Mannheim
Compact Memory

Der Jugendbund · 1927-09-01 · 9 (1.9.1927) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
9 (1.9.1927)
Date
1927-09-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/6492456-6352305-6352522--0455-4928636
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

1914- 1918: 1918: 1919: 1920: 1921: 1922: 1923: 1924: 1925: 1926: 1927: Anwachsen des Verbandes und der Vereine (etwa 150 Vereine) — Der Verein wird durch die Großloge UOBB. und vor allem durch Siegfried Brünn gefördert. Der Weltkrieg legt die Arbeit der meisten Jugendvereine still, nur eine kleine Anzahl vermag die Arbeit fortzusetzen. — Das Verbandsorgan erscheint in größeren Zwischenräumen. — Durch eine Stiftung erscheint zu Chanukka 1916 eine groOc Sondernummer der „Mitteilungen" mit wertvollen Beiträgen der führenden Geister der deutschen Judenheit. Sie gelangt an alle jüdischen Soldaten zur Verteilung. März: Versuch der Gründung einer Arbeitsgemeinschaft sämtlicher jüdischen Jugendverbändc (Aguda, Iii, Zionisten und Jugendbündler). Unter den Teilnehmern Jakob Rosenheim. Martin Buber u. a. m. Nach Referat Cora Berliners scheitert dieser Versuch an der Haltung des zionistischen Delegierten (Dr. Fritz Löwenstein). Langsamer Wiederbeginn der Verbandstätigkeit. — Mai: Südwestdeutsche Tagung in Mannheim und Gründung der süddeutschen Landesverbände. — Pfingsten: 4 Delcgiertentagung in Berlin. Totcngcdcnkrede Rabbiner Dr. Rieger. Stürmische Tendenzdebatte. Annahme der heutigen Formulierung des § 2 der Satzungen. Am zweiten Tage die bedeutsamen Referate Dr. Gustav Löfflers über religiöse und sittliche Erneuerung. Einstimmige Wiederwahl Dr. Apfels. — Die Verbandsarbeit, unterstützt durch 14Landesverbändc, setzt in gesteigertem Maße ein. Die Jungen im Verband drängen mächtig nach vorne. Die Tagungen in Nürnberg, Eisenach, Wiesbaden, Stuttgart und Hamburg geben Zeugnis von diesem starken jugendlichen Gestaltungswillen. — August: Gründung des Jung-Jüdischen Wanderbundes innerhalb des Verbandes. Mai: Die Führertagung in Kassel ist das stärkste Ereignis dieser Jahre. Das Heft über die religiöse Aussprache ist das bleibende Ergebnis dieses wahrhaftigen, jugendlichen Suchens. — Am zweiten Tag: einstimmige Annahme einer Palästina-Resolution für einen Aufbau aus überparteilichen Fonds. — Oktober: Mädclstagung in Eisenach. Trennung des JungjüdischenWanderbundcs vomVerband. Pfingsten: 5. Dclegiertentagung in Bonn. Referate von Cora Berliner, Kurt Neu, Paul Lazarus und Gustav Löffler. Wahl Cora Berliners zur Vorsitzenden. Die beginnende schwere Wirtschaftskrise bedroht den Verband in seinem Bestand. Eine Vorstandssitzung im August in Erfurt kann nur vorübergehend helfen. Der Verband ist aufs schwerste erschüttert. Im September trifft sich der Vorstand in Frankfurt a. M. Löffler wird mit der provisorischen Leitung des Verbandes beauftragt. Einzelne Landesverbände, vor allem Sachsen und Westdeutschland, haben, unabhängig vom Verband,, ihre Arbeit weiter durchgeführt. — Erst einer auf Anregung von Dr. Klein und Herbert Felscnthal im Dezember nach Berlin einberufenen Sitzung gelingt die Schaffung 'eines neuen Bureaus in Düsseldorf. — Das bisherige Organ des Westdeutschen Bezirksverbandes „Der Jugendbund" wird zum Verbandsorgan erweitert. Pfingsten: 6. Delcgiertentagung in Düsseldorf. Rabbiner Dr. Klein wird L, Herbert Felsenthal 2. Vorsitzender. Das Verbandsbureau bleibt in Düsseldorf. 