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Der Jugendbund · 1926-11-18 · 21 (18.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
21 (18.11.1926)
Date
1926-11-18
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Mitteldeutschen Bezirksverbandes, die voraussichtlich am 12. Dezember in Berlin stattfindet. In den nächsten Nummern werden wir kurzgefaßte Berichte über diese Tagungen veröffentlichen. Die Referate von Dr. Hermann Lehmann und Rabbiner Dr. Paul Lazarus werden wegen^hrcr besonderen Bedeutung im Wortlaut veröffentlicht werden. Die Rednerreisen, die im Oktober und November fast durch alle Verbandsgebiete durchgeführt wurden, haben zu Beginn der Winterarbeit den Vereinen reiche Anregungen bieten können. Diese Institution des Redner-Austausches durch den Verband, die geringe finanzielle Belastung unserer Bünde erfordert, soll in Zukunft noch ganz erheblich ausgebaut werden, und wir werden damit bereits Anfang 1927 wieder be* ginnen. £3 sprachen; "Aribert de Jonge in der Zeit vom lt. bis 17. Oktober in Höchst, Offenbach, Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Worms. Dr. Heinz Kahn, Elberfeld, in der Zeit vom 11, bis 13. Oktober in Karlsruhe, Heidelberg, Pforzheim. Siegfried Bacharach, Hannover, in der Zeit vom 24. Oktober bis 23. November in Wanne, Kastrop, Gelsenkirchen, Essen, Herne, Bochum, Wattenscheid. Ernst Hölzer, Frankfurt, am 16. und 17. Oktober in Landstuhl, Homburg, Pfalz. Herbert Felscnthal in der Zeit vom 11. bis 30. Oktober in Erfurt, Dresden, Chemnitz, Magdeburg, Kreuznach. Levy Wolff, Köln, am 28. Oktober in Trier. Fritz Schwarzschild am 28. Oktober in Wittlich. Rabbiner Dr. S. Klein in der Zeit vom 27. Oktober bis 7. November in Berlin, Hamburg, Forst, Landsberg a. W., SchneidemLi'il, Alienstein, Tilsit, Königsberg. Rabbiner Dr. Schönberger, Aachen, in der Zeit vom 27. Oktober bis 7. November in Detmold, Bielefeld, Hameln, Lippstadt, Paderborn, Hannover. Wir haben in ganz erfreulichem Maße zu konstatieren, daß die Nachricht von der Wiederaufnahme der Tätigkeit des Verbandes einer ganzen Anzahl alter Jugendbündler Veranlassung gegeben bat, auch ihrerseits die Arbeit wieder aufzunehmen. Wir nennen hier nur: Eschwege, Mülheim (Ruhr), Lübeck, Kippenheim, Bonn usw. Auch die Berichte dieser Redner werden wir in nächster Zeit veröffentlichen. Dieses Bild der Verbandsarbeit, das einen hocherfreulichen Fortschritt konstatieren läßt, wäre aber nicht vollständig, wenn wir im Rahmen dieses Berichtes darüber schweigen würden, daß unsere Bünde immer noch nicht in genügendem Maße die Notwendigkeiten einer auch finanziell kräftigen Verbandsleitung einsehen. Die Opfcrwilligkeit, die selbst bei noch so bescheidenem Apparat unserer Zentrale von jedem Bund und jedem Verbandsmitglied gefordert werden muß, ist auch nicht im entferntesten so groß, daß wir mit ruhigem Gewissen an die Weiterführung oder gar Erweiterung unserer bisherigen Arbeit denken können. Hierin muß bald und gründlicher Wandel geschaffen werden, wenn nicht alle kostbare Arbeit nutzlos gewesen sein soll. Die „Jüdischen Blätter", die sich bei ihren Lesern größter Beliebtheit erfreuen, und die auch nach dem Urteil Außenstehender in vorbildlicher Weise ihrer Aufgabe gerecht werden, müssen unbedingt in die Hand jedes, auch des jüngsten Mitgliedes unserer Bünde gelangen. Wir werden der Ausgestaltung unserer Zeitung, wenn nicht durch finanziell« Schwierigkeiten gehindert, nach wie vor unser Hauptaugenmerk zuwenden. Auch dem Problem der Führerheranbildung gilt unsere besondere Aufmerksamkeit. ' Wir haben bereits bis ins einzelne vorbereitete Pläne für Kurse und Führertagungen vorliegen; die Durchführung ist lediglich eine Frage finanzieller Art, da wir heute die Gewißheit haben, daß ein von unserer Idee durchdrungener Führernachweis in erfreulich starker Zahl vorhanden ist. Auch unsere Beziehungen zu anderen jüdischen und nicht' jüdischen Organisationen haben sich bedeutend enger gestattet, und wir hoffen, bald Früchte für unsere Arbeit ernten zu können. Vor allem gilt dies in bezug auf unsere enge Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Frauenbund und der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden, die mit dem ihr nahestehenden Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände in nächster Zeit der Frage der Beschaffung geeigneter Heime für die Jugendbünde ihre besondere Aufmerksamkeit zuwendet. Auch mit dem Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände stehen wir in andauernder enger Fühlung. Wir werden uns an der von ihm im Sommer 1927 durchzuführenden Ausstellung „Das junge Deutschland" repräsentativ beteiligen. Hierüber werden wir den Vereinen baldigst Genaueres mitteilen, da wir für eine würdige Vertretung der jüdischen Jugend ihrer Mithilfe bedürfen. Wenn wir die tatkräftige ideelle und finanzielle Unterstützung unserer Bünde finden, werden wir die begonnene Arbeit im Geiste unserer Idee weiterführen. F. S. Zum Chanukka-Preisausschreiben Unser Wettbewerb sollte dazu dienen, Werke zu erhalten, die geeignet sind, das Niveau unserer Chanukkafeiern zu heben. Wir freuen uns, nachstehend einige der eingesandten Arbeiten veröffentlichen zu können, und hoffen, daß es uns bald gelingen wird, der jüdischen Jugend eine Sammlung wahrhafter Dichtwerke für ihre Feiern zu schenken. Die Schriftleitung. Hüter des Lichts Von Joseph Weinsaft. Geweihtes Lichtl Aus deines milden Glanzes Sternentiefe Ersteht ein Greisenhaupt. Es neigt ergeben Sich in Gott Dem Tod, der milder ist als Leben, Das nicht mehr glaubt. Geweihtes Licht! Aus deiner Flamme, zart wie Mondenschimmer, Seh ich ein Mutterantlitz ernst entschweben, Die weiße Stirn umkrönt Von siebenfachen Segens Leid und Gram, Die Augen, tief dem Heiligen hingegeben, Sie blicken still versöhnt Zum Einzigen auf, der gab und nahm. Geweihtes Licht! Aus deinen Feuern blut'ger Morgenröte Entsteigen Heldenscharen todeskühne, Kämpfend und siegend für Gott, Geschändetem Tempel zur Sühne. Schwinget Jehova nicht selbst In seiner Rechten den Hammer? Tausend Erschlagener röchelnder Jammer Zeuget vom Herrn über Leben und Tod. Geweihtes Lichtf Aus deines abendlichen Friedens Segen Ruft eines Tempels Altar, leise mahnend. Und, schauernd Gottes Nähe ahnend. Erschließen unsre Seelen sich dem Klang, Der, lauter, immer lauter in uns tönend, Hervorbricht — ein erhabener Gesang Wir sind die Träger Heiligen Opfergebet», Rufen zu Zeugen Ehrfurcht und Kraft- Demut und Stolz. Wächter sind wir ■— Hüter geweihten Lichts) — 8 -

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