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Der Jugendbund · 1926-12-02 · 22 (2.12.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
22 (2.12.1926)
Date
1926-12-02
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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denken und zu Zweifeln, zu innerer Unruhe und wiederum zur Bejahung aufgerüttelt. Er hat damit das zu erreichen gewußt, was er als das Urbild wahrer Religiosität ansah: „i rch ewige Zweifel und dauernde „Unruh" zur Festigung im Glauben. Westerwald. Wir machen nochmals auf die am 4. Dezember in Ilacl_____ bürg stattfindende Chanukkateier aufmerksam. Bericht über die Bezirkstagung in Altenkirchen. Im Mittelpunkt der Tagung des Westerwaldbezirks am Sonntag, den 21. November, in Altenkirchen stand ein Vor—: trag des Vorsitzenden des Westdeutschen Bezirksverbandes, Studienassessors Levy Wolff, Köln: „Zur Psychologie Jer jüdischen Jugend", Der Redner ging aus von der Notwendigkeit der Jugendarbeit als Erziehungsarbeit, aus der Erkenntnis der inneren jüdischen Not heraus, die noch weit größer und verhängnisvoller als die äußere sei. Nicht mit Abwehrschriflcn und Aufklärung sei dieser Feind, die innere - Setzung des Judentums, zu bekämpfen^ jeder einzelne müsse sich umstellen und ganz anders zum Judentum einstellen, um uns in unserem Wesentlichen zu erhallen. Eine fafsene Erziehungsmethode in den letzten Generationen sei nicht zuletzt schuld an dein heutigen Zustand. Zwei Gegensätze standen sich gegenüber. Die einen faßten den Zwack der Erzichm.g als die des Einze!n-enschen zur freien Persönlichkeit auf, die anderen sahen ihn in der Erziehung des Individuums zum .Mitglied der Gen:eir schaft. Das heutige Ziel der Erziehung ist c'ie Freilegur.g der Anlagen im Einzelmcnschen und ihre Enlfillu: g urd Nutzbarmachung für die Gemeinschaft. Jüdi'r'e Jugend* •uVict sei um diesem Standpunkt aus zu betrachten: der Föhrei muß nach Möglichkeit auf den einzelnen eingehen und an ihn heranbringen, was ihm gemäß ist, um darüber hinaus das Ziel der Erziehung zur Gemeinschaft zu erreichen. Levy Uoit: ^ing d.->nrt aut den Brief Prof. Eduard Sprangers ein, der kud im „,?u£?ndba::d" veröffentlicht worden ist und worin rieh Spranger >!>er die. Besonderheiten der üJischen Jugend ausgeia <;r:i hat. Ni'.urfaktoren, Einflüsse der Umwelt, Ce- WuBlwerjJen der Sonderstellung — so fjhrte Spranger aus — zeigen Folgen zerstörender Tendenz, weitgehende Haltlosigkeit atjf sex:ie!'<?m, geschäftlichem und politischem Gebiet. Wenn Sprar.ger trotzdem z'i dem Schluß kommt, daß es ein junger tlude in unserer Welt sehr schwer hat, daß er aber, Wenn er in dieser., inneren und änderen Kampf siegreich bleibt, zu den stärksten und wertvollsten Kräften der gemeinsamen Kultur gehört, dann brauchen wir erst recht nicht ganz zu verzweifeln, wenn wir uns wirklich mit den Gegengewichten zu diesen zerstörenden Einflüssen der Umwelt beladen, denen wir im Jugendalter und in der Schule besonder* ausgesetzt sind und allzu häufig einem sogenannten „Minderwertigkeitsgefühl" Platz greifen läßt. Das aber auch nur bei den jungen Juden Platz greifen kann, die ihr Judentum in vielen Fällen überhaupt nicht kennen und nicht zu begründen wissen. Hier liegt wieder eine Aufgabe der Erziehung: dem jüdischen jungen Menschen Werte zu vermitteln. Aber diese Erziehung hat nur dann Sinn, wenn man ihm in der Zeit der jugendlichen Entwicklung die Dinge nahebringen, ihn mit den Quellen des Judentums, der Geschichte, Literatur, Religion im verstärkten Maß vertraut machen kann. Es war ein starker Eindruck, den dieser von einem großen Verantwortungsgefühl getragene Vortrag auf uns alle machte. Die daran sich anschließende Diskussion stand dadurch auch — wenn auch begreiflicherweise nicht auf gleichem Niveau - , so doch unter dem Zeichen der Verantwortung, die jeder einzelne junge Jude der jüdischen Zukunft gegenüber empfindet. Es waren ganz konkrete Fragen zu erörtern: Wie schaffen wir ftir unsere im Erwerbsleben stehenden, der Einwirkung von Schulen bis knapp