Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 23 (16.12.1926)
- Date
- 1926-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seitenstätter Gasse. Mit diesem Gotteshause, der Wirkungsstätte von Mannheimer, von Jellinek, von Sulzer, verbinden (ich stolze Erinnerungen. Zum würdigen Gedächtnis des großen Tages hat deshalb Rabbiner Dr. Max Grunwald die Geschichte der Wiener Juden für die Schuljugend dargestellt. Seine schöne Festschrift rollt die bewegten Schicksale der alten Gemeinde von der ersten Erwähnung von Juden in Oesterreich, etwa vor einem Jahrtausend, bis zum Weltkriege auf. Er zeichnet das innere Leben der Gemeinde, bebt ihre großen und eigenartigen Leistungen im 19. Jahrhundert hervor, „da sie, zum Unterschied von anderen Großgemeinden, sich über ihre Kraft mit Hilfeleistung für auswärtige Arme und Kranke belastete", und läßt in knappen, charakteristischen Umrissen die Bilder der großen jüdischen Männer erstehen, die hier gewirkt haben. Er schildert die bedeutenden Rabbiner in alter und neuer Zeit, von Jizchak Or Sarua, Meir ben Baruch Halevi und Jomtob Lipmar.n Heller bis zu Mannheimer, Jellinek und Güdemann, die Vorsteher der Gemeinde und ihre politischen Führer, von denen aus dem 17. und 18. Jahrhundert nur Samuel Oppenheimer, dessen tragisches Schicksal er vor Jahren in einem größeren Werke dargestellt bat, und Samson Wertheimer erwähnt seien. Er erwähnt die vielen hervorragenden Männer und Frauen, Mitglieder der Gemeinde, die seit dem Ausgange des 18. Jahrhunderts für das Leben, die Politik, die Kunst, die Wissenschaft ganz Oesterreichs bedeutend geworden sind. Eingehend and sorgsam schildert er aas gegenseitige Ve.Mltnis von Juden und Christen, wie es im Laufe der Jahrhunderte beharrte und wechselte. Er erzählt von den furchtbaren Verfolgungen, deren Opfer die alte jüdische Gemeinde im Jahre 1420 wurde und in deren Folge Oesterreich bei den Juden lange das „Blutland", Erez hadamin, hieß; er folgt dem Judenhaß in Oester» reich auf seiner Wanderung durch die Jahrhunderte und schildert zuletzt den schweren Kampf mit dem Antisemitismus, dessen Schauplatz seit dem Beginn« der achtziger Jahre wiederum vor allem Wien war. Mit Fug und Recht tritt hie* der hervorragende Verteidiger des Judentums im Kampfe get.en Rohling, Dr. Josef Bloch, in den Mittelpunkt der Darstellung. Auf achtzig Seiten umschließt das kleine Büchlein einen erstaunlichen Reichtum an geschichtlichen Ereignissen und Gestalten, und wohl darf man die jüdische Jugend Wien» beglückwünschen, die damit in der Geschiebte ihrer Heimatgemeinde zugleich ein so wichtige» und bedeutendes Stück jüdischer Geschichte kennen lernt. Düsseldorf. Eschelbacher. VEREINSNACHRICHTEN Mitteilungen des Bezirksverbandes judischer juflendvereine Westdeutschlands Jüdisdur Jugendbund Bonn Anschrift: Rabbiner Dr. Levy, Kapuzinerstraße 11. Jeden Montag. 8.15 Uhr: Rhythmische Gymnastik bei Frl. Hilde Sander, Gymnastiklehrcrin, im Saale Buchhandlung Cohen. Jeden Dienstag, 7.30 Uhr: Literatur bei Dr. Samuel im Gemeindehaus. Tempelstraße 12. Jeden Mittwoch, 7.30 Uhr: Aus Vergangenheit und Gegenwart, bei Herrn Rabbiner Dr. Levy in der Ludwig-Philippson- Luge, Koblenzer Straße 32. Jüdischer Jugendverein, Dierdorf (Westerwald) Anschrift: Riebard Herz. 18. 12. TrcKpunkt: Richard Herz. 8.30 Uhr: 7. Heimabend. 25. 12. Vollversammlung. IPreisarbeiten einreichen!) VorstanJsbcricht. Oeffentlicher Vortrag des Herrn Richard Herz über „Gabriel Riesser". Jüdischer Jugendverein, Düsseldorf Anschrift: Leopold Vogel, Düsseldorf, Grai-Adoli-StraBe 75. Heim: Oststraße 50. 