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Der Jugendbund · 1927-04-07 · 7 (7.4.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
7 (7.4.1927)
Date
1927-04-07
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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3. Gewinnung der anderen Erziehungsfaktoren (Elternhaus. Behörden,, Kirche, Verbände) durch Eingaben, Berichte, Vorträge. 4. Gewinnung der öffentlichen Meinung durch Veranstaltung von Kongressen. i 5. Vorbereitung gesetzlicher Maßnahmen zum Schutze der Jugend. Die alkoholfreie Jugenderziehung ist eine Forderung, die nicht nur von Abstinenten, sondern von allen verantwortungsbewußten Kreisen unseres Volkes erhoben wird. Darum ist beabsichtigt, all die Lehrkräfte, die gewillt sind, die Arbeit zu stützen und zu fördern, zusammenzuschließen zu einer Keichearbeitsgemeinscnaft für alkoholfreie Jugenderziehung. Lehrkräfte, ganz gleich, ob angestellt oder noch nicht, die Lust verspüren. Wander-Nüchternheitsunterrlcht zu erteilen, richten bitte eine Meldung an die Deutsche Reichshauptrichten bitte eine Meldung an die Deutsche Reichshauptstelle' gegen den Alkoholismus, Berlin-Dahlem, Werderstraße 16. Für unsere Jüngsten! Die Redaktion dieses Teiles hat Lehrer Raphael, Beckum. (V Die Purim-Jugcndfeier der Jnnggntppe Chemnitz. Ein klangvoll gesprochener Prolog gibt der Feier Sinn und Stimmung. Dann nimmt Martin Seligmann Gelegenheit, in knappen Zügen Zweck und Ziel der Jugendgmppe Klarzulegen. Seine Ausführungen gipfeln einerseits in der Anforderung an die Elternschaft, du begonnene Werk rege zu unterstützen, anderseits ifa einem stark unterstrichenen Bekenntnis zur unbedingten Neutralität. Wurde durch Prolog und Ansprache die Betonung in der Hauptsache auf jüdisch und neutral gelegt, so erfuhr die Feier durch das von Margot Lichtwitz begeistert vorgetragene Gedicht: Das ist der Jugend göttliche Sendung, ihre zweite, nicht minder wichtige Hervorhebung. Kühn sein, wahr sein, gar.z jung aetnl Das will Jugend hören, daran will sie sich begeistern. Und sie hörte es nicht nur, sondern setzte es auch sogleich in die Tat um. Die Aufführung des Theaterstückes „Puriro" stand ganz in diesem Zeichen. Vergessen war das Einlernen der Worte, vergessen die vorgeübte Geste, unter dem jubelnden Mitgaben des überfüllten Saales ließen die Spieler schnell alles theatralisch Gemachte fallen, sie lebten das Stück selbst. Aua dem est!.), der Leiter des Junggruppen-Dezernats, übernommen. König wurde kurzerhand .— wozu wären wir denn sonst in Sachsen — ein waschechter Gesnig, und Esther — o drastischstes aller Beispiele, ward eine solch energische Hausfrau, daß es :■:ich jetzt durchaus nicht mehr verwundert, weshalb Haman die gerechte Strafe so schnell ereilte. Was sie verbrochen hat, will ich nicht erwähnen, aber—alle künftigen Ehemänner seien ' gewarnt. Der Aufführung folgten verschiedene Darbietungen musikalischer und rezitatorischer Art, von denen noch ganz besonders die am Schlüsse gebrachten Volkslieder hervorgehoben seien, die als Basis für den frischen Geist gelten können, der sich jetzt in der Jugendgruppe regt. Ein kritisch« Bemerkung an die Führer sei erlaubt: Warum die übermäßig laute Betonung unserer neutralen Stellung? Weil die Elten anwesend waren? Das Fest galt doch wohl auch euern Mädels und Jungens. Die aber wollen weniger börCn von Neutralität und sonstigen Problemen, aber mehr von Jugend, von Kraft, von Zukunft, von eigenem Leben und Erleben. Den Aelteren gegenüber aber' betont bewußt eure ja ". ndl.che Eigenheit, denn immer noch ist ein trotziges Bekennen die erste Tat. j . k. n. Sport und Wandern Unter dieser Rubrik Ia.sen wir künftig Nachrichten und Aufsätze über diesen Zweig unserer Arbeit erscheinen. Alle Einsendungen bitten wir an den Dezernenten Erich de Jonge, Hamborn am Rhein, Kaiscr-Fricdricb-S'.raSc 30, zu