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Der Jugendbund · 1927-05-05 · 9 (5.5.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
9 (5.5.1927)
Date
1927-05-05
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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an kein* Hochkick': mehr zu machen. Und unverdrossen kroch man zwischen Fässer durch, wenn der Ball sich zwischen sie verloren hatte.j kletterte ihm nach durch die Fenster in die versperrten Keller und Schuppen, breitete sich immer weiter *us, spielte bei Regenwetter im Vorzimmer der Wohnung, zerbrach Lampen und Spiegel, umging immer wieder die elterlichen Verbote. Ja. p.jn ging zum Angriii auf ihre Herzen uberl suchte sie f».- den Fudbaikport zu gewinnen, indem man sie überredete, S inn eis sich einmal ein Wettspiel' anzukch'aun. Unterwegs wurde ihnen alles auf das Fachlichste er- 1 r. -•: de Auf .Goal. . Hand, Ecke, der Elfjardstoß, die K.l-d des Ott-;Je. Angesichts des Spieles machte man sie laoif K'ygaenische Nützlichkeiten aufmerksam, zog die Olympischen Spiele der G'tcchen zum Vergleich heran, deutete auf die moralischen V. rle gerade dieses Sports hin, der es dem tin •«.lr.cn rerbie istisch" zu spielen und das Cesamtintercsse seiner l'.v ws auchn ir einen Moment aus dem Auge zu lassen . . . „ 1 vi die« Zr-.t erschien zum erstenmal eine Imgfcsche M.t n der Stadt. Es war eine Umwälzung! Man hatte e .. : .;« i Zusammenspiel zu erlernen, das Zuspiel, n jnl ti. : Erde. Kopfstöße. Die sechs Helden trainierten un\»ri!ri<s.>en. jeder r.v; dem festen Vorsatz, ein Champion äjt'.i werden, j Sie kannten alle Wcttspielrcsultale der letzten alle V en v. endig, sie umgaben die ber ' v n Spieler :•• 1 schwärmeriieber Verehrung. Sich selbst jt>hotl>graphi»pten .:c im Huf. i.j verliebten Stellungen, mit dem Ball" ira .Ära. oder in gestellten Gruppen, wie einer dribbelte End den Gegner daher „tauschte", oder wie er im letzten Augent n i e!•'!. r wie* er im Goal dem Schu3 entgegensah, die!. nee auf den Schenkeln, den Kopf gesenkt mit spähen- ■■■■ Blick. ISie schafften sicli. ..Trete«1" an und hatten dabei Cjrj. an \erbrt>.!n- [::»; grenzendes Gefühl von Grausamkeit und Mut. Ihr Traum war. sich zu einer Mannschaft auszubilden und iiegreich den Kontinent zu bereisen . . . Arnold ritte sich ü: ir.-mir den 1$ war unj a.iil wegs einige I vt-n den anc nicht ge cÜ gleiche RocNt erschien ihnk an die Stühle Bing Arnold Fein Jv ihm l >«! .-. en z-::n Kapitän aufgeworfen. Er trug I zum Spielplatz, was ein besonderes Ehrenamt dem i|cn Träger Gelegenheit gab, schon unterj eise in Jen B:iH zu tun. Dies jedoch wurde ihm 1 ra stets r...t lautem, eifersüchtigem Geschrei •rar verpönt. Uer 3oJl sollte getragen, aber Auf das Kicken behielten sich alle das i a wachten streng darüber, so überirdisch i v e'cs Vergnügen, dieser geschickte. Anstoß * 'r - .r.de Rundung, diese Kraft und Richtung. ie Id a U urch die Gasten, so phantasierte er sfl$i'- ets «inen .Bai! inr die Fudspitzen, den er kunstvoll und an den Spaziergängern ^krtapp vorbeilrieb. Das •terhallung. Und abends konnte man ihn in J.r Hand, durch leere Gassen rennen sehen, i tiu m in seiner Vorstellung mitten im Wettspiel. | auf! dem rechten Flügel Foward ,— dies war sein werfl er mit hisigs spielte —. dann überholte er i zirircklictcn. wich den Mittelstürmern, die legenkanKcn. gewandt aus. Seine ganze Mannschaft :.i gleichen Tempo mitrennen, über das grüne Feld hin irr riesigen Fächer, der sich verlängert, sah aller Augen .gerichtet, denn er hatte den Ball —, knapp an der 1 ef •- während das Publikum 'mit „Hipp, rn c rd erregte Kopfe über die Holzstangen Rachbogen — sah sich als Teil eiues Ganzen, als An- '.! dies in wenige Sekunden zusammengepreßt — endei den Ball in die Mitte, der Centre Jiat ihn und teil der Wucht beinahe eines senkrechten Falles tu :e:ndl:c!te Cdal in das heftig aufzittcrr.de Netz . . .•während der tapfere, unegoistische Flügel langiult,-alles überblickend. Und nun wird applau- . rausch}, es «d-.reit. Siegel Sieg! . Die Bed:utur.» von Wandern und Sport für die Landvereine ... * V.,n Richa'rd Herz, Dierdorf. |r .dieser l'cbcrschriit skizziert Richard Herz unge'ahr das, was sich der Dierdorfer Verein als einen wesentlichen Teil der Sommerarbeit vorgenommen hat. Der Dierdorfer Verein hat sich in kurzer Zeit zu einem der bestgcleiletsten Landvereine entwickelt, dessen *\ Programm allen andern Vereinen auf dem Lande zur Nachahmung nur empfohlen werden kann. (Die SchriitL) Wer das Land kennt, wer in irgendeinem kleinen .Land- - 12 ■tu san d er; Städtchen seine Jugend verlebt oder dort vielleicht aus beruflichen Gründen. einmal längere