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Der Jugendbund · 1926-11-04 · 20 (4.11.1926) · p. [Seite]

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Journal
Der Jugendbund
Volume
2 (1926)
Issue
20 (4.11.1926)
Date
1926-11-04
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Düsseldorf Am 24 gemeinde Vi. Hahn, aus, daß s den Haupt str Philosophi Die lieber Halevi du mit dem nannt Volks *ir i stam ne Oktober sprach in der Reihe der von der Synagogts- Düsseldorf veranstalteten Vorträge Herr Rabbiner Essen, über „Jehuda Halevi als Philosoph". Er führte ich Jehuda Halevi in seinem Hauptwerk „Kusari" mit ömungen seiner Zeit auseinandergesetzt habe, der dem Mohammedanismus und dem Christentum, legenhcit derjüdischen Religion beweist Jehuda die Aussprache, die der König des Cäsarenreiches eister. wie der Führer der jüdischen Religion gegehabt hat, und die zum Ucbertritt des ganzen s zum Judentum geführt hat. rch M Der Synagogengemeinde Düsseldorf wurde für die Ausstellung „Hygiene der Juden" auf der Großen Ausstellung für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen, Düsseldorf 1926, der Reichspreis (b r o nzene Medaille) verliehen. Diese Auszeichnung wurde nur 14 Ausstellern zugesprochen. Der Turn- und Sportverein Makkabi veranstaltete am 30. Oktober eine gutbesuchte Festlichkeit, in deren Rahmen hervorragende turnerische Vorführungen gezeigt wurden. Im Anschluß hieran wurde dem modernsten Sport — Charleston usw. — ausgiebigst gehuldigt. ■» Aus den Bünden Altenkirchen Endlich ist auch unser Jugendbund aus seinem Sommerschlaf zu neuem Leben und Streben erwacht. Die gutbesuchte Versammlung fand am Samstag, 23. Oktober, mit dem Hauptthema —1< unser langprojektierter Plan —: Einrichtung des früheren Schulzimmers in der Synagoge für Versammlungslokal, statt. Die Billigung der Ausführung wurde vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde bestätigt, und so konnte mit Zustimmung aller ans Werk gegangen werden, vorerst in Form von Stärkung unseres „Baufonds". Die jüdische Gemeinde, die Frauen chewera sowie die Familien einzeln haben uns in unserem Vorhaben nach Möglichkeit weitestgehend unterstützt. Der Dank des Jugendbundes hierfür sei ihnen gewiß. " •Nun ging's zum Angriff auf den Raumjüber. Das beinah vermoderte Schulzimmer barg wieder junge Menschen in sich. Es war ein Vergnügen, zu bewundern, mit welcher Tatkraft und Frische die Jugend ihr Nest baut. Bald durchstrahlte unser neues Heim wieder Licht, Luft und Sonnenschein, wenn letzteres auch nicht illustriert (es regnete ziemlich tüchtig), so doch dem Sinne nach gemeint. Die feierliche Einweihung findet voraussichtlich am Samstag, den 6. November, statt. Duisburg-Ruhrort Dienstag, den 5. Oktober, eröffnete unser Jugendbund seine diesjährige Tätigkeit mit einem Werbeabend. Die bekannte Tragödin Irene Triesch las aus der Bibel und trug Gedichte von „Heine, Schiller und Goethe" vor. Der Abend war sehr gut besucht und brachte uns neue Freunde. Am 12. Oktober fand unsere Mitgliederversammlung statt, in welcher die Winlerarbeit festgelegt wurde. In der Hauptsache soll in diesem Winter der „Talmud" behandelt werden. Drei bis yjer größere Vorträge über Entstehung, Lehrer und Lehren des „Talmud" sollen abgehalten werden. Das Dargebotene wird dann in den darauf folgenden Heimabenden eingehend besprochen, um dadurch wirklich fruchtbringende Arbeit zu leisten.' Die Anregung, für die Damen einen Gymnastikkuisus einzurichten, wurde iehr begrüßt. Frl. Lisa Jakob, Lehrerin an der Gymnastikschule Dore Jacobs, Essen, leitet den Kursus. Etwa 20 Damen nehmen daran teil. Herr Rabbiner Dr. Neumark wird in diesem Winter den Geschichtskursus wieder übernehmen. Ihm sei auch an dieser Stelle herzlichst für seine Mitarbeit gedankt. Möge auch der Wunsch bald erfüllt werden, daß das Interesse der Gemeindemitglieder für unsere Bestrebungen ein größere« werde. Aus unserem Vorstande schieden aus: Fritz Markus und Martha Sommer. Beide verlassen Duisburg. Beim Aufbau unseres Vereins leisteten sie uns treue Hilfe, wofür wir ihnen hiermit herzlichst danken. Mit dem Wunsche, daß alt und jung uns helfen müssen, die Arbeit zu leisten, wurde die Versammlung geschlossen. „ Fritz Kaiser. Düsseldorf