebiet: Stellenvermittlung, Lehrlingsfürsorge, Beratungsstelle. Es gibt Arbeiterfürsorgeämter in Berlin, Beuthen, Breslau, Duisburg, Frankfurt a. M., Königberg. L'm die Aussprache über die sozialen Organisationen zu vertiefen, ist es zweckmäßig, einen Vortrag einzuschalten über das Gesetz für Jugendwohlfahrt und die Einrichtungen, die es auf jüdischem Gebiet für seine Durchführung gibt. Außerdem sollte die Arbeit zu einer positiven Stellungnahme unserer Jugend zur sozialen Arbeit führen. Literatur: a) Sonderdruck aus der Zedakah August 192W Das soziale Programm jüdischer Jugend, b) Taschenbuch für die Wohlfahrtspflege 1926 (Verlag Herbig, Berlin). I. Unangängiger Orden Bne Brith (U. O. B. B.). 1. Weltorganisation. Gegründet: 1843 in Newyork von dem Hamburger Maschinenbauer Heinrich Jonas (Henry Jonas) nach dem Vorbilde des Freimaurerordens. Ziel: Geistige, moralische und staatsbürgerliche Erziehung der zugewanderten Juden. Ausbreitung in Amerika: Ungefähr 530 Logen mit 70 000 Mitgliedern in sieben Ordensdistrikten; außerhalb Amerikas weitere sieben Distrikte: Deutschland 105 Logen, Rumänien 13, Tschechoslowakei 10, Polen 9, Bulgarien 6, Palästina und Syrien 6, Deutschösterreich 5, Türkei 4, Kanada 3, Aegypten 3, England 2, Schweiz 2, Serbien 1, Dänemark 1, Holland 1. Ueberall humanitäre Institutionen (Witwen-, Waisen-, Alters¬ und Siechenheime sowie Hospitäler). 2. Großloge für Deutschland. a) Organisation: 1885 als G r o ß 1 o g e , Sitz des Ordenspräsidiums und leitende Geschäftsstelle für die deutschen Logen installiert. Die Großloge setzt sich zusammen aus den Expräsidenten der Einzellogen. Stimmberechtigt für je 200 Mitglieder ein Repräsentant. Großlogentagung alle vier Jahre. Zur Führung der Geschäfte das G e n e r a 1 k o m i t e e (36 Mitglieder) sowie der Geschäftsausschuß des Generalkomitees. An der Spitze steht der Großpräsident, jetzt Rabbiner Dr. Baeck, mindestens drei Vize-Großpräsidenten, der Großsekretär und der Großschatzmeister. Zentralleitung aller Logen die Konstit»tionsgroßloge unter dem Ordenspräsidenten in Chikago._ b) Ziel des Ordens: „Israeliten zu vereinigen zur Förderung der höchster, und idealsten Güter der Menschheit, den geistigen und sittlichen Charakter der Stammesgenossen zu stärken, ihnen die reinMen Grundsätze der Menschenliebe, der Ehre und des Patriotismus einzuprägen, Wissenschaft und Kunst zu unterstützen, die Na der Armen und Dürftigen zu lindern, die Kranken zu besuchen und zu pflegen, den Opfern der Verfolgung zu Hilfe zu kommen, Witwen und Waisen zu beschützen und ihnen in allen Lagen hilfreich beizustehen." c) Arbeil des Ordens: _l_ Regelmäßige Zusammenkünfte der Brüder und Schwestern (Schwesternvereinigungen). Vorträge über jüdische und menschliche Themen; humanitäre Wirksamkeil; tatkräftige Unterstützung aller kulturellen und sozialen Aufgaben der Judenheit. d) Institutionen der Großloge: Toynbcehallen in Hamburg, Mannheim, Berlin und München (Abendheime mit Vorträgen und Bewirtung). Israelitische Erziehungsanstalt für geistig zurückgebliebene Kinder in Beelitz. Jaffasches Fürsorge- und Waisenheim der Großloge in Berlin. Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands. Kulturfonds zur Unterstützung notleidender Bildungsstätten. Krankenschwesternorganisation zur Ausbildung und Unterbringung von jüdischen Krankenschwestern (jetzt selbständig). Beteiligung am Arbeiterfürsorgeamt. Beteiligung an der Gründung und Erhaltung der Akademie für die Wissenschaft des Judentums. Beteiligung am Keren Hajesso d. G e s a rh t a r c h i v der deutschen Juden mit dem Deutsch-Israelitischen Gemeindebund. Verband der Arbeitsnachweise der Großloge. Vereinslazarettzug während des Krieges. Jährliches Preisausschreiben der Moritz-Mannheimer-Stiftung der Großloge zur Erlangung von Arbeiten über das Thema „Menschenliebe, Gerechtigkeit und Duldsamkeit als die Grundpfeiler der menschlichen Gesellschaft. Ferien- und Erholungsheime in Eimen, Misdroy, Hirschberg, Zoppot, Rochwitz, Hofheim bei Frankfurt, Döhlau bei Halle, Salzhemmendorf bei Hannover, Norderney. Altersheim in Lichterfelde bei Berlin. Schaffung von Literatur für die Jugend durch die Jugendschriftenkommission. 7