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Der Jugendbund · 1927-11-01 · 11 (1.11.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
11 (1.11.1927)
Date
1927-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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ifidischen Nationalismus und einer Palästinasiedlung mit nationaljüdischen Tendenzen (Beschluß vom 10. März 1921). 2. Im Jahre 1893 gegründet. Größte jüdische Organisation in Deutschland mit 60 OK) Mitgliedern. Geschäftsleitung: Berlin SW 68. Lindenstraße 13. Früher führende Männer: Horwitz und Eugen Fuchs. .letziger Vorsitzender: J. R. Dr. J. Brodnitz. Direktor Dr. Ludwig Holländer. Syndikus, Dr. Alfred Wiener. 3. Orgari: Früher Monatsschrift: ..Im deutschen Reich": jelzl Wochenschrift: ..C. V. Zeitung" fin 80 000 Exemplaren), wird auch an Nichtjuden versandt. Außerdem als wissenschaftliche Zeitschrift: ..Der Morgen" (Herausgeber: Julius Goldstein). 4 Literatur: Zahlreiche Abwehrschriften gegen den Antisemitismus, so von Segel. Br. Weil. Goldmann u. a. Ueber den C. V. selbst und seine Ideologie: Dr. Rieger, Ein Vierteljahrhundert im Kampf um das Recht und die Zukunft der deutschen Juden: Eugen Fuchs, Um Deutschtum und Judentum. Frankfurt, J. Kauffmann. 1919 (Grundlegende Schrift): Dr. M. Mendelsohn. Die Pflicht der Selbstverteidigung. Jak. Marx, Das deutsche Judentum und seine jüdischen Gegner. Außerdem Broschüren. Bezugsquelle und Auskunftss'.clle für djrcsj: Literatur: Philo-Verlag. "Berlin SW 68, Lindenstraße 13* Zu der Frage des Antisemitismus vergleiche auch vom anderen Standpunkt aus: F. Bernstein. Der Antisemitismus als Gruppenerscheinung. 1926, Jüdischer Verlag: Arnold Zweig. Caliban. Kicpenhcuer-Verlag. 1927 (Preis 10 RM). ferner erstes Sonderheft des ..Juden" über ..Antisemitismus und jüdisches Volkstum", und im Zionistischen Handbuch den Artikel von Blumenfeld. Zu der Frage Deutschtum und Judentum siehe auch Jakob Wassermann, Mein Weg als Deutscher und Jude. Berlin. 1922. 2.50 RM.. und 3. Sonderheft des ..Juden" über ..Deutschtum und Judentum". 3. Verband nationaldeutscher Juden. 1 Programm: Lösung der Judenfrage durch eine stärkere Betonung des Deutschtums und eine scharfe Trennung v»n allen v anders fühlenden Juden, insbesondere den Ostjuden. 2. N':ieil dem Kriege von Max Naumann gegründet. Geschäftsstelle ist in Berlin W 35. Blumeshof 9. 3. Organ: „Der nationaldeutsche Jude", in Berlin. . 4 Literatur: ..Max Naumann. ..Vom " nationaldeutschen Juden". „Vom mosaischen und nichtmosaischen Juden" Tagebuch von großer Fahrt. Von Erich de Jonge. Hamborn am Rhein. Was ich schon seit Monaten geplant hatte, der jüdischen Jugend auf dem Lande Anregungen zu geben für ihre geistige Winterarbeit, zu werben für den Verband, konnte ich im August endlich ausführen. Als Reiseform kam nur die Fußwanderung in Betracht, denn weder wir noch der Verband waren in der Lage, ein derartiges Unternehmen zu finanzieren. Zugunsten der Wanderfahrt sprach auch noch der Wunsch, möglichst viele Orte und Landschaften unseres Vaterlandes kennen zu lernen, die uns bei einer Eisenbahnfahrt nicht zu Gesicht gekommen wären. Der Aufruf zur Mitarbeit hatte den Erfolg, daß ich verschiedene Schreiben erhielt, in denen man mich zu meinem Plane ermunterte und mich einlud, zu. kommen. Das war ja schön und gut, aber ich hätte weitaus lieber gesehen, wenn sich der eine oder andere entschlossen hätte, mitzumachen. Es war eine große Enttäuschung für mich, der ich dachte, jetzt strömen sie nur so herbei, die mit mir losziehen wollen auf große Fahrt. Nun. ich gebe die Hoffnung nicht auf. daß sich im nächsten Jahre einige der Daheimgebliebenen doch ent- -schließen werden, gestützt auf unsere Erfahrungen und Erlebnisse, eine gleiche Fahrt mitzumachen, die nach meinem Dafürhalten sich weit besser und interessanter