Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 15 (4.8.1927)
- Date
- 1927-08-04
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Junggruppen Aas Briden, die mich erreichten. Dr. Rull, Bamberg, schreibt aber die dortige Jugendgruppe unter anderem: Die Neugründung scheint «ich durchaus zu bewähren, jedoch ki die JG. noch wenig konsolidiert und hat noch keinen eigentlichen Vereinsleiter. Es ist lediglich ein Führer gewählt worden: Erwin Eschwege, Luitpoldstraße 18. Nach den großen Ferien, die hier am 1. September zu Ende gehen, soll die Gruppe eine straffere Form erhalten und auch für Mädels ausgebaut werden. — Bisher bestand unsere Arbeit lediglich in der Veranstaltung von Leseabenden, bei denen jüdische Dramen gelesen wurden, und in der Ausleihung von Büchern aus der Gemeindebibliothek. Das Interesse ist, wie gesagt, rege, und auch die Mädels sind begierig darauf, Leseabende zu veranstalten. ♦ Max Hahn, der Leiter der neuen Jugendgruppe Göttingen, teilt aus seiner Sommerfrische Bad Nenndorf mit, daß seine Gruppe bisher nur Sport getrieben habe. Das Interesse für die Neugründung ist äußerst lebhaft und verspricht viel für die Zukunft . " Werner Mühlfelder (JG. Bielefeld) berichtet: Wir haben in den Sommerheimnachmittagen sehr nette Stunden zusammen verlebt. Bei günstigem Wetter wanderten wir in den nahen Teutoburger Wald und vertrieben uns die Zeit mit kleinen Geländespielen. War das Wetter ungünstig, so bildete die Behandlung kleinerer Themen (Abwehr des Antisemitismus in den Schulen, Judentum und Deutschtum usw.) den Inhalt unserer Nachmittage. Zuletzt haben wir Oliver Twist gelesen. Zahlreicher Besuch nnd rege Munterkeit machten mir die Arbeit leicht. Für den Monat August sind mehrere Treffahrten geplant. J. Horwitz, Recklinghausen, schlägt für September ein Treffen in der Haardt vor. . »■ M- .; Martin Seligmann, Chemnitz? der nunmehr dem Junggruppen-Dezernat angehört, findet in einem ausführlichen Schreiben treffliche Worte über ein intensiveres Zusammenarbeiten (siehe unser Rundschreiben Nr. 2) sämtlicher Junggruppen des Verbandes. Eine innige Zusammenfassung aller Junggruppen bedeutet eine wichtige Stärkung des gesamten Verbandes. J. R. Mitteilungen au den Gruppen. Wir erhalten die Nachricht, daß Junggnip"pen noch in folgenden Orten bestehen: Gelsenkirchen (Führer Hans Abraham), Göttingen (Führer Max Hahn) und Haigerloch (Leitung: Lehrer Spier). Unser zweitägiger Ausflug. Ein Bericht der Schuler der jüdischen Schule Haigerloch, Vor Pfingsten machte Herr Spier mit dem Jugendbund einen zweitägigen Ausflug, und sie übernachteten in einer Scheune. Nun plagten wir Herrn Spier, daß er mit uns auch einen solchen Ausflug machen sollte. Endlich gab er nach. An einem schönen Sommermorgen marschierten wir auf die Runie Wehrslein. Dort sahen wir, daß Else Weil ihr Kleid verkehrt anhatte. Als wir es bemerkten, maßten wir sehr lachen. Von der Ruine aus hatten wir eine herrliche Aussicht in das Neckartal. Rena Nördlinger hatte beim Frühstück ein weiches Ei. Sie machte das in aller Eile auf, und es lief an ihren Kleidern herunter. Da mußten wir wieder lachen! Von der Ruine liefen wir über Fischingen nach Neckar- * , hausen. Hier besichtigten wir die Ulrichskapelle. Dort ist ein steinerner Brotlaib, der an eine Hungersnot erinnert. Danach liefen wir nach Glatt. Dort sahen wir das Schloß an. Ueber dem Eingang sah man noch alte Wappen. Wir stiegen über die Schloßmauer. Unten an der Mauer lag ein Misthäufen; in den trat Kurt Schwab hinein. Da mußten wir sehr lachen. Vom vielen Laufen waren wir müde und nahmen daher ein Fußbad im Glattbach. Als