Der Jüdische Jugendverein hat seine Arbeit wieder in vollem Umfang aufgenommen. Als Einlcitungsvortrag zum Zyklus „Erziehungsfragen der Gegenwart" " sprach Rabbiner Dr. Hahn, Essen, am 19. Oktober über „Erziehung zur Religion". Er führte aus, daß in der frühen Jugend, schon beim kleinen Kinde, eine starke Hinneigung zum Uebcrsinnüchen vorhanden sei, die aber durch die erwachende Kritik der Entwicklungsjahre gestört würde. Während die Jugend früherer Generationen durch starke Bindungen mit den Urquellen der Religion und mangelnde „Aufklärung" selten Hemmnisse des religiösen Empfindens erlitt, neigt die Jugend von heute mehr dazu, die Ergebnisse der Naturwissenschaft und Technik »n die Stelle der Religion zu setzen. In jüngster Zeit zeigt sich aber wieder allenthalben ein starker Drang nach dem Uebersinnlichen. Die jüdischen Jugendvereine haben 'es sich zur Aufgabe gemacht, der Jugend diese Wege zu ebnen. Dr. Hahn nannte als stärkstes und einfachstes Erziehungsmittel das Aufmerksammachen auf die Wunder des täglichen'Lebens und die sich hierbei immer wieder zeigenden Grenzen unserer Erkenntnis. — Um der Jugend die heute noch immer lebendigen Kräfte unserer Religion zu zeigen, bewies Dr. Hahn die Lebendigkeit, das „Moderne" der Bibel an Hand von Vergleichen mit dem täglichen Leben. — Der am darauffolgenden Dienstag stattgefundene Heimabend bewies durch eine lebhafte und anregende Diskussion den inneren Anteil der Jugendlichen aa diesen Problemen und ihre neu erwachte Sehnsucht nach religiösem Erleben. Zwölf junge Mitglieder habe« sich zu einer Lesegemeinschaft zusammengeschlossen, die vierzehntäglich du Werk Eduard Sprangers „Psychologie des Jugendalters" liest und über die darin aufgerollten Fragen diskutiert. Am vergangenen Donnerstag wurde die ziemlich schwer verdauliche Einleitung zu diesem hochinteressanten Werk durchgearbeitet und anschließend über die „Psychologie des Kindes" gesprochen. Da alle Beteiligten noch selbst Jugendliche sind oder knapp dem Jugendalter (für das Spranger die Zeit vom 12. bis zum 20. Lebensjahr benennt) entwachsen sind, werden die Lese- und Diskussionsabende einen ganz besonders lebendigen Charakter haben. Auch der Sprechchor, zu dem immer wieder neue Mitglieder sich anmelden, arbeitet Ueifiig, und der Jugendverein kann auf diese „künstlerische Institution" mit Recht slilz sein. Ein Schmerzenskind des Jugendvereins ist der Hebräische Kursus, der im vorigen Jahr eingerichtet wurde. Ein sehr interessiertes Vereinsmitglied hat hierzu folgendes zu sagen: „In den Zeitungen der Jugendbünde ist viel zu lesen von dem Willen zur Erneuerung, vom Wiüen zur Rückkehr zu den Quellen des Judentums. Als Mittel hicr'ür wurden auch häufig Hebräische Kurs.fi_Hingerichtet. Auch in Düsseldorf, dessen Jugendbund auf seihe Arbeit sehr stolz ist und dessen Führer sich rühmen, daß die Arbeit in ihrem Bund besonders gut klappt, war mit vieler Begeisterung ein Hebräischer Kursus ins Leben gerufen worden, dessen Teilnehmerzahl aber innerhalb eines Jahres um die Hälfte zusammengeschmolzen ist. Es scheint danach, als ob auch unsere Jugend, die den starken Willen zur Erneuerung haben will, vor kleinen praktischen Schwierigkeiten und Opfern zurückschreckt." Hachenburg im W sterwaH Am 23. Oktober fand unsere diesjährige ordentliche Hauptversammlung statt. . Erschienen waren 24 Mitglieder, die Versammlung also beschlußfähig. Die Tagesordnung richtet sich nach den Satzungen. Der Jahresbericht ergab folgendes: Wir hörten neun Vorträge, machten drei Ausflüge und hatten eine Chanukka- und Purimfeier. Der J. J. V. Hachenburg hat sich laut Vereinsbeschluß dem Verband der neutralen Jüdischen Jugendvereine angeschlossen. In den Vorstand wurden gewählt: Adolf Stern, 1. Vorsitzender, Anni Bernstein, 2. Vorsitzende, Anneliese Bernstein, Schriftführerin, Irma Weinberg, Kassiererin, Robert Bernstein, 1. Beisitzer, Irma Löb, 2. Beisitzer. Für den Winter ist eine rege Arbeit vorgesehen. Das Thema „Jüdische Charakterköpfe" wird durch Vorträge aus unserer Mitte und Redner unserer Nachbarvereine, mit welchen wir uns austauschen, durchgearbeitet werden. Darum mit neuer Kraft an die alte Arbeit. A. S. - 4 -

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