Der Jugendbund
- Journal
- Der Jugendbund
- Volume
- 2 (1926)
- Issue
- 23 (16.12.1926)
- Date
- 1926-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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auch die Notwendigkeit starker Unterstützung durch den Landesverband and den Reichsverband. Von dem Verband wurde die Entsendung von Rednern zwecks Anregung in den Vereinen zugesagt und eingehende Hinweis« für die Einrichtung von Heimabenden gegeben. Es wurde, gemäß Beschluß der Düsesldorfer Verbandstagung, den Vereinen auferlegt, die Verbandszeitschrift für jedes Mitglied, aber mindestens für jede Familie, zu halte«. Landesverband Badem Unsere Delegiertenversammlung tagte am 17. Oktober in Karlsruhe. Fast sämtliche Vereine hatten Vertreter entsandt. Für den Reichsverband erschien der Geschäftsführer Fritz Schwarzschild, Wiesbaden, für den Westdeutschen Bezirks* verband Dr. Heins Kahn, Elberfeld, für den Württembergischen Landesverband Rabbiner Dr. Cohn, Stuttgart. Mit Interesse wurde das Referat Fritz Schwarzschilds über „Jüdische Jugendarbeit" aufgenommen. Er sprach von dem beutigen Typus der jüdischen Jugend, der sehr begierig sei nach neuer jüdischer Inhaltlichkeit, und sah das Wichtigste der zunächst notwendigen Arbeit in den Arbeitsgemeinschaften. Große Vorträge könnten, nur als Grundthemen zu einer Arbeitsgemeinschaft dienen, wie sie der Westdeutsche Bezirksverband mit bestem Erfolg in Angriff genommen habe. Durch den Vorsitzenden des Jugendbundes Kippenheim wurde die Errichtung eines jüdischen Wanderbeimes auf dem Feldberg angeregt. Der Vorsitzende des Landesverbandes, Fritz Hagelberg, Konstanz, konnte in seinem Schlußwort betonen, daß man auf den Badischen Landesverband stolz sein könne, dessen einheitlicher jüdischer Wille trotz mancher Meinungsverschiedenheiten glänzend manifestiert worden sei. Die Vereine Bruchsal und Kippenheim wurden neu in den Verband aufgenommen, und es wurde festgestellt, daß fast alle Vereine ihr Programm in mustergültiger Weise fertiggestellt hätten. Es wurde beschlossen, daß die größeren Vereine ihr Augenmerk besonders auf die Unterstützung der Landvereine richten sollten. Württembergischer Landesverband! Die am 24. Oktober in Stuttgart stattgehabte Tagung des Landesverbandes war für den unter besonders schwierigen Verhältnissen arbeitenden Verband von besonderer Bedeutung. Es handelte sich vor allen Dingen darum, den verloren gegangenen Kontakt wieder herzustellen, was durch die persönliche Aussprache durchaus gelungen ist. Das Referat des Geschäftsführers des Reichsverbandes, Fritz Schwarzschild, Wiesbaden, über „Jüdische Jugendarbeit in Deutschland" trug viel zur Belebung der Arbeitsfreudigkeit und zur Verlebendigung des Verbandsgedanken» in Württemberg bei. Die Berichte der Vereinsleiter zeigten die besonderen Schwierigkeiten in den Landvereinen und erweckten den Willen, Arbeit auf dem flachen Lande in ganz besonderem Maße zu leisten. Hessischer Landesverband: Die Delegiertentagung in Offenbach a. Main am 21. Oktober zeigte die besonderen Fortschritte dieses erst vor kurzer Zeit wieder neu aufgerichteten Landesverbandes. Vertreter fast aller Vereine waren erschienen und folgten mit großem Interesse den Referaten von Kurt Bachrach, Kreuznach, über „Jüdische Jugendarbeit" und von Rabbiner Dr. Lazarus, Wiesbaden, über „Die Jugend in der Gemeinde". Die hoch» bedeutsamen Ausführungen von Lazarus werden im Wortlaut in der Varbandszeitschrift veröffentlicht werden. Sie zeigten die Wichtigkeit der Arbeit des Verbandes und der Vereine für den Neuaufbau der jüdischen Gemeinde. Die Aussprache ergab freudige Bejahung der begonnenen Arbeit.' Aus den Neuwahlen ging Dr Herz, Offenbach, als neuer Landesverbandsvorsitzeoder hervor. Landesverband Sachsens Bei der siebenten Delegiertentagung, die am 14. November in Görlitz stattfand, waren viele Vertreter von sechs Vereinen zugegen. In seinen Begrüßungsworten betonte der Vorsitzende, Heinrich Guttmann, Chemnitz, den positiven Wert unserer Bewegung, der in der Erhaltung unserer meinschaft bestände. Er beklagte die Zersplitterung iq der deutschen Judenheit und auch in der jüdischen