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Der Jugendbund · 1927-02-10 · 3 (10.2.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
3 (10.2.1927)
Date
1927-02-10
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Allei was bedeutet schändet Chillul h eigentlich Israel i Die der krüfi Nicht ud Vergehen Sch selzes, dejn Dem mal einen Freude Verkäufer sie es 1 e;ren U zurück. Geprieset Durch Liebes die garze d;i:n nö der durch 53) Für in den diesen Priesterberuf des Gotteskämpfers, denn das der Name Israel, des Jehudi, des Gottbekenners, l:! -bloßsLcllt und der Mißachtung preisgibt, ist als i!irm schweres Vergehen., ja Todsünde. Das ist die : Sünde gegen den heiligen Geist Gottes, der in Stätte gefurd'en hat. 1 « cu vor der Entweihung des göttlichen Namens war igste Ansporn zu allem Guten, und jede gegen einen begangene Bosheit ward in Israel als ein doppeltes empiunden, einmal als Beleidigung des Sittcngen als Schändung der jüdischen Ehre, freister Simon ben .Schclach kauften die Schüler ein- Escl von einem Araber und fanden zu ihrer großen en kostbaren Edelstein am Halsbandc. „Wußte der van diesem Edelsteine? fragte der Meister. Als «meinten, fragte er entrüstet'. Haltet ihr mich für sehen? Sofort gebt dem Araber seinen Edelstein Jnd wie der Heide diesen zurückerhielt, rief er aus: sei der Gott Simons!" i die Ueberzeugung, daß Gott Israel durch seine cn mit der Menschheit braucht, gewinnt Weltgeschichte Sinn und Plan. Israels Leiden sind um es zum duldenden Gottesknechte zu machen, sein Vorbild tu jGeduld und Ergebung erzieht. (Jes. diesen Gott sind die Frommen freudig als Blutzeugen gej.i-.gen. „Ihr seid meine Zeugen, spricht der bsch tig fad HP In Mi der Ver df-r jiHis neu. Fer Le-lir. sc 1-c friiien b«rd ein ührt. legt, weit sren: ..." rteie* aus doch bil haben regelte st Herr, daß ich Gott bin." (Jes. 43, 12.) Im Glauben fröhlich, sprach Akiba unter den Martern, die ihm römische Schergen zufügten, davon, wie er sich freue, seine Liebe zu Gott mit dem Leben besiegeln zu können, und während der Kreuzzüge gingen lausende deutscher Juden, vor die Wahl zwischen Tod und Taufe gestellt, in Feuer und Fluten, zu Scheiterhaufen und Schlachtbank mit dem Kufe: „Höre, Israel, der Ewige «st unser Gott, der Ewige ist einzig." Mit Recht sagt darum L. Zunz, der Altmeister der modernen jüdischen Wissenschaft: „Wenn es eine Stufenleiter der Leiden gibt, so hat Israel die höchste Staffel erklommen, und wenn die Geduld, mit der Schmerzen erlragen werden, adelt, so gehören die Juden zum höchsten Adel der Menschheit." Gab Rom der Welt dfe Rechtswissenschaft und Griechenland die Kunst, so ist Israels Religion die Grundlage dessen geworden, was man im sittlichen Sinn europäische Kultur nennt. Herzurichten die Welt als malchus schaddai, Reich des Allmachtigen, worin Gerechtigkeit und Liebe wallet folenu-GebeT), dafür zu sorgen, daß sein Reich komme (Kaddisch!), dazu ist Israel bestimmt als or gojim, als Licht für die Heiden, wie es" im Jesaiabuche heißt, um die Tage herbeizuführen, von denen gesagt ist: „Keine Verwundung, keine Verletzung mehr auf meinem ganzen heiligen Berge, voll ist die Erde der Gotteserkenntnis, wie des Meeres Tiefe von Wasser." (Jes. 2, 7.) (Fortsetzung folgt.) Aus dem Leben des Verbandes teHeu!scWnud ist als weiteres erfreuliches Ergebnis carbeit der Bezirksgruppe Lausitz .die Neugründur.;; hen Jw^erJvcreine Sorau und Kolibris zu .verzeich- :tr h.?t mjpmehr der Bund jüdischer Pfadfinder (|Bip), r;n A-'chluß an den Verband offiziell vollzogen. Wir d:c«rn Anschluß ganz besonders, weil er dem Vergrößere Areahl ganz junger und aktiver Freunde Der Hessische Landesverband halte am 16. Januar eine Vorslandssitzung, welche zeigte, daß die neue Leitung bemüht ist, die persönliche Fühlung mit den Vereinen immer enger zu gestalten. Der Vorsitzende, Dr. Kurt Herz, hat bisher die Vereine Limburg, Höchst und Wiesbaden besucht und sprach sich über seine Eindrücke recht befriedigt aus. In dem Bezirksverband Rheinland-Westfalen wird am 27. Februar eine Vorstandstagung in Essen stattfinden. le Taktik er einschlagen so.ll. Er könnte ja einfach ein liebes Fräulein. Sic bringen mich mit Ihrem Gedern Knnzent. Warten Sie mit Ihren Einwendungen ich i'crl.