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Der Jugendbund · 1927-09-01 · 9 (1.9.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
9 (1.9.1927)
Date
1927-09-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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r geeigneten Unterkunft. Mit allem Nachdruck ist dafür zu sorgen, daß auch die übrige Hälfte bald eine würdige Stätte des Zusammenseins findet. S. K. * * * Einige in den vereinen beharfüeite Themengruppen [. „Erziehungsfragen der Gegenwart". A. Vorbereitender Heimabend: Klärung des Begriffes „Erziehung". ' B Erster Vortrag: ..Erziehung zur Religion".* 1. 'Heimabend: ..Erziehung in der Bibel". 2. Heimabend: „Erziehung in Mischna und Talmud". 3~ Heimabend: „Jüdische Erziehung im Mittelalter". 4. Heimabend: „Erzichungsmöglichkeiten und ihre Grenzen". 5. Heimabend: ..Kindergartenerziehung". C Zweiter Vortrag: „Psychologie des Jugendalters". D. Dritter Vortrag: „Moderne Schulerziehung". 1. Heiniabend: „Pestalozzi". 2. Heimabend: „Reform der Knaben- und Mädchensthulen". . E. Vierter Vortrag „Die jüdische Schule". ' Hierzu ein Heimabend. - II. „Die jüdische Jugend und der Staat". A. Erster Vortrag: „Die jüdische Jugend und der Staat (allgemeine Begriffe). 1 Heimabend: ..Was var und was ist Staat". 2. Huim&bend: „Staat und Judentum". B. Zweiter Vortrag: „Die europäischen Probleme der Gegenwart". 1. Heimabend: „Der jüdische Friedensgedanke". 2. Heimabend: „Der messianische Gedanke"i C. Dritter Vortrag: „Die Verfassung der modernen Staaten und ihre Entwicklung in den letzten hundert Jahren". L Heimabend: „Die Heraufsetzung des Wahlalters". „Das Gemcindcwahlrecht". 2 Heimabend: „Die sozialen Artikel der Verfassung "des Deutschen Reiches in Beziehung zu den sozialen Vorschritten des jüdischen Gesetzes". III „Propheten". A; Einleitender Vertrag über „Wesen und Bedeutung der Prophetie". , 1. Heimabend: ..Der geschichtliche Hintergrund". 2. Heimabend: „Das Wesen der Prophetie". 3. Heimabend: „Die Propheten als Politiker und Theologen". - Ii Zweiter Vortrag: „Die Religion der Propheten". 1 Heimabend: „Die Gottesanschauung". 2. Heimabend: „Die Kulturanschauung". 3. Heimabend: „Die, V erinnerlichung der Religion".' C. Dritter Vortrag: „Die Ethik der Propheten". t. Heimabend: „Die Lehre \on der Gerechtigkeit". 2. Heimabend: ^.Die ■ Lehre von der Liebe". 3 Heimabend: '..Die' Lehre von der Heiligkeit". D. Vierter Vortrag: „Die Weltanschauung der Propheten". L Heimabend: „l'nivcrsalismus". 2. Heimabend: ,.l>ic Messiaslehrc". 3: Heimabend: „Der Völkerbund". I\. „Jüdische Charakterköpfe". I. Moser 2. David, 3. Arnos und Hosca. 4. Rabbi Akiba. 5. Philo (Hellenismus und Judentum). 6. Saadia. 7. Jehuda Halewi, 8. Maimonidcs. 9. Spinoza, 10. Manasse b. Israel. II. Sabartei Zewi (die Kabbalah). 12. Baal Schern (Chassidismus), 13. Moses Mendelssohn (Emanzipation). 14 Hermann Cohen. 15. Heinrich Grätz. .16. Gabriel Rießer, 17. Ferdinand Lassalle, 13. Abraham Geiger (Liberalismus). 19. Samson^Raphael Hirsch (Orthodoxie), 20. Theodor Herri (Zionismus). _, V. „Der Talmud''. A. Erster Vortrag: Historische Einführung: „Die Entstehung des Talmud".- L Heimabend: „Schriftliche und mündliche Lehre". 2. Heimabend: „Die Zeit der Entstehung des Talmud".