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Der Jugendbund · 1927-07-07 · 12 (7.7.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
12 (7.7.1927)
Date
1927-07-07
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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weise eben als Sinn einer theoretisph-praktischen Verknüpfung nur aus dieser Erkenntnisse deutbar, %o muß jede Vorbereituni; aus dem Wissen um diese Erkenntnisse . geschehen. Das heißt mit anderen Worten: Mag der Wille und die Absicht noch so stark -und groß sein^ nie darf die Einsicht verloren gehen, daß nur eine wirkliche Bindung Erfolg genannt werden känn, und diese wirkliche Bindung zu erzielen, ist weniger den Vorbercitern gegeben als aufgegeben; womit gemeint sei, eine Führertagung vorzubereiten heißt, um ihre Grenzen wissen und um ihren möglichen Sinn. Ins Praktische übersetzt, besagt das, aus 100 oder mehr Menschen wird nie eine Führertagung, denn die Masse muß den einzelnen erdrücken, und der einzelne" muß als massengebunden unfrei Sein. Zum zweiten aber sagt es auch: je offizieller, je großartiger auf dem Programm, um so nichtssagender, um so Wirkungsloser wird das Ganze sein. Unser Schluß daraus muß sein: Zweck einer Führertagung kann nur sein, wenige, aber wertvolle Menschen zusammenzubringen; und das Programm, weniger Wissensmäßiges, um so mehr Lebensnahes. Denn nur am Leben wird das Leben groß und nur an Jugend entzündet sich Jugend. Je praktischer ein Thema, je wirklichkeitsnäher eine Fragestellung, um so größer der Wert und um so berechtigter die MShe. die verwandt wird. Denn keine Arbeit ist so leicht, daß man sie mit Vi illen umsonst tue, und die Erziehung ist eine fälsche; die nicht zu scheiden weiß zwischen Arbeit und Spielerei. ' ' - % Aus dem Gesagten könnte man den Eindruck haben, als habe die Mainzer Tagung ihren Zweck völlig verfehlt. Doch dem ist nicht so. Was gegeben werden sollte, ist gegeben worden, und es kann ruhig behauptet werden, daß die drei Vorträge, die gehalten wurden, ihrem Thema nicht nur gerecht wurden, sondern darüber hinaus eine geistige Höhe aufwiesen, wie sie nicht off erreicht wird. Aber vielleicht war es gerade die Güte des Gebotenen, die um so nachdrücklicher auf das Fehlende hinwies. Der Komplex Wissen-Leben ist eben nicht allein ein« Problematik für den einzelnen, sondern auch das brennendste Problem einer Gemeinschaft, und um gemeinschaftsbildend zu wirken, muß das Verständnis vorhanden sein, -die einzelnen Komponenten mit Fug abzuwägen. Und dabei gibt es nur einen Weg: das Leben als Grund und als Wirklichkeit zu setzen und seine Formen vor der Ueberwuchcrung durch Fremdes zu bewahren. Leben in einer Gemeinschaft unseres Sinnes ist immer — das wissen wir nur zu genau — auch geistiges Sein. Aber geistiges Sein ist mehr als Ding-Wissen. Darum muß es für uns heißen: erst der Mensch, dann das Wissen, erst das Sein, dann das Sollen. Persönlichkeit als Gestalt fordern, heißt nichts anderes als Menschen zu Menschen erziehen wollen, zu Menschen mit Einsichten und Verständnis für das Gefüge des Lebens, die aus dieser Einsicht heraus sich der, geistigen Werte bewußt sind, ohne die eine Gemeinschaft nicht ist. Wenn wir es einmal verstehen, auf einer Führerlagung das Seelische A\i erwecken und dann darauf aufbauend Wissen ver« mittcln, werden wir soweit sein, daß wir sagen können, Wertvolles und Wirkliches geleistet zu haben, nämlich den Grund gelegt zu haben zu einem bewußten und sinngemäßen Leben. Deshalb erzwinge man keine Führertagung, man lasse Menschen lieber ganz zwanglos zusammenkommen, draußen in der Natur, aber auch in Städten, man lasse sie sich kennen lernen und aussprechen; oder man vereinige Menschen, daß sie in Gemeinschaft sich um eine Frage bemühen, in Gemeinschaft das zu klären versuchen, was sie allein nicht vermögen. Denn das ist der Sinn gemeinschaftlichen Arbeitens: nicht nur die Welt des Geistes, sein