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Der Jugendbund · 1927-01-13 · 1 (13.1.1927) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
3 (1927)
Issue
1 (13.1.1927)
Date
1927-01-13
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Veit geworden i*t. Insofern, aber auck nnr insofern, gehört in dat Programm untere« Verbandet neben der telbstverständlichea Erziehung cum guten Staatsbürger die Erziehung zur deutschen Volksgemeinschaft. VIL Eine Anmerkung za den Anmerkungen: Nicht richtig scheint mir zu •ein, was Werner Ilberg über die politische Tageseinteilung der Juden sagt. Eine nur jüdisch bedingte Einstellung cor Politik de« Tages würde das Vorhandensein einer nationalen Minderheit voraussetzen. Wenn wir aber auch, was zugegeben forden ist, im Kampf um die Schaffung einer totchen stehen, so ist sie nicht da — und damit muß für di« nächste Zeit gerechnet werden.. Wenn ein Jude sich für eine Linkspartei entscheidet, so entscheidet er sich nicht aus nationalen oder religiös jüdischen Gründen dazu, sondern allerhöchsten» spielt als psychologisches Moment vielleicht (aber auch nicht immer) die Einstellung der Partei cu dea Jedes eine Rolle. Unser Judentum Von Bez.-Rabbtner Or. Beermann, Heilbronn. (Fortsetzung.) „Und es gebt hervor ein Reis aas dem Stamme Isafs und eist Sprößling keimt ans seinen Wurzeln auf. Und es ruht auf ihm der Geist des Herrn, der Geilt der Weisheit und der Einsieht, der Geist des Ratet und der Stärke; der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht Und seine Freude hat er aa der Furcht des Herrn, und nicht nach dem Augenscheine richtet er, und nicht nach Hörentagen entscheidet er. Und er richtet in Gerechtigkeit die Armen und entscheidet in Geradheit den Duldern des Landet und schlägt dat Land mit der Geißel seines Mundet, und mit dem Hauche seiner Lippen tötet er den Frevler. Und et ist Gerechtigkeit seiner Hüfte« Gurt, und Treue dat Baad seiner Lenden, Dann weilt der Wolf beim Lamm und der Panther lagert beim Böcklein, Kalb und Leu und Stier sied beieinander, ein kleiner Knabe leitet sie. Und Kuh und Bar wie das Rind frißt Stroh. Und et spielet der Säugling an der Natter Kluft, und in der Schlange Höhle steckt dat Kindlein seine Hand. Sie verwunden sieht und verletzen nicht auf meinem ganzen heiligen Berge, weil vofl ist die Erde der Erkenntnis Gottes, wie Wasser den Meeresgrund bedecket." (Jesaias, Kap. 11, V. 1—9.) Am klarsten und am rührendsten begegnen wir aber der universellen Tendenz der Messiasidee an jener Stelle bei Jesaias: „An jenem Tage wird Israel der Dritte im Bunde sein mit Astur und Aegypten, ein Segen mitten im Lande; gesegnet mein Volk Aegypten, meiner Hände Werk Assur und mein Erbe Israeli" Man bedenke, daS diese Worte zu einer Zeit gesprochen sind, wo die beiden Weltmächte, Aegypten und Assyrien, in blutiger Feindschaft miteinander lebten, und daß Israel beide als seine Erbfeinde betrachten mußte. Wenn man sich vergegenwärtigt, mit welchem Hohn in der erleuchteten Gegenwart der Ruf der edlen Bertha von Suttner: „Die Waffen nieder", begrüßt wurde, so müssen selbst die. welche nicht mit uns in dem .Propheten den Träger der göttlichen Offenbarung sehen, in beiligem Staunen zu der Höhe jener prophetischen Geisteshelden emporblicken, in denen nach Renant bezeichnendem Ausdruck „der Fieberhauch einer besseren Zukunft glüht". Wenn beute jemand aa Frankreich, Deutschland und Rußland die ernstgemeinte Mahnung einer vollständigen Abrüstung richtet, so hält man ihn für einen unpraktischem Schwärmer. — Die Flucht in das Nichts t Untheologische Betrachtung einet Laien zur Abfallbewegung. Von Benjamin St g 1, Wien. Et wird ihnen anfangen, unheimlich zu werden in ihrer isolierten Lage, und sie werden beginnen, «ich massenhaft an« Taufbecken cu drängen. Aber die Kirche wird lieh für diesen Zuwacht schönstens bedanken. Auch in früheren Zeiten, sobald einmal die Judentaufen zunahmen, ließen sich an« kirchlichen und positiv-christlichen Kreisen Stimmen der Abwehr