Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 3 (1927)
- Issue
- 12 (7.7.1927)
- Date
- 1927-07-07
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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•ehr ährlich. Gründung von Jugendheimen, Vorträge, Sport, Bälle. licht französicb sind die Bankette zur Feier m*n Er^. eignissen oder Personen. Ein Deutscher muß mit Neid erfüllt werden, wenn er die Stellung eines jüdischen Jugendverbandes in der französischen Öffentlichkeit sieht. Der Kongreß im Jahre 19?fr fand in einem Pariser Rathaussaal statt und wurde vom Präsident des .Munizipalrates, etwa unserem Oberbürgermeister entsprechend. begrüßt. Vertreten war der Völkerbund und das internationale Institut für intellektuelle Zus.Tirr.cnarbeSt. Im Pariser Jugend.verein sprechen Persönlichkeiten w e der frühere Minister und jetzige Senatspräsident Sc .Morzic oder der Obcrki^mmissar für Syrien de Jouvcnel. So versteht man es, wenn Pai!!:re auf dem Kongreß seinen Gruß an Frankreich richtet?, ,. das aflen jüdischen Herzen •teuer .sei". Die Zeitschrift enthält literarische- Auls&ize, Novellen, Gedichte und "Berichte über, die Bewegung. Sie ist. wenn auch nur bescheiden, illustriert. Mit Inseraten scheint sie' nicht überlaufen- Sie brachte in einer Nummer einen guten Aufsatz über den deutschen Juden-Dichter Emil Bernhardt (Rabbiner Emil Cohn, Berlin) mit einer guten Porträt« Zeichnung von Hanna Mendel, Essen, aus der Feder von i R. A. Lambert, eines jungen Diplomaten, der sich im Rheinland als Delegierter der Rhcinlandkonamirsion wegen seiner Menschlichkeit einen guten Namen gemacht' hat. Leider findet sich in einem Stimmungsbild über den Kongreß eine recht häßl'che Bemerkung über unseren Verbandsfreund Löffler. Wir werden gewiß auch weiterhin mit Interesse die .Entwicklung dieser jüdischen Jugendbewegung und ihrer Zeitschrift verfolgen. Eine nähere Verbindung mit ihr dürfte bei ihren starkzionistischen Tendenzen vorläufig noch fraglic!» bleiben. Randbemerkungen Nochmals: „Vom Leben gelötet"! Hermann Lehmanns Angriff av.t der lorigen Nummer.am Dr. Hahns eScnso sachliche vie eigentlich unangreifbare Besprechung des Buches ..Vorn Leben getötet*' darf nicht , ohne AViScr-prueh aus unseren Re;hcn bleiben! Ob Lehmanns gereizte Einstellung zu dem Buche, die sich in Ausdrücken wie „Machwerk'k' „bewußte Fälschung",' „angepriesen" äußert, auf einem gewissen Lokalpatriotismus beruht, ist nicht ganz klar. F.s "f scheint rbi-'r nach einem Salz seines Artikels so. Doch das ist nebensachlich. Die Hauptsache' irt, daß Lehmann den Keirn- ■punkt von. Hahns Besprechung g-.r nicht-Verstanden; hat oder verstehen wollte. (r'ne L^coexhcblichkeit wie Lehmanns Satz .Eine Besprechung kann nur zur Ablehnung führen", soll als stilistischer Lapsus entschuldigt werden.)' Dr. Hahn sah das Verdienst des "Buches dann, gezeigt zu haben, daß das, in diesem Falle allerdings ohnehin aus der Bahn geworfene. Lehen c'ner Jugendlichen, durch den rohen Zugriff der Staatsgewalt röHig vernichtet werden k a n n . und dal diese .V;!a ' cit durch das Buch zur öffentlichen Diskussion gestellt wurde! Ob die Verfasserin des Buches eine Kupplerin ist, — der Prozeß gegen Frau Kolomak hat meiner Uebcrzcugung nach eher das Gegenteil erwiesen, wenngleich sie in erster Instanz verurteilt wurde —, ist dabei ebenso gleichgültig wie die Frage, •ob Einzelheiten des Buches nicht mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Aufs neue bewiesen ist die von Freund Hahn hervorgehobene verhängnisvolle Möglichkeit durch den menschlich wie juristisch gleich haarsträubenden Satz des Bremer Gerichts, daß Eltern schon c]cr Kuppelei schuldig seien, wenn sie das Bewußtsein hätten, ihre Kinder schwebten in der Gefahr der Un» zucht, und wenn sie dies (was?) nicht verhinderten. Zu welch grauenhaften Folgen die Beibehaltung einer solchen Rechtsprechung bei dem bekannten Mißbrauch, den die Gerichte mit dem Begriff der Unzucht an und für sich betreiben, führen muß, braucht, hier nicht ausgeführt zu werden. Der Bremer Richterspruch hat Dr. Hahns Urteil erschreckend bestätigt, und es ist bedauerlich, daß sich ein Judendlicher fand, ihm gegenüber den Standpunkt einer sich gekränkt fühlenden Behörde zu vertreten, Dr. Heinz Kahn. Bücherschau Eine bedeutsame literarische Neuerscheinung Eil hervorragendes jud sc'hes Knlturwerk, das in unserer Zerklüfteten Zeit Seele und Lehen jedes jüdischen Menschen zu durch.'