gestalten wird als die unsere, denn wir haben ja nun gelernt, was zu tun und zu lassen ist. 8 (75 Pfg.). „Vom Zionisten und Jüdischnationalen" (75 Pfg.). ferner Peyser, ,.Der'Begriff Nationaldeulsch". Zu beziehen durch den Verlag Albert Goldschmidt, Berlin W 35, Lützowstraße 28. (Fortsetzung folgt.) I Was zieht mich zum Gottesdienst Eine umfrage Der Verein, in dem junge Menschen durch Aussprache ihre Anschauung klären sollen, müßte die Stätte sein, die jeden dazu veranlaßt, Fragen vorzubringen, die ihn bewegen, Klarheit zu suchen, das Seinige dazu beizutragen, dem andern in seinem Ringen zu helfen. Wir alle wissen, wie schwer es den meisten fällt, dem, was sie erfüllt, den richtigen Ausdruck zu verleihen. Wir möchten deshalb versuchen, in unserem Blatt solche Aussprachen zu eröffnen, die vielleicht weitere Anregung für einzelne, wie für Vereine geben. Wir sind uns bewußt, daß das Letzte luch hier nicht ausgesprochen werden kann, doch hoffen wir, daß diese Aeußerungen uns vorwärtsbringen in unserer Arbeit. Wir-beginnen heute mit einer Frage, die gerade im Hinblick auf die Feiertage, die wir soeben beendeten, wichtig erscheint. Die Anregung dazu verdanken wir einem süddeutschen Führer, dessen Brief wir voransetzen. Die aus dem Reiche eingelaufenen Antworten folgen in der nächsten Nummer. Die S c h r i f t I e i t u n g. Liebe Verbandsfreunde! Wenn Ihr — entsprechend dem Vorschlag unseres Jugendbundes — nunmehr beabsichtigt, in unserer Verbands-Zeitung eine Aussprache über das Thema „Was zieht mich zum Gottesdienst" zu eröffnen und mich auffordert, auch hieine persönliche Stellungnahme Euch mitzuteilen, so möchte ich hierauf zunächst folgendes erwidern: Gerade die Frage „Was zieht mich zum Gottesdienst" ist eine derart heikle, daß man nur ungefn einem fremden Menschen, noch viel weniger aber der großen Oeffentlichkeit sein Innerstes offen darlegen möchte: vorausgesetzt natürlich, daß man diese Frage offen und ehrlich beantworten spll. Darum will ich Euch einen andern Weg weisen, den wir in unserm Verein mit Erfolg beschritten haben und der sich wohl auch für den größten Teil aller andern Jugendvereine eignet: Wir haben einer Anregung des J.IV. Tübingen entsprechend — den Versuch gemacht. 2 bis 3 Wochen im voraus eine Fragej für den nächsten Ich ließ den Mut nicht sinken und begann, in Hamborn für meine Idee zu werben, mit dem Erfolg, daß außer mir noch drei Hamborner: Richard Teitler. Herbert Herz und Hermann Rothkopf, mithalten wollten. Da Rothkopf seinen Bruder Heini und seinen Busenfreund David Deutsch, beide Kölner, mitbrachte, waren wir zu sechs starken Männern, die sich zu löblichem Tun zusammenfanden. Die Vorarbeiten waren erledigt, der Wanderplan aufgestellt und die Zusagen der einzelnen Bünde eingetroffen, als wir uns auf den Weg machten, der uns durch den Westerwald, den Odenwald nach Bayern und Württemberg bringen sollte. Im weiteren Verlauf der Fahrt sollte es durch Schwaben, über den Bodensec ins Badische gehen. Weiter führte der Plan durchs Hohenzollernländchen in den württembergischen Schwarzwald. Von Rheinhessen zum Rhein sollte es durch Hunsrück und Eifel wieder der Heimat zu gehen. Nach diesem kurzen Vorwort will ich zu den eigentlichen Erlebnissen kommen, die ich chronologisch bringen will. Ohne überflüssiges Beiwerk will ich das Erschaute und Erlebte niederschreiben. Mit Absicht vermeide ich die Niederschrift in Form einer Reisebeschreibung, die der jüngeren Jugend, der ich mein Tagebuch widme, nicht sonderlich zusagen würde. Kurz, mein Bericht soll das sein, was er ist: ein Fahrtenbericht junger Juden. Der 6. August, der als Marschbeginn festgesetzt war, fand drei der Truppe, nämlich Richard Teitler, Herbert Herz und mich, feldmarschmäßig am Bahnhof vor. Vielleicht nicht ganz

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