Jugend und wandte sich gegen die Gründung von Jugendgruppen seitens des CV., zumal gerade ein wesentlicher Teil der Abwehrarbeit in den kritischen Jahren von den neutralen Jugendbünden geleistet worden sei. Der neutrale Gedanke sei auf Synthese aufgebaut und marschiere. Insbesondere müßten die Gemeinden die Bedeutung der neutralen Jugendbewegung anerkennen, die auf die Erhaltung und Förderung des Judentums eingestellt sei. Eine einzige große Offenbarung bildete das Referat von Rabbiner Dr. Fuchs, Chemnitz, über „Jungjüdischer Aktivismus". Er sieht im Aktivismus ein Schaffen aus der Seele, weil dieses Neuerleben des eigenen, wollenden und fühlenden Ichs wahrhaftes, echtes Judentum ist. So durfte er kühn behaupten: Willst du jung sein, so mußt du jüdisch sein. Die Aussprache ließ erkennen, daß diese Saat auf fruchtbaren Boden gefallen war und daß man diese Gedanken gern zur Tat reifen lassen wollte. Die Berichte gaben ein günstiges Bild fortschreitender Arbeit Mitteldeutscher Landesverbands Bei der Tagung am 12. Dezember wurde der arg daniederliegende Landesverband neu organisiert. Fast sämtliche angeschlossenen Vereine waren vertreten und brachten den ernsten Willen zu gemeinsamer Arbeit zum Ausdruck. Fast alle jüdischen Organisationen hatten Vertreter entsandt, auch der Polizeipräsident von Berlin bekundete sein Interesse durch Entsendung eines Regierungsrates, der mit großer Aufmerksamkeit den Verhandlungen folgte. Die Leitung der Tagung wurde dem anwesenden Verbandsvorsitzenden, Rabbiner Dr. Klein, übertragen. Die beiden Referate von Dr. Hermann Lehmann, Bremen, über „Jugend und Staat" und Dr. Wiener, Berlin, über „Jüdisches Denken und Fühlen" fesselten in besonderer Weise die Versammlung. Bei den Neuwahlen wurde Studienrat Dr. Cohn, Berlin, mit der Führung des Landesverbandes betraut. Rabbiner Dr. Wiener und Rabbiner Dt Novel stellten sich als Beiräte zur Verfügung. Es wurde allgemein empfunden, daß diese Tagung die notwendige persönliche Bindung wieder hergestellt hat und daß der Landesverband einer erfreulichen Zukunft entgegensehen kann. Bücher für di In den letzten Jüdischen Blättern war unter den Mitteilungen des Westdeutschen Bezirksverbandes die betrübliche Nachricht zu lesen, daß bis heute kein einziges Buch für die Landvereine eingegangen sei. Das ist bedauerlich und muß ganz anders werden. Es scheint unseren Stadtvereinen noch nicht klar geworden zu sein, daß nicht nur unsere Verbandsarbeit, sondern jede jüdische Arbeit in Deutschland mehr oder weniger negativ bleiben muß, wenn nicht die Erkenntnis dabei Voraussetzung ist, daß der Jude auf dem Lande das A und Z, Weg und Ziel einer jüdische* Erneuerung bilden muß. Ich glaube, daß mit dem Einsetzen der Winterarbeit, nachdem der Sommerschlaf überwunden ist, auch die Vereine in den Städten sich ihrer Verpflichtung gegenüber den Landvereinen erinnern werden. Es darf keinen Landverein geben, der nicht jederzeit bei dem nächsten Stadtverein anklopfen kann, um geholfen zu bekommen. Die Stadtvereine müssen eine Kommission für Landarbeit einrichten, die gans automatisch für die Versorgung der p Landvereine Landvereine mit geeigneter Literatur, mit volkstümlichen Rednern usw. arbeitet. Und an dieser Stelle muß ich nun sagen, daß es vielleicht gut ist, daß bis heute noch keine ' Bücherspenden für die Landvereine eingegangen sind; denn diese Bücher sollten nach bestimmten erzieherischen und kulturellen Gesichtspunkten ausgewählt und den Vereinen unter möglichster Berücksichtigung individueller Momente zugestellt werden. Die Bücherspende darf also nicht als willkommene Gelegenheit benutzt werden, die Vereinsbibliothek von alten Schmökern zu säubern, um Platz zu schaffen und andere mit Antiquitäten zu beglücken. Vielmehr vertrete ich den Standpunkt, daß jeder Verein proportional seiner Mitgliederzahl dem Verband einen einmaligen Beitrag zahlt und daß der Verband auf Grund einer sorgfältig aufgestellten Bücherliste den Einkauf besorgt. -Dann verteilt der Verband entweder von sich aus die Bücher an die Landvereine, die die Verteilung beantragen sollen, oder aber diejenigen Stadtvereine, die in engem Konnex mit protaw