.rin;en geeignet ist, ist'im Werden begriffen: ein „J a J.i s c h c r K u r. s t k a 1 e n d e r". Die Herausgeber — Hauptlchrer S. Müller in Heidelberg und Dr. M. Eisler, Professor .cer Kunstgeschichte an der . L'n.vcrsität in Wien — Wi llen auserlesenen Kunstwerken j 6 d stehen Inhalts, ganz besonders solchen aus jüdischer kßnstlerhand, eine Stätte im jüdischen Haus bereiten. Das Edelste ans allen Gebieten der Kunst und'des Kunsthandverks felis c";n Zeiten und Ländern soll in künstlerisch ausgezeichnete Reproduktionen (Im Kunstverlag von F. Bruckm-nn, A.-G. k München) aufgezeigt werden. Auf*ihre neue, festliche Art wollen sie in die jüdische Welt Samenkörner streuen, die durch Jahrtausend« ihre Keimkraft bewahrt u.-.J bewährt laben. Die £unsl als Wcrkzci; •'. ah mitbestimmende Kraft im Leben des £ -Jemen Juden! Eine wahrhaft große Aufgabel Sich in de* Dieh-t dieser Au'gate zu stellen, ist Pfliiht •cles einzelnen, der f."tr die Leben icrhöhur.g unserer jüdischen G.r.k.schäft ver-intwörtlich ist. Was ^.n Herausgebern vorteuchtet, ist darjnn uns allen eine besondere Herzenssache. Für ur.- ..-e Jugtn-I mit ihrer Sehnsucht nach lebendigem AnscJvusn und Empfinden a:!es Schönt:: und Erhabenen tauchen in den Kunstblättern, jüdische Werke u.-d Wertend jungem '..Lachte auf. Schluu-.mernde Welten »erwachen zu neuem, frohsinnigem. frischem Lehen. Tue d-r m jeder das Seinige zum Gelingen dieses großzi. 'igen Werkes! / Der ungewöhnlich billige Preis, von etwa 1 •. ö 0 M.ar k macht es möglich, daß der Kunstkalender auch in das let.tte Haus kommt. , Gleichzeitig rr.it der Aufgabe für das deutsche Sprachgebiet wird der Kunitkalcnder" in mehreren Fremdsprachen erscheinen. _ . Als ein Besonderes zu werten ist es, daß der Bezug generell durch die Groß Ter bände für die ihnen angeschlossenen Vereine unmittelbar geschieht und daß so bei entsprechender Sammelbestellung durch den Ver» band diesem ein nicht unerheblicher Betrag für seine Einrichtungen zufließt. Wo in einer Gemeinde jüdische Verkaufsstellen vorhanden sind, mag der Vertrieb durch letzidre erfolgen; es wird ihnen dafür ein angemessenes Entgelt vom Verband gewährt werden. D?n 1 .-ii'ung verdient vom allgemein-jr-disch^n W'ie vom erzieherischen und künstlerischen Standpunkt aus höchste Anerkennung. - Für den Verband " der jüdischen Jugen d vereine Deutschlands; Rabbiner Dr. Klein (Düsseldorf. Für 'den Verband der jüdischen Lehrer im Deutschen Reich: . M. Steinhardt (Magdeburg). Für den jüdischen Schulverein „Talmud Thora: Dr. Joel Pollak (Wien). Für den Verband israelitischer P.eligionslehrer und Kantoren in der Schwieiz: M Rosenthal (St. Gallen). Dächer für den Bund. 1 Von Rabbiner Dr. Hahn, Essen. Diejenigen unter uns, die über den Mangel an geeigneter Lektüre für die Jüngsten im Bund klagen, mögen zu der „Jüdischen Juger.dbüchcrci" greifen, die, von derTJuger.dschriften- Kcmmission der Großloge des UOBB. für Deutschland bei I. Kauffmann. Frankfurt a. M., herausgegeben wird. Die Bändchen, die nicht zu umfangreich jsir.d, werden mit ihrem schmucken Einband und ihrem gediegenen Inhalt unsere Jungens und Mädels erfreuen. Als Proben liegen rnir vor: Von Arthur Gallinger: „Max Liebermann, der Künst'ler und der Führer." Nach einem kurzenUeberblick über die Stellung des jüdischen Künstlers in der deutschen Kultur, wird der Lebensweg und die künstlerische Entwicklung Max Liebermanns mit einfachen und eindringlichen Worten geschildert. Neben die großen Fähigkeiten des malen»