Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 9 (1.9.1927)
- Date
- 1927-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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und Größten der früheren und jetzigen Tage entzündeten und noch entzünden. t Den Herausgebern aber, dem durch seine jüdischen Werke längst bekannten Pädagogen S. Müller. Heidelberg, und dem für die so vollendet künstlerische Durchführung verantwortlichen Universitätsprofessor D r. M. Eisler, Wien, herzlichsten Dank zu diesem schönen Rosch-Haschonoh-Geschcnk! Möge es alljährlich in immer neuem Gewände in jedem jüdischen Hause freudige Aufnahme finden! Den Vertrieb innerhalb des gesamten Verbandsbereichs in Deutschiard besorgt unser Verbandslrcund Joseph Weinsaft, Bücherstube, Chemnitz, Zwickauer Straße 881, Anruf Nr. 319 39, Postscheckkonto Leipzig 39 411. Dorthin sind die Bezugsbestellungen alsbald zu richten. Der Preis pro Exemplar beträgt 1,70 Mark, bei Sammelbestellungen von mindestens 100 Exemplaren 1,60 Mark (siehe Inserat). » Bücherschau Der Führer. Ein Lebensbuch für junge Menschen. Eckart-V erlag. Berlin. Evangelische .lugendiührer haben dies Buch tür die evangelische .lugend geschrieben. Es soll, „einem Scheinwerfer gleich, die Nöte und Kämpic der neuen, in Wegelosigkcit und Problematik verstrickten Generation von einer bestimmten Stelle her beleuchten, es 'wird dadurch von selbst hinweisend'^uf die Tat- und Gedankenarbeit, die in den nächsten Jahrzehnten geleistet wenden muH. um vorwärts zu kommen". „Der Führer" vollbringt aber ohne Zweifel mehr. Er ist ein Aufruf an die jungen Menschen des evangelischen Kreises zur Tat und zum Schaffen Dal! gerade diejenigen Teile des Buches, die über den Weg „zu Gott' und über den Weg „zum Menschen" handeln, btfsonders warm, ja teilweise ergreifend geschrieben sind, während die Aufsätze über den Weg ..zur Welt" nur als kühlere, man möchte sagen: nur als Berichte über die Welt anmuten, das ist gewiß kein Zufall: es mag' die tiefe Religiosität beweisen, die aus diesem Buche spricht. Man muß einen ähnlichen- ..Führer" auch den jungen Juden wünschen. An dieser Stelle aber sei das besprochene Buch deshalb genannt, weil die Führer unseres Verbandes allzeit gu,t tun, auch außerhalb des eigenen Menschenkreises sich umzuschaun, um das Gute und Echte, das sie sehen, sich" und denen, die ihnen nahestehen, nutzbar zu machen. In diesem Sinne seh „Der Führer" unseren Führern zur Lektüre empfohlen. H. * Dr. Linus Bopp, „Das Jugendalter und sein Sinn". Eine Jugendkunde zur Grundlegung der Jugendführung. Verlag Herder Co.. Freiburg. Es liegt eine unangreifbare Wahrheit in der Erkenntnis, daß alle Jugendführung Jugendkundc voraussetzt. In der Tat, wer wollte sich unterstchen, junge Menschen vorwärts und aufwärts zu führen, der nicht vorher sich neben den praktischen auch die theoretischen Grundlagen angeeignet hat. die ihn den jungen Menschen in seiner-Eigenart überhaupt erst verstehen lehren. Und so ist die Psychologie oder (schlecht übersetzt) die ,,Seelenkunde" vom jungen Menschen in den lezten Jahren nicht nur in wissenschaftlichen Zirkeln fortgeschritten, sondern sie ist auch in weiteste Kreise der Jugendführer gedrungen Auch wir müssen von allen, die sich als ernste und verantwortungsbewußte Führer in unserem Verbände betrachten, verlangen, daß sie sich zutiefst mit diesen Problemen befassen, die ihre eigenen Probleme wie die unserer gesamten Jugend sind. Das Buch von Bopp hat, wenngleich es aus katholischer Einstellung heraus geschrieben ist. für die Kritischeren und Gewandteren von uns — vielleicht gerade wegen seiner weltzugewandten und gläubigen Religiosität —, seine große Bedeutung. Ihnen