- 3. Heimabend: „Die Männer des Talmud ". B. Zweiter Vortrag: „Was ist Talmud". 1. Heimabend: „Die Einteilung und die Probleme". 2. Heimabend: „Halachaproben". 3. Heimabend: „Haggadahprobcn". C. Dritter Vortrag: „Die Angriffe gegen den Talmud". Hierzu mehrere Heimabende. VI. „Hygiene und Wohliahrtspllege im Judentum". A. Erster Vortrag: „Religion und Gesundheit". B. Zweiter Vortrag: „Konlessionelle Wohlfahrtspflege". C. Dritter Vortrag: „Arme Leute", Einzclfragen der Wohlfahrtspflege. D. Vierter Vortrag: „Soziale Ethik im Judentum". Zu jedem Vortrag ein. eventuell mehrere Heimabende. Außerdem wurden in einer Anzahl von Vereinen folgende Themen behandelt: „Dinim". „Ethik des Judentums", „Dichtung und Leben". Fortlaufend beschäftigen sieh viele Vereine in den Heimabenden mit „Gegenwartsfragen", mit einzelnen biblischen Büchern, jüdischer Geschichte, dem Gottesdienst und jüdischer Dichtung. In den Arbeitsgemeinschaften und in kleinen Vereinen wurden Bücher gelesen und besprochen, so: Max Brod: „Heidentum, Judentum, Christentum": Klatzkin: „Krisis und Entscheidung"; Spranger: „Psychologie des Jugendalters"; Stefan Zweig; „Jeremias"; Becr-Holmann: „Jaaköbs Traum". S. K. Die Verbundenheit mit dem Verband „Aufso manches in der Welt lernt der Mensch verzichten. Was vom Leben übrig bleibt, sind Bilder und Geschichten." (Goethe.) Wenn ich heute auf Aufforderung der Vcrbandsleitung über die Frage nachdenke, was denn eigentlich mich mit diesem Verband der jüdischen Jugendvercine verbindet, dann steigen in mir Erinnerungen mannigfacher Art auf, Erinnerungen an all die langen Jahre der Arbeit für den Verband, Erinnerungen an Menschen, die ich im Lauf der Zeit im Bereiche rl« '■••''■ndverbandes kennen lernte, mit denen ich sachlich oft zusammenstieß, die ich aber persönlich immer schätzte und oft mir als Freunde gewann bis zum heutigen Tag. Das ist's, was als Wertvolles aus all den — oft vielleicht nichtigen — Kämpfen und all der Arbeit für den Verband geblieben ist: diese menschliche Verbundenheit mit den V e r b a n d s f r e u n - den, die gleich mir Jahre ihres Lebens — es waren die besten und schönsten — ganz, aber auch ganz, einsetzten lür diesen; Bund. Denn der Verband, das waren.ja wir alle selbst, das war unser Leben, unsere eigene Jugend. Aus dieser menschlichen Verbundenheit entsprang dann auch diese Verantwortung, die wir alle fühlten unserem Verbände gegenüber, diese freudige Schaffenskraft, die uns alle erfüllte. Keinen besseren Wunsch habe ich heute für den Verband der jüdischen Jugendvereine Deutschlands als den, daß es ihm gelingen möge, diese menschliche Verbundenheit in den einzelnen Bünden und' innerhalb des Verbandes immer mehr zu starken und damit zugleich auch das Gefühl der Verantwortlichkeit des einzelnen dem Ganzen gegenüber wieder wachzurufen, die Verantwortlichkeit, die jeder von uns dem Vaterlande, dem Judentum und damit auch der Menschheit gegenüber trägt. In alter Zeit wurde einmal ein Mann, der von seinem Freunde fortzog hinaus in eine ungewisse Zukunft, von diesem gefragt: Was soll ich dir wünschen? Und er antwortete: Wünsche mir Kinder, Reichtum und Weisheit!—Diesen Wunsch möchte ich der Zukunft unseres Verbandes weihen: ich wünsche ihm Kinder, d. h. Mitglieder, die sich ihm als rechte 6

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