^ bin. Wir haben für die Diskussion Redefreiheit z i.'csichert. und was wir versprochen haben, haken wir " Act ierseits sagt er sich, daß damit wenig gewonnen ist. Die vordren }'.r Iben, ä<c bisher so aufmerksam zugehört :rcen sich ostentativ umdrehen, um die so Gctnaßi!t'nd oder iniileidi; zu Fixieren. Um die gute Vortra^-stirm;"ng ist es dann geschehen. Er entschließt?ich also, sein letztes Mittel anzuwenden, um der roch immer Pedenden den Nachbar zur Rechten zu ent- Ireißen. I.r erzählt eine Geschichte. Eine kleine Geschichte r. il feiner köstlichen Pointe. Er wollte sie heute eigentlich gar r rr^ihlcn, denn sie gehört nicht unmittelbar zu seinem fhema Aber sie hat ihm in ähnlichen Fällen schon gute pDierj;*« Jeleistet. Sie zieht auch dierrnal — wenigstens den Jüngling ton ihr ab. Die Zuhörerschaft i»t weiter bei bestem Atem. {Atemlos, wie man zu sagen pflegt.) Ob es keine Möglichkeit j ibt, auch ihr, der unentwegt Redenden, das holde Mündchei stopfen? Seine Hoffnung wächst. Jetzt kommt ja bald j :ne erschütternde Stelle im Vortrag, die ihn selbst immer so erschüttert und hei der die Augen, der Zuhörer anfangen. d:n von Carlyle ihnen zugesprochenen Beruf zu erfüll n: Ftns'er der Seele zu werden. Fr ist gespannt, wie. es mit der Seele seiner Gegnerin bestellt seit wird Der Redner ist heute mehr erschüttert als Itonst. S :ine Zuhörer auch. Nun hebt er die fast feuchten Augen, um nach ihr auszuschauen, um deren Seele er so heiß ringt. Si<: ist tatsächlich still geworden — aber nur, weil sie die allgemeine Spannung dazu benutzt, ihre Lippen noch leuchtender zu machen. Er ist empört, ehrlich empört, der Redner. Er kann mancherlei vertragen; aber was zu weit geht, geht zu weit. Er bt entschlossen, sie jetzt zu blamieren; er hat sie nach bestem Wissen und Gewissen davor bewahren wollen. Er macht also eine Pause; eine jener bewußten Pausen, bei denen jfder fühlt, daß jetzt jemand errötet und betroffen die Augen zu Boden schlägt. Mag s i e sich schämen, sie hat es verdient. Aber es kommt gar nicht so weit. Der Redner fühlt instinktiv, wie die lurchlbarc Waffe sich gegen ihn selbst richtet. Die Zuhörer blicken i Ii n peinlich betroffen an: sie befürchten offenbar, daß er aus innerer Erregung nicht weiterreden kann. Das ist unangenehm; schließlich hat das Publikum ein Anrecht darauf, seinen Vortrag zu Ende vorgetragen zu bekommen. Der Redner bricht also die Pause frühzeitig ab, um mit einem wütenden blick auf die Nimmerstille einem anfeuernden Ende zuzueilen. Der Vorsitzende dankt dem, Redner mit warmen V7orlen und v/eist darauf hin, wie andächtig alle Anwesenden seinen Auslührungen gefolgt seien. Der Redner weiß es besser. Er weiß, ilaß jetzt sie, seine Mitreder.''j. aufstehen und seinen Vortrag mitleidlos zerpflücken wird, i 1. nimmt s"ich vor, SchliJ für Schlag zu parieren. Die Diskussion entwickelt sich lebhaft. Der Redner zögert mit der Entgegnung; er spart seine Kräfte für den Hauptschlag auf, dessen Abwehr ihm besonders am Herzen liegt. Sie meldet sich aber gar nicht zu Wort. Sie betrachtet sich nur jeden Diskussionsredner ausgiebig und erkundißt sich offensichtlich bei ihrer Nachbärin nach den Namen der Neuauftretenden, die sie noch nicht kennt. Enttäuscht nimmt der Referent des Abends das Wort zu seinen Schlußausführungen. Er weiß sich geschlagen, trotz des Beifalls, der seine Worte begleitet. Sie lächelt und reffet schon wieder, diesmal mit augenscheinlichem Erfolg auch nach rechts. Soll der Kampf von neuem beginnen? Der Redner gibt es auf. Müde und zerschlagen verläßt er den Vortragssaal. Schreibt wahren Stil Von J. Raphael, Beckum. Stil muß sein — auch in unserem geschriebenen Worte, Stil in unserer Front gegen alles, was mit furchtbarer Ehrfurcht am Zeithaften klebt —, Stil, das ist nicht etwa Schablone, Uniform, Oberflächenordnung. . . .fleh habe die Pflicht, viele Aufsätze zu lesen, jeden Tag lese ich Aufsätze. Wie sehr denke ich da manchmal an das vorwitzige Buch, das einst, vor Jahren, als ich selbst noch in der

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