kann es wärmstens empfohlen werden. E. H. * „Die Literarische Welt", Sondernummer „Deutsche Jugendbewegung". Berlin 12. August 1927. Weltverlagsgesellschaft m. b. H„ BcrTin W 35, Potsdamer Straße 123b. Eine für uns außerordentlich lesenswerte Nummer dieser bekannten Zeitschrift. Herauszuheben sind zwei Vorspriiche von Hermann Hesse und dem bekannten Sportsmann Dr Otto Pcltzer. Ueber „Etappen der Jugendbewegung" schreibt sehr anschaulich Fritz Taeuber. Die Gruppen und Strömungen der Jugendbewegung werden in Selbstdarstellungen aktiver Führer vorgeführt. Leider sind die jüdischen Gruppen unberücksichtigt geblieben. Lesenswert ist die Uebersicht der Bücher über Jugend und Jugendbewegung. Kunstkalender des Jüdischen Frauenbundes. Zu bezichen in der Geschäftsstelle des Jüdischen Frauenbundes, Berlin C 2. Rosenstraße 2—4. Preis: 2.50 Mark. Wie im letzten Jahre, so erscheint auch in diesem Jahre wieder dieser vorzüglich ausgestattete Kalender mit eindrucksvollen Bildern bedeutender Künstler wie Max Liebermann. Heinrich Tischler, L Achheim. Georg Ehrlich, Max Westfcld, Sascha Bath-Hillcl. Hermann Struck, L. Pilichowsky, Joseph Budko, Hermann Fechenbach. Jakob Steinhardt und vieler anderer. Der Kalender wird dazu beitragen, das jüdische Gefühl zu wecken und mit dem jüdischen Leben zu verknüpfen. K Aus dem Leben des Verbandes Aus den Ereignissen des Berichtsmonats heben wir zwei große Treffen hervor, das Treffen der süddeutschen und der sächsischen Bünde. Süddeutsches Treffen am 14. August 1927 in Eberbach. Aus den teils sehr ausführlichen Berichten veröffentlichen wir die beiden nachstehenden. Der Bericht Würzburgers scheint uns die Stimmung des Tages am besten wiederzugeben, doch halten wir es für richtig, auch den kritischen Bericht Gcllhorns zu bringen, obwohl er, wie aus anderen Briefen hervorgeht, eigentlich mit seinen Empfindungen und denen seiner Stuttgarter Freunde ziemlich vereinzelt dasteht. Wir wissen aber, daß gerade diese Freunde mit ihrer Kritik das Beste wollen. * * Eine großangelegte Trcffahrt. in diesem Umfang die größte nach dem Weltkrieg, führte am 14. August die Vereine der süddeutschen Landesverbände zusammen. 203 J'ugcndbündler aus etwa 2.) Verbandsvereinen fanden sich in dem schönen Neckarbcrgland bei und in Eberbach zusammen. Der Wettergott, der sonst unseren Veranstaltungen hold gesinnt zu sein pflegt, zeigte sich an diesem Vormittag nicht von seiner guten Seite. So kam es auch, daß die sportlichen Wettkämpfe, die die eigentliche Einleitung hätten abgeben sollen, nachdem sie kaum in Gang gekommen waren, abgebrochen werden mußten. Es hat sich aber bei den wenigen ausgetragenen Konkurrenzen bereits erfreulicherweise gezeigt, daß sich das Niveau derartiger sportlicher Veranstaltungen innerhalb unseres Verbandes bedeutend zu heben beginnt Doch hätte für eine glattere Abwicklung, als sie in diesem Falle war. unbedingt Sorge getragen werden müssen; insbesondere ist zu fordern, daß derartige Wettkämpfe auf regelrechten Sportplätzen stattfinden. Der Abbruch dieser Wettkämpfe und das dadurch notwendig gewordene Auseinanderströmen und Verteilen auf zwei weit getrennt liegende, Unterkünfte hätte das Ende dieses Treffens sein können, wenn nicht die „Verantwortlichen" den — wie sich zeigen sollte — überaus glücklichen Gedanken gehabt hätten, nach Eberbach zu fahren und dort in einem-Saale für sämtliche Fahrtteilnehmer eine gemeinsame Unterxunfrszu schaffen. — So konnte sich innerhalb dieses Rahmens ein har>-. monisches Zusammensein entwickeln, das in einepF eierstunde einen Gipfelpunkt fand, der diese Treffahrt zu tiner im Verbandsleben außerordentlich bemerkenswerten and ungemein wertvollen machen sollte. I 20