17. Ii Abends 9 Uhr: Freitagabendfeier. 19. 12. Besichtigung des Ateliers des Bildhauers Leopold Flaischhacker. Treffpunkt 11.30 Uhr vormittags Haltestelle der Linie 3, Dorotheenstraße. 21. 12. Heimabend fällt aus. 28. 12. Heimabend über ..Tagesfragen": „Reform des Judengesetzes von 18-57" — ..Preußischer Landesverband". Leiter: Herbert FelsenthaL 31. 12. Freitagabcndfeier fällt aus. 4. 1. Abends 8.30 Uhr: Vortrag von Rosi Lechner, Braunscliwejg, über „Psychologie des Jugendalters". Künstlerische Arbeitsgemeinschaft! Einzelsprecben: 30. 12.; 3. 1. Chorsprechen: 30. 12.; 6. 1.; 13. 1. Lesegemeinschaft: Nächster Leseabend im Januar. Nähere Benachrichtigung folgt. Bund jüdischer Schüler und Schülerinnen Düsseldorf. 18. 12. Kachmittags 3 bis 5 Uhr: Heimnachmiltag für die Jüngeren. Leitung: E. Go'.denberg. — Nachmittags 5 bis 7 Uhr: Heimnachmittag für die Aelteren. Thema: Der Kampf ge'<on den Antisemitismus. Leitung: Manfred Vöhl. 20. 12. Die Mitglieder der älteren Gruppe können sich an der Besichtigung des Ateliers Fleischhacker beteiligen. Jüdischer J.gendbund, Grevenbroich u. Umgegend Anschrift: Referendar Ludw. Löwenstein. 1. 1. Abends 6 Uhr bei Löwenstein Heimabend. 15. I. Heimabend. Jüdischer Jugendverein, Hachenburg Anschrift: Adolf Stern bei Seewald. Jeden Freitag abend Heimabend. Thema: „Grundidee« des Judentums." Am 17. Dezember bei Hilde Seewald. 25. 12. Vortrag (Rundbrief) über den jüdischen Charakterkopl Moses (Stern). Jüdischer Jugendbund Gabriel Riesser, Köln Anschrift: Willy Katz, Weisenbacsgassc 34. Postsch.-K.: Edith Marchand, Köln, Wolfstr. 9. P.-S. Köln 64598. Heim: Cäcilienstrafie 18 20. Wir verweisen nochmals auf unsere am 18. <L M, abends 8.30 Uhr, im großen Saal der Rheinlandloge stattfindende Theateraufführung mit anschließendem Gesellschaftsbau. Zur Aufführung gelangt das Lustspiel „Der Lampenschirm", von Kurt Goetz. Leitung: Fred Alexander vom Kölner Schauspielhaus. — Karten zu 1,50 Mark sind im Vorverkauf bei FrL Edith Marchand, Köln. Wolfstraße 9, Tel. Rhld. 7779, bei Tietz und an der Abendkasse zu haben. 20. 12. Abends 8.30 Uhr: Heimabend. Aussprache über den Vortrag von Herrn Rabbiner Dr. Caro „Paulus und seine Zeit", mit Beziehung auf Werfcls Drama „Paulus unter den Juden". 24. 12. fällt die Freitagabendfeier und 27. 12 der Heimabend aus. Voranzeige. Am 6. Januar 1927, abends 8.30 Uhr, spricht Im RieBer-Saal Rosi Lechner, Braunschweig, üben „Psychologie des Jugendalters". Jüdischer Jugendbund, Trier Anschrift: Alfred Aach, Maarstraße 46. 23. 12. Heimabend. 24. 12. Freitagabendfeier. 31. 12. Freitagabendfeier. Jüdischer Jugendbund, Wirtlich Ar. schrift: Lehrer Hart mann. 26. 12. Heimabend im Vereinslokale. Fortsetzung unsere» Winterthemas: Erziehung zur Religion im Judentum: Jüdische Erziehung im Mittelalter und in der Neuzeit. _ Frl. Flora Leib. Die Bücherausgabe findet jeden Sonntag, 10 Uhr vormittags, im Schullokale statt. Mitteilungen des Rheinisch-Westfälischen Bezirksverbandes Jüdischer Jugendbund, Duisburg-Ruhrort Anschrift: Lehrer und Prediger Fritz Kaiser. Jeden Donnerstag abend von 7.30 bis 8.30 Uhr: Gymnastikkursus für Damen in der Turnhalle des Oberlyzeums Duisburg-Ruhrort. Leiterin: Frl. Lisa Jacob, Essen. Die Freitagabendfeier findet regelmäßig in der Loge Kuhleawall statt. Jüdischer Jugendverein, Gelsenkirchen Anschrilt: Alfred Hcvmann, Bergmannstraße 41. 21. 12. Abends 8.30 Uhr im Gemeindehaus Arbeitsgemeinschaft. Der nächste Vortragsabend findet im Januar statt und stehen wir wegen eines Vortrags von Herrn 14 —