Gefüge und seine Deutbärkeit, kennen zu lernen, sondern immer dabei den lebendigen Atem des Menschen zu verspüren und jeden Augenblick erwarten zu müssen, sich vor dem Gegenüber zu verantworten, daß man gezwungen ist, immer seinen Mann zu stellen, aber auch zu wissen von der menschlichen Größe des andern, und sich bewußt zu werden, ein notwendiges Glied zu sein in der Ordnung der Gemeinschaft. Vom neuen Singen Im gleichlautenden Aufsatz des Juni-Heftes hat der Druckfelilerlcuiel ein wenig seinen Spuk getrieben: Das Vorbild der Singgemeinschaften waren die Singgemeinden. In dem Absatz „Nun muß" auf Seite 5 war vor „Teilzunehmen" einzuschalten: „die zu solch einer SinggemeinscTinitswoche Lust und' Liebe haben". Soweit die Berichtigung. <*- Um-nun auch solchen, die nicht an der ganzen Singgemeinschaitswoche in Rothenburg o. d. Tauber vom 16. bis 22. August .dieses jaTircs teilnehmen können, wenigstens eine grundlegende hin.'ührung in die Art dieses Singens zu geben, könnte man vielleicht die ersten Tage der Singgemeinschaftswoche als Schulungstage halten. Hierzu können sich also auch solche melden, die nur einen oder einige Tage zur Verfügung haben. Auch hierfür wäre, die Anmeldung bis spätestens 15. Juli an meine Adresse (Ichenhausen bei Ulm, Obere Hauptstraße 22) zu richten." I Der Vorsitzende des Bayerischen Landesverbandes, Herr Rabbiner Dr. Rülf, Bamberg, teilte mir mit, daß seine Ortsgruppe beabsichtigt, am Sonntag, dem 21. August, eine Tagesfahrt zu der Rothenburger Singgemeinschaftswoche zu unternehmen. Hieran könnten dann auch noch andere Verbandsmügüeder teilnehmen. Näheres wird noch durch Rundschreiben des Bayerischen Landesverbandes bekanntgegeben. Hier wäre dann »benfalls Gelegenheit geboten, sich mit dem _ Wesen der Singbewegung in knapper Form vertraut zu machen. Für die Verbandsfreunde in der Kasseler Gegend möchte ich auf eine sogenannte „offene Singstunde" hinweisen, die von dem GDA (Gewerkschaftsbund der Angestellten) für seine Jugendgruppen am 16. Juli abgehalten wird. Da dieser Bund auch jüdische Mitglieder gerne aufnimmt, so wird auf Wunsch sicherlich solchen, die sich dafür interessieren, gerne eine Teilnahme gestattet. (Anfragen mit Rückpostkarte an Ekkehart Pfannenstiel, Berlin W 50, Nachodslraße 22 23, der auch über Ort und Zeit der Veranstaltung Auskunft geben dürfte.) Ueber das Wesen einer solchen „offenen Singstunde" die ziemlich unserem Singen in der Singgemeinschaft entsprechen dürfte, heißt es in dem betreffenden Aufruf (der mir durch die Sthriftleitung des „Jugendbundes" freundl. übermittelt wurdeW^ „Hl** Sinn ist, einmal in Freude und Frische miteinander zu musizieren, sodann, darüber hinaus, den Grund zu legen für eine Singarbeit in allen Gruppen und bis in Familie und Haus hinein. Durch ein lebendiges Beispiel soll zu dieser Lebensform angeregt werden. Jedermann ist willkommen! Man bringe mit: erstens ein frohes Herz, zweitens einen frohen Sinn, drittens eine frohe Unbekümmertheit, viertens aber auch ernste Verantwortlichkeit für alles Tun. Die Spiel- Icute sollen mit ihren Instrumenten erscheinen, auch dann, wenn sie technisch noch ganz wenig können. Notenpulte, wenn* sie sich in der Fahrtausrüstung gut unterbringen lassen, nicht vergessen! Alles andere wird sich' von selbst ergeben! Ganz ähnlich ist auch unsere Singgemeinschaftswoche gedacht. Dr. Arthur Reichenberge r, Wandern und Sport Alle Einsendungen-für diese Rubrik sind nur an Erich de Jonge, Hamborn, Kaiser-Friedrich-Straße 30, zu richten. Ausschreibung zu den am Sonntag, dem 14. August 1927, stattfindenden, für alle Mitglieder des Verbandes der Jüdischen Jugendvereine Deutschlands offenen leichtathletischen Wettkämpfen der Süddeutschen Landesverbände (im Verband der Jüdischen Jugend» vereine Deutschlands) in Eberbach (Odenwald). Wettkämpfe: 1. Junioren (Jahrgang 1909 und jünger): a) 100-Meter-

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