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Der Jugendbund · 1927-07-07 · 12 (7.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
12 (7.7.1927)
Date
1927-07-07
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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vielen anderen Boote ganz allein durch Wälder, an grünen Feldern vorbei, es war eine Ruhe, nach der man sich so oft sehnt. Am Mittag sahen wir uns kirrz, wir aßen, dann wieder ins Boot Und ganz spät trai man sich wieder. Am Libbenauer Bahnhof nahm die'grolle Gemeinschaft voneinander.Abschied und versprach, sich bald wiederzusehen. Verbandsfreund Jastrou, Sie haben mit Ihrem Plane großen Erfolg gehabt! Manfred Vöhl, zur Zeit Berlin. Treifahrt im Ruhrbezirk. . Plan: G r o ß c Trcffahrt am 19. Juni der Vereine Duisburg. Hamborn, Mülheim, Essen und Oberhausen. \ Na ie es kam: Im 7 Uhr goß -der Himmel mit Eimern, um 7.30 mit Badewarmen, unj als ich um 8 Uhr auf meine Kumpanei wartete, lachte die Senne. Ich wartete. Nur ein halbes Stündchen noch, und ich zog allein auf Fahrt. Ich kannte doch meine'Hamnorncr. Es regnete in Hamborn, ergo fand das Wandern im Sar.'e statt. In'Mülheim-Styrum hing ein Trüpplein Duisburger rr.il allen GlicdmaLien aas den Abteiltenstern und angelte. Nett war. daß- Duisburg durch das schwache Geschlecht am stärksten vertreten war. 8/4. In Eisen und Oberhausen wurde anscheinend auch im Saale gewandert, denn es war nichts von ihnen zu sehen. El passiert mir ja nicht allzuoft, daß mir 10 scidenbesirumpfte Beinchea auf einmal entgegen winken, und dann n:ir . . . also jedenfalls nicht im täglichen Leben morgens u:n 9 Uhr. Hier .wurde das kaum Glaubliche zur Wahrheit. Gut. daß das Zügels sich in Bewegung setzte, denn ich hatte den Drücker -schon in der Hatrjdj als nvch aus den Gepäcknetzen die blanken Schlösser der dsn Scidenbeinchen attachierten Parly-Case« und nachlhemdköf'erchen animierten. Mülheim-Ruhr beglückte uns mit -drei Vertretern, resp. Vcrtre: . rinnen, so daß das Schwäche- resp. Starkeverhältnis 10:6 Bland. Da die ursprüngliche Führung auch wohl im Saale »•änderte, zogen wir ohne Ziel von Mintard aus querwaldein durchs ..Gebirge" über Hesel nach Heiligenhaus. Das schönste ■tat unsere zweieinhalbstündige Rast, bei der wir uns im Walde nach Herzenslust austobten, und ich zur Beruhigung meines, durch Scudcnslrünspfe, mitgeschleppte Bonzos und Puderdosen noch immer empörten Wanderergemüies. den lcdiglieh für .Mülheim bestimmten, ausgezeichneten Schokoladenpudding fast restlos vertilgte- So wurde ich meine gerechte Bmp rung an Mülheim los, die denn auch mit Eifer dieses Erbe ainnahmen, - f Wieder ging es durch den Wald mch Kettwig, von wo tins das Bühnte heimwärts führte, wo aller Wahrscheinlichkeit nach verschiedene Seidcnstrümpflcin in die Lumpen geworfen wurden, denn Br .mheerranken sind scharf auf Seide. Und «esha!!) sollte ich den Brombeeren den Gefallen nicht erweisen, und zuweilen durch ihr Gestrüpp gehen? ,; E. d. J., Hamborn am Rh. Treifahrt Lippstadt — Beckum. Während wißbegierige Bürger mit geschwärzten Gläsern in die Sonnenfinsternis guckten, machte sich .unsere Beckumer Junggruppe auf. um diesen ersten, einigermaßen gelungenen Sommertag richtig auszunützen. Die etwas lang—same west* laiische Landeseisenbahn brachte uns ein Stück hinaus, dann ing ts nach Bad Waldlicsborn. Das ist ein gesunder Winkel, endlich isoliert und unbekannt, trotzdem die rührige Direktion sogar in der Vossischen ihre Inserate losläßt. . Wir bleiben hier nicht lange. Denn man muß hier mit vor- Oehraer Stille cinhcrstclzen, und das pa3t nicht für wandernde Junggruppenmenschen^ die den ersten Sommcrausfiug — ge- 5 nießen wollen. Darum fort. Weiter nach Lippstadt, eine wirk, lit*. musterhafte, schnurgerade Chaussee. Unterwegs noch ein historischer Moment: Wimpelweihe! Unser Gruppenwimpel, der das Verbandsabzeichen trägt, macht heute seinen ersten Weg mit uns. Ein paar Worte sollen diesen Moment festhalten: der Wimpel soll uns noch recht oft begleiten und immer ein Sinnbild unserer Einheit sein! Dann wird er entrollt, ein Hoch auf unsere Gruppe, und es geht weiter. Am Nachmittag lernen wir unsere Lippstädter Freunde kennen. Es ist ja die erste