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Der Jugendbund · 1926-12-02 · 22 (2.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
22 (2.12.1926)
Date
1926-12-02
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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haben wir dieses Jahr mit dieser Tradition gebrochen. Nicht, daß wir größere Veranstaltungen hatten oder Ausflüge unternahmen, sondern daß wir unseren Mitgliedern Gelegenheit gaben, allwöchentlich zusammenkommen. Mangelt Besserem kam in dem eigentlich für diesen Zweck gar nicht'geeigneten Gemeindebaus ein Stamm von Mitgliedern regelmäßig Dienstags zusammen, um in Form einer Arbeitsgemeinschaft literarische Themen zu behandeln oder zur Aufführung eines Sprechchorwerkes zu üben. So ging während des Sommers die Fühlung der Mitglieder untereinander nicht verloren, wenngleich es nach außen durch das Fehlen größerer Veranst iltungen scheinen konnte, als sei der JJV. untätig. Am 11. Juli 1926 iand gemeinsam mit dem JJV. Duisburg eine Besichtigung der Gesolei statt, bei welcher unser verehrter Verbandsvorsitzender, Herr Rabbiner Dr. Klein, Düsseldorf, in dankenswerter Weise die Führung durch den jüdischen Pavillon übernommen hatte. Unsere eigentliche Winterarbeit wurde mit einem Simchas- Thora-Ball eröffnet. In anerkennenswerter Weise haben sich Mitglieder des Jugendvereins und des Hakoah für das F t zur Verfügung gestellt, so daß die Aufführungen nur durch eigene Kräfte bestritten werden konnten. Zu der nächstes öffentlichen Veranstaltung, welche in der Arnos-Loge am 26. Oktober stattfand, hatten wir unseren Veibandsfreund Siegfried Bacharach, Hannover, gewonnen, der über das Thema „Buch und Mensch" sprach. Dem Vortrag, der mancherlei Anregung gab, schloß sich eine lebhafte Diskussion an. Am 12. November fand in der Loge eine Freitagabendfeier statt, welche im üblichen Rahmen mit Bewirtung gemütlich verlief. Unser Vorstandsmitglied, Kantor Issi Bayer, hatte den zeremoniellen Teil und die Ansprache, und unser Vereinsfreund Alfred Koppel das Tischgebet übernommen. Dienstag, den 23. November 1926, veranstaltete Herta Weinberg, Herne, bei uns einen Rezitationsabend. Während wir schon vor zwei Jahren das Können von Herta Weinberg im Jutfendverein bewundern konnten, zeigte uns auch dieser Abend, daß Herta Weinberg eine Meisterin der Rezitationskunst ist. Wegen unseres Chanukkaheimabends am 7. Dezember verweisen wir auf die Vereinsnachrichten. Die Dienstage zwischen diesen Veranstaltungen wurden d-"-h Zusammenkünfte der Arbeitsgemeinschaft im Gemeindeh- -s ausgefüllt. Schließlich verweisen wir noch auf die Bek tmachung bezüg'ich unserer Bibliothek in den Vereinsnchrichten. Durch Neuanschaffungen in der letzten Zeit ist d'e Bibliothek vergrößert worden, urd wir können auch eine äußerst rege Inanspruchnahme feststellen. Otto Guthmann. Köln. Beethoven-Gedenkfeier des Jugendbandes Gabriel Riesser. Die Beethoven-Gedenkfeier, die der Jüdische Jugendbund Gabriel Riesser am Samstag, den 13. vorigen Monats im Saale der Rheinland-Loge veranstaltete, fand lejder ein betrübend leeres Haus. Es ist tief beschämend, daß unsere große Kölner Gemeinde so geringes Interesse — abgesehen von der Förderung der edlen Zwecke des Riesserbundes — für die erhabene Kunst des größten unserer Tonheroen aufbringt, dessen hundert'ährigcr Todestag allenthalben in deutschen Landen und ir der ganzen gesitteten Welt pietätvoll begangen wird, tun Oherkantor Hermann J. Fleischmann, dessen herrlicher Bariton an diesem Abend, in besonders disponierter Form strahlte, lieh seine hohe künstlerische Kultur, sein warmes und inniges mpfirden dem Vortrag einiger der schönsten Lieder des unsterblichen Meisters, darunter das tiefernste „Büßlied", das mildver- , klärte Lied „Wonne der Wehmut" und die mit reifster Meisterschaft gesungene „Adelaide". Neben ihm wirkte unser heimisches Dioskurenpaar, die Herren Toni und Franz Faßbender. Der letztere, Solocellist unseres Städtischen Orchesters, begann mit der herrlichen Cellosonate in G-moll. Herr Faßbender und sein pianistischer Mitspieler, Herr Kapellmeister Hans Avril, spielten das Werk mit sichtlicher Liebe und vollendeter Meisterschaft. Des weiteren hörten wir eine von Herrn Avril mit bemerkenswertem