Zeit geweilt hat, dem ist auch die in wesentlichen Fragen von der Anschauung des Großstädters abweichende Lebenshaltung und geistige Einstellung nicht fremd, die durch ländliche Umwelt tind die ihr eigentümliche Lebensweise bedingt wird. Für die jüdische Jugend, die in derartiger Umgebung aufwächst, ergeben sich oft andersgeartete Probleme und Notwendigkeiten, die meist durchaus nicht nach einem großstädtischen Verhältnissen angepaßten Rezept behandelt werden dürfen, soll das Ergebnis eine Lösung darstellen, die ländlicher Auflassung entspricht. Der Weg für uns ist stcilar, das Tempo langsamer, der Aufgabenkreis durch das Fehlen anderweitiger Anregungen umfassender. Daher hat die Entwicklung großstädtischer " Vereine manches vorweggenommen, an das wir uns jetzt erst zaghaft wagen können. —- Die Aufgabe der jungen Landvereine bestand zunächst darin, der jüdischen Jugend überhaupt erst einmal einen geselligen und geistigen Mittelpunkt zu schaffen, der die mit Eintönigkeit und Einförmigkeit verbundene Gefahr beheben sollte, einseitig ur.d engstirnig zu werden, zu verflachen, und dem Hunger nach geistiger Anregung durch wertvolle Bildungs- und Erziehungsmittel abhelfen konnte. Diese Arbeit anzufachen, wirkungsvoll zu gestalten, sie fördernd den Tendenzen des neutralen Jugcndverbandcs gemäß zu beeinflussen, und zu vertiefen, war Sache der einzelnen Vereinsführer: ganz schüchtern wagen sich hie und da jetzt die Keime regsamen Nachwuchses hervor, die auf ein Durchdringen der Idee, auf ein zukünftiges Gemeinschaftswerk hoffen lassen. , Heimabende, Vorträge, Lektüre, religiöse Feiern und gesellige Festlichkeiten haben während der Wintermonate zumeist das Programm unserer Landvereine ausgefüllt, nun nahen die schönen Frühlings- und Sommerlage und treiben uns hinaus aus der Stubenenge in die neuerweckte Natur. Sie kennen und lieben zu lernen, wieder den Zusammenhang mit ihr zurückzufinden, an ihrem Werden unseren Lebenswillen, unsere Bestrebungen nach höhcrem Ziel neu zu entfachen, das wird jetzt die Grundlage für die Vereinsarbeit. Neue Wege müssen gesucht und gefunden werden, denn (— es muß einmal gesagt werden — in dieser Richtung sind leider erst vereinzelt Leistungen im Rahmen des Verbandes aufzuweisen), im allgemeinen stellt die Nutzbarmachung von Wandern und Sport für unsere Landjugend noch ein uncrschlossenes, eingehend zu erforschendes Gebiet dar; das zu sehr auf Kosten geistiger Entwicklungsmöglichkeiten vernachlässigt zu werden droht. Der in den vorhergehenden „Jüdischen Blättern" abgedruckte A'i!;atz de Jonges behandelt gründlich die mit der körperliclvpn Ertüchtigung verknüpfte seelische Wirkung des Sports: das Erstarken des Gemeinschafts- und Vecantwortlichkeilsgefühls, die Hebung der Willenskraft, des Selbstbewußtseins, wohlverstanden bei Verzichtjeistuhg auf den Glanz jeden äußere Erfolgs. Gerade auf dem Lande, wo der einzelne Jude Dicht in der Bevölkerungsmasse unbeachtet untertaucht, wo sein Handeln und Wirken stets der Lupe der üeffenflichkeit unterworfen bleibt und der ihm gegenüber Feindseligfühlende oder Verständnislose keine Gelegenheit vorbeigehen lassen wird, ein schlechtes Haar zu finden, gerade dort erweist es sich als unabweisbare Notwendigkeit, uns gegenseitig zu schärfstem Pflichtbewußtsein der Gesamtheit gegenüber und zu wacher Selbstbeobachtung zu erziehen. Diese sittlichen Eigenschaften zu kräftigen und zu erhalten, ist der Sport wertvollstes Hilfsmittel. Wie er uns zur Körperpflege bringt, uns gewandt, geschmeidig, gelenkig macht, unsere schlummernden Muskelkräfte aus der Erschlaffung weckt und das träggewordene Blut von seinen Schlacken reinigt, wie er zu Enthaltsamkeit von schädlichen Genußmilteln führt, in dem gleichen Grade setzt er aufbauende seelische Kräfte an Stelle entnervender Stumpfheit, öden Schlendrians und Mü!/igseins, an Stelle zerstörender Tanzdiclenkultur und geistlosen Gewohnheitsskats. Ebenso bildet die durch das W a n d e r n ' vermittelte Kenntnis der Natur, das wiedergewonnene Gefühl für ihre Schönheit, für die Verbundenheit alles Lebendigen in ihr und das durch sie offenbarte unergründliche, unaufhörliche Walten göttlicher Schöpferkraft notwendiges Gegengewicht für uns, Wunder des technischen Zeitalters, uns selbst als Einzelwesen nicht zu überschätzen, nicht in materialistische Weltanschauung zu verfallen. Das Wandern in der Umgebung unserer Heimat, mit der wir durch Tradition und Existenz stärker verbunden sind als der Großstädter, öffnet uns erst die Äuget) für ihre kulturellen Eigentümlichkeiten, ihre geschichtliche Vergangenheit, macht \

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