Treifahrt. Nirgendwo in der Welt werden Freundschaften schneller geknüpft als zwischen Junggruppen. Einträchtig marschieren wir mit den Lippstädtern, die Emmy Stern führt, einen schönen Weg nach Lipperode, wohi£ eben jeder mal wandern muß, der in diese Gegend kommt. Wir hatten einen wundervollen Nachmittag. Unsere beiden Gruppen sind begeistert. Beim Abschied arrangiert man in Gedanken schon das nächste Treffen, schreibt einander Adressen auf, — und des Winkens ist kein Ende. J. R. | Eine schöne Wanderung der JG. Trier. Unser erster Ausflug mit der Wimpel, war überaus nett, abwechslungsreich und interessant. "it der Bahn ging's nach Salmrohr, von da durch zwei Dotier auf blumenbestreuten Straßen, durch grüne und bunte Triumphbogen mit allerlei Sprüchen, — aber dies alles nicht uns zu Ehren, nein keineswegs, — — es war Fronleichnam. Die schlichten alten Bauersfrauen in feiertäglicher Stimmung schüttelten bedenklich ihr Haupt, als wir nach dem Weg nach DoJcnburg fragten: „Heut' nach Dodeburg wandere? Et' i« doch Fronleichnamstach'' ... — — NUch beinahe zweistündigem Marsch durch Sonnenglut und Walde.sschatten zeigten sich die Zinnen des Graf Kesselstadtschen Schlosses. — — In strammer Ordnung, voran die Fahne, ging's hinein in das stille, ehrwürdige Schloßgut. Der Führer und ein anderer aus der Gruppe baten höflich im Schlosse um Erlaubnis, den Park, womöglich' auch das Schloß, besichtigen zu dürfen, „Augenblicklich ist das Schloß (leider!) von den Herrschaften bewohnt." Aber der Park stehe uns zur Verfügung . . . Der Pari; des Grafen von . . . den "jüdischen Jungens! . . . Die Zeilen ändern sich, und die Abslände zwischen Mensch und Mensch mit ihnen . . . Wir werden den Park nicht so leicht vergessen . . . Herrliche Alleen von schlanken Pappeln, die zi'.rtlich und doch stolz ihre Häupter einander zuneigen. Weit» ausgedehnte, fette Wiesen, sonnengebadet, Palmen und Kakteenanlagen; 40 Bienenkerbe mit unzähligen fleißigen -Bienen. , Ein herrlicher Wald mit 50—60 Rehen und Hirschen, von denen wir etwa zehn hüpfen und springen sehen konnten. Ein ruhiger, klarer Teich, in dem Enten und Gänse plätscherten, . . . und über allem eine erhabene, ja weihevolle Ruhe wie Glück und Zufriedenheit. / Wir waren begeistert von all der Pracht ... Im kühlen Wald lagerten wir, lagen vier Stunden unter schattigen Bäumen, sprangen, schliefen und spielten. Wir waren in der denkbar fröhlichsten und zufriedensten Stimmung, aber in sie mischte sich eine stechende Plage . . . Stechfliegen! . . . Und, ein Barmherziger unter uns suchte alle die Wunden durch seinen Geist, nämlich Salmiakgeist, zu heilen. Als wir abends' Trier wieder glücklich erreichten, hatte jeder das Bewußtsein, einen herrlichen Ausflug mitgemacht, erlebt zu haben. Die Fahne hat das Ihrige getan, hat uns zusammengehalten, hat keinen sich trennen lassen von der Gemeinschaft. , . . Mögen noch viele solche Wanderungen folgen! Junggruppen Besprechung des Junggruppen-Dezernates in Güttingen, am 12. Juni. Inl Ige dringlicher Verhinderung einiger Mitglieder des Dezernates nahmen an dieser Besprechung nur Raphael, Beckum, und Friedmann, Düsseldorf, teil. Unentschuldigt fehlte Erich Sonntag, Berlin (Bip). Es wurde beschlossen, die Lehrer noch dringlicher um Werbung für den Verband zu ersuchen. Die Errichtung möglichst vieler 'Junggruppen soll durch die Mitglieder des Junggruppen-Dezernates, denen bestimmte Bezirke zugeteilt werden, geschehen. Um dies zu ermöglichen, werden_Martin Selbmann. Chemnitz, und Jetta Mamlok. i^a Wesermünde, kooptiert. Die Verbindung mit den einzelnen Gruppen soll durch regelmäßige Rundschreiben aufgenommen werden, in denen besonders interessierende Fragen in leben-- diger Art behandelt werden. Durch Rundbriefe soll ein lebhafter Austausch über bestimmte Themen eingeleitet werden. Es wurde ferner angeregt, einen Briefwechsel der einzelnen Mitglieder in den verschiedenen Städten einzurichten. Die Junggruppenecke in der Verbandszeitung wird künftig unter dem Titel „Junggruppen" erscheinen. Der Verband wird ge» beten, bei der Gründung neuer Junggruppen die Kosten für die Reisen usw. zu tragen. In den Großstädten will man die

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