Geschick für Cello arrangierte Bearbeitung des Largosatzes aus der D-dur-Klaviersonate opus 10. Zu der verklärten Elegie, mit der Herr Faßbender das tiefgehaltene Tonstüek spielte, trug nicht wenig der Ton seines italienischen Meisterinstrumentes bei: Auch sein Bruder, der alt vortrefflicher Geiger bereits bestens bekannte Künstler Toni Faßbender, spielte eine kostbare Meistergeige, deren breiter, großer Ton der bekannten F-dur-Romanze zustatten kam. Als eine in Köln noch nicht bekannte Künstlerin konnten wir schließlich mit großer Freude die Gattin unseres Schauspielhausdirektors Modes begrüßen. Die Dame erwies sich als eine Sängerin von hoher künstlerischer Kultur, mit überaus sympathischer, technisch trefflichst durchgebildeter, jugendlich dramatischer Sopranstimme von besonders leichter Ansprache. Allen Mitwirkenden war Kapellmeister H. Avril ein unermüdlicher, sich gefühlvo*' anpassender und geschmackvoller Begleiter. Möge sich der „Jugendbund Gabriel Riesser" durch den geringen Zuspruch in seiner weiteren Werbetätigkeit nicht entmutigen lassen. Der Erfolg wird sicher nicht ausbleiben. Dr. H. Borchardt. Köln. Am 4. November fand in Bonn die Gründungsversammiung ies Jüdischen Jugendbundes Bonn statt. Bericht hierüoer folgt in nächster' Nummer. Kreuznach. Unseren ersten Heimabend leitete Richard Rauner mit einer Begrüßung der Mitglieder und Gäste ein. Nachdem .der Begriff „Heimabend" von ihm erklärt war, gingen wir zum Thema des Abends über. Wir sprachen von dem hebräischen Religionsunterricht und dem mangelnden Interesse dafür in jugendlichen Kreisen. Nach langer, anregender Diskussion, an der sich auch die Jüngsten beteiligten, wurde von Richard Rauner ein Kursus für Hebräisch vorgeschlagen, an dem sich eine Anzahl Mitglieder und Nichtmitglieder beteiligen werden. Nach Rücksprache mit unserem Lehrer, Herrn Bachraeh. werden wir mit dem Kursus bald beginnen. Mayen. Am 20. November fand hier ein Vortrag des Herrn Dr. Neuburger, Köln, über das Thema: „Das Völkerrecht der Juden 'Ti Osten", statt. Der Besuch war zahlreich und die Ausführungen gut. Alle 14 Tage findet bei uns eine FreitaBabendfei«' statt. Trier. » Wir eröffneten unsere Winterarbeit am Donnerstag, den 28. Oktober, mit einem Referate unseres Bezirksvorsitzer.den, Herrn Levy Wolff: „Was erwarten wir von dem neutralen Verband?" Die ungefähr einstiindigen besonders interessanten Ausführungen wurden mit großer Spannung verfol''t. nrd;r-Moß sich hieran eine rege Ansprache an. Am 29. Oktober begännen wir mit den seit zwei Jahren ausgefallenen Freitagabendfeiern wieder, in denen jetzt Dr. Altmann von dem Weltbijd der biblischen Ahnenzeit erzählt, und die sich regster Beteiligung erfreuen. Wanne-Eickel. Bericht des Jugendbundes. Im Mittelpunkt unserer diesjährigen Winterarbeit steht die Behandlung des Themas „Judentum, Christentum, Heidentum". Wir kommen alle acht Tage zusammen, einmal zu Vorträgen aus dem angegebenen Stoffgebiet, das andere Mal innerhalb der Arbeitsgemeinschaft zum Lesen, Besprechen und Verarbeiten von Abhandlungen und Fragen, die mit unserem Thema im Zusammenhang stehen. Durch die angegebene Art der Beschäftigung innerhalb unserer Gemeinschaft soll einer Zersplitterung vorgebeugt und das gründliche Erarbeiten eines großen Ideenkomplexes angestrebt werden. Bis jetzt entbehren wir noch der tätigen Mitarbeit mancher Kreise. Wir hoffen aber, daß sich besonders die jungen Mitglieder aus unseren Reihen zu dieser Art der Arbeit zu uns finden werden. Die regelmäßigen Zusammenkünfte begannen mit einem Heimabend zu Simchas-Thora; an Vorträgen wurden gehalt n: „Ueber Religion und Religiosität" von Siegfried Bacharach, Hannover; „Einführender Vortrag #ber Judentum und Christentum" von Lehrer Fritzler; „Judentum, Christentum und Heidentum" von Dr. Hahn, Essen. „ Unserem Ortsverein ist eine Damen- und Herrenturngruppe angeschlossen, die ebenfalls an zwei getrennten Abenden jeder Woche turnt uiftl Sport treibt. Wir danken an dieser Stelle Siegfried Bacharach aus Hannover für den schönen Abend, den er uns mit seinem Vortrage über „Religion und Religiosität" bereitet hat. Sein Vortrag hat noch lange nachgewirkt und besonders die Jugend zum Nach-

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