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Der Jugendbund · 1927-10-01 · 10 (1.10.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
10 (1.10.1927)
Date
1927-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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IL Am Freitagabend begann es. Die erste Freitagabendfeier im' Jüdischen Jugendverein Bielefeld. Am (estlich gedeckten Tisch etwa 25 Personen, darunter fast vollzählig die Schülergruppe. Am Kopf der Tafel die Rabbiner Dr. Klein und Dr. Kronheim. Letzterer verrichtete die Ritualien und sprach über den Schriftabschnitt, fand treffende Worte besonders für die Jungens. Dann Dr. Klein über den Sinn der Freitagabendfeier und ihre Ausgestaltung. Ob wohl einigen der Wunsch gekommen sein mag, so etwas häufiger zu haben? Hoffentlich. III. Begrüßungsabend am Samstag. Eine ganze Anzahl auswärtiger Freunde sind bereits als Gäste anwesend, auch die Bielefelder haben sich leidlich zahlreich eingefunden. Geigenspiel und Gesang, beides trefflich geboten, leiten nach der Eröffnungsrede durch den zweiten Vorsitzenden des Vereins, Erich Goldberg, über zum Vortrag von Fritz Schwarzschild: „Die .lugend in der Gemeinde". Eindringlich und wuchtig bringt er seine Forderungen vor, von den Gemeinden verlangend, der Jugend das zu geben, was sie billigerweise verlangen kann und darf, verlangen muß. Deutet der sehr lebhafte Beifall auf nahe Erfüllung? Hoffentlich. s~ IV. Nachtsitzung des Bezirksverbandes. Es war wirklich eine Sitzung, in der gearbeitet wurde. Es galt, der Führerfragc im Bezirksverband. Uni etwa 1 Uhr nachts war man im reinen. Wird alles glatt gehen? Hoffentlich. — Und dann soll es bei einigen Delegierten, na sagen wir, sehr früh geworden sein. Bielefelder Nachtleben? Reden wir nicht darüber. V. Sonntag vormittag 10 Uhr: Langsam füllt sich der Saal, Die Vereine haben Wort gehalten, die Angemeldeten ziemlich vollzählig zur Stelle. Auch die Vertreter der Bielefelder Organisationen. Das Volk schlief, leider. Kurz nach 10 Uhr konnte Alfred Bonnin, der Vorsitzende des Bezirksverbandes, eröffnen. Herzlich klangen seine Begrüßungsworte, eindringlich seine Mahnung, bei allen etwaigen Differenzen das große Ziel nicht außer acht zu lassen. Dann die Begrüßungsreden. Erich Goldberg für den Verein findet herzliche Worte der Begrüßung und des Dankes. Für die Gemeinde und die Organisationen Herr Rechtsanwalt Dr. Katzenstein. Er bekundet das Interesse der Alten am Tun der Jungen. Das Verhältnis besonders zwischen der Gemeinde und der Jugend könne nicht eng genug sein. Dann Rabbiner Dr. Kronheim für den sozialen Ausschuß der Provinz Westfalen: Das Ziel sei die jüdische Gemeinschaft, der Weg zum Judentum. VI. Und dann sprach der Verbandsvorsitzende, Rabbiner Dr. Klein, über das Thema: „Jüdische* Jugend —- Schicksal und Aufgabe". Ausgehend von der Entwicklung der deutschen Jugendbewegung, bespricht er ausführlich das Werden der jüdischen Jugendorganisationen. Unsere Aufgabe sei es, zu arbeiten für das Judentum schlechthin, unbeirrt durch allen Parteihader, von dem wirkliche Jugend ohnehin nichts wissen wolle. In der Aussprache scharfe Kritik an manchen Dingen des Verbandes und des Bezirksverbandes. Dann aber manches schöne Wort, das dem Aufbau diente und Früchte tragen wird. Masse und Auslese waren die beiden Pole, die sich gegenüberstanden. Das richtige Wort traf Rabbiner Dr. Kronheim, als er über die heilige Pflicht der Starken gegenüber den Schwachen sprach. Er fordert die Bereitschaft der Begabten. In der Art der Ausführung wohl der Höhepunkt der Tagung. Das Schlußwort Dr. Kleins bringt noch einmal einen warmen Appell zur Arbeit im Sinne des Verbandes, dann bringt die Mittagspause verdiente Rohe. VTL Es gab Suppe, Fisch und Käse, dazwischen launige Worte eines Delegierten an die Gastgeber. Und dann klang