1". September: Mitgliederzahl des Verbandes 10 679 in 125 Vereinen. Dem Verband sind folgende Landes- und Bezirksverbände angeschlossen: Baden, Hessen, Grenzmark, Mitteldeutschland, Nordwestdeutschlatid, Pfalz- Saar, Rheinland-Westfalen, Sachsen, Westdeutschland, Württemberg und Bayern. — Er hat 25 Junggruppen mit über 600 Mitgliedern, 32 Wandergruppen und 19 Sportgruppen. — Ein Junggruppen-Dezernat unter der Leitung von Lehrer Raphael, Beckum, sorgt für die Belange der Junggruppen und ein Dezernat für Landarbeit unter der Leitung von Kurt Hirsch, Hamm a. d. Sieg, für die zahlreichen Landvercine. — Eine eigene Pressekommission hat die Aufgabe, die Schriftlcitun;, des Verbandsorgans „Der Jugendbund" zu unterstützen. — Das Verband's- J organ erscheint monatlich einmal in einem Umfange von 16 Seiten und einer Auflage von 7000 Exemplaren. F. S. Wie sieht es heute im Verbände aus? Lehrreiches aus unserer Statistik und den Berichten. Langsam stellen , sich unsere Vereine auf die von der Vcrban-dsleitung geforderte Arbeit um: Vorträge, früher Hauptteil der Tätigkeit, bilden mehr und mehr nur noch Anregung und Einleitung intensiver Bearbeitung und Vertiefung in Heimabenden und Arbeitsgemeinschaften. Vor uns liegen Berichte und statistische Angaben aus 65. also etwa der Hälfte, unserer Vereine, aus dem Jahre 1 926, also dem Beginn der neuen Arbeit. Sofort springt neben dem starken Eindruck der geistigen Leistung in die Augen, wie schnell'die Vereine der Anregung des Verbandes gefolgt sind. Nur ganz wenige sind noch nicht zur Einrichtung von Heimabenden und Arbeitsgemeinschaften geschritten. Auch diese sind wohl im Laufe dieses Jahres zu dieser Arbeitsmethode übergegangen. Freitagabendfeiern veranstalteten von diesen 65 Vereinen 51. Es wurden 753 Vorträge gehalten und 1682 Arbeitsabende in Heimabenden und Arbeitsgemeinschaften veranstaltet. Von diesen 65 Vereinen besitzen 51 eigene Bibliotheken. Danach.kamen im Jahre 1926 auf jeden Verein rund 1 1 bis 12 Vorträge und fast 26 Arbeitsabende. Einige besonders stark bearbeitete Themengruppen setzen wir an das Ende unserer Ausführungen. Die körperliche Ertüchtigung der Jugendlichen suchte man durch Wandern und Sport zu erreichen Der Verband hat heute 32Wandergruppcn. Im Jahre 1926 wurden von den 65 berichtenden Vereinen 644 Tageswanderungen ausgeführt, also durchschnittlich 10 auf den Verein; in 10 Vereinen wurden mehrtägige Fahrten unternommen. Treffahrten sind besonder, in diesem Sommer gepflegt/ worden. Sport trieb die Jugend meist in Sportvereinen, docly zählen wir auch 19 b c s o n ds r c~S p o r t g-r u p p e n innerhalb des Verbandes. — <^s=,: Stark im _ Anwachsen befindlich sind unsere Jungg r u p p e n , die zumeist aus Schülern und Schülerinnen bestehen, eine eigene Leitung ha >en, jedoch eng mit den Vereinen zusammenarbeiten. Ein liesondercT" D c z e r n a t sorgt für den Zusammenhang mit den Verband. Wir zählen augenblicklich 25 Junggruppen |mit über 600 Mitgliedern. Unser Verbandsorgan setzung der früheren „Jüdischen Blätter", ist hervorgegangen^ aus dem Organ des Westdeutschen und Rheinisih-Westfälischen Bezirksverbandes, das Anfängen heraus entstand. Dieses Bczirksblatt, das nun infolge der Portoerhöhung sein Erscheinen leider einstellen muß, begann mit 700 Abonnenten und „Der Jugendbund", die Fortim Frühjahr 1925 aus kleinsten hatte -zuletzt eine Auflage von 300D Exemplaren. Das Verband »organ, monatlich in einem Umfang von 16 Seiten erscheinend hat seine Auflage ständig vergrößern müssen; sie beträgt h( ute 7003 Exemplare. Das Verbandsorgan ist eine starke Qu« 11c geistiger Anregung und Gemeinschaf tsbildung. Schließlich einiges Lehrreic le über die Stätten t»-n serer Arbeit. Immer wurde c als unwürdig betrachtet,-Heimabende in Wirtslokalcn abzuh; lten. Das eigene Heim ist das Ziel eines jeden Vereins. Neun Vereinen nur ist es gelungen, dieses Ziel zu verwirk ichen, von denen wir nur zwei kleine hervorheben: Jülich (R ild.) und Heilbronn am Neckar, wo sich die Jugend ein Blockhius se-lbst errichtet hat. 25 Vereine danken den Logen UOBB. dafür, daß sie ihnen ihre Räume zur Verfügung stellen, 1 Vere n erfreut sich eines Raumes in einem städtischen Jugendhein, 7 kleine Vereine halten ihre Zusammenkünfte In den Wohnungen der Vereinsfreunde ab und nur 24 jüdische Gemeinden haben es für ihre Pflicht gehalten, ihrer Jugend das Gemeindezinmer oder Schullokal zu öffnen. So erfreuen sich 66, also etwa die Hälfte unserer Vereine, einer 5

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.