vernehmen. Aach' dem naivstes Gläubigen fällt es heute schwer, ca glauben, daß ein Jade aet reinen Motiven, nämlich aus religiösem Drang, aus Sorge am seine künftige Seligkeit, um seia ewiges Heil zum Christentum übertritt. Wenn dar Talmud vor achtzehnhundert Jahres wußte, daß die Gerechtes unter dea Heiden dea ewiges Heilt sicher sind, so weiß heute jeder nicht gase verbohrte Christ, daß eis guter and gerachter Mensch, auch wenn er Jude ist, sieht der ewiges Verdammnis anheimfallen kann. Dazu kam, daß die mit der Taufe verbundenen irdischen Vorteile zu sehr auf der Hand lagen. Die christliche Walt sagte sich also, daS et siebt gerade die bestes Elemente unter das Juden sein können, die et nach des Gnadeomitteln der Kirche dürstet. Man gewahrte, daß daa Reick Gottes eise gasza Menge unerwünschter Mitbürger bekam. Diese brachten überdies einen Geist htaeis, der in jeder Beziehung nicht einwandfrei war. Die natürliche, ruhige, friedliche Anhänglichkeit aa die angestammte Religiös, die dem geborenes Christen eignet, sachten diese Wiedergeborenes durch auffälliges Wesen, lärmend« Ucbertreibung za ersetzen; st wurde daraus ein unsicheres Schwanken zwischen heuchlerischer Bigotterie und verdächtiger Gleichgültigkeit. Dat beunruhigte dsa „Kinder de* Hauses", es trübte die einheitliche GesinsMrog der Herda. „Wir haben cu viel Jaden in der christlichen Gemeinde," erscholl der Ruf, gleichwie draußes die Antisemiten schrie«: «Wir habea aa viel Judea im Lande." Vor etwa 25 Jahres brachte der „Simplizissimus" folgenden gelungenen Witz: Ein Jade litt «ich katholisch taufen. Ein ehemaliger Glaabeasgeaoase. der längst Protestant ist, fragt ihn: „Warum hast da daa getaa? Wir Jaden lassen uns ja gewöhnlich areteatantisch laufea." „Weißt du, lieber Freund." ant- ,im Pro gegen das Einströmen von Juden in das Christentum. Die brandenburgische Geaeralsynode beschäftigte sich einmal mit dem Problem und beschloß feierlich, den Geistlichen dringend zu empfehlen, mit dem Spenden des Heiligen Sakraments der Taufe aa Judea recht sparsam zu sein. Das Staad allerdings in starkem Widersprach zu der vom christlichen Staate durch Bevorzugung voa Getauftes hei Aemtcrbesetzung betriebenes Proeelytcomacherei und zu dem Seelenfang, welchen die voa oben stark begünstigte Gesellschaft für Judenmission ausübte. Uta aa mehr kam aber darin das Unbehagen zum Ausdruck, daa die Alteingesessenen beschlich, sobald der Zadrang der Judea zu dea „Quellen dea Heilt" größer wurde. Mas kann sich aaa leicht auamalen, wie weaig die positiv christliches Kreise arbaat sein werden,' wenn erst die „konfessionslosen Juden" anfangen werden, aa die Pforten der Kirche cu klopfen «ad «m Eislaß su bitten. Sie kommen am dem Reiche des Nichts, vom Unglauben, von der Gottlosigkeit her; die Anschauungen, Gewohnheiten und Stimmungen, welche sie mitbringen, sind nicht gerade geeignet, sie za Säulen der Kirche cu ataeben, sie werden eine Atmosphäre am sich verbreiten, die einer gedeihlichen Entwicklung wenig förderlich ist. Dat ist kein Boden, auf dem ein dauerhafter Bau sich erbebest kann. Nicht schlichte Herseasfrommigkeit, Hingabe and lautere Gesinnung bringen sie mit, sondern zerfressende Zweifelsacht, öden Nihilismus, gähnende Leere in der Seele. Sie bringen auch kein Opfer, indem sie sich der Kirche anschließe« wollen. Des« was sie verlassen, ist nicht eine seelische Heimat, res der Hand der Urahnen erbaut, voa den Vätern seit Generation bewohnt, mit der das ganz« Wesea des Menschen verwachse« ist und voa der daa Scheiden den tiefsten Schmera verursacht, sondern dat Nichts, die verlassene, ungastlich« Einöde. Mögea sie doch bleiben, wo sie wäre«. Sie haben «ich selber aus ihrer frühere« Gemeinschaft auagestoßen. Die Kirch« ist keia Nachtasyl für Aasgestoßene. . . Wer wird et dar christlichen Kirch« verübeln, daß sie ihr« Tor« vor dies«« anhrsliges Heilsuchenden nicht angelweit würde? Wir Judea waren auch sieht sonderlich be-

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