feierlich das Schir-Hamaalaus und das Tischgebet, das Siegfried Weinberg vorbetete. Und wieder ging es an die Arbeit. VIII. Voller Ernst und Verantwortungsbewußtsein der Rechenschaftsbericht Alfred Bonnins. Das vergangene Jahr war kein gutes, laßt uns besser machen und arbeiten, das die Parole, die sich wie ein roter Faden durch seine Ausführungen zog. Dann lebhafte Debatte. Fritz Schwarzschild bringt die Forderungen der Verbandsleitung und ihre Pläne, eine ganze Reihe von Rednern kommen mit Kritik und Ratschlägen, wie der Not des B. V. zu steuern sei. Danach die Wahlen, die Siegfried Weinberg leitet. Einstimmig erfolgt Wiederwahl Alfred Bonnins zum I. Vorsitzenden, von lebhaftestem Beifall begleitet. Auch die Wahl des,übrigen Vorstandes geschieht durch Zuruf. Dann die übrigen Regularien, und Bonnin kann zum Schlußwort anheben. Nochmals ein Bekenntnis zum Verband, eine Mahnung zur Arbeit, dann schließt ein dreifaches freudig aufgenommenes Hoch die Tagung. IX. ' rl U. A. w. g.: Und abepds ward getanzt. Pünktlich fand sich die ganze Gesellschaft ein, auch die Bielefelder hatten ausgeschlafen. Unermüdlich erklangen die Weisen der Tanzkapelle Proskauer. sie sei allen Verbandsvereinen aufs wärmste empfohlen. Das Kabarett blieb aus, dafür sang Fräulein Irma Meinberg, von Herbert Felsenthal (der Kerl kann einfach alles!) meisterhaft begleitet, Mahler und andere moderne Lieder (nach Schumann und „Carmen"). Es war urgemütlich, und es {eworden sein. X. stand auf schöner Höhe. Und trotzgung. denn den Jungen fehlte der Mut immer nur die Kanonen. Wann hören wir mal die Maschinengewehre, wann die Infanterie (nie wieder Krieg!)?! Wie sich die Tagung auf die Arbeit des Bezirksverbandes auswirkt darüber werden wir nächstes Jahr schreiben soll wieder sehr — früh Kritik? Die Tagung dem keine volle Befriedi zur Rede. Es sprachen Junggruppen Junggruppe Trier in Bad mondort Bad Mondorf nennt s Luxemburg. Natürlich der Kurpark, und wie in einen Kurpark einzie nung der Trinkkur und kann man doppelt froh tigten Wassers seinem Für einige Francs gi Schildmützenträger Eint Bisher hatte Mondoi auf uns gemacht . . . D hierher gebracht, hatte sicherlich beim Rennen dem Nürburg-Ring den aber redlich angestreng löblichen Absicht, ihre Zweige der Eichen und gültig, als der „Expre pochten, höhnisch triu Fingern ans Fensterlein ist es recht bescheiden, dorfs als Bahnsteig und hof . . . . Da war nun unser S Kurpark sah^ recht annc gelegt, doch ohne die Grüne Beeteinfassui Orangenbäume träumen von den kosenden So Aethers. Andere fremd same Zweige. Durch de Bach.---— Wieviel andere schö gewonnen, wenn nicht i ch das Staatsbad des Großherzogtums ar für uns sein Hauptanziehungspunkt chön ist es doch für junge Menschen, len zu können ohne ärztliche Verord- , iiiermöglichen Bäder. Und in Mondorf sein, nicht einige Gläser des berüch- Innern zuführen zu müssen, c währte uns ein rassiger Luxemburger ß. Wir staunten . . einen ziemlich kleinlichen Eindruck Bahn, die uns vom Grenzort Remich eine solche Geschwindigkeit, daß sie für Leiterwagen mit Hundegespann auf rsten Preis davontrüge. Sie hatte sich , rauchte möglichst viel, in der wohl- Leistungsfähigkeit zu steigern. Die Buchen im Walde blieben ganz gleichvorbei—k—a—m. und die Tannen phierend, mit ihren langen grünen . . Und da das Züglein das alles weiß, negnügt sich mit der Hauptstraße Monjnit einem Schuppen als Hauptbahn- Ii N'at aunen sicherlich berechtigt. Denn der hmlich und nett drein; regelmäßig anur in künstliche Formen zu zwingen, gen umschließen fremde Gewächse, wehmütig von ihrer Heimat im Süden, inenstrahlen im erhabenen Blau des i, uns unbekannte Bäume treiben seltn Garten schlängelt sich ein zierlicher ie Eindrücke aus der Natur hätten wir ie Natur selbst sie uns raubte! 7

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