wir die Füße ins Wasser tauchten, war das eine Wohl tat I Dann nahmen wir noch ein Sonnenbad und ruhten uns eine kurze Zeit aus. Wir kamen nach Dürrmettstetten und spielten Theater und Zirkus. Die Mädels spielten die Geschichte vom steinernen Brotlaib. Renate Nördlinger spielte den Grafen und Käte Hirsch die Gräfin. Else Weil spielte sehr drollig den Bettler. Die Leute und wir vollführten ein großes Gelächter! Darauf spielten die Buben Zirkus. Manfred Hohenemser spielte den dummen August, was gut zu ihm paßte. Hans Behr war der Direktor, und Kurt Schwab ein.. Liliputaner, weil er so klein ist. Als wir fertig gespielt hatten, waren wir voller Freude und sprangen auf einer Wiese herum. Zufällig hatte Else ein Ei auf die Wiese hingelegt, und Kurt Schwab, ein lappiger Kerl, traUfiatürlich auf das Ei. (Ist das einer von den sieben Schwaben? J. Ra.) Nun wanderten wir weiter nach Leinstetten. Hier mußten wir uns ein Nachtlager soeben. Wir konnten in keiner Scheune übernachten, weil in allen frisches Heu lag. Wir gingen dann in die Wirtschaft zum Adler und bekamen ein leeres Zimmer, in das die Leute Stroh brachten. Wir kauften Zucker, Kakao und Milch und kochten an einem Steinbruch ab. Glatte Sieine waren unsere Tische und Stühle. Selbst Käte Hirsch, die daheim keinen Kakao mag, trank ihn diesmal gern. Als wir gegessen hatten, liefen wir nach Leinstetten zurück. Wir marschierten und sangen ein Lied. Viele Leute hatten mit uns Mitleid, weil wir auf Stroh schlafen mußten. Einige sagten zu Ilse und Else Weil: „Ihr send au Schwächling, Kathrei, komm, mer welle se in auser Kämmerle nuf lege." Die Leute waren sehr freundlich und gaben ans Decken. Am anderen Morgen standen wir um 5 Uhr auf. Wir gingen an einen Brunnen und wuschen uns. Nach dem Kaffee besichtigten wir die Talsperre und gingen dann wieder nach Leinstetten. Gleich nahmen wir Abschied von den freundlichen Leuten und wanderten nach Dettingen. Unterwegs zogen wir Schuhe uni Strümpfe aus und gingen eine Strecke barfuß. Am Ende von Dießen sahen wir einen Pfau. Wir lockten ihn, und er lief ein Stück Wegs mit uns. Dann schrie er uns noch lange nach. In Dettingen spielten wir auf einer Wiese. Die Buben nahmen ein Fußbad. Nun verlor Kurt Schwab sein — Hütchen. Es ist wahrscheinlich in den Neckar gefallen. Auf den Zug mußten wir ziemlich lange warten. Dann fuhren wir in unser Heimatstädtchen Haigerloch zurück. Moselwanderang der JG. des JJB. Trier. Ein trüber Sonntagmorget. Das Wetter war so ansicher, daß wir, zuerst daran dachte i, unsere dritte Wanderung ausfallen zu lassen. Wir begäbe r» uns dennoch zum Bahnhof, wo bereits mehrere Freunde sich versammelt hatten. Als wir auf den Bahnsteig kamen, war unser Zug schon da. In einigen Augenblicken fuhr er ab; w r waren bald in Ruwer, unserer vorläufige» Bestimmungsstation. Wir sammelten uns und! schlugen den Weg nach Nevhaus ein. Dieser führte uns ein gutes Stück bergauf. Untervcgs machten wir halt und erfreuten uns an einem sehr schönen Blicke. Flüchtig betrachteten wir noch einmal Trier und die Mosel, die in der Sonne hell glänzte. In Neuhaus ras eten wir längere Zeit. Nachdem wir etwas zu uns genommen hatten, spielten wir auf einer Wiese Fußball. Wir machten uns nun wieder auf den Weg. Es ging durch Buchen- und Tannenwälder nach Longuich. Links sahen wir eine sehr d cke Buche. Hier verweilten wir einige Minuten, um sie gut betrachten zu können. Dann setzten wir unseren Weg wieder fort; wir verließen den Buchenwald, um auf der Landstraße Longuich zuzueilen. In Longuich verweilten wir mehrere Stunt en. Wir verzehrten das Mit- Werbt neue Mitglieder! — n -