richten. Die Schriftlcitung. Zu dieser Sportnummer Eigentlich sollte diese Nummer* eine Sport- und Wandcrnummer werden. Sie ist aber nur eine Sportnumnicr geworden, da wir von keiner unserer Wandergruppen auch nur den geringsten Beitrag erhielten. Sind denn alle unsere jüdischen Wanderer auf der lezten Fahrt eingedöst? Aber sie dösen nicht allein, denn ihnen stellen sich unsere Sport;<ruppcn würdig zur Seite. Auch von ihnen nichts. Sollte das Märlein von der Verdttmmung durch den Sport doch vielleicht etwas Wahres enthalten? Doch wir wollen hoffen, so beschämend es auch ist, daß unsere Wander- und Sportjugend sich ausschweigt — wir wollen doch hoffen, daß der Sport in unseren Reihen nicht nur weitere Freunde findet, sondern auch Freunde, die den Willen haben, ihren Sporttrieb auch geistig in die Welt einzugliedern. - E. d. J. Sportgemeinschaft Heute, da der Sport so tief in das menschliche Leben eingedrungen ist, daß man an jeder Straßenecke auf eine seiner Auswirkungen stößt, beschäftigt man sich mit Vorliebe mit den Fragen: Welche erzieherischen Qualitäten besitzt der Sport, wie wirkt er sich auf den Charakter des Sporttreibenden aus? Bei diesen Fragen ist in den meisten Fällen lediglich der einzelne, für sich allein stehende Sporttreibende seziert worden, der die ungeschriebenen Gesetze <les Sportes befolgt, dessen Tugenden Schlichtheit, Ehrlichkeit und Ritterlichkeit sind oder sein sollten. Leider zu selten wird auf die Einstellung des einzelnen Individuums zu seinen Kameraden, zu seiner Mannschaft Rücksicht genommen, auf die Einstellung, die die weitesten Aufschlüsse über den Charakter geben kann. Wenn wir uns den Mannschaftskampf vor Augen führen, wissen wir, daß die Hintansetzung der eigenen Person unbedingt erforderlich ist, um die Mannschaftsleistung, die Leistung der Masse, in der der einzelne untertauchen soll und mufij um so zu steigern. Denn nur der Mannschaft fallen im l alle der Erfolges Siegerehren zu, und nur ihre Gesamtleistung, nicht die Leistung des einzelnen Mitkämpfers, so hervorragend sie auch sein mag, wird gewertet. Es ist ein Zeichen von lauterer sportlicher Gesinnung, wenn der bisher im Einzelkampfe siegreiche Kämpfer mit der gleichen Energie und dem gleichen Siegeswillen am Kampfe seiner Mannschaft teilnimmt, um mit ihr zu siegen oder zu unterliegen. Die Selbstlosigkeit, auf sicheren Erfolg, auf sicheren Sieg zu verzichten, kann man nicht hoch genug anerkennen. Es ist zu gut bekannt, um näher darauf einzugehen, welche unendliche Mühe es kostet, welche intensive Arbeit geleistet werden muß, um auch nur den kleinsten sportlichen Erfolg zu erringen. Großer Selbstüberwindung und eiserner Willenskraft. Verzicht auf manche Annehmlichkeit des Lebens bedarf es, um fit zu sein, um sich 'fertig zu raachen für einen im voraus immer unbestimmten Erfolg. Nun tritt aber der Fall ein, daß dem nach harter Arbeit, auf Erfolg hoffenden Sporttreibenden auch der kleinste Sieg als Einzclkämpfer versagt bleibt. Dann bleibt ihm zum Kampf nur nbch die Mannschaft übrig. Und hier erst kann sich zeigen, wer durch sein Training einen gefestigten Charakter erworben hat. Immer daran denkend, nie einen persönlichen Erfolg erringen zu können, sozusagen für andere zu kämpfen und dennoch die Askese, die harte Arbeit fortsetzen. Begriffe, die der aktive Sporttreibende unter dem Namen Training zusammenfaßt, ist der höchsten Ehren wert. Dieses Verantwortlichkeitsgefühl der Mannschaft gegenüber ist der Grundzug im Wesen des anständigen Sporttreibenden. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist die Grundlage des Erfolges. Denn nur dieses Gefühl allein ist die Basis, auf der man weiter bauen kann, das im Kampf den Rücken rtärkend, von ausschlaggebender Wirkung ist. Man darf nicht vergessen, wie schwer dieses Gefühl dem einzelnen

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