an die Grenze der Kindheit nur ausgesetzten jüdischen Landjugend die notwendige jüdische Bildung? Mittel und Organisation zur Verwirklichung dieses Bestreben» bilden den Inhalt der Diskussion. Zwei Beschlüsse gelangen zur Annahme, wovon der eine einen billigeren Zeitschriftenhezug durch die Verbandsleitnng veranlaßt und der andere die Gründung einer Wanderbibliothek herbeiführen soll. Leider werden wir aber bei der Schaffung des finanziellen Fonds auch hierbei wieder wegen der schlechten finanziellen Lage des Verbandes auf uns selbst, die Unterstützung unserer ländlichen , Synagoger.gemeinden und kommunaler Stellen angewiesen lein, wenn uns nicht eine großzügige Hille anderer -städtischer Organisationen noch zuteil wird. Der Antrag einer rührigen Vereinsleitung betreffs des Wettbewerbprojekts für die Heimabende wurde den Vereinen als Methode der Sicherung der Mitarbeit aller Vcrcinsmitglicder warm empfohlen. Ue'oer den Austausch der lokalen Redner.und die Auswahl der fremden Redner konnten wir uns dann noch schlüssig werden, so daß nach Beendigung der Char.uk kafeiern mit einer rührigen Bezirksarbeit zu rechnen sein dürfte. Nach einigen feinen Schlußworten Levy Wulffs konnte Kurt Hirsch die Tagung schließen. f lora Ullmann. VEREINSNACHRICHTEN """] Mitteilungen des Bezirlisverbandes jüdischer (ugendyereine Westdeutschlands Jüdischer Jugendverein, Dierdorf (Westerwald) Anschrift: Richard Herz. 4. 12. Treffpunkt: Sahm. 8.30 Uhr: Vollversammlung. Chanukkateier. Oeffentlicher Vortrag des Herrn Lehrer Ginsberg über „Jeremias". Verlesung der Pteisarb?iten. Weitere Tagesordnung wird noch bekann' gegeben. 11. 12. Treffpunkt: Abraham Hirschberg. 8.30 Uhr: Sechster Hciroabej-.d. Fortsetzung des „Jeremias" von Zweig. 18. 12. Treffpunkt: Richard Herz. 8.30 Uhr: Siebenter Heimabend. Beendigung des obigen Themas. 25. 12. Vollversammlung. (Preisarbeiten einreichen)! Vorstandvberichf. Oeffentlicher Vortrag des Herrn * . Richard Herz über „Gabriel Riesser". l'rojrammändcrungen vorbehalten. * Jüdischer Jugendverein, Düsseldorf Anschriit: Leopold Vogel, Graf-Adolf-Straße 75. Heim: OslstraSe 50. Nächste Veranstaltungen: 3, 12, Abends 9 Uhr: Freitagabendfeier. 7. 12. Abends 8.30 Uhr: Heimabend im Zyklus „Erziehungsfragen der Gegenwart'. -Jrstes Referat: „Bewußte L und unbewußte äußere Einflüsse und ihre Ausgleichung durch elterliche Erziehung". (Blanda Mever.) Zweites Referat: „Kindergartenerziehung". (Frl. Leib.) 14. 12. Abends 8.30 Uhr: Tagesfragen. Referat: „Das Judengesetz von 1847". (Herbert Felsenthal.) Künstlerische Arbeitsgemeinschaft: 2. u, 16. 12.: Chorsprechen. [ 6. u. 20. 12.: Einzersprechen. Lesegemeinschaft: „Psychologie des Jugendalters", von Eduard Spranger: 9. Dezember. Jüdischer J-gendbund, Grevenbroich Abschrift: Ludwig Löwcnstcir. 11. 12. Abends 8.30 Uhr, bei Löwenstein: Heimabend. Lehrer Rotter spricht über „Jüdische Speisegesetze". Die Charmkkafeier füllt aus. Es wird auf den am 4. Dezember in Hochneukirchen stattfindenden Chanukkabali verwiesen. —\Es ist beabsichtigt, im Januar eine kleine Feier zu veranstalten. Jüdischer Jugendbund Gabriel Riesser, Köln Anschrift: Willy Katz, Köln, Waisenhausgasse 34. Postscheckkonto: Edith Marchand, Köln, P.-S. Köln 645 98. 'Heim: CäcilienstraBe 18 22. 3. 12. Abends 8.30 Uhr: Freitagabendfeier mit Bewirtung. 6. 12. Abends 8.30 Uhr: Interne Chanukkateier, unter Mitwirkung, der Musikgruppe des Gabriel Riesser. Eine kleine Nachtmusik von Mozart. Dirigent: Kurt Heuraann. 10. 12. Abends 8.30 Uhr: Freitagabendfeier mit Bewirtung. 13. 12. Abends 8.30 Uhr, im Riessersaal: Vortrag des Herrn Rabbiner Dr. Caro. Thema: Paulus und seine Zeit mit Beziehung auf Werfeis Drama „Paulus unter den Jude n". 17. 12. Abends 8.30 Uhr: Freitagabendfeier mit Bewirtung. 18. 12. Abends 9 Uhr, im großen Saal der Rheinlandloge: Erste Veranstaltung der Theatergruppe des Gabriel Riesser. Zur Aufführung gelangt das Lustspiel „Der Lampenschirm" von Kurt Goetz. Leitung: Fred Alexan- _ 6 — *

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